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  1. Inaktiver User

    Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher

    Studie sieht wachsende Ungleichheit
    In Deutschland sind Beschäftigte laut einer Studie über die gesetzliche Pension weit weniger abgesichert als in Österreich.
    So erhielten langjährig versicherte Männer, die in Pension gingen, 2013 in Deutschland im Schnitt 1.050 Euro Alterspension im Monat.
    In Österreich kam ein vergleichbarer Neupensionist auf 1.560 Euro – bei 14 Auszahlungen pro Jahr.


    Quelle: standard


    Irgendwas machen die Österreicher offensichtlich anders.

    Da stellt sich die Frage, ob unser Rentensystem wirklich "alternativlos" ist.
    Geändert von Inaktiver User (15.01.2016 um 18:09 Uhr)

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    AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher

    ohne auf die Unterschiede D vs. A einzugehen....

    die Frage ob unser Rentensystem alternativlos ist... dazu haette ich einen Gedanken bzw. man koennte das Rentensystem global betrachtet als grosses "Ponzi-Scheme" betrachten, naemlich:

    nehmen wir mal das Deutsche Rentensystem, wurde 1889 eingefuehrt, und als Renteneintrittsalter wurde das 70. Lebensjahr angenommen. Also, viele junge Leute zahlen dem Staat Rentenbeitraege (egal ob man das ganze Umlageverfahren oder sonstwie bezeichnet oder betrachtet). Der Staat bezahlt den Menschen die ihr 70. Lebensjahr erreichen dann Altersrente.
    Jedoch: damals erreichten ueberschritten vergleichsweise wenige Menschen das 70. Lebensjahr! und so ging diese Rechnung auf (viele junge Menschen zahlen ein und wenige alte Menschen kosten Geld).

    Heute ist die Alterspyramide ganz anders. Vergleichsweise wenig junge Menschen zahlen ein und viele alte Menschen beziehen Altersrente & Pensionen und dazu erreichen viele aeltere Menschen ein hohes Lebensalter.
    Dazu kann man natuerlich noch weiter betrachten dass evtl. juengere Menschen spaeter beginnen Beitragszahler zu werden durch laengere Ausbildungszeiten/Studienzeiten und dass juengere Beitragszahler durch weniger gutzahlende Jobs auch weniger hohe Beitraege leisten.

    Dieses Ponzi- zu Deutsch Schneeballsystem ist insofern "gang-und-gaebe" dass die Staaten im westlichen Geldschuldsystem sowieso so strukturiert sind dass sie staendig aus verschiedensten Gruenden staendig mehr ausgeben als sie einnehmen, d.h. staendig mehr Schulden aufnehmen (Staatsanleihen ausgeben) und sich so in eine ungute Schuldenspirale mit exponentiellem (wir befinden uns in der exponentiellem Bereich der Schuldenkurve, der Staat kann auch niemals die Schulden zurueckzahlen) Schuldenanstieg begeben deren Auswirkungen wir taeglich mehr und mehr sehen.

    Mir persoenlich erscheint ein bedingungsloses Grundeinkommen fuer jeden Buerger da sinnvoller, also auch fuer aeltere Menschen. Als Beispiel EUR*** 800.- oder EUR 1000.- fuer jeden und dafuer Abbau von Subventionen fuer Industriezweige und drastische Vereinfachung des Steuersystems usw.
    Also der Weg den Finnland im Moment prueft bzw. einfuehren moechte.

    *** in EUR oder anderen Einheit zu zu schaffen sein wird...

  3. Inaktiver User

    AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher

    also ich denke, dass es vielleicht hilfreich wäre, erstmal die Ungleichheit in Deutschland zu bekämpfen. So verstehe ich zum Beispiel nicht, wieso Lehrer verbeamtet werden müssen. Und ich verstehe nicht, wieso die Beamtenpensionen höher sind und zum Teil müssen die Beamten nix einzahlen. Das ist meiner Meinung nach nicht gerecht.

