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  1. Inaktiver User

    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nein nicht wirklich. Sozialer Aufstieg war vor 50 Jahren wesentlich wahrscheinlicher als heute.

    Heute sind Handwerksberufe immer weniger wert, da in Deutschland nicht mehr so viel produziert wird und das Bildungssystem ist nachgewiesen ungerecht (Europaweit sind wir da Spitzenreiter in "Vererbbarer Bildung").
    Beim Bildungssystem geb ich Dir Recht, aber bei seiner Berufswahl muss man sich eben auch an Veränderungen anpassen.

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    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    Zitat:

    "Zwar meinen manche Leute immer noch, solche Diskussionen als „Neid-Debatte“ delegitimieren zu können."


    Genau DAS meinte ich weiter oben.

  3. gesperrt

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    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Zitat Zitat von Letho Beitrag anzeigen
    Natuerlich haben diejenigen, die gerade viel Geld geerbt haben, eine andere Meinung dazu, als dienenigen, die nichts geerbt haben und nichts erben werden. Ist irgendwie logisch. Ich frage mich allerdings, was jemand, der kein Geld hat, fuer einen Nutzen davon hat, wenn die Erbschaftssteuer erhoeht wird. Er bekommt davon ja nichts ab. Die Steuergelder versickern und werden dann irgendwo sinnlos verplempert. Da sollen es von mir aus doch lieber die Erben behalten, die geben es dann vielleicht fuer sinnvolles oder schoenes aus und schmeissen es nicht in den Gully.
    Vlt. wenn bei mehr Steuereinnahmen durch Erbschaftssteuer, die Steuern für die Allgemeinheit sinken. Steuerverschwendung jetzt einmal außen vor...

  4. Inaktiver User

    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke, nicht die Erbschaften sind das größte Problem unserer Gesellschaft, sondern die quasi nicht vorhandenen Aufstiegsmöglichkeiten im Bildungssektor.
    Jemand der etwas erbt hat allerdings automatisch mehr Möglichkeiten einen höheren Abschluss und die Durststrecke der ersten 10 Jahre Berufsleben durchzustehen.

    andere parken sich freiwillig davor auf den sicheren aber unlukrativen (ideel & finanziel) Jobs , damit sie ihre Familie durchbekommen. Und die Kinder von xy Leitungsmensch haben sowieso mehr Chancen auf einen guten Bildungsabschluss als die von Arbeiter abc. Das wird dann mit 10 Jahren festgelegt.

    Frage ist, ob man das will?
    Da geht es um wesentlich mehr als um eine Festlegung der Erbschaftssteuer.

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    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Beim Bildungssystem geb ich Dir Recht, aber bei seiner Berufswahl muss man sich eben auch an Veränderungen anpassen.
    Klingt, als wäre jeder zu jedem Beruf fähig.
    Dem ist wohl eher nicht so.

  6. Inaktiver User

    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Für mich ist mit der Frage nach dem Erbe vor allem die Frage nach dem Wert von Arbeit verbunden. Wenn ich es richtig verstanden habe, wurde bei Jauch so argumentiert, dass weder die, die arbeiten müssen, noch die, die aufgrund des geerbten Vermögens dem Müßiggang frönen können, den Wert von Arbeit richtig bemessen. Erstere, weil sie so gut wie keine Chance mehr haben, sich "hochzuarbeiten", letztere, weil sie nicht mehr arbeiten müssen.

    Ich halte diese Schlussfolgerung aus mehreren Gründen für fatal. Zunächst einmal ist Arbeit kein Wert an sich. Die jeweilige Gesellschaft bestimmt die Wertigkeit, und es gibt Beispiele für Gesellschaften (in der Vergangenheit wie in der Gegenwart), bei denen der Arbeit kein sehr hoher Stellenwert zugesprochen wird.

    Wir in D sind noch sehr von leistungsethischen Gedanken geprägt und gestehen es uns immer noch nicht zu, darüber nachzudenken, dass unsere Gesellschaft dies schon lane nicht mehr trägt. Man wird sich Gedanken über alternative Lebenskonzepte machen müssen, da Vollbeschäftigung in unserer Gesellschaft nicht umsetzbar bleiben wird.

    Darüber hinaus meine ich aber, dass auch Leute ohne Erbe oder sonstiges Vermögen gern arbeiten und in ihren Berufen aufgehen. Sie haben eine andere (möglicherweise sogar die gesündere) Motivation, einer Beschäftigung nachzugehen. Andererseits ruhen sich längst nicht alle Erben auf ihrem Vermögen aus. Wer eine Firma geerbt hat, muss ganz schön rudern, um sie konkurrenzfähig zu halten. Nicht von ungefähr ist die Literatur voll von Geschichten, wo spätestens in der dritten Generation der Abstieg deutlich wird (Thomas und Christian Buddenbrook lassen grüßen).

