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    AW: Flüchtlinge - Wie kann Integration gelingen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich verstehe auch nicht, Kinder mit solchen Ressentiments ueberhaupt zu belasten. Und ich verstehe noch weniger, wie man 'Fluechtlinge' als Menschengruppe generalisiert, die man nicht "leiden kann (oder wohl besser "leiden mag"), ohne dabei individuellen Begegnungen eine Chance zu geben und erst danach zu werten. Noch dazu Kindern gegenueber.
    da bin ich auch sprachlos.

    natürlich kann/sollte man das thema immigration kritisch sehen, aber vor kleinen kindern muss das ja nicht unbedingt thema sein.

    luciernago
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  2. VIP

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    AW: Flüchtlinge - Wie kann Integration gelingen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das stelle ich mir fuer ein Kind in diesem Alter (aber auch aelter) sehr schwer vor. Ich verstehe auch nicht, Kinder mit solchen Ressentiments ueberhaupt zu belasten. Und ich verstehe noch weniger, wie man 'Fluechtlinge' als Menschengruppe generalisiert, die man nicht "leiden kann (oder wohl besser "leiden mag"), ohne dabei individuellen Begegnungen eine Chance zu geben und erst danach zu werten. Noch dazu Kindern gegenueber.
    Mein Vater hat früher viel gegen "die Ausländer" gesprochen. Im Alltag jedoch gingen bei uns vier Nationen ein und aus - wegen ihm. Er pflegte den Kontakt zu den türkischen und italienischen Nachbarn, er hatte amerikanische Arbeitskollegen und er freundete sich mit einem jugoslawischen Vater von der Schule angefreundet. Der Alltag widersprach dem Stammtischgerede wenn die (große) Verwandtschaft sich traf. Er differenzierte sehr stark zwischen der öffentlichen Gruppe "die Ausländer" und den individuellen Menschen. Sie gehörten nämlich nicht zu "die Ausländer". Ich habe mich da viel mit ihm auseinander gesetzt um das zu verstehen.

    Das ist auch etwas, was Integration ausmacht: dass man sich im individuellen Kontakt von seiner Meinung über die "Gruppenzugehörigkeit" nicht beeinflussen lässt und trotz aller Ressentiments offen bleibt für positive Kontakte im Alltag. Dies ermöglicht der betreffenden Einzelperson die Integration, auch wenn die positive Erfahrung vielleicht nicht die Meinung über die "Großgruppe" beeinflusst.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

  3. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge - Wie kann Integration gelingen?

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Das ist auch etwas, was Integration ausmacht: (...) im individuellen Kontakt (...) positive Kontakte im Alltag.
    Mir hat gestern jemand erzählt, er hat eine Gruppe Flüchtlinge im Zug getroffen, und mit ihnen auf der Fahrt die verschiedentliche Aussprache im Deutschen geübt. Alle sprachen recht gut Englisch, und hatten offenbar schon eine Deutschkurs absolviert, denn sie sagten: "Schön, Sie kennenzulernen" (oder so ähnlich). Sie waren alle auf dem Weg in eine zentrale Aufnahmestelle oder sowas, von wo aus sie dann unter verschiedenen Städten wählen könnten, erzählten sie. Sie erkundigten sich deshalb auch, welche Stadt denn wohl die beste sei, welche sie denn wählen sollten. Sie waren alle registriert, hatten Dokumente in Klarsichthüllen in der Hand und ein Bändchen mit einer Nummer drauf am Handgelenk. Da kann man schon erstmal die gleiche Assoziation wie die Passanten hier bekommen. Aber irgendwie muß es halt ablaufen. :
    Flüchtlinge in München - Endstation Hauptbahnhof - München - Süddeutsche.de

    Jedenfalls, ein ganz freundlicher sozialer Kontakt, wie üblich und wie mit jedem anderen auch, wenn man so unterwegs ist. (muß man das überhaupt dazuschreiben?)
    Geändert von Inaktiver User (20.01.2016 um 08:56 Uhr)

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    AW: Flüchtlinge - Wie kann Integration gelingen?

