Es ist halt ein sehr borstiges Haar. Ich fürchte, da ist leider einiges dran, daß die Wirtschaft so "wahnsinnig interessiert" ist an Flüchtlingen bzw. Zuwanderung, weil esum die Löhne und die Arbeitsbedingungen geht. Das böse Wort Lohndumping gehört hierher. Verständlicherweise wären Flüchtlinge dann froh, wenn sie "wenigstens" einen Billiglohnjob mit relativ schlechten Bedingungen hätten. Aber gesamtgesellschaftlich, und sie gehören ja dann mit zur Gesellschaft, ist das Billiglohnding und Dumpinglohnding dann einfach ein Trend nach unten. Zum Nachteil der Beschäftigten, egal ob sie nun Inländer oder (ehemalige oder noch) Flüchtlinge sind. Nur die Flüchtlinge merken das noch nicht. Manche anderen merken es auch noch nicht. Man sucht "Facharbeiter", händeringend. Pfft. Ich glaub' da nicht dran. Im anderen Strang habe ich gerade einen Link eingestellt, da "fehlen" Facharbeiter, und zwar in den berühmt-berüchtigten Pflegeberufen. Weil Dumpinglöhne gezahlt werden, u.a., sagt der DGB. Das ist sogar allen Ausländern zu wenig, heißt es. Aber es werden schon genug ausreichend bedürftige Flüchtlinge herkommen, die diese Lücke dann (aus ihrer bedürftigen Warte verständlicherweise) füllen werden. So, fürchte ich, denkt, oder hofft, die Wirtschaft. Und das hat halt was Krasses von Ausbeutung und auch Ausnutzung von Notlagen.
Ich gönne den Flüchtlingen eine Arbeit, jedem, die sie halbwegs dann wieder selbstständig leben läßt, das ist keine Frage, und darum geht es nicht. Aber freuen könnte ich mich über eine solche Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nicht.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) verwies angesichts der Studienergebnisse darauf, dass der Fachkräftemangel vor allem auf die „schlechten Rahmenbedingungen für Pflegeberufe” zurückzuführen sei. „Viele Arbeitgeber haben Dumpinglöhne, belastende Arbeit, mangelnde Finanzierung der Ausbildung sowie unzureichende Fort- und Weiterbildung bewusst oder fahrlässig in Kauf genommen, um ihre Gewinne zu maximieren”, kritisierte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach in Berlin. „Insbe*sondere gut ausgebildete Fachkräfte aus dem Ausland bevorzugen Länder, in denen die harte Pflegearbeit entsprechend honoriert wird.”
Deutsches Ärzteblatt: Anwerbung von Pflegekräften im Ausland läuft nur schleppend
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29.08.2015, 02:43Inaktiver User
AW: Aufnahme von minderjährigem Flüchtling - Pro und Contra(?)
Geändert von Inaktiver User (29.08.2015 um 02:54 Uhr)
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29.08.2015, 08:24Inaktiver User
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29.08.2015, 08:26
AW: Aufnahme von minderjährigem Flüchtling - Pro und Contra(?)
Hallo Simplemind66
ich finde dein Engagement grossartig!
Eine Freundin von mir und ihre Familie wollte auch einen oder mehrere Flüchtlinge aufnehmen. Das Resultat war ernüchternd: erst dauerte es auch ewig, bis sie überhaupt jemanden ans Telefon kriegte; dann wurde gesagt, ihr Haus sei geeignet für 2 Einzelpersonen, aber nicht für eine Familie; dann sperrte sich die Gemeinde, die sagte, sie habe ihr Quorum schon erfüllt und Einzelpersonen kämen sowieso überhaupt gar nicht in Frage.
Sprich, jetzt kann sie niemanden bei sich aufnehmen. (immerhin darf sie weiterhin in ihrem eigenen Haus wohnen bleiben)
Trauriger, ernüchternder Amtsschimmel...
ich hoffe, du hast mehr Glück bei deinen Bestrebungen!
gruss, barbara
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29.08.2015, 08:29Inaktiver User
AW: Aufnahme von minderjährigem Flüchtling - Pro und Contra(?)
In der Sendung logo! wird viel über minderjährige Flüchtlinge berichtet. Vielleicht findest Du dort noch Information:
ZDFtivi - logo! - Flucht nach Europa
Heute soll es eine Sondersendung geben, in der auch ein unbegleiteter Achtjähriger vorgestellt wird. Ich glaube ja, dass es eher von Vorteil ist, einen Minderjährigen aufzunehmen, denn Du hast über das Jugendamt ein Netz und doppelten Boden. Aber Ihr müsst natürlich für Euch abwägen.
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29.08.2015, 19:30Inaktiver User
AW: Aufnahme von minderjährigem Flüchtling - Pro und Contra(?)
Ich vergesse gar nichts, ich habe wiedergegeben, was der DGB sagte, zur aktuellen Lage, und meine Schlüsse daraus gezogen. Es heißt dort weiter oben, die Unternehmen nehmen weniger wahr, ausländische Arbeitnehmer anzuwerben, sondern gehen eher den Weg, z.B. den Krankenstand zu senken. Ist ja logisch, das ist nämlich noch günstiger, als weitere Arbeitnehmer einzustellen, so günstig kann kein Arbeitnehmer sein, als gar keine weiteren Kosten.
