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  1. Inaktiver User

    AW: Guter Dokumentarfilm über "Die dunkle Seite der Wikipedia"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Es kann beispielsweise einen durchaus signifikanten Unterschied machen, ob ich einen Online-Artikel lese, oder ein Buch in die Hand nehme, und in der Folge - möglicherweise sogar handschriftlich - Notizen zum Thema verfasse, und so ganz andere Ankerpunkte schaffe. Virtuelle Verarbeitung missachtet letztlich viele Kapazitäten und Möglichkeiten, die unser Organismus uns dadurch bietet, dass verschiedene Modalitäten kombiniert angesprochen werden.

    Keiner verbietet jemanden einen Wikipedia Artikel auszudrucken.

    Was mir an deiner Argumentation fehlt, obwohl ich sie sehr zu schätzen weiß, ist der Fakt, dass Informationen verfügbar sind und eben nicht wie die Jahrhunderte davor, elitär verwaltet werden und erst durch gewisse Zugangsberechtigungen erreichbar werden (entweder Geld sich ein relevantes Nachschlagewerk überhaupt zu kaufen, oder überhaupt das Wissen, welches man kaufen sollte).

    Jetzt mal ehrlich: wer von uns hatte schon die immer geupdateten Brockhaus zu Hause?
    Wir hatten einen, der war vom Bruder meines Opa, der studiert hatte, mein Opa wusste damit nichts anzufangen fand es aber schön und so wurde das alte Gebinde immer weiter gerreicht. Das Wissen darin war 50 Jahre verjährt, inzwischen stimmt nicht mal die Rechtsschreibung mehr.

    Er sieht immer noch schön aus, keine Frage: ist aber seit Jahrzehnten nicht nutzbar.

    Schreibt eine Lea, die Bücher über alles liebt

  2. Inaktiver User

    AW: Guter Dokumentarfilm über "Die dunkle Seite der Wikipedia"

    Zitat Zitat von DerHeld Beitrag anzeigen
    Ein off topic sei mir verziehen: es gibt kein "sehr richtig".
    Es gibt "falsch" oder "richtig", kein "richtiger", "am richtigsten" oder "sehr richtig".
    Aber natürlich gibt es "sehr richtig". Es hat idiomatisch jedoch nicht die Bedeutung, die Du unterstellst, sondern ist eine gebräuchliche Form, um ZUSTIMMUNG auszudrücken, keine Steigerung des Adjektivs "richtig".

  3. Inaktiver User

    AW: Guter Dokumentarfilm über "Die dunkle Seite der Wikipedia"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Keiner verbietet jemanden einen Wikipedia Artikel auszudrucken.
    Ich denke, es war klar, was chironex meint: Internet-links werden eben üblicherweise nicht ausgedruckt - und schon gar nicht mit Quellen - sondern man zappt mal rein, liest es und zappt wieder raus. Das hat i.d.R. nicht die Qualität der geistigen Auseinandersetzung wie die intellektuelle Aneignung eines Fachbuches, mit Notizen etc pp

    Ich weiß heute noch viele Inhalte meines Grundstudiums, obwohl das vor 30 Jahren war und viele Themen seitdem nicht mehr zu meinem Tätigkeitsfeld gehören. Weil ich mich mit den Themenfeldern eben intensiv beschäftigt - und sie gelernt habe. Das kann ich von jedem link, in den ich irgendwann letztes Jahr mal rein gezappt bin, nicht behaupten.
    Geändert von Inaktiver User (27.10.2015 um 14:16 Uhr)

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    AW: Guter Dokumentarfilm über "Die dunkle Seite der Wikipedia"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber natürlich gibt es "sehr richtig". Es hat idiomatisch jedoch nicht die Bedeutung, die Du unterstellst, sondern ist eine gebräuchliche Form, um ZUSTIMMUNG auszudrücken, keine Steigerung des Adjektivs "richtig".
    Und da genügt nicht das grammatisch richtige "richtig"?
    Es gibt auch die Wendung:"das macht Sinn". Trotz des inflationären Gebrauchs ist dies schlichtweg eine 1zu1-Übersetzung aus dem Englischen und schon gar nicht "richtig".
    Das Idol unserer Kindheit war ein arbeitsloser Aussteiger mit hohem Bildungsgrad, der abseits gesellschaftlicher Normen im Bauwagen lebte.

