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  1. Inaktiver User

    AW: die US - Wahlen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sie ist ein supranationales Gebilde, aber stelle dir einfach vor, dass sie ein Staat wäre.
    Ich kann mir auch vorstellen, dass die EU ein Omnibus ist, aber wozu? Ich stelle mir lieber vor, diese Argumentation vom inhomogenen Staat würde ein Süditaliener aufmachen, der erklärt, wieso seine Stimme wertvoller sei als die Stimme eines Mailänders oder Römers. Oder jemand aus der Picardie, der findet, dass seine Stimme mehr Gewicht haben müsse als die des Pariser Landsmanns, die Stimme des Mecklenburgers gewichtiger als die des Berliners.

    Nach meinem Verständnis beruht eine demokratische Wahl unter anderem darauf, dass jede Wählerstimme das gleiche Gewicht hat. - Das ist in USA nicht der Fall.
    Geändert von Inaktiver User (11.02.2016 um 01:55 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: die US - Wahlen

    Ist zu hoch, ich verstehe.

  3. Moderation Avatar von Joker
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    AW: die US - Wahlen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein Vergleich mit der EU funktioniert nicht, denn die EU ist kein Staat.
    Im Zuge dieser Logik finde ich den Vergleich USA - Italien allerdings genauso wenig passend. Weder von der geschichtlichen Entwicklung, noch vom strukturellen Aufbau, noch von der Größe her lässt sich da imho eine Verbindung herstellen.

    Übrigens sprechen wir hier aber von der US-Wahl im Vergleich zu der EU-Wahl, nicht von einem pauschalen Vergleich USA - EU. Und der Wahl-Modus für das Europäische Parlament mit der festgelegten Anzahl der Abgeordneten pro Land, die nicht proportional zur Bevölkerungsanzahl ist, ist ja wohl durchaus vergleichbar mit der US-Wahl.

    Aber es zwingt Dich ja zum Glück keiner, dem Vergleich zu folgen.

    Zurück zum eigentlichen Thema: Chris "Bridgegate" Christie ist raus aus dem Rennen. Mal gespannt, wer seine Supporter absahnt... Carly Fiorina ebenfalls raus, aber sie hat, obwohl einzige Frau im republikanischen Rennen, ja sowieso nicht all zu viel öffentliches Interesse auf sich gezogen.

    In der Zwischenzeit ist Sanders nach Harlem gepilgert und hat sich mit Al Sharpton getroffen, statt direkt in einen der nächsten Primary-States weiter zu ziehen. Cleverer Schachzug.
    “You can tell how smart people are by what they laugh at.”

    ― Tina Fey


  4. Registriert seit
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    AW: die US - Wahlen

    Ich wuerde mal sagen, Obama konnte nicht sehr viel erreichen, weil er seine ganze Regierungszeit ueber (ok, nicht ganz am Anfang) einen republikanischen Senat und Repraesentantenhaus hatte.

    Da wuerde ich sagen, mal soll mal schauen, was er NICHT gemacht hat. Keine neuen Krieg, sich im nahen Osten wenig eingemischt, sich nicht von Putin provozieren lassen.

    Er hat versucht, Quantanamo zu schliessen aber wenn kein Land die letzten Gefangen will, was dann?

    Das mit der Krankenversicherung ist sehr wichtig und hat das ganze System durcheinander gebracht. Vor allem kann man nicht mehr von einer (oder allen) Krankenversicherungen abgelehnt werden, weil man schon mal krank war.

    Ich finde ihn immer noch gut und hoffe, dass Hillary gewaehlt wird. Nicht weil ich sie so sehr mag (hat fuer den zweiten Irak Krieg gestimmt etc) sondern weil ich sie waehlbar finde. Und Sanders nicht. Und einen Republikaner, wen denn? Cruz den texanischen Prediger oder Trump den total Verrueckten? Am Ende kann man sich nur wuenschen, dass Cruz als Kandidat aufgestellt wird (fuer die Republikaner), Hillary fuer die Demokraten, und Trump als independent antritt und die Republikaner spaltet. So wie Ross Perrot, der Bill Clinton die Praesidentenschaft zu verdanken hat.

  5. Avatar von Opelius
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    AW: die US - Wahlen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Nach meinem Verständnis beruht eine demokratische Wahl unter anderem darauf, dass jede Wählerstimme das gleiche Gewicht hat. - Das ist in USA nicht der Fall.
    Aber Du weißt schon, dass das System der Wahlmänner nahezu 200 Jahre alt ist. So was nennt man Tradition. Viel bedenklicher ist, dass bei Wahlen sich der einzelne Bürger um sein Wahlrecht bemühen muss. Im Gegensatz zu Bundesbürgern, die zu jeder Wahl eine Benachrichtigung erhalten.

