die truppe in Mali soll auf 650 Personen aufgestockt werden. was haben wir in mali verloren? holen wir uns damit nicht den nächsten (islamischen) feind ins land?
ich bin besorgt.
luciernago![]()
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Ergebnis 1 bis 10 von 93
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25.11.2015, 13:12
die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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25.11.2015, 18:11Inaktiver User
AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali
Unterstützung und Entlastung von Frankreich, die da auch schon länger sehr aktiv sind.
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25.11.2015, 18:33
AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali
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26.11.2015, 07:22
AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali
warum ist frankreich dort?
ich muss gestehen, mir war gar nicht bewusst, dass schon deutsche soldaten in mali sind. so langsam werden es ganz schön viele konflikte, ueber die man sich informieren sollte . . aber es gibt ja auch noch ein leben offline . .
schönen tag!
luciernago
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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26.11.2015, 11:27Inaktiver User
AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali
Ein Artikel von 2012: Mali: Islamisten terrorisieren Bevölkerung - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
Danach hat Frankreich die Fremdenlegion nach Frankreich geschickt und es gibt mindestens 2 UN-Missionen, an denen deutsche Soldaten beteiligt sind. Die UN-Mission im Norden soll erweitert werden. Das ist Kriegsgebiet, machen wir uns nichts vor.
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26.11.2015, 11:35
AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali
Noch nie davon gehört?
Die Opération Serval war eine Operation der französischen Streitkräfte in Mali auf Anfrage der dortigen Regierung[20] und unter Billigung der Vereinten Nationen (Resolution 2085 des UN-Sicherheitsrates vom 20. Dezember 2012).[21] Das offizielle Ziel der Operation war es, die malische Armee beim Aufhalten, Zurückdrängen und Ausschalten militanter Islamisten aus dem Azawad, welche einen Vorstoß in das Zentrum von Mali begonnen hatten, zu unterstützen. Außerdem sollte durch die Operation die Sicherheit von ca. 6.000 französischen Zivilisten, die sich im Land aufhielten, gewährleistet werden.[22][23] Von der unsicheren Lage in Mali sind zudem die wirtschaftlichen Interessen Frankreichs betroffen, da Mali und das Nachbarland Niger über wichtige Bodenschätze verfügen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Op%C3%A9ration_Serval
Die Situation galt meines Wissens schon mal als "befriedet". Wie das mit islamistischen Separatisten so ist: man kann nicht ausschließen, daß sich die Truppen nach einer Ruhephase wieder sammeln und erneut Aktionen starten.
lg lenitaJe suis Charlie.
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26.11.2015, 11:57Inaktiver User
AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali
Das ist eine sehr gute Frage, auf die es eine sehr interessante (Teil-)Antwort gibt:
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass der französische Kolonialismus in den Sechziger Jahren zu Ende gegangen sei. Seine Ära hat nie aufgehört und dauert bis heute an - und zwar - von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt - im Bereich der Wirtschaft und der Finanzen.
Vor der vermeintlichen Entlassung in die Unabhängigkeit hat Frankreich 14 seiner ehemaligen Kolonien gezwungen, Abkommen zu unterzeichnen, die die Länder (Äquatorialguinea, Benin, Burkina Faso, Gabun, Guinea-Bissau, Elfenbeinküste, Kamerun, Kongo, Mali, Niger, Senegal, Togo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik) auf unbestimmte Dauer an Frankreich binden, finanziell ausbluten und ihre tatsächliche Unabhängigkeit bis heute verhindern.
Frankreichs kriminelle Vereinbarungen mit den ehemaligen Kolonien
Die seit 1961 bestehenden Abkommen verlangen von den betroffenen Ländern u.a. Gelder für die Nutzung der zu Kolonialzeiten errichteten Infrastruktur, gestehen Frankreich ein Vorkaufsrecht auf neu entdeckte Rohstoffvorkommen zu, bevorzugen französische Konzerne bei öffentlichen Ausschreibungen, erlauben ausschließlich Frankreich die Lieferung von Rüstungsgütern und die Ausbildung von Soldaten und gewähren den Ländern das Recht auf militärische Allianzen nur mit Zustimmung der französischen Regierung.
Als Folge dieser vertraglichen Regelungen befinden sich fast alle Vermögenswerte dieser Länder in den Bereichen Versorgung, Finanzen, Transport, Energie, Landwirtschaft und Militär in den Händen französischer Konzerne.
Besonders perfide aber ist folgende Regelung: Alle 14 Länder sind seit 1961 gezwungen, 85 Prozent ihrer Währungsreserven in der französischen Zentralbank in Paris zu lagern, wo sie direkt vom französischen Finanzministerium kontrolliert werden. Da die Länder keinen Zugang zu diesen Reserven haben, müssen sie sich im Bedarfsfall zusätzliche Mittel zu marktüblichen Zinsen beim französischen Finanzministerium leihen. Zusammen mit der Regelung, dass diese Länder Frankreich jährlich ihre Bilanzen offenlagen müssen, bedeutet das nichts anderes, als dass sie vom Pariser Finanzministerium aus zwangsverwaltet werden.
