Apropos 'Sport und ehrliche Arbeit' ...
Ein halbes Dutzend FIFA-Funktionäre unterschiedlicher Nationalität sollen von der Schweiz an die USA ausgeliefert werden, um dort wegen Korruption vor Gericht gestellt zu werden.
Am Mittwochabend forderte Russland die USA auf, den "illegalen, exterritorialen Gebrauch der US-Rechtsprechung" zu unterlassen. Washington solle "die Versuche stoppen, seine Gesetze weit außerhalb der eigenen Grenzen anzuwenden", teilte das russische Außenministerium in einer Stellungnahme mit.
Auch die USA hätten sich an internationale rechtliche Abläufe zu halten, hieß es in der Mitteilung weiter. Es sei nicht der erste Vorfall dieser Art: "Wir fordern Washington auf, sich nicht wie ein Richter außerhalb seiner Grenzen aufzuführen."
Ich habe nun wirklich keine Sympathie für diesen FIFA-Filz. Aber:
Recht haben sie, die Russen.
Das kann man gar nicht dick genug unterstreichen.
Und unsere "Qualitätsmedien"?
Nach transatlantischer Lesart ist es offenbar nicht zu kritisieren, wenn die USA von der Schweiz verlangen Nicht-Amerikaner an die USA auszuliefern, weil sie irgendwo auf der Welt US-amerikanische Gesetze gebrochen haben sollen.
Wenn sich Russland zu dieser Übergriffigkeit und Anmaßung zu Wort meldet, kommentiert der transatlantisch völlig vernagelte Spiegel: "Der Kreml mischt sich in den Fifa-Korruptionsskandal ein"
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Ergebnis 1 bis 10 von 68
Thema: FIFA und Politik
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28.05.2015, 00:18Inaktiver User
FIFA und Politik
Geändert von Inaktiver User (28.05.2015 um 00:34 Uhr)
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28.05.2015, 00:38Inaktiver User
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
Du solltest dir die Begründung etwas genauer ansehen. Da geht es um Geldwäsche über US-amerikanische Finanzinstitute.
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28.05.2015, 01:12Inaktiver User
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
Es gibt praktisch keine internationalen Finanzinstitute, die nicht in der einen oder anderen Weise "amerikanische" sind oder US-Filialen unterhalten. So sind zum Beispiel sämtliche internationale Kreditkarteninstitute US-amerikanisch.
Die globale Dominanz der USA im Finanzwesen rechtfertigt nicht, dass die USA sich die Rolle anmaßen, jederzeit über jeden Bürger jeden anderen Landes nach ihren Vorstellungen Gericht zu halten.
Umgekehrt gibt es sogar ein Gesetz, das die US-Regierung ermächtigt US-Bürger gegebenenfalls auch mit militärischen Mitteln aus den Fängen des Internationalen Gerichtshofs für Menschenrechte zu "befreien", falls Den Haag auf die Idee kommen sollte US-Amerikaner wegen Völkerrechtsverbrechen vor Gericht stellen zu wollen.
Die USA sollten den Ball also flach halten. Sehr flach.Geändert von Inaktiver User (30.05.2015 um 15:38 Uhr) Grund: Link nachgereicht
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28.05.2015, 09:25Inaktiver User
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
Ich sehe es als bilaterale Zusammenarbeit, schließlich erheben die Schweizer selbst Anklage gegen die FIFA. Hier geht es um international organisierte Kriminalität, und soweit ich lesen konnte, klagen die Amerikaner nur jene Exekutivmitglieder an, denen in den USA Straftaten nachzuweisen sind. Die Russen haben wahrscheinlich Schiss, dass jetzt rauskommt, wie sie ihre WM bekommen haben.
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28.05.2015, 09:27Inaktiver User
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28.05.2015, 09:38Inaktiver User
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
Haben 'ne Menge internationaler Sportverbände, Sportrechte-Agenturen etc. Die Schweiz ist DER Sitz des internationalen Sports. Bislang (und trotz einiger Beweise) haben die Schweizer Behörden wenig bis gar nichts gegen die FIFA unternommen. Werden dieses Mal wohl handfestere Beweise vorliegen.
