Blatter wird bleiben. Wer soll ihn denn zu Fall bringen? Die paar Gegenstimmen aus Europa und Nordamerika?
Nicht alle Europäischen Verbände sind gegen Blatter; dazu kommen Stimmen aus über 50 afrikanischen Verbänden, aus Südamerika oder Asien, wo Blatter wegen seiner "großzügigen" Angliederungspolitik oft als Held gesehen wird. Diese Verbände bekommen alle Geld von der FIFA. Die deutschen ja auch. Es geht um unglaubliche Summen. Warum Fußball diesen Stellenwert hat und dieses Machtmonopol gewinnen konnte, hat sicher auch mit Blatter zu tun, aber nicht nur mit ihm allein.
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Ergebnis 41 bis 50 von 68
Thema: FIFA und Politik
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29.05.2015, 11:12
AW: FIFA und Politik
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Der Adler fängt keine Mücken.
'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit
Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
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29.05.2015, 11:24Inaktiver User
AW: FIFA und Politik
Nein, sehe ich anders; nach meiner Auffassung stellt sich die Frage, ob die Gier manchen Menschen das Gehirn vernebelt und ob sie nicht dafür zur Verantwortung gezogen werden müssten, und zwar durch die Öffentlichkeit.
Egal, wo frau/man hinsieht, tauchen welche auf, die sich unverdient bereichern, ob es nun, wie im Fussball, an der Nationen übergreifenden Begeisterung gewöhnlicher DurchschnittsbürgerInnen für den Sport liegt, die dies ermöglicht, ob es die Instrumentalisierung junger Leute mittels Floskeln aus unterschiedlichen Glaubensrichtungen ist, die den Waffen-, Drogen- und Menschenhandel befeuert, oder ob es überforderte PolitikerInnen sind, die dem Lobbyismus die Bahn frei machen, immer treten (hauptsächlich) ältere und alte Männer auf, die von ihrer Schlauheit und der Abhängigkeit jener Nebendarsteller, denen auch ein wenig Reichtum zugespielt wird, profitieren.
Hier gilt es einzuhaken und Leute wie Blatter, aber auch die Mitläufer, aus ihren stillen Hinterzimmern hervorzuholen. Denn, wie gesagt, weit schlimmere Dinge als riesige Schmiergeldzahlungen im Fussball geschehen, weil jene, die sie antreiben, entweder ungestört ihrer Tätigkeit nachgehen können oder von solchen, die ebenfalls Butter auf dem Kopf haben, aus der Schusslinie genommen werden.
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29.05.2015, 11:36Inaktiver User
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29.05.2015, 11:49Inaktiver User
AW: FIFA und Politik
Ich war nie für Blatter - jetzt bin ich für Blatter und drücke ihm sämtliche Daumen.
Aber ich fürchte, du bist viel zu optimistisch. Die USA und einige ihrer engsten Verbündeten üben massiven Druck aus, die US-Justiz wird instrumentalisiert, die Sponsoren werden direkt unter Druck gesetzt, Blatter in den Medien persönlich demontiert. (Der Spiegel fängt schon an.)
Warum Sport ein solches Milliardengeschäft ist, habe ich nie verstanden. Das ist beim IOC übrigens nicht anders als bei der FIFA. Diese Bedeutung muss man einfach als Fakt akzeptieren.Warum Fußball diesen Stellenwert hat und dieses Machtmonopol gewinnen konnte, hat sicher auch mit Blatter zu tun, aber nicht nur mit ihm allein.
Wesentlich sind für mich bei dem Thema zwei Dinge:
1. die unfassbare Anmaßung der USA jeden Menschen jedweder Nationalität wegen irgendwas, was irgendwo auf der Welt passiert sein soll, vor ein US-Gericht stellen und US-Justiz unterwerfen zu wollen - bei gleichzeitiger knallharter Ablehnung sich selber jemals für Verbrechen zur Verantwortung ziehen zu lassen.
2. der Versuch der ohnehin mit riesiger Machtfülle ausgestatteten Hegemonialmacht USA, einen weiteren global offenbar wichtigen Bereich unter Kontrolle zu bringen, um auch ihn als Druckmittel und Lockmittel politisch einsetzen zu können.Geändert von Inaktiver User (29.05.2015 um 12:05 Uhr)
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29.05.2015, 12:02
AW: FIFA und Politik
Doch, weil die Machtmechanismen immer die gleichen sind:
Prinzipien guter Führung - Blatters Prinzipien - Karriere - Süddeutsche.de
Warum? Nur weil die USA anklagen?
Nein, das ist purer Pessimismus.^^ Im Gegensatz zu dir hätte ich lieber Reformen und einen Wechsel der Spitze in der FIFA.Aber ich fürchte, du bist viel zu optimistisch. Die USA und einige ihrer engsten Verbündeten üben massiven Druck aus, die US-Justiz wird instrumentalisiert, die Sponsoren werden direkt unter Druck gesetzt, Blatter in den Medien persönlich demontiert. (Der Spiegel fängt schon an.)
Sport ist positiv und jung besetzt. Die Vermarktung ist ein Selbstläufer mit bekannten Gesichtern und populären Sportarten.Warum Sport ein solches Milliardengeschäft ist, habe ich nie verstanden. Das ist beim IOC übrigens nicht anders als bei der FIFA. Diese Bedeutung muss man einfach als Fakt akzeptieren.
