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  1. Inaktiver User

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Zitat Zitat von Fourthhandaccount Beitrag anzeigen
    Und fiebersenkende Mittel habe ich auch nicht im Haus, weil die statistische Wahrscheinlichkeit, das mal zu bekommen, gegen Null geht.
    NSARs wirken auch gegen Schmerzen und Entzündungen.

  2. User Info Menu

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Temperaturen über 40 Grad, wie sie hier erwähnt wurden, sind sehr hohes Fieber und bei einem Erwachsenen, insbesondere je nach Vorgeschichte, gefährlich. Ich kann verstehen, wenn in dem Fall ein Notarzt gerufen wird. Die eventuell notwendige Gabe von Ibuprofen läge um einiges über den Werten, die ohne Rezept zugelassen sind. Zudem ist es nicht normal, dass man 40 Grad Fieber hat und es sollte einigermaßen zügig gesenkt werden und überprüft werden, was die Ursache ist.

    Aber um mich nicht an dem Thema Fieber festzubeißen, noch einmal, ich sehe das Problem, dass Personen mit z. B. jahreszeitlich bedingtem Schnupfen die Ärzte (und Notaufnahmen? siehe unten) blockieren. Ich finde es aber auch nicht in Ordnung, die nun einmal subjektive Empfindung, ab wann man einen Arzt braucht, hier einfach abzubügeln. Mit ein wenig Empathie sollte man sich in die Lage versetzen können, da ist jemand alleine, es ist Nacht oder Wochenende, man versuchte erst einmal alleine klarzukommen (kann ja so schlimm nicht sein), und irgendwann bekommt man Angst, weil der Zustand permanent schlechter wird.

    Ich kenne Notaufnahmen aus eigener Erfahrung, es ging nahezu immer ein halber bis ganzer (!) Tag drauf. Das soll sich wirklich jemand aus Lust und Laune antun? In der wie hier erwähnten gehäuften Anzahl kann ich mir das eher nicht denken. Zumal es dort nach Schwere der Fälle geht, nicht nach Reihenfolge. Lässt man die mit Schnupfen eben bis abends sitzen.


  3. Inaktiver User

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Zitat Zitat von Fourthhandaccount Beitrag anzeigen
    Aber um mich nicht an dem Thema Fieber festzubeißen, noch einmal, ich sehe das Problem, dass Personen mit z. B. jahreszeitlich bedingtem Schnupfen die Ärzte (und Notaufnahmen? siehe unten) blockieren. Ich finde es aber auch nicht in Ordnung, die nun einmal subjektive Empfindung, ab wann man einen Arzt braucht, hier einfach abzubügeln. Mit ein wenig Empathie sollte man sich in die Lage versetzen können, da ist jemand alleine, es ist Nacht oder Wochenende, man versuchte erst einmal alleine klarzukommen (kann ja so schlimm nicht sein), und irgendwann bekommt man Angst, weil der Zustand permanent schlechter wird.


    Du hast ja die Migräne als Beispiel genannt. Definitiv nicht lebensbedrohlich. Aber ich kenne (wie gesagt) einen Fall, wo sich die "Migräne" als geplatztes Aneurysma entpuppt hat, die Patientin an den Hausarzt verwiesen worden und verstorben ist.

    Hinter heftigen Bauchschmerzen kann eine ganz banale Lebensmittelunverträglichkeit stecken, Gallensteine oder eine akute Divertikulitis, eine Eierstocktorsion oder eine Darmverschlingung. Das ist ja selbst für den Mediziner nicht immer leicht zu diagnostizieren. Woher soll man als Patient wissen, was Sache ist, wenn man sich vor Schmerzen krümmt?

    Von Bekannten, die im medizinischen Bereich arbeiten, kenne ich beides. Da gibt es die Spezialisten, die wirklich mit einer Erkältung in der Notaufnahme aufschlagen.

    Es gibt aber auch die junge Frau, die mit gynäkologischen Beschwerden in die Notaufnahme kommt, die Schwestern machen hinter dem Rücken der Patientin ihre Augendreher, die Ärzte tuscheln sich ihre arroganten Bemerkungen zu. Als man sich endlich erbarmt, die Patientin zu untersuchen, stellt sich heraus, dass sie völlig verkrebst ist. (Was ihrem Haus-Gynäkologen entgangen war.)

    Ich finde die Diskussion teilweise viel zu schwarz-weiß.

    Ich kenne Notaufnahmen aus eigener Erfahrung, es ging nahezu immer ein halber bis ganzer (!) Tag drauf. Das soll sich wirklich jemand aus Lust und Laune antun?
    Das wundert mich auch ein bisschen. Angeblich finden sich reihenweise Menschen in der Notaufnahme ein, weil sie "keinen Bock" haben, zum Hausarzt zu gehen. Aber warum haben dieselben Leute gesteigerte Lust, am Wochenende sechs Stunden lang im Krankenhaus zu warten?

    Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass Zeitgenossen, die entweder etwas minderbegabt sind oder kein Deutsch sprechen, mitunter nicht so ganz verstehen, wozu das Krankenhaus eigentlich da ist und wie das mit dem Hausarzt funktioniert.


    Übrigens: Viele Ärztevertreter haben sich jahrelang dagegen gestemmt, die "Pille danach" rezeptfrei in den Apotheken abzugeben. Was ein deutscher Sonderweg war. Das ist schon etwas paradox. Wenn jemand nichts in der Notaufnahme verloren hat, dann ist es ein Paar, bei dem das Kondom geplatzt ist.

  4. Inaktiver User

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Es geht um Arztbesuche tagsüber.

    Wenn ich in die Notaufnahme selbst gehen kann, kann ich auch zu einem Arzt gehen. Sollte es so schlimm sein, dann wird den Arzt mich ins KH schicken.

    Wer allerdings den niedergelassenen Ärzten soweit nicht vertraut, sollte entsprechende Ärzte anzeigen.

    Wer sich nicht bewegen kann, kann die KV etc. rufen. Meine Erfahrung.. die checken am Telefon ab, ob 112 besserist

    .

  5. Inaktiver User

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn ich in die Notaufnahme selbst gehen kann, kann ich auch zu einem Arzt gehen. Sollte es so schlimm sein, dann wird den Arzt mich ins KH schicken.
    Mal ganz konkret: Jemand hat starke Bauchschmerzen und die Bauchschmerzen werden im Laufe des Tages immer stärker. Irgendwann klammert sich der Betreffende an seinen Partner und sagt: "Ich brauche einen Arzt. Das ist etwas Ernstes. Hilf mir."

    Jetzt wird der Patient ins Auto gepackt und zum Allgemeinmediziner gefahren. Sitzt eine halbe Stunde lang im Wartezimmer, kämpft mit den Tränen, ist aschfahl. Irgendwann fängt er an, laut zu heulen, der Arzt hat ein Erbarmen und zieht ihn vor.

    Jetzt kann der Allgemeinmediziner ganz offiziell bestätigen: "Jawohl. So, wie Sie die Beschwerden schildern, haben Sie starke Bauchschmerzen. Das muss weiter abgeklärt werden." (Die Ursachen kann er nicht abklären, der Hausarzt kann keine Bauchspiegelung oder sonstwas durchführen.)

    Der Patient kriegt ein Schmerzmittel, dann geht es quer durch die Stadt zum Klinikum.

    Jetzt ist wieder warten angesagt.

    Ich weiß, dass es witzlos ist, hier ständig Einzelfälle anzuführen, die schiefgelaufen sind. Aber der Fall ist leider Gottes echt. Effektiv war es dann eine Stieldrehung im rechten Hoden. Das Gewebe war schon so weit geschädigt, dass amputiert werden musste.

    Aber immerhin ist alles korrekt gelaufen. Der Mann war vorher beim Hausarzt und hat sich ganz offiziell bestätigen lassen, dass er wirklich starke Bauchschmerzen unklarer Ursache hat.


    Bei Herzinfarkten ist es doch auch so, dass die Patienten häufig noch laufen können, wenn sie sich im Krankenhaus einfinden. Wenn man sich vorab beim Hausarzt bestätigen lässt, dass man wirklich unklare Brustschmerzen, Schwächegefühl etc. hat, dann kostet das Zeit, die der Patient eventuell nicht hat.


    Wer allerdings den niedergelassenen Ärzten soweit nicht vertraut, sollte entsprechende Ärzte anzeigen.
    Was soll man da anzeigen? Der niedergelassene Arzt hat dasselbe Problem wie der Arzt in der Notaufnahme. Er kann dem Patienten nicht ansehen, ob er Migräne oder eine Hirnblutung hat. Und er hat auch nicht die technischen Möglichkeiten, das zu diagnostizieren.

    Schmerzen sind eine höchst subjektive Sache und schlussendlich kann der Hausarzt ja nichts weiter tun als dem Patienten zu glauben, dass die Schmerzen sich wirklich bedohlich anfühlen.

    Kann man dem Patienten nicht auch ein Minimum an Vertrauen entgegenbringen und ihm zutrauen, dass er nicht aus Jux und Dollerei in der Notaufnahme erscheint?

  6. Inaktiver User

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Ja, die mangelnden Diagnose-Möglichkeiten sind eben die Crux beim Hausarzt.
    Ich gehe da nur für meine Standardrezepte hin, und wenn ich alle paar Jahre mal eine Krankschreibung brauche.

    Ansonsten direkt zum Facharzt, oder,wenn es was akutes, ernsthaftes wäre, in die Notaufnahme.

    Ich war erst 1x da, mit einem Quincke-Ödem. Hätte ich bei dem nicht selbst schon die allerersten Anzeichen richtig erkannt und mich ins Taxi in die Notaufnahme gesetzt, hätte ich das vermutlich nicht überlebt.

