Was sind die Ursachen? Der sog. arabische Frühling war offenbar der Beginn:
Vier Jahre Arabischer Frühling: Eine traurige Bilanz | tagesschau.de
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12.10.2015, 07:37Inaktiver User
Ursachen für die Flüchtlingswelle aus dem Nahen Osten
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12.10.2015, 09:53
AW: Ursachen für die Flüchtlingswelle aus dem Nahen Osten
EINE ganz konkrete Ursache zur Ingangsetzung eines Migrationsstromes war laut UNHCR und WFP die finanzielle Unterversorgung des World Food Programme.
Das Programm muss 2014 Rationen zusammenstreichen, weil es die Vielzahl an Flüchtlingen, z.B. in den Campstädten in Jordanien, nicht mehr hinreichend versorgen konnte. Dieser Umstand hat mit dazu beigetragen, dass sich syrische Flüchtlinge, die ja schon eine ganze Weile im Libanon und in Jordanien wohnten, erneut auf den Weg machten, diesmal in Richtung Europa. Das WFP hatte auf die massive Unterfinanzierung des Programmes hingewiesen. Lange leider vergeblich.Geändert von Lukulla (13.10.2015 um 12:57 Uhr)
Be like a duck. Remain calm on the surface but paddle like hell underneath.
Michael Caine
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12.10.2015, 13:44
AW: Ursachen für die Flüchtlingswelle aus dem Nahen Osten
Ursache: Mobilfunk und Internet
Einen Grund zu flüchten haben die Menschen in den betroffenen Regionen schon seit 100 Jahren. Verwirklichen ließ sich die Massenflucht erst durch moderne Kommunikationsmittel.Geändert von Lukulla (13.10.2015 um 12:57 Uhr)
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13.10.2015, 09:39
AW: Ursachen für die Flüchtlingswelle aus dem Nahen Osten
Ich denke, Frank13 hat Recht.
Der sog. arabische Frühling wurde auch erst dadurch ermöglicht.Geändert von Lukulla (13.10.2015 um 12:59 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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13.10.2015, 17:31Inaktiver User
AW: Ursachen für die Flüchtlingswelle aus dem Nahen Osten
Mit der gleichen Logik könnte man die Historiker Lügen strafen, die doch tatsächlich behaupten, dass die massenhafte irische Auswanderung im 19. Jahrhundert durch Hungersnöte (Kartoffelfäule) verursacht wurde.
Dabei war in Wirklichkeit die Erfindung von Schiffen schuld ...
Geändert von Inaktiver User (15.10.2015 um 21:26 Uhr)
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13.10.2015, 17:35Inaktiver User
AW: Ursachen für die Flüchtlingswelle aus dem Nahen Osten
Ja, und nein:
dass die Flüchtlinge, die in Jordanien dem Hunger ausgesetzt wären, weiter wandern, mag der finanziellen Unterversorgung des World Food Programms zu verdanken sein.
Aber dass sie überhaupt nach Jordanien geflüchtet sind, liegt am Bürgerkrieg bzw. Stellvertreterkrieg in Syrien. Der wiederum ist den Saudis und Kataris, den Amis und Briten sowie der Türken zu verdanken, die unter Einsatz militärischer Gewalt ihre jeweiligen eigenen Interessen in Syrien und gegen Syrien vertreten.
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14.10.2015, 15:07
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14.10.2015, 16:18Inaktiver User
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18.10.2015, 09:19Inaktiver User
AW: Ursachen für die Flüchtlingswelle aus dem Nahen Osten
Der arabische Frühling war sicher ein Hauptauslöser.
Die politischen Verstrickungen in dieser Region waren aber immer schon kompliziert. Eine gute (und lange) Zusammenfassung fand ich hier. Besonders das letzte Drittel des Textes ist sehr lesenswert.
Zitat:
Im Nahen Osten hat es immer Politik und gegenseitige Kämpfe der Stämme gegeben. Sie sind älter als die Staaten und zurzeit überleben sie sie.
Der Begriff des Nationalstaates fehlte ganz. Dieser wurde in Europa
erfunden und entwickelt. An seiner Stelle gab es im Nahen Osten
grössere oder kleinere Reiche von längerer oder kürzerer
Beständigkeit. Nationalstaaten wurden dem Nahen Osten aufgezwungen,
Der Staatszerfall hat zu einer Zerstückelung der bewaffneten Mächte
geführt. Unter ihnen finden sich manchmal grössere Massen zusammen, die nicht auf nationalem Zusammenhalt beruhen, sondern sich auf Solidaritäten abstützen, die auf Religionszugehörigkeit beruht.
Was sich voraussehen lässt: langfristige und zähe Auseinandersetzungen der substaatlichen Kräfte, lokale oder religiöser Solidarität, mit
partiellen Einmischungen der Staaten der Nachbarn und der führenden
Aussenstehenden (das heisst USA, Russland und China - schwerlich
Europa) und mit inneren Wirren. Diese Zustände werden solange zerstörerisch andauern, bis neue Staatengebilde entstehen, in neu gezogenen oder bisherigen Grenzen, die sich als fähig erweisen, die Funktion von übergreifenden Staaten zu übernehmen, indem sie die heute agierenden bewaffneten Kleinstrukturen lokaler oder religionsgemeinschaftlicher Prägung entwaffnen und permanent einbinden.
Ich halte es für eine gewaltige Selbstüberschätzung, wenn Europa glaubt, da etwas Entscheidendes ändern zu können. Es sollte sich auf Diplomatie und humantiäre Hilfe konzentrieren - vor allem vor Ort, denn es nützt niemandem, wenn Europa Millionen Menschen aus dem Nahen Osten aufnimmt.
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18.10.2015, 15:40Inaktiver User


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