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    Spaltet sich DL erneut in Ost und West bei der Flüchtlingsdebatte?

    Hallo allerseits,

    Vorausgehend bitte ich die Begriffe Ossie (eher in der DDR bzw später den neuen Bundesländern sozialisiert), Wessie (in der BRD bzw den alten Bundesländern sozialisiert) zu entschuldigen oder gern bessere kurze Begriffe vorzuschlagen. Diese Begriffe sollen kein Wertung meinerseits darstellen.

    Mir ist bei vielen Gesprächen mit Freunden und Familie und Bekannten folgendes aufgefallen:

    Während die meisten Wessies/ Zugezogenen weiterhin zum Thema eine eher tolerante Einstellung haben, hat sich die Meinung der Ossies drastisch im letzten Jahr geändert. Ich erlebe durch alle Bildungsschichten eine ohnmächtige Wut, Angst und eine Hilflosigkeit, über die Zustände und die Masse der Flüchtlinge.

    Ich kenne extrem viele Ostdeutsche, die vorher meist eher tolerant/ SPD gerichtet und auch in ihren jeweiligen Erfahrungen offen waren - diese werden in der Meinung jetzt extrem und verbittert.

    Die Wessies mit denen ich rede - sind da immer noch offener unf toleranter. Allerdings sind die Wessies hier zugezogene - und ehrlich gesagt sind das keine Arbeiter, sonder diese sind zu 90% in guter Stellung mit meist eher hohem Bildungsabschluss.

    Meine eine Theorie ist: Die Leute in den neuen Bundesländern haben wesentlich weniger Rücklagen und spüren extrem stärker, dass hier Einschnitte sowohl in den Sozialausgaben als auch auf dem Arbeitsmarkt kommen werden und sie selbst betroffen werden. (Gerade Sachsen scheint davon betroffen - die meisten Immobilien sind nicht im Besitz von Sachsen sondern von Leuten aus den alten Bundesländern und Sachsen hat zwar viel richtig gemacht ist aber auch ein Billiglohnland und Arbeitsplätze außerhalb der Industriestandorte sind etwas vogelfrei was Arbeitsbedingungen betrifft).

    Ab davon kommt dann noch eine Art ohnmächtige Wut dazu, dass die Pegida-Bewegung solange sie schön böse ist, Presse kriegt - aber alle bürgerlichen Ausleger und versuchten Abspaltungen totgeschwiegen werden.

    Eine andere Vermutung: Nicht diese banale Erklärung Ossies kennen angeblich keine Ausländer und kein Multikulti ABER bei Phönix kam jetzt mehrfach eine Reportage von 1965 - ca 1970 - über die Gastarbeiterwellen und die Reaktionen der Leute darauf.

    Vertrauen also Wessies mehr auf die Arbeit der Integration und den Wert der Ausländer, haben sie vielleicht einfach schon erlebt, dass derartigen Einwanderungen "klappen " Können oder sind die Leute aus den alten Bundesländern einfach oft wirklich weniger von den Einschnitten bedroht.

    Oder sind Wessies vielleicht einfach aus der Erfahrung der politischen Aktion der z.B. Grünen etwas naiver, was den tatsächlichen Einfluss auf Politik betrifft und Ossies einfach misstrauischer?

    Oder ist das "Unbehagen" in Ost und West eigentlich gleich und meine selektive Auswahl gaukelt mir hier das Bild vom weltoffenen Wessie und vom Existenzbedrohten Ossie vor?

    Meine Angst und meine Sorge vor allem: Ich beobachte vor allem in der älteren Generation wieder eine Zunahme von Vorurteilen gegeneinander. Das Ganze wirkt wie Teile und Herrsche: Wir werfen den Ossies mal pauschal Fremdenfeindlichkeit vor und den Wessies Ignoranz und Besitzsicherung (also Raffgier) egal was es kostet.

    Besonders betroffen finde ich durchaus die Generationen, die zumindest einen Teil ihrer Entwicklung noch in den verschiedenen Systemen erlebt haben. Bei den Bekannten unter 30 bzw um 30 und jünger sehe ich diese Haltung nicht mehr so stark.
    lg Lakotia

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    AW: Spaltet sich DL erneut in Ost und West bei der Flüchtlingsdebatte?

    Vielleicht sagen die "Ossis" nur eher, was sie wirklich denken. Ich kenne einige "Wessis", die sind auch nicht erfreut über die Entwicklung - sind übrigens Bayern.

    Ich persönlich (Ossi) lasse mir den Mund nicht verbieten, habe ich schon zu DDR-Zeiten nicht gemacht. Hat sich gelohnt, den Mund aufzumachen.

    Naja, je nach beruflicher Position kann man es sich eben leisten (oder eben nicht), seine ehrliche Meinung zu sagen. Als Leiter des Sozialamtes würde ich mir 100 Mal überlegen, eine kritische Äußerung zu machen. Als kleine Verkäuferin, Sekretärin o. ä. ist das relativ egal...

