Typisch deutsch ist manchmal auch, andere Ansichten schlecht stehenlassen zu können.
Typisch deutsch ist für mich ein Hang zur Nachdenklichkeit, manchmal auch zur Sentimentalität... Das stille Überlegen bis hin zur besorgten Grübelei. Pedantisches Erklären im schlimmsten Fall, im besten Fall klares Erläutern.
Eine großartig präzise und anpassungsfähige Sprache mit sehr freiem Satzbau und feinsten Schattierungen im Ausdruck. Man findet in ihr einzelne, sehr genaue Worte für technische Teile und Funktionen - und daneben alle Möglichkeiten, komplexen philosophischen Gedanken Ausdruck zu verleihen. Wir haben wunderbare Literatur und Musik - aber leider nicht genug Ambitionen, unsere Kultur zu fördern und zu propagieren.
Bei oberflächlicheren Dingen finde ich es schwierig, "typisch Deutsches" zu finden. Dafür haben wir zu viele sehr unterschiedliche Regionen mit ganz unterschiedlicher Bevölkerung, unterschiedlichen Traditionen... Aber ich sehe das als eine Stärke: es funktioniert, und zwar weit besser als in anderen europäischen Ländern. Wir haben keine Separatisten, keine wirklich ernsten Abspaltungstendenzen einzelner Regionen.
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22.10.2015, 08:50Inaktiver User
AW: Was ist denn (typisch) deutsch?
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22.10.2015, 08:54
AW: Was ist denn (typisch) deutsch?
Pünktlichkeit auf die Minute genau, so beschrieb es ein norwegischer vorgesetzter.
Wertarbeit, gründliches arbeiten fast bis zur Perfektion. (was man inzwischen von deutschen Handwerkern leider nicht mehr behaupten kann.)Aschaffenburg, Stuttgart, Hamm, Köln, Hamburg, Tübingen, Bayern, Leipzig, Düsseldorf, Berlin, Bielefeld, Dortmund, Schweden, Finnland, Dänemark, Nürnberg, Bremen, Baden Württemberg, Nordrhein Westfalen, Flensburg, Hessen, München, Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen, Rheinland Pfalz, Saarland, Frankreich, Griechenland, Türkei...
Wir schaffen das!

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22.10.2015, 09:02
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22.10.2015, 09:02
AW: Was ist denn (typisch) deutsch?
Die Gardinen sind lediglich ein Symptom für das dringende Bedürfnis
des Deutschen - und Österreichers ;) - nach Privatsphäre.
Kaffee-und-Kuchen-Sonntagnachmittage finde ich eine nette Sache, solange
keine familiären Zwänge damit verbunden sind.
... und das persönliche Alter thematisieren bzw. danach fragen.
In den USA ist das absolut (und zurecht, wie ich finde) nicht gesellschaftsfähig.
Ja, furchtbar, die selbsternannten Rechts- und Ordnungshüter.
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22.10.2015, 09:06
AW: Was ist denn (typisch) deutsch?
Alle sagten: das geht nicht. Dann kam eine, die wusste das nicht und hat´s einfach gemacht.
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22.10.2015, 09:32Inaktiver User
AW: Was ist denn (typisch) deutsch?
Mit der Selbstkritik kommt dann auch der Hang zur Perfektion, also alles "Richtig" machen zu müssen. In der Extremform, wird dann alles Fehlbare abgelehnt. Wahrscheinlich rührt daher auch die zunehmende Überregulierung und Bürokratisierung.
Der Deutsche...der perfekte Mensch???
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22.10.2015, 10:12Inaktiver User
AW: Was ist denn (typisch) deutsch?
Meine Antwort aus dem Mund des Literaten Richard Ford auf die Frage, was für ihn typisch deutsch ist:
Ich denke nicht in solchen Kategorien. Deutschland, deutsche Kultur oder Sprache kann ich nur im Besonderen erkennen, nicht im Allgemeinen. Das Typische – das ist grundsätzlich keine Kategorie, in der ich denke. Sie langweilt mich.
Zitat aus der Zeit
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22.10.2015, 10:14
AW: Was ist denn (typisch) deutsch?
es ist lange her, dass ich als Arbeiter in England arbeitete.
Ich fiel auf.
Ich war der einzige, der seine Maschine nach Produktionsschluss säuberte und rundherum fegte.
Ich war der einzige, der sein Werkzeug aufräumte.
Ich war der einzige, der sich erst am Arbeitsplatz seinen Blaumann anzog und nicht damit schon im Bus quer durch die Stadt fuhr.
Ich war der einzige, der seinen Tee ohne Milch trank. Den gab übrigens kostenlos vom Arbeitgeber, fand ich sehr gut.
Ich war der einzige, der seinen Stundenzettel korrekt ausfüllte. Junge Kollegen baten mich, das für sie zu tun.
Ich war der einzige, der nicht die halbe Woche sich tierisch auf das Fußballspiel des Ortsclubs am Wochenende freute, und die andere Hälfte der Woche das letzte Spiel zu analysierte.
Und ich habe einmal fast einen Streik auf einer Baustelle ausgelöst. Die Bedienung eines einfachen Krans war auf dem Klo verschwunden und kam nicht wieder. Ich ergriff die Handbedienung, um den Kran zu bewegen, da marschierten alle Kollegen raus. Der Streik konnte abgewehrt werden, indem ich mich bei allen entschuldigte, typisch deutsch gehandelt zu haben. Das wurde akzeptiert.
Ich war der einzige, der mehrere Postionen auf der Rechnung im Kopf addieren konnte, obwohl das Pfund damals noch aus 20 Schillingen und jeder Schilling aus 12 Pence bestand.
Und ich war als Mr. Millimeter verschrien, weil ich es nicht lassen konnte, das Dezimalsystem anzupreisen.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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22.10.2015, 10:15Inaktiver User
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22.10.2015, 10:17




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