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  1. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge in Eurem Umfeld vor Ort

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hier mein Vor-Ort Bericht: Bei uns im Örtchen - hier wurde hauptsächlich Links, Rot, Grün gewählt - haben wir eine Flüchtlingsquote (vs. Einheimische) von 0,25%. Uns geht es gut.
    Btw: Was auch noch zu meinem Vor-Ort-Bericht gehört: Hier im Örtchen gibt es ein paar ungenutzte Immobilien, die mit kleinerem Aufwand zu Notunterkünften hergerichtet werden könnten. ;-) Die Links-Rot-Grüne Gemeinde bietet dem Landkreis aber nur ein unbebautes unzugängliches Grundstück an, auf dem etwas errichet werden könnte für ca. 250 Personen. Mich persönlich stört es ja nicht, dass ein paar Steine in den Weg gelegt werden, aber ich klatsche auch nicht Refugee-Welcome.

  2. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge in Eurem Umfeld vor Ort

    Und was sind nun genau deine Erfahrungen mit Flüchtlingen in deinem Umfeld?

  3. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge in Eurem Umfeld vor Ort

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Er ist der dienstälteste Landrat Bayerns - und für einen SPD-Politiker sind seine ungeschminkten Äußerungen zur Flüchtlingsintegration eher ungewöhnlich. Ein Interview mit Heinrich Trapp, dem Landrat von Dingolfing-Landau.
    „Flüchtlinge haben eine Bringschuld“ | Bayern

    Ein interessanter Bericht von Vor-Ort!

    ein guter Bericht, ganz meine Meinung!

  4. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge in Eurem Umfeld vor Ort

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Meine Tochter erzählte mir vor ein paar Tagen, dass in unserer Stadt Pflegefamilien für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gesucht werden. Sie und ihr Freund überlegen, ein oder zwei Jugendliche bei sich aufzunehmen.
    Das kann gut sein, ich unterhielt mich vorletzte Woche mit einer Frau hier in der Stadt, deren Mutter ein unbegleitetes Flüchtlingskind bei sich aufgenommen hat.

    Das Kind ist 3!

    Entweder die Eltern sind irgendwo auf dem Weg verloren gegangen, oder die Eltern haben das Kind irgendwo ausgesetzt, damit es hierbleiben kann und es besser hat.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein dreijähriges wirklich selbstständig bis hierher mitgelaufen ist.

  5. Moderation

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    AW: Flüchtlinge in Eurem Umfeld vor Ort

    Nein, sicherlich nicht.

    Vielleicht haben die Eltern das Kind Nachbarn mitgegeben, oder es wurde auf der Flucht durch irgendein Kuddelmuddel von den Eltern getrennt und von anderen Menschen bis hierher gebracht.
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

    ... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs

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    AW: Flüchtlinge in Eurem Umfeld vor Ort

    Wir sind ein kleiner Ort.
    Bei uns im Ortskern leben seit August 2014 36 Eritreer. Probleme gab es durch sie bisher keine.

    Beschäftigung gibt es hier vor allem im Hotel- und Gaststätten-Gewerbe, da liefen die Flüchtlinge offene Türen ein.
    Die Bereitschaft, Flüchtlinge einzustellen, war groß.
    Es folgten Praktika, Probearbeiten und erste Einstellungen auf 450-Euro-Basis.
    Sieben der Flüchtlinge haben inzwischen eine Vollzeit-Tätigkeit und erhalten nun Mindestlohn (bei Verbesserung der Sprachkenntnisse wird das sicher zu einer Lohnerhöhung beitragen).
    Davon bezahlen sie 192 Euro ans Landratsamt für die Miete, sowie Lohnsteuer und Sozialbeiträge.
    Finanzielle Leistungen darüber erhalten sie nicht mehr.
    Sie haben niemanden die Arbeit weggenommen, denn die Arbeitsgenehmigung bis zum 15. Monat des Aufenthaltes in Deutschland wird nur dann erteilt, wenn die Vorrangprüfung durch die Agentur für Arbeit negativ ausgefallen ist (keine Bewerber aus Deutschland oder der EU).