Ich glaube halt nicht an den Altruismus der Wirtschaft. Geht wahrscheinlich auch gar nicht, sonst wären vielleicht alle pleite. Daher muß man Arbeitsrecht, arbeitsrechtliche Schutzmaßnahmen etc. gesetzlich regeln, sonst wird es wohl nicht in allen Fällen gemacht (siehe Länder, wo es diese so nicht gibt z.B.)
Und Deine "Rechnung", mehr Menschen imLand, mehr Arbeit, weil mehr Arbeit gebraucht wird, ist wieder eine ganze neue Variante. (Sie ist an sich auch nicht verkehrt natürlich). Aber damit wird "notwendiger Zuzug" in dem Artikel nicht erklärt, und habe ich auch sonst noch nirgends gelesen. Gäbe ja auch keinen Sinn. Ist halt eine Erklärung, warum auch nicht "auf dem Arbeitsmarkt aktuell benötigter" Zuzug kein Drama sein muß, das schon.
Aber ist hier etwas offtopic, sorry an die TE.
Aber das Thema kam halt auf.
Geändert von Inaktiver User (29.08.2015 um 19:38 Uhr)
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30.08.2015, 09:30Inaktiver User
AW: Aufnahme von minderjährigem Flüchtling - Pro und Contra(?)
Na, dann wird's doch Zeit, dass unser reiches Land mit seinen vielen reichen Menschen und den vielen reichen Unternehmern, die immer gerne noch reicher werden moechten und noch eine Steigerung vor dem Komma anstreben - hier noch einmal an der Stellschraube dreht. Und verdammt noch mal dafuer gesorgt wird, dass die Leute in Pflegeberufen anstaendig verdienen. So anstaendig wie das in anderen europaeischen Laendern auch moeglich ist.
Und ganz klar sehe ich auch, dass diese Vertriebenen durchaus in ein paar Jahren unserer Generation in den Heimen die Hintern abwischt. Wer will es denn von unseren Kindern noch tun? Von dieser Generation, die ohne Abitur offenbar ohne jedes Selbstwertgefuehl dasteht und auf die hinabgschaut wird, die 'nur' eine Ausbildung machen.
Diese Voelkerwanderung, die eine epochale Bedeutung haben wird, zwingt 'eigentlich' dazu ganz anders denken zu lernen, das Wertesystem, das auf dieser Mutter Erde herrscht zu hinterfragen und zu veraendern. Doch das verstehen die wenigsten.
Sorry, auch OT, doch das musste gesagt werden.
Ich denke zudem hat sich das eigentliche Thema hier fuer simplemind erledigt, sie schrieb, dass sie keinen minderjaehrigen Vertriebenen bei sich aufnehmen werden. Was ich sehr gut nachvollziehen kann und was sich moeglicherweise in einem Jahr noch einmal anders darstellt.
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30.08.2015, 09:48Inaktiver User
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30.08.2015, 10:28Inaktiver User
AW: Aufnahme von minderjährigem Flüchtling - Pro und Contra(?)
Genau genommen müsste es heißen - das männliche Wertesystem, das auf dieser Erde herrscht. Und das von vielen Frauen ungefragt adaptiert wird. Es ist die Mutter Erde, unglaublich schön, unglaublich reich, in der Lage jeden zu nähren. Und wir rennen den goldenen Kälbern nach :-).
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30.08.2015, 13:11Inaktiver User
AW: Aufnahme von minderjährigem Flüchtling - Pro und Contra(?)
Klingt sehr pathetisch. Aber was genau willst Du denn damit sagen?
aus Beitrag 56:
Ich hatte ja gerade verlinkt, was der DGB dazu sagt: Es liegt an der schlechten Bezahlung und den sonstigen eher schlechten Bedingungen.Und ganz klar sehe ich auch, dass diese Vertriebenen durchaus in ein paar Jahren unserer Generation in den Heimen die Hintern abwischt. Wer will es denn von unseren Kindern noch tun? Von dieser Generation, die ohne Abitur offenbar ohne jedes Selbstwertgefuehl dasteht und auf die hinabgschaut wird, die 'nur' eine Ausbildung machen.
Die sich in besonderer Not befindenden Flüchtlingen werden sich damit arrangieren, so offenbar die Hoffnung der Wirtschaft.
Das Wertesystem', wo siehst Du das dann geändert in Richtung gebessert? Ich sehe es eher wieder sich verschärfend hierzulande. Eine Änderung ist das natürlich auch, aber kommt es nur auf Änderung an, egal wie die aussieht?Diese Voelkerwanderung, die eine epochale Bedeutung haben wird, zwingt 'eigentlich' dazu ganz anders denken zu lernen, das Wertesystem, das auf dieser Mutter Erde herrscht zu hinterfragen und zu veraendern. Doch das verstehen die wenigsten.Geändert von Inaktiver User (30.08.2015 um 13:17 Uhr)
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30.08.2015, 15:16
AW: Aufnahme von minderjährigem Flüchtling - Pro und Contra(?)
Ich möchte euch daran erinnern, dass hier das Flüchtlingsthema nicht allgemein zur Diskussion steht - dieses wird bereits im Nachbarstrang behandelt - sondern Simpleminds Fragestellung (siehe Titel) Gegenstand der Diskussion ist. Wenn ihr das möchtet, kann ich die letzten Beiträge nach nebenan verschieben.
Bitte kommt zu Simpleminds Thema zurück. Vielen Dank
Analuisa, ModerationModeration in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs



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