    Da die Politiker aber Beamte sind, wird sich da nix ändern.

    http://www.oeffentlichen-dienst.de/w...eich-2012.html

  4. gesperrt

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    AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher

    Beamte bieten einige Vorteile für den Staat und für den Steuerzahler.
    Beamte dürfen nicht streiken, angestellte Lehrer schon. Wie würdest du reagieren, wenn deine Kinder vier Wochen lang nicht unterrichtet werden, weil die Lehrer streiken?
    Beamte können jederzeit versetzt werden, angestellte Lehrer nicht. Wenn in deinem Landkreis keiner als Lehrer arbeiten will, fällt der Unterricht eben aus. Oder die Schüler müssen dann eben mal 20 km weiter weg fahren.
    Beamte müssen einen tadellosen Lebenslauf führen, ansonsten werden sie unehrenhaft entlassen. Sie verlieren damit jegliche Pensionsansprüche. D.h. bei einem verbeamteten Lehrer darfst du dich darauf verlassen, dass er die Schüler gleich behandelt (oder zumindest das versucht). Bei einem angestellten Lehrer trifft der tadellose Lebenswandel nicht so zu, weil Beruf und Lebenswandel hier zwei Paar Stiefel sind. Willst du, dass dein Kind durchkommt, wirst du dem Lehrer eben Geld zustecken müssen, damit der die Noten frisiert.
    Angestellte Lehrer wechseln eher und schneller die Stelle, wenn 20 km weiter an der nächsten Schule die Bezahlung besser ist. Kontinuierliches Lernen funktioniert besser, wenn zumindest der Großteil der Lehrer mehrere Jahre an der Schule bleibt.
    Bei nur noch angestellten Lehrern schwindet die Bereitschaft, Lehrer zu werden. So gehen die Lehrerzahlen in Berlin und Sachsen drastisch zurück. Was bleibt, sind in städtischen bzw. staatlichen Schulen demotivierte Altgediente, die langsam, aber sicher an den Schülern verzweifeln und chronisch unterbesetzt sind. Lernerfolgt für Schüler: kaum.

    Des gleich könnte man fragen, warum Polizisten, Richter, Finanzbeamte, Gesundheitsbeamte etc. sein müssen.
    Immer die gleiche Antwort: Durchgehen guter Dienst kann fast nur von Beamten verlangt werden.

    Das hat aber nicht viel mit dem Rentensystem zu tun. Das ist wegen der Bevölkerungsentwicklung schief und wegen der sonderbaren Verteilung von Steuergeldern.
    Die Menschen dürften frühestens mit 70 Jahren in Rente gehen.
    Jeder muss ins Rentensystem einzahlen, auch Selbstständige (das wollen viele nicht) und Beamte (deren Pensionsansprüche könnten "umgebucht" werden).
    Problemfälle müssten geregelt werden: Was ist mit Chronisch Kranken? Was ist mit Invaliden? Was ist mit HartIVlern? Was ist mit Arbeitsverweigerern? Letztere müssten rein theoretisch keinen Anspruch auf Sozialhilfe haben und später dann keine Rente beziehen können und auf der Straße leben und oder verhungern. Das ist keine so tolle Vorstellung.

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    AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher

    um zur Ausgangsfrage zurückzukehren: kann es sein, dass die Solidargemeinschaft in Österreich einfach größer ist als bei uns in D? So wie es in dem Artikel steht, sind Selbständige schon mal mit drin.

    Wie sieht die Statistik eigentlich bei den Frauen aus? Wird uns da schlecht, wenn wir die sehen?
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  6. Inaktiver User

    AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Irgendwas machen die Österreicher offensichtlich anders.
    Ja - noch. Und sie werden damit in den nächsten Jahren noch ordentlich auf die Nase fallen.

    Die höheren Renten basieren auf einer unterschiedlichen Nettoersatzquote (gerechnet am früheren Einkommen).

    In D beträgt diese Quote etwas über 50%, in Ö über 80%.
    In Bezug auf diese Nettoersatzquote stehen die NL übrigens am besten da.

    In D war die Quote früher deutlich höher, wurde aber im Zuge der Agenda 2010 herunter gesetzt, weil durch die Wiedervereinigung viele Menschen bezugsberechtigt wurden, die nie ins BRD-Rentensystem eingezahlt hatten.

    Österreich ist eines der wenigen Länder der EU, das in den letzten Jahren keine Rentenreform durchgeführt hat, obwohl sie dringen nötig wäre. Sie wird aus politischen Gründen verschleppt, obwohl klar ist, dass das System zunehmend unfinanzierbar wird.

    Auch am Renteneintrittsalter von 60 Jahren für Frauen wird noch immer fest gehalten. Bei Männern sind es offiziell 65 Jahre, aber de facto gehen fast alle Männer mit 60, die Frauen mit 57.
    Beamte der Bundesbahnen werden mit Mitte fünfzig in Pension geschickt.

