Ich frage mich ja, warum diese Wahlmänner überhaupt Menschen sind, wenn sie nicht nach Programmatik, Gewissen oder Partei wählen, sondern streng nach Vorgabe, wer in dem Staat über die 50% kam.
Warum kommen die überhaupt zusammen und wählen noch?
Was passiert, wenn einer dieses Gremiums nicht nach Vorgabe wählt?
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Ergebnis 2.401 bis 2.410 von 10237
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21.11.2016, 15:06
AW: die US - Wahlen
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21.11.2016, 15:17Inaktiver User
AW: die US - Wahlen
Rein theoretisch könnten die Wahlmänner in letzter Minute einen Präsidenten Trump verhindern. Aber dies ist äußerst unwahrscheinlich. Laut Nationalarchiv haben in der US-Geschichte 99 Prozent aller Wahlmänner für den Sieger in ihrem Staat gestimmt. Entweder sind sie dazu durch ein im jeweiligen Staat geltendes Gesetz verpflichtet oder durch ein Versprechen der Partei gegenüber. In den meisten Fällen bekleiden Wahlmänner Führungspositionen in ihren Parteien oder sie sind nach Jahren loyaler Parteiarbeit ausgewählt worden. Unzuverlässige Wahlmänner müssen in einigen Staaten sogar mit Strafen rechnen; in Oklahoma beispielsweise mit einer Geldstrafe von 1.000 Dollar. In Michigan und in South Carolina würde ein abtrünniger Wahlmann einfach aus dem Verkehr gezogen und durch einen Nachfolger ersetzt.
aus: Zwischen Wahl und Amtseinführung: Trumps Fahrplan ins Weiße Haus | MDR.DE
Das Ganze ist ungefähr so traditionsverhaftet wie die französische Rechtschreibung.
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21.11.2016, 19:23
AW: die US - Wahlen
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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21.11.2016, 20:10Inaktiver User
AW: die US - Wahlen
Weil die USA ein föderaler Staat sind und jeder Bundesstaat eigene Regeln festlegt, wie die Wahlmänner abzustimmen haben. Ein paar Bundesstaaten teilen ihre Wahlmänner anteilsmäßig auf die jeweilgen Stimmenverhältnisse auf. Würde jeder Bundesstaat dies so machen, dann hätte man quasi darüber fast das Popular Vote . Ist aber nicht. Die meisten Bundesstaaten verfahren nach dem Prinzip "The winner takes it all".
Das haben wir in der EU übrigens auch nicht.One Human, one vote.
Maximal 750 Abgeordneten und eine Präsident sind demnach in Zukunft gestattet. Die Höchstzahl pro Land liegt bei 96 Parlamentariern, darf aber 6 Abgeordnete pro Land nicht unterschreiten.
Wie viele EU-Abgeordnete entsendet jedes EU-Land nach den Europawahlen 2014? | Aktuelles | Europäisches Parlament
Das bedeutet effektiv auch, dass eine deutsche Wählerstimme nicht den gleichen Wert hat, wie die Wählerstimme eines Kleinstlandes.
Minderheitenschutz für Kleinstländer? Ach ja, so ähnlich hat man das doch damals medial verkauft, oder?
In den USA habenWählerstimmen eher ländlicher Staaten i.d.r. mehr Gewicht als bevölkerungsmäßig eher große, urbane Staaten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Electo...toral_vote.png
Hier könnte man quasi auch Minderheitenschutz argumentativ gelten lassen, da Menschen in ländlichen Gebieten i.d.R. vollkommen anders leben, als Städter und auch andere politische Bedürfnisse haben.
Deutschland vs. Estland und New York vs. Wyoming
Im übrigen kann man auch schlecht gegen das System "The winner takes it all" argumentieren, wenn man nicht gleichzeitig auch gegen Aufstellung des Bundesrates argumentiert. Dort ist ja auch das "The winner [der Landtagswahlen + Koalitionspartner] takes it all". Im Bundesrat ist die Opposition des jeweiligen Bundeslandes auch überhaupt nicht vertreten.
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21.11.2016, 20:43Inaktiver User
AW: die US - Wahlen
Wo ist jetzt nochmals das Problem mit dem Bundesrat? Der dient doch in erster Linie zur Kontrolle des Bundestages und der Bundesregierung und spielt bei der Gesetzgebung bei vielen Gesetzen eine Rolle.
Aber stimmt, die Landtagswahlen sind ja alle undemokratisch und damit sind auch die Landesregierungen undemokratisch.
Man dachte anscheinend, dass die Abstimmung über "electoral vote" eine gute Idee war, als die USA bei der Gründung noch aus 13 Bundesstaaten bestand. Dadurch sollte es vermutlich auch populistischen Kandidaten möglichst schwer gemacht werden.
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21.11.2016, 21:18
AW: die US - Wahlen
Du vergleichst gerade eine Präsidentschaftswahl (quasi direkt) mit einer Parlamentswahl.
In Deutschland wir die Kanzlerin/der Kanzler vom Parlament und der darin befindlichen Opposition gewählt.
Im Bundesrat sitzen die Landesregierungen. Deine Argumentation hinkt.Dort ist ja auch das "The winner [der Landtagswahlen + Koalitionspartner] takes it all". Im Bundesrat ist die Opposition des jeweiligen Bundeslandes auch überhaupt nicht vertreten.
Sie würde nicht mehr hinken, wenn du argumentieren würdest, dass quasi der Bundesrat (die Gewinner der einzelnen Länder) den Kanzler wählen würde. Tut er aber nicht.Geändert von Nicole1965 (21.11.2016 um 21:23 Uhr)
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22.11.2016, 05:24
AW: die US - Wahlen
Er hat Menschen Tuer und Tor geoeffnet, die jetzt meinen, in seinem Windschatten ihre kranken Weltvorstellungen aeussern zu koennen. Ich frag mich, wie das ausgehen wird, wie die Reps das wieder einfangen wollen. Denn es ist ansteckend, ueber die Kontinente hinweg.
https://www.facebook.com/TheAtlantic...4823525748487/
Richard Spencer aus dem Video ist einer der fuehrenden Koepfe bei den White Supremacists in den USA und der Erfinder des Begriffes 'alt-right'.
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22.11.2016, 08:19Inaktiver User
AW: die US - Wahlen
Das frage mich auch.
Johnston, der Autor des Buches über Trump, sagte gestern, Trump wolle sich die Arbeit des Präsidenten sicher nicht antun, der eigentliche Präsident würde wohl sein Vize, Mike Pence.
Zu Pence schreibt Wiki:
Sein Abstimmungsverhalten im Repräsentantenhaus weist ihn als Abtreibungsgegner und Gegner von LGBT-Gleichberechtigung aus.
Mike Pence unterstützt Intelligent Design, das sich gegen die Evolutionstheorie richtet.
Pence akzeptiert auch den weitgehenden Konsens unter Wissenschaftlern nicht, dass die globale Erwärmung durch menschliches Handeln verursacht wurde.
Gruselig.
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22.11.2016, 08:30
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22.11.2016, 09:13Inaktiver User
AW: die US - Wahlen
Das stimmt ja nicht. In den USA gibt es schon lange eine Bewegung für popular vote:
National Popular Vote



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