    Liebe Zwischenrose, danke für das Einstellen Deiner links. Schön zu lesen wie erfolgreich die eigenen staatlichen Bemühungen im Hinblick auf wirtschaftliche und berufliche Gleichstellung waren, und wie ergiebig die Förderungen.
    Dennoch erwähnt der Bericht, dass es trotz erfolgter Integrationsarbeit, nach wie vor nicht zu vernachlässigende Probleme beim alltäglichen Zusammenleben gibt. Zitat aus dem von Dir eingestellten Bericht: " Weniger gut bewertet wird das alltägliche Zusammenleben, wobei sowohl Zugewanderte als auch Alteingesessene angesprochen werden, also keine einseitige "Schuldzuschreibung" erfolgt."
    M.E haben Menschen, die in eine andere Gesellschaft zuwandern, dort aufgenommen werden, der Gesellschaft gegenüber, die für sie in Vorleistung tritt, eine Bringschuld im Hinblick auf Anpassung. Da Rechte, ebenso wie Werte in einem Spannungsverhältnis manchmal konkurrieren bzw, sich entgegenstehen oder gar widersprechen, besteht m.E Integrationsarbeit im Wesentlichen darin konkrete Rechte und Pflichten so zuzuweisen, dass soziale Gerechtigkeit und Frieden lebbar bleiben. Für mich kann das Bekenntnis zu Menschenrechten und deren praktische Umsetzung , ebenso wie Solidarität keine Einbahnstraße sein.
    M.M.n wird das Bekenntnis von Einwanderen bzw. Flüchtlingen zu den Menschenrechten, aufgrund der Zwangslage in der diese sich befinden,nicht selten als Schutzbehauptung abgegeben, im Sinne einer Mentalreservation,:-ähnlich verhält es sich meines Dafürhaltens auch häufig bei der positiven Mitarbeit bei den angebotenen Integrationsmaßnahmen. Da ich auch Nicht-Einheimische für intelligent und reflektiert halte, glaube ich , dass sie sich wie die meisten Menschen, im Laufe ihres Werdegangs auch mit der eigenen kulturellen und ethischen Prägung auseinandergesetzt haben und Argumente für deren Beibehaltung oder Verwerfung gefunden haben. Vor der Massenflucht waren m.E ein Großteil der Flüchtlinge religiöse oder kulturelle Dissidenten, d.h sie kamen weil sie sich der vermeintlich freieren westlichen Wertegemeinschaft näher sahen, als den Gesellschaften ihrer Herkunftsländer. Die Menschen der humanitären Massenflucht jedoch verlassen ihre Gesellschaften wegen existentieller Zwangslagen, bleiben ihren ethischen und kulturellen Werten verbunden und nehmen diese, weil sie für sie prioritär sind mit.Da persönliche Stabilität und Integrität zum Kernthema werden, wenn äußere Krisen das Leben aus der Bahn werfen, "müssen" Flüchtlinge an ihrem eigenen Wertekonzept festhalten um Identitätsverlust zu vermeiden, weshalb sie m.M.n, obwohl sie angebotene Wertediskussionen und -kurse aktiv und begeistert besuchen, ihre "eigenen" Werte für sich im Stillen bewahren und in eine bewusste oder halbbewusste Ambivalenz eintreten, um die eigenen Lebenschancen zu optimieren. Diese Form der "Wertetarnung" kann m.E in einigen Jahren, nämlich dann wenn es sich bei den ehemaligen Flüchtlingen um "gesettelte" soziale Gruppen mit entsprechender Lobby handelt, die aufgrund ihrer hohen Geburtenrate einen nennenswerten politischemn Einfluss haben werden, dazu führen, dass sich das Paradigma der gesellschaftlichen Werte ändern wird. Gerade auch als Frau mit Töchtern bereitet mir das Sorge, weil die Sozialisation in totalitären Systemen und Ideologien nachhaltig zur ethischen Prägung beiträgt.
    Wie ich finde ein passendes Zitat zum Thema :

