Ist der Kündigungsschutz denn in Österreich generell lockerer? In D ist es selbst bei Umstrukturierungsmaßnahmen nicht so einfach, jemanden (billig) loszuwerden. Bei betriebsbedingter Kündigung gibt es einen Sozialplan, danach sind Ältere eigentlich sogar besser dran.
Es ist aber so, dass auch in D aktuell nur wenige Leute bis zum tatsächlichen Renteneintrittsalter arbeiten. Dafür gibt es zu viele attraktive Vorruhestandsregelungen. Wird sich aber in den folgenden Generationen auch ändern.
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16.01.2016, 10:52Inaktiver User
AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher
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16.01.2016, 10:59Inaktiver User
AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher
Ok, dann habe ich da etwas übersehen.
Das schrieb ich doch: Es ist absurd, die Frauen früher in Pension zu schicken, wenn sie bei längerer Erwerbstätigkeit eine höhere Pension bekämen. Eine ein paar Jahre frühere, dafür aber durchgehend geringere Rente ist doch keine "Belohnung". Das ist ein fauler Trick.
Es ist inkonsequent, wenn Frauen einerseits auf Gleichberechtigung pochen, andererseits früher in Pension gehen wollen. Das hätte sich auf Dauer eh nicht halten lassen, weil es dem Gleichheitsgrundsatz widerspricht.
Weiter arbeiten darf jeder, der eine reguläre Altersrente bezieht.
Bei den Frühpensionisten gibt es dagegen große Ungerechtigkeiten: Während frühpensionierte Beamte ohne jede Einschränkung zusätzlich zu ihrem Altersruhegeld dazu verdienen dürfen, ist das ASVG-Versicherten nicht erlaubt. Sie dürfen nur bis zur Geringfügigkeitsgrenze dazu verdienen, Gewerbetreibende werden sogar gezwungen, ihren Gewerbeschein abzugeben.
Das hat aber strukturelle Gründe, die man ändern könnte. Wenn AN für den AG immer teurer werden, je älter sie sind - ohne dass dem eine höhere Produktivität zugrunde läge - muss das geändert werden.
Statt dessen ist man in Ö daran gewöhnt, die Leute so früh wie möglich ins Pensionssystem abzuschieben - damit wurde lange auch die Arbeitslosenstatistik geschönt. Nun ist das System kaum noch finanzierbar und man versucht den vielen Frühpensionierungen einen Riegel vorzuschieben - natürlich zeigt sich das auch in der Arbeitslosenstatistik.
Es ginge auch anders: In der CH arbeiten die Leute generell länger - und es gibt die Jobs. Ähnliches gilt für D: Plötzlich arbeiten wieder mehr Ältere - und es geht. Nur in Ö tut man so, als wäre es ein Naturgesetz, dass Leute mit 50 nicht mehr arbeiten könnten.
Richtig. Dann gehört aber an dieser Schraube gedreht. Es ist doch absurd, einerseits eine Politik zu fahren, die die Arbeitgeber immer mehr belastet und sich andererseits zu beklagen, dass es keine Jobs gibt. Ich würde in diesem Land auch keine Arbeitsplätze schaffen wollen, das täte ich mir nicht an.
Mit der Steuerreform wurden wenigstens die kleinen Selbständigen etwas entlastet. EPUs sind die am stärksten wachsende Gruppe in der Wirtschaftskammer. Jeder, der seinen Lebensunterhalt selbst erwirtschaftet, liegt dem Staat nicht auf der Tasche.
Statt dessen alle Leute, die keinen Job mehr kriegen, in die Pension zu "entsorgen", wird das System zum Kippen bringen.
Das stimmt. Dann sollte sich der Staat jedoch überlegen, was er für die AG tun kann, damit diese wieder Arbeitsplätze schaffen.
Wie bitte? Auch ein Selbständiger ist "arbeitslos", wenn er keinen Gewinn erwirtschaften kann (und zwar ganz ohne Arbeitslosengeld) . Das hat doch nichts mit dem Alter zu tun.
Es wird sicher noch lange dauern, bis es so weit ist. Bis dahin könnte man aber schon einmal für mehr Gerechtigkeit innerhalb der einzelnen Länder sorgen.
Ich wäre auch dafür, die Beamtenpensionen auf ASVG-Niveau zu deckeln.
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16.01.2016, 10:59
AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher
Nein, aber kontinuierlich und in vielen Betrieben herrscht die Auffassung, dass 50+ Mitarbeiter teurer sind als junge (was stimmt) und die Leistung nachlässt.
Versuche in Österreich mal, mit 50+ einen Job zu bekommen, das ist ein großes Glück, wenn Du das schaffst.
Die meisten werden langzeitarbeitslos und harren in diesem finanziellen Unglück, bis sie das Pensionsalter erreicht haben. Mit dementsprechend erniedrigter Pension, versteht sich.
Unsere Politik, die ja hauptsächlich von wirtschaftlichen Interessen gespeist wird, sieht das hinter dem Kulissen sogar positiv:
Je mehr Arbeitslose auf dem Markt sind, desto mehr Lohndumping kann betrieben werden. Auch die Arbeitnehmer, die einen Job haben, sind leichter erpressbar, weil es eben genügend "Konkurrenzmaterial" gibt.