  5. Inaktiver User

    AW: Guter Dokumentarfilm über "Die dunkle Seite der Wikipedia"

    Die Grammatik-Polizei finde ich fast so belustigend wie "Mit-links-Zuschmeißer"

  6. Inaktiver User

    AW: Guter Dokumentarfilm über "Die dunkle Seite der Wikipedia"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Keiner verbietet jemanden einen Wikipedia Artikel auszudrucken.
    Ausdrucken ist aber auch eine eher passive, konsumierende Aktion. Einen Text aktiv durchzuarbeiten bedeutet, Notizen zu machen. Will man sich die Inhalte aneignen, kann es sehr zielführend sein, eine Gliederung vorzunehmen und die einzelnen Abschnitte kurz in eigenen Worten zusammen zu fassen. Häufig vermerke ich Querverweise, oder mögliche Quellen, die einen Aspekt vertiefen könnten, ziehe weitere Texte hinzu.

    Was mir an deiner Argumentation fehlt, obwohl ich sie sehr zu schätzen weiß, ist der Fakt, dass Informationen verfügbar sind und eben nicht wie die Jahrhunderte davor, elitär verwaltet werden und erst durch gewisse Zugangsberechtigungen erreichbar werden (entweder Geld sich ein relevantes Nachschlagewerk überhaupt zu kaufen, oder überhaupt das Wissen, welches man kaufen sollte).
    Damit leistest Du eine Steilvorlage zum nächsten Problem, das mit virtuellem "Wissen", das "jederzeit" zugänglich scheint, verbunden ist:

    Was scheinbar jederzeit überall abrufbar ist, wird heute nicht mehr verinnerlicht = gelernt. Da gucke ich schnell bei Wikipedia nach ist häufig leider nicht gleichbedeutend damit, sich das Nachgeschaute auch zu merken, in neue Kontexte zu setzen, und somit sicher im Gedächtnis zu verankern.

    Zugang zum Wissen haben zumindest als Möglichkeit im übrigen alle Menschen unseres Kulturkreises spätestens seit der Existenz von Bibliotheken und der allgemeinen Schulpflicht = Möglichkeit, spätestens dort das Lesen zu erlernen.

    Jetzt mal ehrlich: wer von uns hatte schon die immer geupdateten Brockhaus zu Hause?
    Ich habe gar keinen Brockhaus zuhause. Vieles, das darin steht, ist ja als Grundlagenwissen fest in meinem Kopf verankert, weil ich von klein auf gern lernte und bis heute lerne. Die Inhalte eines Brockhaus umfassen so viele Themegebiete, dass jeder Mensch prinzipiell die Chance hat, sich zumindest in Teilgebieten solides Wissen und Kompetenz zu erarbeiten, ohne deshalb ständig ein Nachschlagewerk konsultieren zu müssen. Früher nannte man so etwas Allgemeinbildung, allerdings scheint diese heutzutage häufig mit Abwesenheit zu glänzen, da man ja schnell bei Wikipedia...

    Wir hatten einen, der war vom Bruder meines Opa, der studiert hatte, mein Opa wusste damit nichts anzufangen fand es aber schön und so wurde das alte Gebinde immer weiter gerreicht. Das Wissen darin war 50 Jahre verjährt, inzwischen stimmt nicht mal die Rechtsschreibung mehr.
    Die Halbwertszeit von dem, was gerade als state of the art gilt, hat sich extrem verkürzt. Das bedeutet jedoch nicht, dass Grundlagen deshalb im selben Maße veralten = ungültig würden, oder zwangsläufig als überholt zu gelten hätten. Auch wenn der menschliche Organismus beispielsweise noch viele Rätsel aufbietet, so scheint die grundsätzliche Anatomie doch geklärt, egal ob man nun ein Fachbuch anno 2015 oder anno 1974 konsultiert.

