Nein, ich denke das kann man nicht vergleichen.
Ich habe auch schon Wahlen ausgelassen, einfach weil ich mich von keiner zur Wahl stehenden Partei/Kandidaten in meiner Meinung vertreten fühlte, bzw. mir deren Aussagen zu schwammig waren.
Eine Volksabstimmung, bei der meine Stimme direkt zählt, fände ich in einigen Fällen deutlich motivierender.
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Ergebnis 41 bis 50 von 69
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12.10.2015, 12:22Inaktiver User
AW: Demokratie. Zuviel und zu häufig?
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12.10.2015, 12:30
AW: Demokratie. Zuviel und zu häufig?
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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12.10.2015, 12:36
AW: Demokratie. Zuviel und zu häufig?
Gibt es ein Quorum? Dann kann es sein, dass jene, die den Status Quo beibehalten wollen, nicht zur Urne gehen, damit das Quorum nicht erfüllt wird.
kann man brieflich abstimmen oder muss man zu einem bestimmten Zeitpunkt X an die Urne? Sind die Lokale gut erreichbar?
Ist das Thema auch gut präsent in den lokalen Medien?
gruss, barbara
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12.10.2015, 12:42Inaktiver User
AW: Demokratie. Zuviel und zu häufig?
Und du glaubst ernsthaft, im Parlament ist das anders? Ich erinnere mich z. B. noch sehr gut an die nicht geringe Zahl von Abgeordneten, die bei der Bewilligung der Kredite für Griechenland nicht einmal die Summe kannten. Und bei TTIP dürfen und können die Parlamentarier, die darüber abstimmen sollen, einen großen Teil der Vertragsinhalte gar nicht erst lesen.
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12.10.2015, 14:01Inaktiver User
AW: Demokratie. Zuviel und zu häufig?
Das kann ich dir auch nicht beantworten.
Wobei ich mir gut vorstellen kann das die Beteiligung stark vom Thema abhängt.
Wenn es mich in keiner weise berührt, würde vermutlich auch nicht wählen.
Ich finde Bürgerbefragungen oder Volksabstimmungen sind auch nur dann sinnvoll, wenn es um elementare, bzw. grundsätzliche Fragen oder Gesetze geht, die mehr oder weniger alle betreffen und deren Auswirkungen weitreichende Folgen haben.
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12.10.2015, 14:16
AW: Demokratie. Zuviel und zu häufig?
Ja, zumindest bei uns war bei beiden Abstimmungen ein Quorum von min 25% vorgesehen.
Ansonsten läuft solch eine Abstimmung wie eine normale Wahl, Wählerbenachrichtigung, alle Wahllokale auf, Briefwahl möglich. Und durch die Lokalpresse geht es.
Was ich zumindest aus Foren kenne: Die Menschen würden gerne darüber abstimmen, ob wir zu DM zurückkehren, ob wir die Grenzen dicht machen und ob die Jugendherberge im Winter als Flüchtlingslager dienen soll.
Ob Grundschulkinder nunmehr nur noch mit dem Schulbus ihre Grundschule erreichen, sind ja auch Peanuts. Und wenn ein französischer Investor das kommunale Altenheim übernimmt, so berührt das mich doch nicht. Ich muss ja nie da rein.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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12.10.2015, 14:34
AW: Demokratie. Zuviel und zu häufig?
Und beim Rettungsschirm konnten sich Nichtjuristen unter den Abgeordneten nicht mal Zeit nehme, die schmökerdicken Konvolute verstehen zu lernen. Das hat aber mE nichts mit mangelnder Sachverständigkeit, sondern mit politischem Willen zu tun. Und mit "Eiern": Die Abgeordneten hätten sich einfach weigern sollen, an der Abstimmung teilzunehmen, solange ihnen der Inhalt dessen, worüber sie ihr Votum abgeben sollten, nicht restlos bekannt/verständlich war.
Zum Thema selbst: Ich bleibe gern bei den vier Jahren. Wer es da nicht schafft, was Gutes durchzusetzen oder anzuleiern, schafft es auch in fünf nicht. Und wer es in vier gut gemacht hat oder etwas Gutes begonnen hat, wird wiedergewählt.
Warum sollte das deutsche System diese Art von Kontrolle nicht beibehalten? Andere mit längeren Amtsperioden machen ja auch nicht die bessere Poltik.*
Der Adler fängt keine Mücken.
'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit
Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
Arnulf Rating
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12.10.2015, 15:38Inaktiver User
AW: Demokratie. Zuviel und zu häufig?