    Vor allem mangelhafte Deutschkenntnisse stehen meist einer Ausbildung oder festen Beschäftigung im Weg.
    Deshalb besuchen 13 der jungen Männer derzeit die Berufsschule für Flüchtlinge, sieben die Gastroklasse und sechs ab November den Kurs "Perspektiven für Flüchtlinge" der Arbeitsagentur.
    Um einen Analphabeten, der bislang nicht zu vermitteln war, kümmern sich ehrenamtliche Helfer.

    Inzwischen kamen in einem anderen Ortsteil weitere 36 neue Mitbürger aus verschiedenen Herkunftsländern dazu.
    Es sind zwei Familien mit insgesamt 9 Kindern dabei. Die Kinder nehmen alle am Fußballtraining teil und besuchen, bis auf das jüngste, welches im Kindergarten ist, die Grund- und Mittelschule.
    Bisher wurden auch hier keine Probleme bekannt.

    Unsicherer wurde es durch die Flüchtlinge hier nicht, ich kann mir aber vorstellen, dass das in den großen Unterkünften doch viel anonymer und deshalb auch problematischer ist.

  7. Inaktiver User

    AW: Flüchtlinge in Eurem Umfeld vor Ort

    danke, bertrande, für die ausführliche schilderung!

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    AW: Flüchtlinge in Eurem Umfeld vor Ort

    In dem Heim, wo ich mich einbringe, sind derzeit nur um die 50 Leute. Es gibt dort wahnsinnig nette und wirklich bescheidene Leute vom Balkan und welche, die ich so gierig und ungehobelt finde, dass ich sie am liebsten persönlich zurückschicken möchte. Das gleiche bei den Syrern: so nette und höfliche Leute, die entschuldigen sich fast, wenn sie ein Anliegen haben. Und natürlich gibt es auch dort Personen, die permanent schlechte Laune haben und dies auch offen zeigen und in der Kleiderkammer voller Verachtung die Kleidung antippen als ob dort ein Stück Scheiße liegen würde. Obwohl diese 50 Leute natürlich nicht repräsentativ für alle Flüchtlinge stehen, ist es ein gutes Beispiel dafür, dass es eben überall solche und solche gibt.

    Dadurch, dass es den Leuten in diesem Heim wirklich relativ gut geht, ist die Stimmung auch entspannt. Einige zanken sich mal kurz (meistens untereinander befreundete Familien, wegen Pillepallekram), dann redet man mal 2 Tage nicht miteinander, um dann später wieder vereint in der Küche zu sitzen.

    Gestern hat ein Syrer als erste Person dort den Wisch erhalten, dass er die nächsten 3 Jahre bleiben darf und war total happy. Hat mich auch gleich gefragt, ob ich ihm eine Wohnung besorgen kann. Mußte ihm erstmal erklären, dass nicht einfach werden wird, aber schaun wir mal. Für zwei andere Familien kämpfe ich gerade, dass sie bleiben dürfen. Sie kommen vom Balkan, das wird nicht einfach, aber ich mag sie so sehr und will es wenigstens versuchen.

    Ein Syrer war 20 Tage auf einem dieser Schlepperboote. Er hatte nur die Kleidung, die er am Leib trug, und eine kleine Umhängetasche mit. Wie ich später erfahren habe, war darin ein kleines Tablet und ein Haarwuchsmittel. Letzteres war jetzt fast leer und er fragte schüchtern, ob ich ihm eine neue Packung besorgen könne. Ich muss jetzt immer grinsen, wenn ich ihn sehe und daran denken, dass er fast verhungert wäre auf diesem schrecklichen Boot, aber ein Tablet und Haarwuchsmittel im Gepäck dabei hatte. Jeder setzt halt andere Prioritäten.