    Was nun die Sprache angeht: Es ist doch völlig Hupe, ob ein Text in längst nicht mehr gebräuchlicher Wortwahl und Grammatik, oder einer Fremdsprache daher kommt, das sagt über den Wert des Inhalts erst einmal nicht viel. Entscheidend ist, ob man in der Lage ist, ihn sich zu erschliessen - dann kann man ein Urteil darüber fällen, ob der Inhalt überholt ist, oder nach wie vor Gültigkeit hat.

    Oder eben auch nicht, falls das gerade nicht in Wikipedia steht

  7. Inaktiver User

    AW: Guter Dokumentarfilm über "Die dunkle Seite der Wikipedia"

    Zitat Zitat von DerHeld Beitrag anzeigen
    Und da genügt nicht das grammatisch richtige "richtig"?
    Es gibt auch die Wendung:"das macht Sinn". Trotz des inflationären Gebrauchs ist dies schlichtweg eine 1zu1-Übersetzung aus dem Englischen und schon gar nicht "richtig".
    Grammatik und Idiom mögen beide mit Sprache zu tun haben, sind aber zwei gänzlich unterschiedliche Schubladen.

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    AW: Guter Dokumentarfilm über "Die dunkle Seite der Wikipedia"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Grammatik und Idiom mögen beide mit Sprache zu tun haben, sind aber zwei gänzlich unterschiedliche Schubladen.
    Ist es denn die Possibilität?
    Das Idol unserer Kindheit war ein arbeitsloser Aussteiger mit hohem Bildungsgrad, der abseits gesellschaftlicher Normen im Bauwagen lebte.

  9. User Info Menu

    AW: Guter Dokumentarfilm über "Die dunkle Seite der Wikipedia"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Keiner verbietet jemanden einen Wikipedia Artikel auszudrucken.

    Was mir an deiner Argumentation fehlt, obwohl ich sie sehr zu schätzen weiß, ist der Fakt, dass Informationen verfügbar sind und eben nicht wie die Jahrhunderte davor, elitär verwaltet werden und erst durch gewisse Zugangsberechtigungen erreichbar werden (entweder Geld sich ein relevantes Nachschlagewerk überhaupt zu kaufen, oder überhaupt das Wissen, welches man kaufen sollte).
    Oder Geld, um in die Bibliothek zu fahren, oder Zeit, um im Zeitungsarchiv 1000 Zeitungen durchzublättern. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mühsam das war.
    Unabhängig von Wikipedia hat die Digitalisierung der Informationen zur Folge gehabt, dass die Anzahl der Themen und Inhalte außerordentlich gewachsen ist. Es gibt heute fast nichts mehr, wozu man nicht irgendwas im Internet findet. Das ist für recherchelastige Arbeiten oder wissensdurstige Menschen ein Plus. Zudem ist es das Archiv der Menschheit, das im Gegensatz zu früher nicht mehr einfach abbrennen kann, wie die Bibliothek von Alexandria. Oder all die Informationen, die unwiederbringlich in den Kriegen verloren gingen.
    Das finde ich faszinierend. Die Geschichte nach Belieben einfach umzuschreiben dürfte so einfach nicht mehr gelingen, irgendwo fänden sich noch Daten, die ein anderes Licht auf die Dinge werfen würden.

    Es ist wie so oft nicht die Frage der Daten, die vorhanden sind. Sondern die Frage des Umgangs mit denselben.


  10. User Info Menu

    AW: Guter Dokumentarfilm über "Die dunkle Seite der Wikipedia"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Zugang zum Wissen haben zumindest als Möglichkeit im übrigen alle Menschen unseres Kulturkreises spätestens seit der Existenz von Bibliotheken und der allgemeinen Schulpflicht = Möglichkeit, spätestens dort das Lesen zu erlernen.
    Da solltest Du nachlesen und recherchieren. Bis die ersten Bibliotheken der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, existierten Bibliotheken schon seit Jahrhunderten, so sie nicht abgebrannt waren^^
    Und frei zugänglich war auch so eine Sache, die nicht vorhandene Schulbildung sorgte u. a. bei den Armen und Frauen dafür, dass sie gar nicht erst in die Bibliothek gehen mussten. Sie hätten sowieso nichts lesen können. Gern gesehen waren sie dort auch nicht.


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