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13.06.2015, 20:13Inaktiver User
AW: Versandhandel, Internetkauf, Schnäppchen und faire Löhne
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13.06.2015, 20:35
AW: Versandhandel, Internetkauf, Schnäppchen, Lebensmittel, faire Löhne
Sasapis Beiträg Nr 121 und 128 sind sehr aufschlussreich.
Klar spielen Wasserrohre auch eine Rolle. Deswegen sollen sie ähnlich wie die Heizung irgendwann mal ausgetauscht werden. An der guten Wasserqualität in Deutschland ändern sie aber nichts.
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14.06.2015, 08:24
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14.06.2015, 14:35
AW: Versandhandel, Internetkauf, Schnäppchen, Lebensmittel, faire Löhne
Danke.
Wüsste jetzt nicht, was in diesen Beiträgen meinen Aussagen widerspricht?
Leider zeichnet Sasapi ein etwas positives Bild von der Kälberhaltung. Es gibt es immer noch, dass Kälber gleich getrennt werden und einzeln!!! in Boxen gehalten werden an Stricken, ohne Auslauf und Sozialkontakt und die Mich (oder was auch immer) von dem Arbeiter aus einem Einer bekommen. Kann man sehen, wenn man übers Land fährt.
Aber das wird hier langsam auch ot.Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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14.06.2015, 14:52
AW: Poststreik
Meine inzwischen langjährige Erfahrung ist, dass viele Dinge mit Bio-Siegel (zB die Schweizer Knospe, das kauf ich am meisten) mir tatsächlich besser schmeckt und bekommt als das gleiche Produkt in konventionell.
Gilt nicht für alles - zB eine wirklich gute Bio-Schokolade hab ich immer noch nicht gefunden.
Aber es gilt in vielen Fällen und ich halte es für eine nützliche Faustregel.
gruss, barbara
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14.06.2015, 14:52
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14.06.2015, 18:36
AW: Poststreik
Einspruch.
Es sind weder der sparende Verbraucher, noch der "Kopf", also die Anbieter (Discounter, Supermärkte), jeweils alleine für die Jagd nach dem Billigsten verantwortlich. Es besteht eine Wechselwirkung zwischen Anbieter und Verbraucher, die sich gegenseitig (leider negativ) beeinflusst.
Der millionenschwere Anbieter (Discounter, Supermärkte - ich glaube in D sind nunmehr 4 Große übriggeblieben) hat durch seine Marktmacht die Möglichkeit, den Verbraucher (u.a.) mithilfe von Werbe- und Angebotsblättchen (bei Aldi heißt es ja ganz unschuldig-euphemistisch-seriös "Aldi informiert"
) derart zu "erziehen", dass dieser tatsächlich glaubt, dass z.B. 500g frische Erdbeeren tatsächlich für 0,99 Euro, oder das Kilo Kartoffeln für 0,50 Euro ganz regulär zu haben seien. Der Verbraucher, der sich ja freut, wenn er sein sauer verdientes Geld so gut es geht zusammenhalten und sparen kann, gewöhnt sich dadurch an Preis/Leistungsverhältnisse, die mit den Gesetzen der Natur, den Zwängen und Gegebenheiten von Landwirtschaft und Verhältnisse, in der noch Boden, Pflanzen, Tiere und Bauern respektiert werden, absolut nichts mehr zu tun haben. Der so "informierte", braingewashte Verbraucher (der ja auch gar nicht mehr weiß, wie denn eine Kartoffel auf dem Acker wächst oder eine Kuh Milch gibt) wundert sich und weigert sich dann natürlich, beim (Bio-)Bauern am Marktstand für die 500g Schale Erdbeeren 3,50 zahlen zu sollen, wo es doch - aus Erfahrung- auch billiger- noch dazu zu scheinbarer (fast) gleicher Qualität - geht. Er geht also weiterhin zum Discounter, macht diesen noch reicher und mächtiger und der Discounter bekommt noch mehr Marktmacht um noch besser mit billigem Angebot (das aus Nähe besehen so billig nicht ist, da die "Schnäppchen" über andere teurere Artikel aus dem Angebot, finanziert werden) locken zu können.