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16.01.2016, 11:05Inaktiver User
AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher
Dafür bekommt du in meiner Gegend kein WG-Zimmer und schon gar keine Wohnung.
Doch. Die Kollektivverträge sehen Lohnsteigerungen für Ältere vor, die nicht an höhere Leistungen gekoppelt sind: "Senioritätsprinzip"
Meines Wissens nicht. Auch das führt dazu, dass weniger Ältere eingestellt werden. Die AG haben Angst, sie nicht mehr los zu werden und nicht flexibel genug zu sein, falls zB. die Umsätze des Unternehmens zurück gehen.
Wenn der Schutz der Arbeitnehmer so weit geht, dass die AG deswegen keine Älteren mehr einstellen, darf man sich fragen, ob das Sinn macht.
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16.01.2016, 11:09Inaktiver User
AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher
und genau diese vorruhestandsregelungen sind mit der reform weitgehend abgeschafft worden in österreich -was den arbeitsmarkt bei 50+ eben enorm belastet zur zeit.
letztlich ist es eine verschiebung von der pensions -zur sozialversicherung. und die arbeitslosenrate steigt im vergleich zu vorher.
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16.01.2016, 11:12Inaktiver User
AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher
Das "belastet nicht den Arbeitsmarkt", sondern verringert nur die Möglichkeiten der Unternehmen, Ältere in die Pension abzuschieben, wie es jahrzehntelang der Fall war.
Natürlich belastet das die Sozialversicherungen. Damit wird auch endlich mal transparent, was schon lange falsch läuft - ein aufgeblasener Sozialstaat, der jetzt, wo es wirtschaftlich nicht mehr so gut läuft, an seine Grenzen kommt.
Den Arbeitsmarkt belasten vor allem die vielen Regelungen und die hohen Lohnnebenkosten in Ö.
Der Wirtschaftsstandort Ö fällt immer weiter zurück. Während das Wirtschaftswachstum in der EU wieder nach oben geht, stagniert es in Ö. Ausländische Investoren meiden das Land seit Jahren. Darüber sollte man einmal verstärkt nachdenken.
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16.01.2016, 11:17
AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher
Gut, dass das nun geradegerückt worden ist.

Bei allen Überlegungen in diese Richtung wird übersehen, dass es keine Jobs für diese Altersgruppe gibt.Das schrieb ich doch: Es ist absurd, die Frauen früher in Pension zu schicken, wenn sie bei längerer Erwerbstätigkeit eine höhere Pension bekämen. Eine ein paar Jahre frühere, dafür aber durchgehend geringere Rente ist doch keine "Belohnung". Das ist ein fauler Trick.
Und BEVOR diese nicht geschaffen sind, hat es gar keinen Sinn, am Pensionssystem etwas drehen zu wollen.
Das würde nur noch mehr ins Chaos führen.
Auch deswegen fände ich es nur folgerichtig, wenn es eine ASVG-Pension für ALLE gäbe, übrigens auch für Politiker.Bei den Frühpensionisten gibt es dagegen große Ungerechtigkeiten: Während frühpensionierte Beamte ohne jede Einschränkung zusätzlich zu ihrem Altersruhegeld dazu verdienen dürfen, ist das ASVG-Versicherten nicht erlaubt. Sie dürfen nur bis zur Geringfügigkeitsgrenze dazu verdienen, Gewerbetreibende werden sogar gezwungen, ihren Gewerbeschein abzugeben.
Nochmal: Es gibt die Jobs bei uns eben nicht. Was nun?Es ginge auch anders: In der CH arbeiten die Leute generell länger - und es gibt die Jobs. Ähnliches gilt für D: Plötzlich arbeiten wieder mehr Ältere - und es geht. Nur in Ö tut man so, als wäre es ein Naturgesetz, dass Leute mit 50 nicht mehr arbeiten könnten.
Es ist einfach gedacht, den Menschen in Österreich, die 50+ sind zu unterstellen, sie könnten/wollten nicht mehr arbeiten. Es gibt in Österreich spezielle Förderungen für diese Altergruppe, teilweise werden die Gehälter auch vom AMS mitfinanziert, damit Arbeitgeber diese Gruppe vielleicht eher einstellen. Das hat zur paradoxen Situation geführt, dass AG diese Menschen genausolange (d.h. einige Monate) beschäftigen, wie das AMS die Förderung bezahlt, diejenigen dann rauswerfen und wieder die nächsten geförderten Mitarbeiter anstellen.
Nein?Wie bitte? Auch ein Selbständiger ist "arbeitslos", wenn er keinen Gewinn erwirtschaften kann (und zwar ganz ohne Arbeitslosengeld) . Das hat doch nichts mit dem Alter zu tun.