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    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Es gibt aber zuviele Patienten, die nicht aus Jux und Dollerei in der Notaufnahme erscheinen, sondern weil sie z.B. ihre Beschwerden im Internet gegoogelt haben.

    Ich glaube, vielen Menschen ist das Gespür für den eigenen Körper abhanden gekommen.

    Ein Erwachsener hatte sicher- um bei deinem Beispiel zu bleiben- schon mehrmals im Leben Bauchschmerzen, mehr oder minder stark.
    Er wird doch selbst entscheiden können- das sind jetzt aber Schmerzen, die sind sehr ungewöhnlich. Extrem stark, hatte ich so noch nie....und wenn es so extrem ist, dass man sich vor Schmerzen an den Partner klammert, dann ist das ein Notfall.

    Und damit ein FAll für die Notaufnahme, egal, zu welcher Tageszeit. Wenn so jemand, aschfahl und schmerzgekrümmt, dann sollte ein gescheiter Hausarzt bzw. sein Personal diese Person auch nicht ins Wartezimmer schicken, sondern sofort "durchwinken". Alles andere wäre dann tatsächlich ein Fall für die KV!

    Und was den Herzinfarkt angeht- als Tochter 2 unlängst wegen Übelkeit, Bauchschmerzen, die bis in den linken Arm zogen, beim Hausarzt erschien, schrieb dieser sofort ein EKG- denn: Bei Frauen kann das durchaus auf einen Herzinfarkt hinweisen. Ist zwar ungewöhnlich bei so einer jungen Frau- aber möglich. Erst, als das EKG unauffällig war, ging es zurück ins Wartezimmer. Es war ein ganz banaler Magen-Darm-Virus.

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    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, die mangelnden Diagnose-Möglichkeiten sind eben die Crux beim Hausarzt.
    Ich gehe da nur für meine Standardrezepte hin, und wenn ich alle paar Jahre mal eine Krankschreibung brauche.

    Ansonsten direkt zum Facharzt, oder,wenn es was akutes, ernsthaftes wäre, in die Notaufnahme.

    Ich war erst 1x da, mit einem Quincke-Ödem. Hätte ich bei dem nicht selbst schon die allerersten Anzeichen richtig erkannt und mich ins Taxi in die Notaufnahme gesetzt, hätte ich das vermutlich nicht überlebt.
    ...
    Geändert von Lukulla (06.03.2016 um 20:21 Uhr) Grund: Quote repariert

  9. Moderation

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    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Ich habe es schon weiter oben geschrieben, aber da ist die Ironie wohl nicht angekommen.


    Wenn die Bürger einer Gesellschaft wollen, dass sie jederzeit eine Anlaufstelle nicht nur für schwerwiegende bis lebensbedrohliche Notfälle, sondern auch für weiter abzuklärende, eher unklare Zustandsbilder haben wollen, fachlich versiert, freundlich, ausgeruht und ohne lange Wartezeit, dann kann solch eine Möglichkeit selbstverständlich geschaffen werden.


    Das kostet aber auch was.



    Wenn man das Gesundheitssystem auf hohem Niveau betreiben möchte, aber seit Jahrzehnten (außer gegenüber der pharmazeutischen Industrie) die Kosten drückt, dann wird das System entsprechend.


    Man muss sich entscheiden, was man will. Und das dann organisieren und auch bezahlen. Meiner Einschätzung nach schieben viele Bürger ihre Gesundheit als Thema wie als Investition weit von sich und beschäftigen sich nur im Krankheitsfall damit. Dann soll bitte alles parat stehen, vorher soll es nichts kosten, damit das Geld für Wichtigeres verwendet werden kann.

  10. User Info Menu

    AW: Notaufnahmen sollen tagsüber Patienten abweisen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mit Hexenschüssen kenne ich mich (leider) aus.
    Das ist zwar extrem schmerzhaft, aber kein Fall für das Krankenhaus bzw. die Notaufnahme.

    Es geht hier um tagsüber. In meiner Stadt gibt es einen Notdienst - hier von der KV, in anderen Orten machen dies die niedergelassenen Ärzte -, die kommen nach Hause und geben Medikamente.

    Gibt es das bei Euch wirklich nicht?
    Ich habe bei uns (große Stadt ) versucht, einen Arzt zu finden, der noch Hausbesuche macht. Habe ich auch gefunden.

    Als ich ihn brauchte, hieß es, er käme irgendwann die Woche mal vorbei, was er dann nicht tat.. Endeffekt war, das ich irgendwann den Notruf wählen musste, und sich bis dahin eine beidseitige Lungenentzündung entwickelt hatte. die auf der Intensivstation endete.

    Ein anderer kam nicht vorbei, weil er ja nichts tun könne, und riet mir, den Notarzt zu rufen.

    ICH bin bedient.
    Geändert von Lilith10 (05.03.2016 um 11:53 Uhr)
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

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