    Die kritische Theorie , der autoritäre Charakter,
    "Der subjektive Faktor:
    einbedingter Wirkmechanismus

    Folgendermaßen begründet z.B. Erich Fromm, daß man für die Erklärung des erfolgreichen Wirkens staatliche Herrschaft einen Blick in die Seele des Massenmenschen werfen müsse:

    ".(....... )Andererseits aber ist es klar, daß dieser äußere Zwang nicht nur als solcher direkt wirkt, sondern daß, wenn sich die Masse den Anforderungen und Verboten der Autoritäten fügt, dies nicht nur aus Angst vor der physischen Gewalt und den physischen Zwangsmitteln geschieht. Gewiß kann auch dieser Fall ausnahmsweise und vorübergehend eintreten. Eine Fügsamkeit, die nur auf der Angst vor realen Zwangsmitteln beruhte, würde einen Apparat erfordern, dessen Größe auf die Dauer zu kostspielig wäre; sie würde die Qualität der Arbeitsleistung der nur aus äußerer Furcht Gehorchenden in einer Weise lähmen, die für die Produktion in der modernen Gesellschaft zumindest unerträglich ist, und sie würde außerdem eine Labilität und Unruhe der gesellschaftlichen Verhältnisse schaffen, die ebenfalls mit den Anforderungen der Produktion auf die Dauer unvereinbar wäre. Es ergibt sich, daß, wenn die äußere Gewalt die Gefügigkeit der Masse bedingt, sie doch in der Seele des Einzelnen ihre Qualität verändern muß. Die hierbei entstehende Schwierigkeit wird teilweise durch die Über-Ich-Bildung gelöst. Durch das Über-Ich wird die äußere Gewalt transformiert und zwar, indem sie aus einer äußeren in eine innere Gewalt verwandelt wird. Die Autoritäten als die Vertreter der äußeren Gewalt werden verinnerlicht, und das Individuum handelt ihren Geboten und Verboten entsprechend nun nicht mehr allein aus Furcht vor äußeren Strafen, sondern aus Furcht vor der psychischen Instanz, die es in sich selbst aufgerichtet hat." (I, 83 f.)
    Geändert von walkabout (20.01.2016 um 14:47 Uhr)
    "Is it my fault if belief in Divinity has become a suspected opinion; if the bare suspicion of a Supreme Being is already noted as evidence of a weak mind; and if, of all philosophical Utopias, this is the only one which the world no longer tolerates? Is it my fault if hypocrisy and imbecility everywhere hide behind this holy formula?"

    J.P Proudhon

  5. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge - Wie kann Integration gelingen?

    Ich erlebe im Alltag eher Flüchtlinge, die nach dem A1-Kurs darauf brennen, ihr Deutsch anzuwenden und Deutsche kennen lernen zu wollen. Ich kenne allerdings leider kaum Deutsche, die darauf Lust haben :-(. Ein Dilemma!

  6. User Info Menu

    AW: Flüchtlinge - Wie kann Integration gelingen?