Bio hat für mich übrigens nichts mehr mit Bio zu tun, wenn es hunderte oder tausende Kilometer weit aus Übersee, Süd- oder Osteuropa herangeschafft werden muss und zudem, da die Nachfrage ja wächst und wächst, inzwischen teilweise ebenso industriell "hergestellt" wird, wie konventionelle Erzeugnisse auch.Geändert von bruennette_2 (14.06.2015 um 18:42 Uhr)
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14.06.2015, 19:28Inaktiver User
AW: Poststreik
Die hatte ich nicht gemeint. Es ist eher z.B. das Ausbeuten zu Dumpinglöhnen, hier wie dort, also im Produktionsland, wie im Abnahmeland, (die können ja unterschiedlich sein), was dann letztlich auch den Verbraucher zwingt, billig zu kaufen. Wer "nichts" verdient, kann auch "nichts" ausgeben. Der politische Fischkopf gewissermaßen ist gemeint. Das fängt bei den hohen Mietpreisen, gestiegen durch Stop des öffentlichen Wohnungsbaus, und damit Wohnraumverknappung, an, und - keine Ahnung, wo es vlt. aufhört. Es ist halt kein normaler Zustand, wenn Arbeitnehmer von ihrem Lohn nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Diese immer mehr auseinanderklaffende Arm-Reich-Schere, die meinte ich.
Für mich schon. Bio aus Osteuropa, warum nicht. Ich kaufe z.B. ukrainische Biohirse, sehe ich kein Problem. das Label Bio bezieht sich doch auf das Produkt. Bio bedeutet, weniger Rückstände mit Chemiegiften, (einige sind ja leider vorhanden, durch Kontaminierung durch die anderen Äcker, auf denen Gift gesprüht wird). Bio bedeutet also auch, die Arbeiter auf den Äckern und Plantagen waren nicht exzessiv diesen Giften ausgesetzt, allein nur weil sie dort arbeiten und z.B. diese Gifte versprühen müssen.Bio hat für mich übrigens nichts mehr mit Bio zu tun, wenn es hunderte oder tausende Kilometer weit aus Übersee, Süd- oder Osteuropa herangeschafft werden muss
Der Transportweg verändert diesen qualitativen Vorteil von Bioware zum Glück nicht, und beeinträchtigt dieses Qualitätsmerkmal des Produkts nicht.
Was meinst Du denn mit "industriell hergestellt", was die Landwirtschaft angeht? Die eingesetzten Maschinen? Gibt es schon lange. Die Ausbeutung der Arbeitskräfte? Ja. Siehe oben, das meinte ich u.a.und zudem, da die Nachfrage ja wächst und wächst, inzwischen teilweise ebenso industriell "hergestellt" wird, wie konventionelle Erzeugnisse auch.Geändert von Inaktiver User (14.06.2015 um 19:35 Uhr)
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14.06.2015, 19:47
AW: Versandhandel, Internetkauf, Schnäppchen, Lebensmittel, faire Löhne
Körperlich Distanz
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Kari Bremnes
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14.06.2015, 21:09
AW: Poststreik
OK, dann habe ich etwas beschrieben, was ich aber auch so gemeint habe, weil ich diese Assoziation über Deinen Beitrag hatte und Dich nicht mehr im Blickfeld. Und ich finde das, was ich geschrieben habe, dennoch stimmig. Die großen Supermärkte und Discounter "erziehen" durch ihre Marktpolitik die Verbraucherschaft, indem sie billige Waren als Standard setzen. Dabei geraten aber die tatsächlichen Produktionskosten- und Verhältnisse aus dem Blick. Zu Letztere hat der Verbraucher ja sowieso keinen Bezug mehr, weil er i.d.R. schon so entfremdet ist, dass er nicht mal mehr weiß, wie lange es "natürlich" dauert und was für Mühe und Plage es bedeutet, bis z.B. auch nur eine einzige Kartoffel geerntet oder ein einziges Kalb großgezogen ist. Und man kann es ihm nicht mal vorwerfen, dass es so ist, denn woher soll er es denn wissen? Etwas aus TV und Zeitung zu wissen ist aber noch mal was anderes, als etwas vor Ort hautnah mitzubekommen.