    Eine schwangere Irakerin erzählte, dass sie gesteinigt und ihr Mann geköpft wird, wenn sie zurückmüssen, da sie Schande über ihre Familie gebracht hat. Ihr Baby wird in den nächsten 2 Wochen kommen und gestern habe ich sie mit Babysachen zugeworfen. Ihr Baby wird das erste von insgesamt 3 Babies im Heim dann sein.

    Letztens hat eine Bosnierin einen Wutanfall bekommen, weil ihr andere Frau nicht schnell genug das Bügeleisen gab. Da dachte ich kurz, dass es schade ist, dass ich keine Strafen verhängen darf, z.B. 2 Wochen Turnhalle mit 300 anderen Flüchtlingen, damit solche Leute dann wieder geerdet werden.

    Obwohl die Leute sich dort selbst versorgen müssen, werde ich ständig von ihnen zum Essen eingeladen. Ich könnte mich quasi von Etage zu Etage und von Land zu Land durchfressen.

    Auch interessant: unter den gespendeten Sachen sind teilweise richtig edle Teile. So waren zum Beispiel schöne, kuschelige und sehr gepflegte Pullover von Ralph Lauren dabei. Für die hat sich niemand interessiert. Stattdessen stürzten sich alle auf die Regenschirme.

    Die syrischen Kinder, die ich bisher kennengelernt habe, waren alle bildhübsch und hatten Null Berührungsängste. Nach 2 Minuten Kennenlernphase wurde ich oft umarmt von ihnen und musste erstmal lernen, nicht irritiert zu gucken, sondern mit zu umarmen. Ein 9-jähriger albanischer Junge, den ich erst einmal vorher gesehen hatte, rannte beim 2.Treffen mit offenen Armen auf mich zu. Während er so auf mich zurannte, drehte ich mich wirklich um, ob hinter mir evtl. eine andere Person ist, in deren Arme er laufen möchte. Aber ich war allein und er meinte wirklich mich.

    Einer 3-jährigen syrischen Maus brachte ich eine Barbie und einen Kinderrucksack. Die Kleine steckte die Barbie sofort in den Rucksack, setzte sich etwas umständlich ganz allein den Rucksack auf und guckte erwartungsvoll in die Runde. Ich dachte nur: Guck an, allzeit bereit zum Weitermarsch!
    Geändert von Zeta2013 (02.11.2015 um 14:28 Uhr)
    Wenn der Wind der Veränderung weht,
    bauen die einen Mauern
    und die anderen Windmühlen.

    - chinesisches Sprichwort -

  9. gesperrt

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    AW: Flüchtlinge in Eurem Umfeld vor Ort

    Danke Zeta für deine Schilderungen :)

  10. gesperrt

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    AW: Flüchtlinge in Eurem Umfeld vor Ort

    ich habe momentan taeglich mit fluechtlingen zu tun in einer neu geschaffenen einrichtung

    und weiß eigentlich gar nicht was ich alles berichten soll, heißt wo anfangen...

    ein kurzes statement

    ich habe noch nie in meinem leben so viele menschen unterschiedlicher nationen in einem so engen miteinander auf so engem raum kennengelernt

    es ist eine aeußerst spannende wahnsinnig aufregende und kraeftezehrende arbeit

    und meine erfahrungen und erlebnisse der letzten tage sind durchweg positiv, ob es die zusammenarbeit innerhalb der mitarbeiter geht, oder die menschen die dort im moment aufgenommen wurden

    deutschland kann stolz sein, so etwas in engster zusammenarbeit zu koordinieren auf die beine zu stellen und zum laufen zu bringen

    die menschen die dort momentan leben, sind friedlich freundlich aeußerst vertrauensseelig zu den menschen die sie derzeit betreuen und wahnsinnig dankbar aufgrund der erlebnisse der letzten wochen bei ihrer reise nach d und der vorangegangenen erlebnissen des krieges, hier so aufgenommen zu werden

    danke fuer das lesen

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