    Noch zur Frage der Erbschaftssteuer und ob es gerecht ist, bei von den Eltern Ererbtem höhere Freibeträge zu haben: Ich lese hier zum Beispiel im Eigenheimforum von persönlichen Berichten, dass User als Kind das elterliche Vermögen mit aufgebaut haben, indem sie auf Urlaub, teure Freizeitvergnügen, Musikinstrument, neue Kleidung und Spielsachen usw. verzichteten, weil die Eltern ein Haus abbezahlten oder Vater eine Selbständigkeit aufbaute. Sie sind die direkte Linie und haben das auch direkt mitgetragen. Warum sollen sie dann nicht den Ertrag erben?

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    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Zitat Zitat von FriendOfAlwin Beitrag anzeigen
    Und dann kann der Erbe das Geld anlegen und für sich "arbeiten lassen", während Menschen die nichts erben ihre gesamten Einnahmen versteuern müssen.

    Ich finde auch, dass es da eine Gerechtigkeitslücke gibt.
    Ja, finde ich auch. Aber das Erben ist in vielen Familien ein heikles Thema. In fast jeder Familie in meinem Umkreis, fühlt sich irgendwer und sei es die Cousine dritten Grades, der eine Brosche oder ein Bild versprochen wurde, übervorteilt.

    Die Freibeträge sind ziemlich hoch, es geht nicht um der Oma ihr Häuschen.
    Wie mir ein Vater erzählt hat, wird sein einziger Sohn einmal 5 Häuser bzw. Eigentumswohnung erben. Von seinen Großeltern väterlicher- und mütterlicherseits sowie von zwei unverheirateten Tanten und seinen Eltern. Der Freibetrag gilt jeweils einzeln. Es sei ihm von Herzen gegönnt, aber warum soll er über die Freigrenzen hinaus nicht genau so viele Steuern zahlen wie jemand der arbeitet?
    Gruß dingsda

    Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
    Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.

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    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wir in D sind noch sehr von leistungsethischen Gedanken geprägt und gestehen es uns immer noch nicht zu, darüber nachzudenken, dass unsere Gesellschaft dies schon lane nicht mehr trägt. Man wird sich Gedanken über alternative Lebenskonzepte machen müssen, da Vollbeschäftigung in unserer Gesellschaft nicht umsetzbar bleiben wird.


    Genau aus diesem Grund habe ich das Grundeinkommen ins Spiel gebracht.
    Ich glaube immer mehr, dass das ein sinnvoller Ansatz ist.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Darüber hinaus meine ich aber, dass auch Leute ohne Erbe oder sonstiges Vermögen gern arbeiten und in ihren Berufen aufgehen. Sie haben eine andere (möglicherweise sogar die gesündere) Motivation, einer Beschäftigung nachzugehen. Andererseits ruhen sich längst nicht alle Erben auf ihrem Vermögen aus. Wer eine Firma geerbt hat, muss ganz schön rudern, um sie konkurrenzfähig zu halten. Nicht von ungefähr ist die Literatur voll von Geschichten, wo spätestens in der dritten Generation der Abstieg deutlich wird (Thomas und Christian Buddenbrook lassen grüßen).
    Da reden wir aber wieder über "Betriebsvermögen".
    Ich finde, das muss man ohnehin gesondert behandeln.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Noch zur Frage der Erbschaftssteuer und ob es gerecht ist, bei von den Eltern Ererbtem höhere Freibeträge zu haben: Ich lese hier zum Beispiel im Eigenheimforum von persönlichen Berichten, dass User als Kind das elterliche Vermögen mit aufgebaut haben, indem sie auf Urlaub, teure Freizeitvergnügen, Musikinstrument, neue Kleidung und Spielsachen usw. verzichteten, weil die Eltern ein Haus abbezahlten oder Vater eine Selbständigkeit aufbaute. Sie sind die direkte Linie und haben das auch direkt mitgetragen. Warum sollen sie dann nicht den Ertrag erben?
    Naja das kann so sein (dass die Kinder das durch Verzicht "miterarbeitet" haben) - muss aber nicht.

    Das Vermögen meines Onkels fußt nicht unerheblich auf den Verdiensten meines Großvaters.
    Nun ging ein Teil davon an meinem Onkel, der keine Kinder hat und deshalb geht anschließend sehr viel davon an den Fiskus.

    Kann man fair finden, muss man aber nicht.

    Ich finde die Diskrepanz zwischen 400.000 € Freibetrag und 20.000 € schon extrem.

    Aber mit Einzelfällen zu argumentieren, führt ohnehin nicht weiter.

  9. Inaktiver User

    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Jemand der etwas erbt hat allerdings automatisch mehr Möglichkeiten einen höheren Abschluss und die Durststrecke der ersten 10 Jahre Berufsleben durchzustehen.
    Also, ich habe studiert und ca. 15 Berufsjahre hinter mir. Geerbt hab ich nichts, ist ja noch niemand gestorben.

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    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Also, ich habe studiert und ca. 15 Berufsjahre hinter mir. Geerbt hab ich nichts, ist ja noch niemand gestorben.
    Da Akademiker immer später Kinder kriegen, wird diese Folgegeneration auch erheblich jünger sein, wenn sie erbt.
    Insofern kann das gerade für die Zukunft durchaus relevant sein.

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