    Da wird es in nächster Zeit noch heftig krachen, denn dieses System lässt sich nicht aufrecht erhalten.

  7. Inaktiver User

    AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher

    Zitat Zitat von chryseis Beitrag anzeigen
    D.h. bei einem verbeamteten Lehrer darfst du dich darauf verlassen, dass er die Schüler gleich behandelt (oder zumindest das versucht). Bei einem angestellten Lehrer trifft der tadellose Lebenswandel nicht so zu, weil Beruf und Lebenswandel hier zwei Paar Stiefel sind. Willst du, dass dein Kind durchkommt, wirst du dem Lehrer eben Geld zustecken müssen, damit der die Noten frisiert.
    das von dir o.g. bezweifle ich. Im Gegenteil, angestelle Lehrer in Privatschulen habe ich sehr viel engagierter erlebt.
    das Lehrer manchmal verzweifeln und besonders an Problemschulen ausbrennen verstehe ich, das hat meiner Meinung nach nichts mit Verbeamtung oder angestellt zu tun. Sind doch alles Menschen.


    aber

    das soll kein Beamtenbashing werden

    mir ist nur aufgefallen, dass da was grundsätzlich schief und verkehrt läuft. Meiner Meinung nach. Sonst nichts.

    Ich stimme mit dir überein, dass alle Menschen ins Rentensystem einbezahlen sollten und dann auch entsprechend versorgt.

  8. Inaktiver User

    AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher

    Zitat Zitat von HQking Beitrag anzeigen
    Mir persoenlich erscheint ein bedingungsloses Grundeinkommen fuer jeden Buerger da sinnvoller, also auch fuer aeltere Menschen. Als Beispiel EUR*** 800.- oder EUR 1000.- fuer jeden und dafuer Abbau von Subventionen fuer Industriezweige und drastische Vereinfachung des Steuersystems usw.
    Also der Weg den Finnland im Moment prueft bzw. einfuehren moechte.
    Und wer wären diese Bürger? Menschen, die die jeweilige Staatsbürgerschaft besitzen? Was wäre mit den Ausländern, die Steuer bezahlen und damit anderen das Grundeinkommen finanzieren, selbst aber keines bekommen?
    Wie wird das in Finnland gemacht?

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    AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Österreich ist eines der wenigen Länder der EU, das in den letzten Jahren keine Rentenreform durchgeführt hat, obwohl sie dringen nötig wäre. Sie wird aus politischen Gründen verschleppt, obwohl klar ist, dass das System zunehmend unfinanzierbar wird.

    Auch am Renteneintrittsalter von 60 Jahren für Frauen wird noch immer fest gehalten. Bei Männern sind es offiziell 65 Jahre, aber de facto gehen fast alle Männer mit 60, die Frauen mit 57.
    Beamte der Bundesbahnen werden mit Mitte fünfzig in Pension geschickt.
    Dem möchte ich widersprechen.

    Erstens ist das Rentenalter für Frauen auch in Österreich bereits schrittweise angehoben worden (ab Geburtsjahrgang 1968 müssen alle Frauen bis 65 Jahre arbeiten, davor pro Jahr ein halbes Jahr früher, d.h. 1967 bis 64,5 Jahren usw.), zweitens ist das durchschnittliche Antrittsalter der Frauen nicht 57, sondern nach neuesten Erhebungen nur wenige Monate vor dem Antrittsalter:

    Bestätigt sieht er sich durch aktuelle Zahlen des Pensionsmonitorings seines Ressorts für das Gesamtjahr 2015. Ihm zufolge stieg das durchschnittliche Antrittsalter im Vergleich zum Vorjahr von 59,6 auf 60,2 Jahre. Männer gehen im Schnitt mit 61,3 Jahren in Pension, Frauen, deren gesetzliches Antrittsalter bei 60 liegt, gehen tatsächlich mit 59,2 Jahren. - derstandard.at/2000028286381/Oesterreicher-gehen-um-sechs-Monate-spaeter-in-Pension
    Quelle: Antrittsalter: Österreicher gehen um sechs Monate später in Pension - Pensionen - derStandard.at

    Liebe Grüße
    Zio

  10. Inaktiver User

    AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    das soll kein Beamtenbashing werden
    Das ist gut.
    die Österreicher nennen nämlich meines Wissens alle Altersruhegelder 'Pensionen', nicht nur die Ruhegelder für Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes. Es handelt sich bei dieser Studie also um die "ganz normale" Rente.

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