Notfalls werden Regierungen gewaltsam beseitigt
Natürlich lassen sich derartige undemokratische Knebelvereinbarungen nur so lange aufrechterhalten, wie die Regierungen in den jeweiligen Ländern sie akzeptieren und mit Paris kooperieren. Deshalb hat Frankreich bis heute mit militärischer Gewalt dafür gesorgt, dass sich nur solche Regimes an der Macht halten, die Paris vollständig hörig sind. Insgesamt 45 von Frankreich unterstützte Militärcoups seit Anfang der Sechziger Jahre sprechen eine deutliche Sprache.
Der Brandstifter als Biedermann, Telepolis
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26.11.2015, 12:02Inaktiver User
AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali
Wie man an obigem Posting sieht, haben es die Islamisten relativ leicht die Menschen gegen Frankreich in Stellung zu bringen. Da ist so viel Ungerechtigkeit, dass das Humanitätsgeschwafel des ausbeuterischen Westens (hier v.a. Frankreichs) als leicht durchschaubare Lüge aufscheint.
Hinzu kommt, dass nicht zuletzt auf ausdrücklichen Wunsch Frankreichs Libyen bombardiert worden war, wozu der UN-Sicherheitsrat nie seine Zustimmung gegeben hatte. (Er hatte einer Flugverbotszone zugestimmt, um die Bevölkerung zu schützen; aber dieses Mandat haben Frankreich und USA zum völkerrechtswidrigen Angriffskrieg ausgeweitet).
Nach dem Krieg gegen Libyen sind tonnenweise Waffen in der Region zurückblieben, die einerseits Richtung Nigeria gingen (Boko Haram), andererseits in Mali landeten.Geändert von Inaktiver User (26.11.2015 um 13:33 Uhr)
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26.11.2015, 12:08
AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali
Ob das jetzt in Commenwealth-Ländern so ganz anders funktioniert, da hätte ich meine Zweifel.
Natürlich gibt es bei den Ex-Kolonialmächten, deren Kolonien erst nach dem 2. Weltkrieg "unabhängig" wurden, das Bestreben, die Einflußzonen und auch den Zugriff auf die Bodenschätze zu erhalten.
Frankreich hat seine überirdischen Atomwaffenversuche erst in der algerischen Wüste und später bis in die 90er in Polynesien gemacht.
Wären sie in Mali aber nicht eingeschritten, gäbe es mit "Azawad" schon seit mehreren Jahren eine Art IS/Qaida-Staat, vielleicht hätten die Islamisten auch den Landesteil mit schwarzafrikanischer Bevölkerung mitüberrannt.
Wäre das besser gewesen?
lg lenitaJe suis Charlie.
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26.11.2015, 12:13Inaktiver User
AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali
Das weiß ich nicht; ich bin ja schon bei den obigen Informationen bezüglich Frankreich aus allen Wolken gefallen. Aber auszuschließen ist es nicht.
Wir können wahrlich stolz sein auf unsere europäische Kultur (um mal kurz in die Nebenstränge zu schielen):
Da wird "demokratisiert", was die schön geschriebenen Politikerreden sowie Granatwerfer und Bomberstaffeln hergeben, und dann stellt sich heraus, dass die ehemalige Kolonialmacht immer noch eine Kolonialmacht ist.
Angesichts von mit Waffengewalt erzwungenen Knebelverträgen würde ich nicht von "Bestreben nach Einflusszonen" sprechen.Natürlich gibt es bei den Ex-Kolonialmächten, deren Kolonien erst nach dem 2. Weltkrieg "unabhängig" wurden, das Bestreben, die Einflußzonen und auch den Zugriff auf die Bodenschätze zu erhalten.
Es ist hier das gleiche wie mit dem Irak: man bekämpft das Übel, das man überhaupt erst geschaffen hat und lässt sich dafür feiern.Wären sie in Mali aber nicht eingeschritten, gäbe es mit "Azawad" schon seit mehreren Jahren eine Art IS/Qaida-Staat, vielleicht hätten die Islamisten auch den Landesteil mit schwarzafrikanischer Bevölkerung mitüberrannt.
Wäre das besser gewesen?
Mali war für Islamismus so wenig anfällig wie Irak und Syrien.
Und jetzt ist er da. Unbestreitbar und bekämpfenswürdig, aber dieser Kampf wird voraussichtlich nicht besser ausgehen als in anderen Ländern.
Nur dass Deutschland, das sich bisher aus solchen Schweinereien weitgehend herausgehalten hat, zunehmend mehr hineingezogen wird - oder wie es neuerdings heißt "mehr Verantwortung übernimmt". - Zweifellos mit Folgen für die deutsche Sicherheit bzw. mit zunehmendem Risiko von Terroranschlägen in Deutschland.Geändert von Inaktiver User (26.11.2015 um 13:36 Uhr)


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