Leg Dein Beispiel vom Selbständigen, der genügend erwirtschaften kann, auf einen Angestellten um, dessen Arbeitsgeber davon überzeugt ist, dass ein Jüngerer seinen Job billiger erledigen kann (was Fakt ist). Was glaubst Du, wie lange der Selbständige angestellt wäre? Bitte wach auf, das ist eine Illusion.
Die Arbeitslosigkeit betrifft inzwischen nicht nur Niedriglohnsegmente, bei denen körperliche Voraussetzungen ab einem gewissen Alter eine Rolle spielen. Auch als gut ausgebildeter und gut verdienender Mitarbeiter hast Du, wenn Du mit 50+ gekündigt wirst, bereits schlechte Karten.
Ja. Ausnahmslos alle Pensionen. Was jedoch eine längere Vorlaufzeit bräuchte, um einen gewissen Level an Fairness zu bewahren. Denn höherverdienende Angestellte haben auch höhere Pensionsbeiträge eingezahlt.Ich wäre auch dafür, die Beamtenpensionen auf ASVG-Niveau zu deckeln.
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16.01.2016, 11:22Inaktiver User
AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher
Entschuldigung, ich war beim deutschen Wohnungsmarkt.
Sicher gibt es in D auch Städte die so teuer sind wie Du sagst, aber noch nicht so viele.
Ich bin ziemlich viel umgezogen im Studium, und meine Warmmiete lag außer ganz am Anfang (1-Zimmer-Wohnung statt WG-Zimmer) nie über 300 Euro, meist darunter.
Moment, diese Lohnsteigerungen sind bei euch tatsächlich ans ALTER gekoppelt, nicht an die Zeit der Betriebszugehörigkeit?Doch. Die Kollektivverträge sehen Lohnsteigerungen für Ältere vor, die nicht an höhere Leistungen gekoppelt sind: "Senioritätsprinzip"
Ich wollte übrigens niemals abstreiten dass es schwer ist über 50 einen Job zu finden, ich wunderte mich nur darüber, dass gute Arbeitnehmer ohne wirtschaftliche Not ab 50 entlassen werden.
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16.01.2016, 11:37
AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher
Nicht zwingend. Aber in vielen Betrieben gelten die "Vordienstzeiten" als Basis für die Berechnung des Gehalts.
Das heißt: Je mehr Vordienstzeiten, je älter der AN, desto teurer wird es.
Die Mitarbeiter werden gekündigt, weil sie teurer kommen als jüngere. Da braucht es gar keine wirtschaftliche Not, das ist einfach eine klare Berechnung.Ich wollte übrigens niemals abstreiten dass es schwer ist über 50 einen Job zu finden, ich wunderte mich nur darüber, dass gute Arbeitnehmer ohne wirtschaftliche Not ab 50 entlassen werden.
Dazu kommt, dass (zumindest in körperlich anstrengenden Tätigkeitsbereichen) die Leistung sinken kann, wenn man "älter" ist.
Und auch in höheren Positionen drängen jüngere, billigere und noch enthusiastische, karriereorientierte Mitarbeiter nach, die darauf brennen, sich zu beweisen.
Warum sollte ein AG dann den älteren, teureren Mitarbeiter behalten? Die Wertschätzung des Know-Hows von älteren Mitarbeitern war gestern. Es wird nicht mehr zukunftsorientert gedacht, sondern nur mehr kurzfristig, schnelle Erfolge sich wichtig.
Ich sehe es in vielen Betrieben, dass junge Quereinsteiger aufgenommen werden, deren vorgegebenes Ziel es einzig und allein ist, die Zahlen zu frisieren.
Rechnung: Ältere Mitarbeiter (die mehr kosten) werden gekündigt, jüngere und billigere dafür aufgenommen. Ziel erreicht, der Quereinsteiger kassiert einen fetten Bonus.
Auf zur nächsten Firma, weil man sich im Laufe der Zeit den Ruf des erfolgreichen Kostensanierers einhandelt.
Hinterlassen werden dann oft Abteilungen oder gar ganze Betriebe, die gegen die Wand gefahren werden, weil nichts mehr funktioniert. Aber das interessiert niemanden.
ist jetzt ein wenig polemisch geschrieben, aber leider die Realität.
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16.01.2016, 11:37
AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher
Da könnte Österreich ansetzen, indem die Renten und Pensionen ab 2017 nur 13x ausgezahlt werden. Das spart schon einmal Geld in der Kasse.
Nein, aber die Kündigung wird schwieriger. Auch in Deutschland gibt es einen längeren Kündigungsschutz und höhere soziale Auflagen. Dabei arbeiten Menschen ü50 meist effektiver und sorgfältiger. Na klar, sie kennen den jeweiligen Laden aus dem Effeff.
So etwas ist idiotisch. Denn der Zuverdienst kommt der Familie zugute und bei Selbstständigen bleiben Arbeitsplätze erhalten oder es werden neue geschaffen. Verrückte Welt.
Gut, dann sind wir schon zu zweit.
Okay. Aber nach wie vor braucht kaum ein Mensch Pensionen jenseits der 4000 Euro.Geändert von chryseis (16.01.2016 um 12:43 Uhr) Grund: Zahlenkorrektur


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