    Obwohl, bei uns sinkt ja auch die Wahlbeteiligung kontinuierlich und wir erreichen fast amerikanische Verhältnisse, die Hälfte geht nicht wählen.

    Ergänzung:
    was ich am amerikanischen Wahlkampf sehr bemerkenswert finde, ist das Engagement der vielen jungen Leute, die für ihren Kandidaten über Monate freiwillig arbeiten. So etwas gibt es bei uns nicht.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
    Geändert von Opelius (18.02.2016 um 09:21 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: die US - Wahlen

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Aber Du weißt schon, dass das System der Wahlmänner nahezu 200 Jahre alt ist. So was nennt man Tradition.
    Diese Tradition war eingeführt worden, weil nicht jeder die Möglichkeit hatte sich per Postkutsche oder auf einem Pferd reitend vom Wilden Westen auf den Weg nach Washington zu machen, um dort nach einer anstrengenden und gefährlichen Reise seine Stimme abzugeben.
    Auf diese Tradition gebe ich im 21. Jahrhundert so wenig wie auf die Traditionen der Neandertaler.

    Außerdem hatte ich oben nicht das Wahlmänner-System angesprochen, sondern das Mehrheitswahlrecht, bei dem - anders als beim Verhältniswahlrecht - die Stimmen in den Bundesstaaten mit wenigen Einwohnern übergewichtet werden.
    Die USA sind - anders als die EU - kein lockerer Bund unabhängiger Staaten, sondern ein Staat. Sie könnten ihre föderale Struktur - wie anderswo üblich - dadurch gewährleisten, dass gewisse Kompetenzen bei den Bundesstaaten liegen (vgl. Departements, Bundesländer, ...), bei der Wahl der Abgeordneten und des Präsidenten aber alle Bürger gleiches Wahlrecht genießen.

    Tatsächlich aber haben in beiden Häusern und bei den Präsidentschaftswahlen die Wähler von bevölkerungsschwachen, hinterwäldlerischen Flächenstaaten ein größeres Gewicht.

    Viel bedenklicher ist, dass bei Wahlen sich der einzelne Bürger um sein Wahlrecht bemühen muss. Im Gegensatz zu Bundesbürgern, die zu jeder Wahl eine Benachrichtigung erhalten.
    Da es in den USA keine Meldepflicht gibt, kann man die Leute auch nicht automatisch benachrichtigen.

    Bedenklicher finde ich, dass Wahlkreise häufig so konstruiert sind, dass die Stimmen von Armen und Minderheiten automatisch überstimmt werden (kein Verhältniswahlrecht).
    Und dass Wahlen wochentags stattfinden, wenn sich viele Leute nicht leisten können von der Arbeit extra frei zu nehmen.
    Nicht zu vergessen die Drittwelt-Zustände bei den Wahlen vor 8 Jahren, als die Menschen um ganze Häuserblocks herum stundenlang Schlange stehen mussten, weil es zu wenige oder unterbesetzte Wahllokale gab. Möchte nicht wissen, wie viele Menschen den Wahlversuch daraufhin erfolglos abgebrochen haben (Wochentag!). Es versteht sich von selbst, dass derartige Engpässe nur in bestimmten Wahlbezirken vorkamen und dass derartige "Kleinigkeiten" ein hohes Potenzial für Manipulationen beinhalten.
    Last not least ist die Entscheidung des Verfassungsgerichts zu erwähnen, dass Großkonzerne Wahlkampfspenden in beliebiger Höhe erteilen und somit die Politik massiv beeinflussen dürfen.

    Kurzum: Wer glaubt, dass die USA eine Demokratie sei, legt die Kriterien hierfür sehr großzügig aus.
    Geändert von Inaktiver User (19.02.2016 um 04:31 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: die US - Wahlen

    Zitat Zitat von annakathrin Beitrag anzeigen
    Da wuerde ich sagen, mal soll mal schauen, was er NICHT gemacht hat. Keine neuen Krieg, sich im nahen Osten wenig eingemischt, sich nicht von Putin provozieren lassen.
    Meine Wahrnehmung ist eine gänzlich andere. - Das sage ich ernüchtert als jemand, die von Obamas Sieg in den Präsidentschaftswahlen völlig begeistert war.

    Übrigens sieht das der Investigativjournalist Seymour Hersh ganz genauso.
    Er sagte: Dieser vielleicht intelligenteste Präsident, den die USA je hatten, hat nach seiner Wahl die Außenpolitik von George W. Bush nahtlos fortgesetzt.