    Die individuelle Begeisterung für Serviceangebote und Förderungen steht meines Erachtens nicht im Widerspruch zu dem von mir Geschriebenem, sondern lässt sich sogar zum Teil damit erklären. Menschen die direkt in der Betreuung tätig sind, sind m.M.n i.d.R leicht befangene Gutmenschen. Da Ausländer in Ihnen nicht selten den "Honigtopf an staatlicher Protektion " sehen, werden sie vermutlich bemüht sein sich diesen Gutmenschen gegenüber so vorteilhaft wie möglich zu präsentieren. Ich wage zu bezweifeln, dass Kommunikation und Begegnungen in diesem Kontext authentisch sind.
    Flüchtlinge die einen A1 Kurs begeistert und erfolgreich besuchen (können!), verfügen über ein entsprechendes intellektuelles Potential, und vielfach einen Berufs-oder Bildungsabschluss aus dem Heimatland.
    Deutsche die einen A1 Kurs besuchen müssen, sind de facto funktionelle Analphabeten. I.d.R
    kommen sie aus sozial unterpriviligierten Gruppen, leiden von Kindheit an Legasthenie, sind häufig individuell und sozial traumatisiert, und wurden von Kindheit an wenig bis gar nicht gefördert. Diese Menschen blicken vielfach auf eine lange Leidensgeschichte zurück, sind stigmatisiert und misstrauen aufgrund schlechter Erfahrungen den von öffentlichen Stellen vermittelten Kursen. Mangelnde Begeisterung erschließt sich mir so logisch.
    Geändert von walkabout (20.01.2016 um 15:04 Uhr)
    "Is it my fault if belief in Divinity has become a suspected opinion; if the bare suspicion of a Supreme Being is already noted as evidence of a weak mind; and if, of all philosophical Utopias, this is the only one which the world no longer tolerates? Is it my fault if hypocrisy and imbecility everywhere hide behind this holy formula?"

    J.P Proudhon

  7. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge - Wie kann Integration gelingen?

    Ich bin immer hin- und hergerissen von den Berichten im Fernsehen von "Vorzeige-Flüchtlingen" und der zum Teil bitteren Realität um mich herum. Ich denke, die Differenzen zwischen Kultur, Moral und allgemeinem Verständnis sind einfach zu groß.

  8. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge - Wie kann Integration gelingen?

    Zitat Zitat von walkabout Beitrag anzeigen
    Menschen die direkt in der Betreuung tätig sind, sind m.M.n i.d.R leicht befangene Gutmenschen. Da Ausländer in Ihnen nicht selten den "Honigtopf an staatlicher Protektion " sehen, werden sie vermutlich bemüht sein sich diesen Gutmenschen gegenüber so vorteilhaft wie möglich zu präsentieren. Ich wage zu bezweifeln, dass Kommunikation und Begegnungen in diesem Kontext authentisch sind.
    da ist die infamste unterstellung und pauschalisierung, die ich jemals gelesen habe.
    und fromm, quasi einen "begründer des gutmenschentums", dermaßen zweckzuentfremden, ist eine beleidigung des kritischen denkers.

    du gehst davon aus, dass menschen, die flüchten müssen, per se "schlechtere menschen" sind, dass "gutmenschen"(- in deiner interpretation alle, die den flüchtenden helfen) blind sind - ich nicht.

    ich werde meine werte und menschenrechtliche grundlagen hier nicht diskutieren, nicht in frage stellen lassen oder rechtfertigen.
    ich lasse mich und meine grundwerte sicher nicht so weit verunsichern, diese

  9. gesperrt

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    AW: Flüchtlinge - Wie kann Integration gelingen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    ich werde meine werte und menschenrechtliche grundlagen hier nicht diskutieren, nicht in frage stellen lassen oder rechtfertigen.
    ich lasse mich und meine grundwerte sicher nicht so weit verunsichern, diese
    Jepp ... genau Angela Merkel...

  10. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge - Wie kann Integration gelingen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich bin immer hin- und hergerissen von den Berichten im Fernsehen von "Vorzeige-Flüchtlingen" und der zum Teil bitteren Realität um mich herum.
    mir geht es genau andersrum: ich bin hin- und hergerissen von den schrcklichen berichten im fernsehen und hier in der bricom und meinen eigentlich ausschließllich positiven/ganz normalen tatsächlichen begegnungen im alltag.


    Zitat Zitat von Lonamisa Beitrag anzeigen
    Jepp ... genau Angela Merkel...
    hihi -das ist ja ein lustiges "kompliment"... ich hätte merkel oder die cdu nie gewählt...
    aber vielleicht eint uns beide (nämlich merkel und mich) ja doch das wissen um die geschichte, um politische werte und das menschenrecht.
    mehr, als ich von manchen österreichischen politikerInnen sagen kann.....

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