Einerseits schon verständlich. Warum die Zuschauer aber immer ausblenden, wieviel diese Leute (Passive und Aktive) wirklich "verdienen", verstehe ich nicht. Das ist weder jung noch gesund.
Zur erste Hälfte: Unrecht wird nicht weniger Unrecht, nur weil es die USA vor Gericht bringt.1. die unfassbare Anmaßung der USA jeden Menschen jedweder Nationalität wegen irgendwas vor ein US-Gericht stellen und US-Justiz unterwerfen zu wollen - bei gleichzeitiger Ablehnung sich selber jemals für Verbrechen zur Verantwortung ziehen zu lassen.
Zur zweiten: Da hast du völlig recht. Sie haben das clever gelöst und die anderen es mit sich machen lassen.
Ist das nicht bei zwei Handvoll von Verbandsmitgliedern zu hoch gegriffen?der Versuch der USA einen weiteren global offenbar wichtigen Bereich für die eigenen Machtpolitik unter Kontrolle bringen zu wollen, um es als Druckmittel und Lockmittel einsetzen zu können, um machtpolitische Ziele durchsetzen zu können.*
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29.05.2015, 12:25Inaktiver User
AW: FIFA und Politik
Die pseudofeministische Anklage gegen "alte Männer" ist lächerlich und off-Topic. Damit befasse ich mich nicht.
Ich gehe davon aus, dass ich mich in den diversen Postings zum Thema klar ausgedrückt habe.Warum? Nur weil die USA anklagen?
Zu dem Unrecht, das die USA "uneigennützig und selbstlos" aufklären wollen, kommt das Unrecht sich zum Weltenrichter aufzuspielen.Zur erste Hälfte: Unrecht wird nicht weniger Unrecht, nur weil es die USA vor Gericht bringt.
Was für ein Verständnis hast du eigentlich von einem Rechtssystem? Selbst bei uns gibt es sowas wie gerichtlich einklagbare Zuständigkeiten - von einzelnen Richtern, Gerichten, Regionen, Ländern.
Ich finde nicht, dass es ein Beitrag zur allgemeinen Rechtssicherheit darstellt, wenn jeder Bürger weltweit in die Fänge der US-Justiz geraten kann, weil diese ihre Zuständigkeiten sehr ... sagen wir mal: originell ... interpretiert.
Wo bleibt bei dir die Logik: erst anerkennen, welche Bedeutung die FIFA hat und dann, wenn es um den Zugriff darauf geht, die Bedeutung herunterspielen zu wollen.Ist das nicht bei zwei Handvoll von Verbandsmitgliedern zu hoch gegriffen?
Die USA wollen massiven Druck auf die FIFA insgesamt ausüben. Warum genau diese Personen ins Visier geraten sind - keine Ahnung. Vielleicht weil man zusätzlich eine Agenda in Lateinamerika hat, vielleicht weil das die Personen waren, die für Russland gestimmt hatten, vielleicht weil sie leichte Ziele darstellen. Ist mir völlig schnuppe.
Auf jeden Fall will man erreichen, dass die Vorstandswahlen verschoben werden - offensichtlich um Zeit zu haben Schachfiguren zu platzieren, und man will Blatter absägen. Zweifellos aus eigenen Machtinteressen; Sport hat damit nicht das Geringste zu tun.Geändert von Inaktiver User (29.05.2015 um 12:46 Uhr)
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29.05.2015, 15:42
AW: FIFA und Politik
Warum der Verband so viel Geld verdient, und das ohne Zwangsgebühr, ist recht schnell beatwortet. Die Fifa bedient und befriedigt die Bedürfnisse der Menschen. Deshalb ist mit dem Fußball so viel zu verdienen.
Manche Beiträge klingen so, als ob die den Job nur wegen der möglichen Schmiergelder machen. Die Schmiergelder sind ein Bruchteil der Einkommen und werden in Regel weiterverteilt.
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29.05.2015, 16:03Inaktiver User
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29.05.2015, 17:13Inaktiver User
AW: FIFA und Politik
Es sind extrem begehrenswerte Tätigkeiten/Positionen:
Diese Leute sind auf der ganzen Welt zu Hause. Ihnen stehen alle Türe offen. Sie haben internationale Kontakte aller Art, Zugang zu Regierungschefs, Ministern, Industriellen, Spitzensportlern und Gleichgesinnten aller Nationalitäten, Mentalitäten und Kulturen. - Das ist ungeheuer interessant. Außerdem werden sie gut bezahlt, umgarnt, umschmeichelt, hofiert und verwöhnt.
Selbstverständlich hat ein Sepp Blatter viele Neider.
Aber darum geht es im Moment wohl nicht vorrangig.
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29.05.2015, 18:01
AW: FIFA und Politik
Blatter ist 79, in seiner Funktion eine Supermacht, lange im Amt und praktisch unangreifbar. Aber OT ...
Die FIFA ist erst mal nur am Rand betroffen. Sie wird alles auf andere abwälzen und am Ende wie so oft mit einigermaßen sauberer Weste dastehen. Ist doch nicht der erste Skandal. Die Nordamerikaner braucht sie nicht; andere Sponsoren warten nur auf Lücken.*
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