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    AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nach dem Krieg gegen Libyen sind tonnenweise Waffen in der Region zurückblieben, die einerseits Richtung Nigeria gingen (Boko Haram), andererseits in Mali landeten.
    Waffen vielleicht, aber die Kämpfer werden u.a. von Ex-Gia-Leuten aus dem algerischen Bürgerkrieg der 90er angeführt.
    Und Tuareg-Separatistenbewegungen gibt es auch schon seit Jahrzehnten, neu war evtl. daß teils konkurrierende islamistische Bewegungen (Aqmi/ https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Qaida_im_Maghreb, https://de.wikipedia.org/wiki/Ansar_Dine) dazugekommen sind.
    In Timbuktu jedenfalls sind letztere durch ähńlich "bilderstürmische" Zerstörungen aufgefallen wie der IS in Palmyra und sind bei der lokalen muslimischen Bevölkerung, die natürlich auch "falsch betet" etc. nicht unbedingt beliebt.

    lg lenita
    Geändert von lenita (26.11.2015 um 12:41 Uhr)
    Je suis Charlie.

  2. User Info Menu

    AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es ist hier das gleiche wie mit dem Irak: man bekämpft das Übel, das man überhaupt erst geschaffen hat und lässt sich dafür feiern.
    Nö, für islamistische Terrorbewegungen in Nordafrika/Sahelzone kann man Frankreich meiner Meinung nach nicht verantwortlich machen.

    Ich erinnere auch daran, daß der algerische FLN der Dekolonialisierung eher links inspiriert und auch eher rußlandfreundlich war.
    Und gegen eben den haben in den 90ern die maghrebinischen Islamisten (FIS mit bewaffnetem Arm GIA) opponiert.

    Hauptgegner der Islamisten in Mali sind im übrigen erstmal die Schwarzafrikaner im südlichen Landesteil (da haben die früheren Sklaven nämlich jetzt die gesamtstaatliche Macht) und nicht die Franzosen.

    lg lenita
    Geändert von lenita (26.11.2015 um 12:36 Uhr)
    Je suis Charlie.

  3. Inaktiver User

    AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Das ist eine sehr gute Frage, auf die es eine sehr interessante (Teil-)Antwort gibt:
    Und wie ist der Rest der Antwort?

    Aber wir können ja auch warten bis es eine Flut von afrikanischen "Wirtschaftsflüchtlingen" gibt. Hat im Fall von Syrien auch super geklappt.

  4. Inaktiver User

    AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali

    Zitat Zitat von lenita Beitrag anzeigen
    Waffen vielleicht, aber die Kämpfer werden u.a. von Ex-Gia-Leuten aus dem algerischen Bürgerkrieg der 90er angeführt.
    Algerien ist in der gleichen ungemütlichen Situation wie Mali, also ebenfalls immer noch französische Kolonie - mit dem Unterschied, dass Frankreich in Algerien obendrein wirklich in Blut gewatet ist.
    Da muss man sich also über gar nichts wundern.

    Und Tuareg-Separatistenbewegungen gibt es auch schon seit Jahrzehnten, neu war evtl. daß teils konkurrierende islamistische Bewegungen dazugekommen sind.
    Die Tuareg sind nicht seit Jahrzehnten, sondern seit Jahrhunderten auf Raubzügen unterwegs. Früher haben sie Karawanen überfallen, später dann Sahara-Reisende. Die Tuareg waren also ein lokales Problem, mehr nicht.
    Wenn jetzt Islamisten die Bevölkerung "befreien" wollen, ist das eine völlig andere Qualität und absolut nicht vergleichbar mit den Tuareg-Problemen.

  5. Inaktiver User

    AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und wie ist der Rest der Antwort?
    Der Rest der Antwort gibt sich aus den nachfolgenden Postings (also ab Posting #8).

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    AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mali war für Islamismus so wenig anfällig wie Irak und Syrien.
    Warum schreibst Du so etwas?