Das Ausbeuten zu Dumpinglöhnen ist nur ein weiteres Steinchen im Gesamtpuzzle, aber bestimmt nicht für alles verantwortlich. Und schon gar nicht dafür, dass "der" Verbraucher gezwungen ist, billig zu kaufen. In D gibt es immer noch eine breite Mittelschicht, die es sich leisten könn(t)en, wertvolle Nahrungsmittel zu kaufen. Die Menschen, die zu Dumpinglöhnen arbeiten, oder aus anderen Gründen wenig Geld zur Verfügung haben, müssen sicher sparen, da stimme ich Dir zu.Es ist eher z.B. das Ausbeuten zu Dumpinglöhnen, hier wie dort, also im Produktionsland, wie im Abnahmeland, (die können ja unterschiedlich sein), was dann letztlich auch den Verbraucher zwingt, billig zu kaufen.
Allerdings ist es Fakt, dass heute der Anteil vom Gesamtkuchen der Lebenshaltungskosten, der in D für Lebensmittel ausgegeben wird, um ein Vielfaches geringer ist, als noch vor 30/40 Jahren. Und damals waren die Menschen im Verhältnis auch nicht ärmer oder reicher als heute. Heute sind die bedeutendsten Posten in den Lebenshaltungskosten Energie und Miete, dann kommt Urlaub und Freizeit und dann erst Nahrungsmittel. Damals standen die Nahrungsmittel in der Rangfolge noch etwas weiter vorne.
Und es ist tatsächlich so, wie auch schon Koi-Nobori angedeutet hat: In D haben Nahrungs- und Lebensmittel nicht den gleichen hohen Stellenwert wie in anderen europäischen Ländern wie z.B. Frankreich oder Italien. Und man kann mir nicht sagen, das läge daran, dass es sich dort die Menschen eher leisten können, hochwertige Nahrungsmittel zu kaufen.
Ging nicht auch die Discounterbewegung von D aus? Lidl & Co habe ich z.B. vor 20 Jahren in Frankreich noch nicht gesehen. Heute breitet sich diese "Seuche " auch dort aus.
Da stimme ich Dir zu.(...) Der politische Fischkopf gewissermaßen ist gemeint. Das fängt bei den hohen Mietpreisen, gestiegen durch Stop des öffentlichen Wohnungsbaus, und damit Wohnraumverknappung, an, und - keine Ahnung, wo es vlt. aufhört. Es ist halt kein normaler Zustand, wenn Arbeitnehmer von ihrem Lohn nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Diese immer mehr auseinanderklaffende Arm-Reich-Schere, die meinte ich.
Mein Wirtschaftsdozent an der Uni meinte mal, dass die Transportkosten viel zu niedrig seien. Transport ist sehr billig (auch dort werden z.B LKW-Fahrer mit Dumpinglöhnen abgefertigt), deshalb ist die große globale Waren-Hin-und-Herschieberei auch erst möglich. Es sind Kosten, die auf Kosten der Umwelt und Menschen, die in der Branche arbeiten, eingespart werden. Für mich bedeutet "Bio" aber nicht nur (einigermaßen) pestizidfreie Ware, sondern auch, dass die Bedingungen, unter denen die Erzeugnisse geerntet und transportiert werden, humanen und umweltfreundlichen Maßstäben entsprechen. Inzwischen ist mir deshalb ein konventionell gezogenes Gemüse aus der Region, das von einem kleinen Bauernhof stammt (sofern er überhaupt noch existiert und nicht schon aufgegeben hat, wie jährlich so viele andere) oft lieber als eine Gurke, die in Spanien "bio" erzeugt wurde.Für mich schon. Bio aus Osteuropa, warum nicht. Ich kaufe z.B. ukrainische Biohirse, sehe ich kein Problem. das Label Bio bezieht sich doch auf das Produkt. Bio bedeutet, weniger Rückstände mit Chemiegiften, (einige sind ja leider vorhanden, durch Kontaminierung durch die anderen Äcker, auf denen Gift gesprüht wird). Bio bedeutet also auch, die Arbeiter auf den Äckern und Plantagen waren nicht exzessiv diesen Giften ausgesetzt, allein nur weil sie dort arbeiten und z.B. diese Gifte versprühen müssen.