    Meine Güte, wir haben die DDR überlebt, da werden wir uns jetzt doch nicht den Mund verbieten lassen!
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


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    AW: Spaltet sich DL erneut in Ost und West bei der Flüchtlingsdebatte?

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    Vielleicht sagen die "Ossis" nur eher, was sie wirklich denken. Ich kenne einige "Wessis", die sind auch nicht erfreut über die Entwicklung - sind übrigens Bayern.

    Ich persönlich (Ossi) lasse mir den Mund nicht verbieten, habe ich schon zu DDR-Zeiten nicht gemacht. Hat sich gelohnt, den Mund aufzumachen.

    Naja, je nach beruflicher Position kann man es sich eben leisten (oder eben nicht), seine ehrliche Meinung zu sagen. Als Leiter des Sozialamtes würde ich mir 100 Mal überlegen, eine kritische Äußerung zu machen. Als kleine Verkäuferin, Sekretärin o. ä. ist das relativ egal...

    Meine Güte, wir haben die DDR überlebt, da werden wir uns jetzt doch nicht den Mund verbieten lassen!
    Lach - ja das Bayern den Megarun jetzt abkriegt und irgenwie bewältigt hat Respekt verdient und es wäre mal interessant hier auch die Meinung der Bevölkerung zu hören.

    Genau das nicht den Mund verbieten lassen scheint ein Problem. Die privaten Meinungen werden immer extremer. Das beunruhigt mich.
    lg Lakotia

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    AW: Spaltet sich DL erneut in Ost und West bei der Flüchtlingsdebatte?

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    Vielleicht sagen die "Ossis" nur eher, was sie wirklich denken. Ich kenne einige "Wessis", die sind auch nicht erfreut über die Entwicklung - sind übrigens Bayern.

    Ich persönlich (Ossi) lasse mir den Mund nicht verbieten, habe ich schon zu DDR-Zeiten nicht gemacht. Hat sich gelohnt, den Mund aufzumachen.

    Naja, je nach beruflicher Position kann man es sich eben leisten (oder eben nicht), seine ehrliche Meinung zu sagen. Als Leiter des Sozialamtes würde ich mir 100 Mal überlegen, eine kritische Äußerung zu machen. Als kleine Verkäuferin, Sekretärin o. ä. ist das relativ egal...

    Meine Güte, wir haben die DDR überlebt, da werden wir uns jetzt doch nicht den Mund verbieten lassen!
    Lach - ja das Bayern den Megarun jetzt abkriegt und irgenwie bewältigt hat Respekt verdient und es wäre mal interessant hier auch die Meinung der Bevölkerung zu hören.

    Genau das nicht den Mund verbieten lassen scheint ein Problem. Die privaten Meinungen werden immer extremer. Das beunruhigt mich.
    lg Lakotia

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    AW: Spaltet sich DL erneut in Ost und West bei der Flüchtlingsdebatte?

    Zitat Zitat von Lakotia Beitrag anzeigen
    Lach - ja das Bayern den Megarun jetzt abkriegt und irgenwie bewältigt hat Respekt verdient und es wäre mal interessant hier auch die Meinung der Bevölkerung zu hören.

    Genau das nicht den Mund verbieten lassen scheint ein Problem. Die privaten Meinungen werden immer extremer. Das beunruhigt mich.
    Mich beunruhigt viel mehr, dass versucht wird, den Menschen eine Meinung aufzudrängen und den, der den Mund aufmacht (was man in einer Demokratie durchaus ja darf) in die rechte Ecke steckt.

    Im Prinzip ist es manchmal egal, WAS jemand sagt, wichtig ist doch, DASS er es sagen darf, ohne Angst haben zu müssen.
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


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    AW: Spaltet sich DL erneut in Ost und West bei der Flüchtlingsdebatte?

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    Mich beunruhigt viel mehr, dass versucht wird, den Menschen eine Meinung aufzudrängen und den, der den Mund aufmacht (was man in einer Demokratie durchaus ja darf) in die rechte Ecke steckt.

    Im Prinzip ist es manchmal egal, WAS jemand sagt, wichtig ist doch, DASS er es sagen darf, ohne Angst haben zu müssen.
    Ich würde eher sagen, manche kommen nicht mit hartem Gegenwind klar. Es gibt eben nicht immer nur Zuspruch zur eigenen Meinung. Und wenn jemand meint, dass ein anderer in der rechten Ecke steht, dann muss man das wohl so hinnehmen. Auch das gehört zur Meinungsfreiheit.
    Im übrigen kann einem das ja auch sonstwo vorbeigehen, wenn es von Menschen kommt mit denen man ansonsten nichts zu tun hat.

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    AW: Spaltet sich DL erneut in Ost und West bei der Flüchtlingsdebatte?

    Nun, ich habe aber schon das ungute Gefühl, dass der Staat seine Bürger "auf Spur" bringen will. Alle Flüchtlinge freundlich begrüßen, wohlgesonen sein und helfen. Basta! Nur keine Kritik!
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


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    AW: Spaltet sich DL erneut in Ost und West bei der Flüchtlingsdebatte?