  8. Avatar von Lukulla
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    AW: die US - Wahlen

    Zitat Zitat von annakathrin Beitrag anzeigen
    ...sondern weil ich sie waehlbar finde. Und Sanders nicht.
    Warum nicht?
    Ich war auch skeptisch, aber nur weil ich ihn nicht kannte. Inzwsichen habe ich etliche Gesprächsrunden mit ihm gesehen und Teile von Wahlkampauftritten: er ist der Kandidat, der mir am besten von allen gefällt.

    Sicher, Hillary ist ein Profi, die grosse Frage ist: würde sie wirklich etwas Fundamental ins Positive ändern?
    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

    Stoppt den Krieg in Kurdistan - Rojava zur No-Fly-Zone!
    Petition auf change.org.

  9. Moderation Avatar von Flau
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    AW: die US - Wahlen

    Zitat Zitat von Joker Beitrag anzeigen
    Die republikanische Seite finde ich extrem unterhaltsam. Das Niveau der Argumente und gegenseitigen Angriffe ist kaum noch zu unterbieten. Schadenfreude pur von meiner Seite. Und ich kann kaum erwarten, wer sich was als nächstes einfallen lässt
    Ach Joker, ich wuenschte, ich koennte es auch so sehen, denn eigentlich hast Du Recht. Aber ich habe echt Angst vor Trump und Konsorten. Und ich halte es fuer gar nicht so unwahrscheinlich, dass er an die Macht kommt. Ein Kriegstreiber und Folterer. Keine schoene Aussicht, auch fuer uns hier drueben nicht.

    Nach der unaufregenden Amtszeit von Obama - was ich prinzipiell nicht schlecht finde, da bin ich ganz bei annakathrin - wollen die Amis vielleicht einfach nur "Wechsel". Und sooo unpopulaer sind seine Forderungen ja leider nicht.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

  10. Avatar von VanDyck
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    AW: die US - Wahlen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das System wurde bewusst so gewählt, um den föderalen Charakter der USA zu erhalten. Wäre dem nicht so, könnte ein Präsident (oder Präsidentschaftskandidat) bevölkerungsschwache Bundesstaaten wesentlich leichter gegen bevölkerungsreiche Bundesstaaten ausspielen. Es verhindert, dass eine grosse Mehrheit in einem Bundesstaat die Wähler eines anderen Bundesstaates kompensieren kann.
    Nochmal was von mir zu diesem Thema:
    Ja, stimmt natürlich auch, was du schreibst.
    Ich wollte auch nicht den grundsätzlich demokratischen Charakter der Wahlen bestreiten - am eindeutigen demokratischen Charakter der BTW in Deutschland ist ja auch nicht zu zweifeln, obwohl der Regierungschef auch nicht direkt gewählt wird; im Grunde genommen besteht der Bundestag ja auch aus 'Wahlmännern', wenn es um die Wahl des Bundeskanzlers geht.

    Bzgl. USA hab ich nochmal hier nachgeschaut - einerseits sieht man, dass im 'Idealfall' sehr wohl ca. 12 Bundesstaaten ausreichen würden, um alle übrigen Bundesstaaten mit Hilfe der Wahlmänner zu überstimmen.
    Zum Anderen finden sich sowohl traditionell eher republkanische als auch traditionell eher demokratische Bundesstaaten - hinsichtlich der Wahlpräferenz - wenn es um das 'Missverhältnis' bzgl. Einwohner pro Wahlmann geht, das gleicht sich also in ungefähr aus, wenn ich das jetzt richtig sehe.

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Aber ich habe echt Angst vor Trump und Konsorten. Und ich halte es fuer gar nicht so unwahrscheinlich, dass er an die Macht kommt. Ein Kriegstreiber und Folterer. Keine schoene Aussicht, auch fuer uns hier drueben nicht.
    Ich bin mir GANZ sicher, dass Trump nicht der Kandidat der Republikaner sein wird - und Cruz wahrscheinlich auch nicht.
    Bleiben noch Rubio, Bush und Kasich.
    Wobei auch Rubio in so einiger Hinsicht durchaus auch fundamentalistische Auffassungen vertritt, soweit ich das gelesen habe. Blieben noch Bush und Kasich als 'moderate' Republikaner - da würde ich dann eher Kasich präferieren, und wenn der kandidiert für die Republikaner, dann ist das Rennen m.E. völlig offen, ob er oder Hillary Präsident wird (ich geh davon aus, dass Sanders nicht Kandidat der Demokraten wird).

    VanDyck
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Ich habe das Maus zurück geholt.
    The Green Mile
    Geändert von VanDyck (18.02.2016 um 16:57 Uhr)

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