Da hast Du an sich recht, auf Demos, wenn sie sehr groß werden, und damit angst/Druck erzeugen, weil die dahinterstehen so viele sind (es sind ja immer mehr als dann tatsächlich auf der Demonstration erscheinen), dann wird schon darauf reagiert (siehe jetzt TTIP). Aber, auch siehe jetzt TTIP, nicht unbedingt gleich so, daß das schon wirklich verläßlich die Dinge, die das Volk will, auch aufgreift. Jedenfalls ich bin da schon im Zweifel
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Und davon ab: "Volksentscheid mittels Demonstrationen" ist ja gut und schön. Volksentscheid mittels Häkchenmachen wäre halt noch schöner. Da könnte dann nämlich jeder daran teilnehmen, der möchte, und nicht nur die, die am Tag der Demonstration auch Zeit haben, nicht nur die, die mobil sind, sondern auch Alte, oder Kranke, oder Berufstätige, die sich an dem Tag nicht die Zeit nehmen konnten usw. usw.
Und außerdem, wie wir ja bereits gesehen haben, so eine Demonstration kann auch mal nicht genehmigt werden (Überlastung der Polizei). Das kommt ja noch hinzu. Es geht jetzt nicht um den Inhalt dieser kürzlich nicht erlaubten Demonstration, um den fand ich persönlich es nicht schade, nur kommt es darauf nicht an, sondern auf das Grundrecht. Das kann beim Häkchenmachen nicht passieren, daß dieses Recht aus Sicherheitsgründen nicht gewährt werden kann.
Und weiterhin: Warum sollte das Volk "mit den Füßen" abstimmen müssen? Alle Bürger haben auch einen Kopf.Geändert von Inaktiver User (12.10.2015 um 15:47 Uhr)
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12.10.2015, 15:51Inaktiver User
AW: Demokratie. Zuviel und zu häufig?
Alles in einer Gesellschaft wird jeden Einzelnen mehr oder minder betreffen. Selbst wenn jemand z.B. keine Kinder hat und sich deshalb für alle Schulthemen nicht interessiert, betrifft ihn z.B. die jeweilige Schulform. Ob es Frontalunterricht mit "Tatzen" (also Körperstrafen) gibt, oder Schule a la Summerhill, also sehr frei und selbstbestimmt gestalteter Unterricht, - es wird die jungen Menschen beeinflussen und somit auch die Gesellschaft, - und spätestens damit ist auch jeder tangiert.
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21.10.2015, 16:15Inaktiver User
AW: Demokratie. Zuviel und zu häufig?
heute stand in der FAZ win interessanter Artikel:Streit um die Schweiz: Dieser Versuchsballon reicht nicht
daraus möchte ich zum Thema dieses Stranges zitieren:
Direkte Demokratien können sich leicht selbst gefährden. Die Demokratie kann sich auch gegen ihre eigenen Fundamente wenden, insbesondere gegen den Rechtsstaat und dessen Organe.
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Die direkte Demokratie war nie die Speerspitze liberaler Weltoffenheit. Bereits die erste Volksinitiative, die sich übrigens immer noch auf der offiziellen Seite der eidgenössischen Bundesverwaltung finden lässt, richtete sich, nur wenig verbrämt, gegen eine in der Schweiz unbeliebte Gruppe – die Juden: „Für ein Verbot des Schächtens ohne vorherige Betäubung“, heißt es da nüchtern: „Inkrafttreten am 22.12.1893“. Auch das gemächliche Tempo, in welchem die Schweiz das Frauenstimmrecht eingeführt hat (1971), illustriert den konservativen Charakter dieser Demokratie. Daraus den Schluss zu ziehen, politische Minderheiten, konfessionelle Gruppen hätten es in der Schweiz ganz besonders schlecht, wäre trotzdem zu einfach. Das war lange so, wurde jedoch im Lauf der Geschichte korrigiert. Demokratie ermöglicht es selbst in ihrer idealen Form nicht „allen“ Menschen, so frei zu sein, wie sie wollen, sondern nur „möglichst vielen“. Wer diesen grundlegenden Kompromiss nicht versteht, wird ständig enttäuscht.
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So kennt die Schweiz als einziges europäisches Land keine Regulierung von Wahlkampf-, Abstimmungs- und Politikfinanzierung. Das öffnet Tür und Tor für alle möglichen richtigen und falschen Vermutungen und vergiftet die Atmosphäre. Eine ähnliche Kultur der Heimlichtuerei zeichnet die Schweizer Presselandschaft aus. Mit Schweizer Journalisten kann man endlos über die Frage diskutieren, welche Schweizer Pressetitel Blocher insgeheim gänzlich oder teilweise kontrolliert – nicht erst seit Blocher im Jahr 2011 als Besitzer der „Basler Zeitung“ geoutet und der Irreführung überführt wurde. In Ländern mit normal funktionierenden Medien wäre es kaum denkbar, dass ein Spitzenpolitiker sich derart massiver propagandistischer Manipulationen bedient, und zwar ohne seinem Ansehen den geringsten Schaden zuzufügen.
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