Der Transportweg verändert diesen qualitativen Vorteil von Bioware zum Glück nicht, und beeinträchtigt dieses Qualitätsmerkmal des Produkts nicht.
Ich meine die Mengen und die Größe. Und daraus folgend der ganze Rest. Landwirtschaftliche Betriebe in D haben heutzutage Hektargrößen von 50ha an aufwärts (wobei 50 noch niedrig angesetzt ist. Im Osten auch gerne vermehrt 100 und mehr). Vor 20/ 30 /40 Jahren hatte man mit 20 ha noch eine gute Existenzgrundlage als Bauer. Geht heute nicht mehr. Die Tendenz zur Größe hat ihre Wurzeln auch und v.a. in der Rentabilität. Auch eine Folge des "billig-billiger- am billigsten". Wenn für ein Produkt, wie z.B die Kartoffel- um beim Beispiel zu bleiben - auf dem Großmarkt (dessen Preise zum Angebot/Nachfrage sowie die großen Marktführer wie Aldi & Co diktieren) im Schnitt 1 Euro /Kilo (und das ist noch ein guter Preis, es geht auch für noch weniger....) gezahlt wird, musst Du als Landwirt seeeehr viele Kartoffeln anbauen, um nach Abzug der Kosten davon leben zu können.Was meinst Du denn mit "industriell hergestellt", was die Landwirtschaft angeht? Die eingesetzten Maschinen? Gibt es schon lange. Die Ausbeutung der Arbeitskräfte? Ja. Siehe oben, das meinte ich u.a.
Die Größe erfordert in der Folge immer größere, ausgeklügeltere Maschinen. Industriellen Computeranlagen vergleichbar. Die von wenigen Menschen, oft einem einzigen, bedient werden. (Außer in den Bereichen, wo Handernte- und -arbeit unerlässlich ist)
Wenn Du mal einen "Fendt" aus dem Jahre 1990 und im Vergleich dazu einen Modernen fährst, weißt Du, was ich meine. :-)
Die modernen Maschinen ähneln immer mehr Produktionsmittel- und -hallen der Industrie. Die Landwirte (oder Landarbeiter, die für die Eigentümer schuften) sitzen heute in ihren (oft vollklimatisierten) Riesentraktoren, fahren auf den Riesenäckern Reihe um Reihe ab und bekommen nicht mehr viel von außen mit. (Ok, im Obst- und Weinanbau ist es noch ein wenig anders.) Auch eine Nebenserscheinung der Industriealisierung der Landwirtschaft.
Und noch ein Merkmal der Industrialisierung der Landwirtschaft: Durch die Größe entsteht auch eine Konzentrierung der Ackerflächen & des Besitzes auf einige wenige große Eigentümern (v.a. in den östlichen Teilen der Republik), was gleichzeitig der Verlust der Vielfalt an kleiner Parzellen mit ihren verschiedenen angebauten Kulturen bedeutet. Diese "Großen", meist keine familiengeführten Höfe mehr, sondern wahre "Agrarunternehmen" können dann, wie in der Industrie auch, ihre Arbeiter behandeln, wie sie wollen, siehe Leih- und Zeitarbeit, so wie man es aus anderen Branchen kennt.... Na, mal sehen, wie DA der Mindestlohn angewendet wird oder auch nicht....Geändert von bruennette_2 (14.06.2015 um 21:14 Uhr)



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