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28.05.2015, 09:52Inaktiver User
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28.05.2015, 10:24Inaktiver User
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
Dass die US-Amerikaner hier nicht die Weltpolizei spielen, wie es die Russen (zitiert von KN) unterstellen. Internationale Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort. Ganz normal.
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28.05.2015, 10:30Inaktiver User
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
"Zusammenarbeit", dass ich nicht lache.
Die Schweiz hat sich durch ihr früheres Steuergebahren vor Jahren erpressbar gemacht, und in der Tat laufen immer wieder neue Verfahren gegen Schweizer Banken oder werden jedenfalls angedroht, obwohl das Thema mal langsam beendet sein müsste. Was für ein seltsames Justizsystem, bei dem anscheinend jede Filiale oder jedes Detail extra angeklagt wird und ständig neue Verfahren wie Kaninchen aus dem Hut gezaubert werden. Erst kürzlich wurde wieder von einem neuen Verfahren gegen die UBS gemunkelt.
Von Zusammenarbeit kann man nur reden, wenn die Beteiligten auf gleicher Augenhöhe sind und die Wahl haben die "Zusammenarbeit" zu verweigern. Das ist nicht der Fall: die Amis haben die Schweiz in der Tasche.
Wenn sich FIFA-Funktionäre für die Vergabe von Austragungsorten haben bestechen lassen, dann sicher nicht nur im Zusammenhang mit Russland.Die Russen haben wahrscheinlich Schiss, dass jetzt rauskommt, wie sie ihre WM bekommen haben.
Aber da hast du ihn doch - den eigentlichen Grund für die USA, jetzt auf einmal die FIFA unter Druck zu setzen und dieses Gerichtsverfahren gegen Nicht-Amerikaner zu inszenieren, die für Straftaten internationale Bankkonten, sprich: das "US-Finanzsystem", verwendet haben sollen:
Seit einem Jahr ist die Rede davon, wegen der Ukraine-Krise die WM in Russland zu boykottieren oder noch besser: Russland die WM wegzunehmen. Bisher hat die FIFA sich geweigert, sich zum Spielball politischer Interessen machen zu lassen. Nun haben sich die USA offenbar entschlossen auch hier eine Kriegsfront zu eröffnen.
Und die Spiegel-Journaille spricht von "russischer Einmischung". Geht's noch blöder?Geändert von Inaktiver User (28.05.2015 um 10:43 Uhr)
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28.05.2015, 13:15Inaktiver User
FIFA und Politik
Prime Minister David Cameron has called for Sep Blatter’s resignation following the arrest of seven FIFA officials. (...)
(...) Secretary of State for Culture, Media and Sport John Whittingdale said (...) he supported the call to postpone the FIFA leadership election, due to take place this week, and stressed the importance for sponsors to examine their link with the organization.
(...)
former UEFA President Lennart Johansson said he believed Britain should have been awarded the 2018 World Cup instead of Russia.
Johansson, who lost out on the FIFA leadership to Blatter, said the allegations of corruption should trigger both an investigation into the decision to award Russia the event and a re-vote for the host country.
Quelle
Nachtigall, ick hör dir trapsen.
Die üblichen Verdächtigen, Briten und Schweden, hängen sich hier aus dem Fenster, um im Auftrag der USA der bislang politisch neutralen FIFA am Zeug zu flicken.
Die USA, die bereits in allzu vielen Bereichen einen grotesk großen Einfluss in der Welt haben, hatten bisher keinen oder wenig Einfluss auf die FIFA. Sie wollen diesen Einfluss ausdehnen und darüber entscheiden, welche Länder welche Sportereignisse austragen dürfen und welche nicht. Das wird ein weiteres Lock- und Drohmittel in ihrem hegemonialen Werkzeugkasten.
Des weiteren soll Russland die kommende Fußball-Weltmeisterschaft weggenommen werden - das war seit Beginn der Ukraine-Krise immer wieder im Gespräch. Die FIFA hatte bisher aber abgelehnt sich von der Politik vereinnahmen zu lassen.
Meine Einschätzung: die Kampagne wird funktionieren, und zwar auf zwei Wegen:
über eine breite Skandalisierung in den Medien und über direkten Druck auf die Sponsoren.Geändert von Inaktiver User (28.05.2015 um 13:56 Uhr)


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