Dafür war es nie gedacht. Das viele Geld sollte die Banken dazu animieren, mehr Kredite zu vergeben. Sie waren bei der Kreditvergabe sehr zurück haltend geworden, weil sie seit einiger Zeit deutlich höhere Eigenkapitalraten vorweisen müssen.
Der Plan hat nicht geklappt, weil zu wenige Unternehmen überhaupt Kredite beantragen. Das gilt vor allem für Krisenländer wie GR, wo die Bedingungen für Unternehmensgründungen schlecht sind.
Die Finanzwirtschaft sollte stabilsiert werden, das hätte allerdings nur geklappt, wenn gleichzeitig strengere Regeln für Banken durchgesetzt worden wären, die die Liberalisierung der 90er Jahre zurück genommen hätten. Statt dessen zocken die Banken jetzt mit dem vielen Spielgeld weiter, es bilden sich neue Blasen.
Dass nebenbei die Sparer schleichend enteignet werden, ist eine Art von Kollateralschaden.
Ich finde die Idee des Grundeinkommens theoretisch interessant, allerdings erscheint mir eine Finanzierung durch Gelddrucken und ohne Wertschöpfung als ziemlich unseriös.
Wie unterschiedlich die Konzepte bezüglich des Grundeinkommens in Finnland, der Schweiz und den NL sind, erklärt dieser Artikel.
In den meisten Fällen geht es darum, die Sozialsysteme zu entlasten (im Fall von FIN würde man kaum ohne zusätzliche Erwerbsarbeit über die Runden kommen). Den Schweizern schwebt ein Modell vor, dessen Beitragshöhe die Leute tatsächlich von der Erwerbsarbeit frei stellen würde.
Welches Modell realistisch ist, hängt von den Finanzierungsmöglichkeiten ab. Was in allen Ländern ebenfalls unklar ist, ist die Definition der Anspruchsberechtigten.
Diese Frage kann ziemlich heikel werden. Wenn nur Staatsbürger dieses Grundeinkommen erhalten, werden Ausländer, die Steuern zahlen, ungerechtfertigt benachteiligt. Wenn es aber jeder bekommt, der sich innerhalb bestimmter Staatsgrenzen aufhält, wird das ein massiver Migrationsanreiz sein.
Wir erleben im Moment schon Diskussionen darüber, dass Bürger aus EU-Staaten nicht automatisch und sofort in einem anderen EU-Land Sozialhilfe bekommen (besonders Cameron ist das ein großes Anliegen).
Vorerst wird es Pilotprojekte in verschiedenen Ländern geben. Man darf gespannt sein.
Eine Art von Wertschöpfungsabgabe wird es geben müssen, wenn zunehmend menschliche Arbeit durch Robotik ersetzt wird. Die Prognosen in diese Richtung sprechen vom Wegfall einer großen Zahl von Arbeitsplätzen.
Die Nutznießer dieser Abgabe wären aber vor allem jüngere Menschen, die ein ausreichendes Einkommen haben müssen, um ihr Leben aufzubauen, Familien zu gründen etc.
Zur Finanzierung der Renten wird dieses Geld sicher nicht oder nur geringem Maß aufgewendet werden, die bisherigen Modelle des Grundeinkommens sehen für Kinder und Rentner nur den halben Betrag vor.
Diese Wertschöpfungsabgabe müsste zugleich in ganz Europa eingeführt werden. Ansonsten drohte jedem Land, das eine solche Abgabe im Alleingang einführt, eine Flucht der Unternehmen und damit eine Deindustrialisierung.
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17.01.2016, 14:02Inaktiver User
AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher
Geändert von Inaktiver User (17.01.2016 um 14:10 Uhr)
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17.01.2016, 14:07
AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher
ich kann nicht tiefer in dieser Thematik diskutieren, da bin ich kein Experte. Aber ganz gleich ob Maschinensteuer oder andere Ideen, es muesste und sollte sich etwas anderen denn wir alle haben ja die Banken vor paar Jahren (und auch letztes Jahr 2015 in der Griechenlandproblematik wo wir wieder wir alle zusammen die Banken bzw. deren Anlagen in Griechische Staatsanleihen - die frecherweise wie auch beteiligte Hedgefonds sogar darauf spekulierten dass die EZB, wir alle, diese Schrottpapiere die bei 20% Kurs oder so gekauft wurden diese Papiere zu 100% zurueckkaufen werden, was ja dann auch geschehen ist...) "gerettet", mit unserem Geld die Fehlentscheidungen, Entgleisungen des jetzigen, immer noch unveraenderten Systems (ja, mit immer noch allen Spekulationen wie eh und je) bezahlt und ich denke es sollte ein Ausgleich da sein und eine verantwortliche Politik die keine Einbahnstrasse ist (nur immer so lautet: Buerger haftet/bazahlt fuer Bankensystem und Fehler/Entgleisungen) sondern auch gerne mal in die andere Richtung dass es dem Buerger ein Stueck weit direkt zugute kommt.
Es kann auch nicht im Interesse von Politik usw. sein dass immer groessere Teile der alternden Bevoelkerung verarmt bzw. sich immer groessere Teile des Vermoegens sich in immer weniger Haenden sich konzentriert.
Das ist die grundsaetzliche Ueberlegung.
Die Ausgestaltung hoffe ich doch dass sich Vernunft durchsetzen moege und man einen Weg findet (natuerlich realistischerweise auch sehend dass das ein langwieriger/hinausgezoegert so lange wie moeglicher Prozess sein wird, aber ich wuerde da die Worte der Kanzlerin Deutschland's aufgreifen wollen: wir schaffen das.... Also ein politischer Wille und Einsicht ist vorausgesetzt und notwendig.
Meine diesen Beitrag nicht mal dramatisch oder mit 5 Ausrufezeichen aber Brainstorming sollte schon moeglich sein, auch gerne als Anstoss fuer weitergehende Ueberlegung ueber konkrete Umsetzmoeglichkeiten, dann sicherlich an anderem Ort und Stelle, sprich in einem anderem Strang.
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10.02.2016, 08:12Inaktiver User
AW: Rente: Deutsche viel schlechter abgesichert als Österreicher
Die "Presse" berichtet gestern mit Berufung auf die Pensionsversicherungsanstalt, dass das reale Pensionsantrittsalter in Ö nicht nur nicht gestiegen, sondern gegenüber 2014 sogar leicht gesunken ist.
2015 lag das Pensionsantrittsalter von ASVG-Versicherten (ohne Beamte, Eisenbahner, Bauern, Unternehmer) bei 58,6 Jahren
Die bisher kolportierten Zahlen von 61,6 war einem Rechentrick geschuldet.



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