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    Nun, ich habe aber schon das ungute Gefühl, dass der Staat seine Bürger "auf Spur" bringen will. Alle Flüchtlinge freundlich begrüßen, wohlgesonen sein und helfen. Basta! Nur keine Kritik!
    Ich verstehe wirklich nicht wie du zu dieser Meinung kommst, ehrlich nicht. Wer ist denn z.b. "der Staat"? Die CSU und erhebliche Teile der CDU üben doch auch Kritik, und das an der eigenen Kanzlerin. Und auch wenn ich eher auf der Seite der Kanzlerin stehe, eine wie auch immer geartete Kritikunterdrückung kann ich nicht mal im Ansatz erkennen. Und auch die Medien schwimmen nicht in eine Richtung. Also wer eher kritisch ist, sollte mal die FAZ lesen.

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    AW: Spaltet sich DL erneut in Ost und West bei der Flüchtlingsdebatte?

    Ich habe festgestellt, dass ich im Nachbarstrang etwas durchgegangen bin.

    Hier nochmal zur Vollständigkeit das Thema Presse:

    Zum Thema veröffentlichen von Informationen seitens unserer Presse:

    Wir hatten festgestellt: wenn bei einem Brand im Flüchtlingsheim nicht dabei stand, dass ev ein rechtsradikaler Hintergrund besteht - konnten wir fest davon ausgehen, dass die Flüchtlinge sich selber geprügelt haben oder ihr Heim abgefackelt haben.

    Es wurden Fälle in denen die Frau wohl gelogen hatte genommen . und damit andere Berichte über Vergewaltigungen gleich mit unterdrückt.

    Im Spon werden diese Vorfälle oft garnicht erwähnt. Als ich mal eine regionale Zeitung aufschlug, war ich entsetzt über die Menge an Vorfällen die berichtet wurden.

    in den Hauptmeldungen steht immer wieder - die Flüchtlinge erhöhen die Diebstahlquote in den Discountern nicht. Nacht um 11:00 - 1:00 kam dann mal eine Sendung bei der die Kameras mit den zusätzlich eingestellten Wachleuten mitging. Der Bericht war ein Augenöffner.

    Als de Maiziere sich zum Thema Schlägereein in Flüchtlingsheimen und Anpassung äußerte, wurde er zurückgepfiffen.

    Die Scherze der Wochenshow zu diesem Thema sind seit langem nicht mehr lustig sondern zeugen nur von bodenloser Ignoranz der Mitwirkenden.

    Damit werden gezielt Informationen unterdrückt - und wenn sich einer doch dazu öffentlich äußert wird er im Prinzip als rechtsradikal, populistisch und Ausländerfeindlich angegriffen.

    Es geht wohl weniger um die Frau, deren Aussage wohl aufgenommen wird, sondern darum, dass Informationen nicht über die öffentlichen Medien verbreitet werden und damit der Mundpropaganda inkl. stille Post Syndrom Tür und Tor geöffnet wird.
    lg Lakotia

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    AW: Spaltet sich DL erneut in Ost und West bei der Flüchtlingsdebatte?

    Zitat Zitat von DerJunge82 Beitrag anzeigen
    Ich verstehe wirklich nicht wie du zu dieser Meinung kommst, ehrlich nicht. Wer ist denn z.b. "der Staat"? Die CSU und erhebliche Teile der CDU üben doch auch Kritik, und das an der eigenen Kanzlerin. Und auch wenn ich eher auf der Seite der Kanzlerin stehe, eine wie auch immer geartete Kritikunterdrückung kann ich nicht mal im Ansatz erkennen. Und auch die Medien schwimmen nicht in eine Richtung. Also wer eher kritisch ist, sollte mal die FAZ lesen.
    Naja - einmal auf die Spur bringen und auch die Wut der Bürger bequem umleiten.

    Fakt ist doch: bei allem richtigen was die CSU jetzt sagen mag, und auch Fr. Merkel jetzt sagt - CDU und CSU haben die Misere hervorgerufen u.a. mit Geringschätzung der Probleme und mit fehlender Hilfe für die Camps in Jordanien und der Türkei.

    Die Linken sagen seit Jahren, dass sich das etwas zusammenbraut und dass die Leute bald vor unserer Tür stehen.

    Trotzdem stehen Grüne und Linke jetzt aufgrund ihrer Haltung die Flüchtlingen jetzt aufzunehmen isoliert in der Meinung der Bevölkerung und als Utopisten da - obwohl sie ja über Jahre realistischer waren als unsere tolle Regierung inkl. Der Kanzlerin und eher nicht an der Misere beteiligt waren.

    Die AfD hingegen mit der momentan wirklich bedenklichen Personalausstattung gewinnt Land und ist ein potenzieller Partner der CXU Parteien. Überall in Europa gibt es diesen Rechtsruck - und wohin das führen kann, sieht man in Polen.


    Tja und wer ist der Staat und wer lenkt das - das verunsichert mich gerade auch. Theoretisch geht das nicht und uneigentlich haben wir eine riesige Lobbybeteiligung der Politik.
    lg Lakotia

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