Dann sind aber auch die 'schuld' und nicht die Studenten, die das Angebot annehmen, oder?
Antworten
Ergebnis 1.571 bis 1.580 von 2088
-
22.07.2016, 15:19
AW: Flüchtlinge - Wie kann Integration gelingen?
"I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
-
22.07.2016, 15:24Inaktiver User
AW: Flüchtlinge - Wie kann Integration gelingen?
Danke für den Link.
Schon einer der ersten Sätze in dem Film bringt es auf den Punkt: Den jungen Männern (teilweise sind es fast noch Kinder) fehlt die Autorität. Sie lungern den ganzen Tag in der Gegend herum und wissen nichts mit sich anzufangen.
Einen interessanten Gegensatz dazu bildet die Familie mit den sechs Töchtern: Nicht nur, dass Mädchen sich offensichtlich besser anpassen - die Familie ist intakt, die Eltern als Autoritätspersonen sind präsent.
Dagegen "Spartacus", der 15 jährige Afghane: Er hat den Pflichtschulabschluss gemacht, hat aber keine Ahnung, wie es weiter gehen soll - obwohl er einen eigenen Vollzeitbetreuer hat, den ihm das Jugendamt stellte, weil Spartacus anfangs "verhaltensoriginell" war. Zu zweit sitzen die Herren vom Jugendamt in seiner Küche und wirken selbst so, als ob man sie gerade irgendwo aufgelesen hätte.
"Spartacus" wurde als zehnjähriges Kind allein auf die Reise geschickt, weil er blond ist. Es sei angeblich zu gefährlich für ihn, in Afghanistan zu leben, weil er nicht wie ein Afghane aussieht und die Leute glauben könnten, er sei ein Ami und vom CIA (ein zehnjähriges Kind, aha). Er habe mit seinem Aussehen keine Chance in Afghanistan.
(Oder ging es in Wahrheit vielleicht darum, dass es ein Gemunkel gab, weil seine Mutter ein blondes Kind bekam?)
Das ist typisch für unser System: Ein Riesenaufwand für Einzelbetreuung eines gesunden fünfzehnjährigen Flüchtlings, während die Betreuung einheimischer psychisch kranker oder autistischer Kinder gleichzeitig im Argen liegt und es in Wien an Kinderkrankenhäusern manchmal stundenlange Wartezeiten in der Akutaufnahme gibt.
Dem gegenüber die Reaktion eines tschetschenischen Vaters, dessen Sohn mit Drogen erwischt wurde und der zwei Jahre ins Gefängnis soll. Der Vater sagt: Du solltest VIER Jahre ins Gefängnis gehen! Er findet es sehr gut, dass die Polizei hart vorgeht, weil die Jungen sonst in die verkehrte Richtung gehen würden. Er möchte die Polizei davon überzeugen, seinen Sohn möglichst lange im Gefängnis zu behalten, damit erdort zur Vernunft käme.
Der Film zeigt sehr schön, wie diametral verschieden die Lebensauffassungen in den westlichen und muslimischen Kulturen sind.
Verblüffend fand ich auch den jungen Mann, der ein Loblied auf seine Mutter anstimmt und gleichzeitig sagt, wenn er mit ihr draußen wäre, würde er überall herum schauen, ob niemand sie "falsch" ansähe oder schlecht über sie spräche - er würde sie verteidigen, auch wenn er dafür fünf Jahre ins Gefängnis müsste oder dabei sterben würde. Solidarität bedeutet für diese jungen Männer vor allem: Ich würde mich für jemanden prügeln.
Die Krönung des Films aber ist der österreichische Frühpensionist, der sagt, er sei früher bei den Rechten gewesen, die sind ihm aber zu lasch, deswegen hätte er sich jetzt den Tschetschenen angeschlossen, der Zusammenhalt sei dort besser.
Der Film ist eine wunderbare Demonstration der gegenseitigen kulturellen Missverständnisse. Man redet und agiert in einer Weise an einander vorbei, dass man nur staunen kann.
-
22.07.2016, 15:28Inaktiver User
-
22.07.2016, 15:33Inaktiver User
AW: Flüchtlinge - Wie kann Integration gelingen?
Ich finde es gut, dass die Schul- bzw. Ausbildungspflicht ausgeweitet wurde (meines Wissens gibt es das in D schon lange).
Was aber Beschäftigungsmöglichkeiten angeht, stimme ich der ÖVP zu: Das wäre ein Signal - kommt her, hier dürft ihr sofort arbeiten. Das ist doch ein Fass ohne Boden.
Man kann Gruppen von arbeitslosen Jugendlichen integrieren, so lange die Zahl ihrer Mitglieder überschaubar ist. Man kann notfalls auch Beschäftigungsprogramme erfinden, um Jugendliche in den Arbeitsprozess zu begleiten.
Das alles aber führt sich selbst ad adsurdum, sobald die Zahl der Betroffenen zu groß wird. Es gibt weltweit Millionen von jungen Männern, die gerne nach Europa kämen.
So etwas kann nur klappen, wenn man sich auf eine überschaubare Zahl von Kriegsflüchtlingen beschränkt, von denen all jene, die trotz aller Bemühungen nicht auf dem Arbeitsmarkt integriert werden können, in ihre Heimat zurück kehren, sobald dort der heisse Krieg vorbei ist.
-
22.07.2016, 15:34
-
22.07.2016, 15:35Inaktiver User
AW: Flüchtlinge - Wie kann Integration gelingen?
Es ist nicht erlaubt, weil die Freizügigkeit innerhalb der EU gilt. Dass D mittels NC aussiebt und die Leute deswegen in die Nachbarländer ausweichen, spielt keine Rolle. Ist doch auch praktisch: Das Nachbarland zahlt die teure Ausbildung, während man selbst fertig ausgebildete Leute zurück bekommt.
Nein, die Steuerzahler sind schuld, weil sie das finanzieren
Nehmen die die Gebühren von allen oder nur von den Ausländern?
Studiengebühren gab es in Ö auch mal. Aber die Beträge sind sehr gering im Verhältnis zu den Hunderttausend Euro für jeden Medizin-Studienplatz.
-
22.07.2016, 15:53
-
22.07.2016, 16:17Inaktiver User
-
22.07.2016, 16:21
-
22.07.2016, 16:34


Zitieren