    Zum besseren Verständnis stelle ich mal einen Artikel der "Welt" von 2013 ein:


    Intervention in Mali: Der Islamismus ist im Weltkrieg gegen den Westen - DIE WELT
    Fluctuat nec mergitur

  7. Inaktiver User

    AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali

    Zitat Zitat von lenita Beitrag anzeigen
    Nö, für islamistische Terrorbewegungen in Nordafrika/Sahelzone kann man Frankreich meiner Meinung nach nicht verantwortlich machen.
    Doch. Zum einen sind sie schuld, dass die Länder immer noch Kolonien sind, gedemütigt und unterdrückt - somit anfällig für Befreiungsideologien aller Art. Zum anderen haben sie (zusammen mit USA) einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf Libyen geführt und hinterher die Waffen herumliegen lassen, die dann nach Mali bzw. Nigeria weitergereicht wurden.

    Ich erinnere auch daran, daß der algerische FLN der Dekolonialisierung eher links inspiriert und auch eher rußlandfreundlich war.
    Und gegen eben den haben in den 90ern die maghrebinischen Islamisten (FIS mit bewaffnetem Arm GIA) opponiert.
    Das erinnert mich irgendwie an Afghanistan, wo Islamisten gegen Russland bewaffnet wurden. Ich weiß nicht, ob das hier genauso war, aber zumindest würde ich es nicht ausschließen.

    Hauptgegner der Islamisten in Mali sind im übrigen erstmal die Schwarzafrikaner im südlichen Landesteil (da haben die früheren Sklaven nämlich jetzt die gesamtstaatliche Macht) und nicht die Franzosen.
    Im Norden ist nur Sand, und vielleicht ein paar Bodenschätze, keine Ahnung. Der südliche Landesteil ist der Landesteil, in dem die Musik spielt, sprich: wo die Menschen leben. Deswegen kann es nicht stimmen, dass dort die Franzosen keine Macht haben.
    Im Gegenteil: der Norden bis in die Gegend um Timbuktu war es, der nie so richtig in der Hand der Regierung in Bamako und somit auch nicht in der Hand der Franzosen war.
    Geändert von Inaktiver User (26.11.2015 um 12:51 Uhr)

  8. User Info Menu

    AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Tuareg sind nicht seit Jahrzehnten, sondern seit Jahrhunderten auf Raubzügen unterwegs. Früher haben sie Karawanen überfallen, später dann Sahara-Reisende. Die Tuareg waren also ein lokales Problem, mehr nicht.
    Wenn jetzt Islamisten die Bevölkerung "befreien" wollen, ist das eine völlig andere Qualität und absolut nicht vergleichbar mit den Tuareg-Problemen.
    Tja, komisch, daß die drei Bewegungen da eine Weile auch zusammengearbeitet haben, als gemeinsame Tuaregbefreiungsfront.

    Und den Zusammenhang, was Frankreich damit zu tun hat, daß die algerische Befreiungsfront nach 30 Jahren Regierung mit den Islamisten in einen Bürgerkrieg eingestiegen ist, müßtest Du vielleicht auch noch mal ausführen.
    Oder Deine doch etwas holzschnittartige Frankreichaversion nochmal etwas überprüfen.

    lg lenita
    Je suis Charlie.

  9. Inaktiver User

    AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali

    Zitat Zitat von berezina Beitrag anzeigen
    Warum schreibst Du so etwas?
    Weil es stimmt. Deinen Springerverlags-Link werde ich vielleicht lesen, aber sicher mit äußerster Skepsis.
    Ich war übrigens auch mal in Mali - wenn auch nur für wenige Wochen, und das ist auch schon lange her. Aber dadurch kenne ich mich in der Region vielleicht ein kleines Bisschen besser aus als der deutsche Durchschnittsbürger.

  10. Inaktiver User

    AW: die nächste Baustelle - unsere Bundeswehr in Mali

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der Rest der Antwort gibt sich aus den nachfolgenden Postings (also ab Posting #8).
    Es kann ja nicht jeder so humanistisch sein wie z.B. China und einfach ganze Ressourcen in Afrika aufkaufen, um den Menschen dort zu helfen.

    Mal im Ernst. Natürlich geht es hier auch um wirtschaftliche und nationale Interessen. Stellt sich aber auch die Frage, was daran jetzt so falsch ist. In Frankreich leben aber auch größere Gruppen aus den emsigen Kolonien und Spannungen in Mali, Senegal, Usw. schlagen sich so früher oder später auch in Frankreich und Europa durch.

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