Antworten
Seite 11 von 25 ErsteErste ... 91011121321 ... LetzteLetzte
Ergebnis 101 bis 110 von 246
  1. Inaktiver User

    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Zitat Zitat von silberdistli Beitrag anzeigen
    Ich denke es geht wirklich nicht um Omas Häuschen, sondern um ganz andere Dimensionen.
    Sicherlich nicht.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das Geld, was vererbt wird, ist ja in der Regel auch irgendwann mal verdient und besteuert worden.
    In der Regel sicher. Ob immer stelle ich anheim. Doch es soll so oder so keine weitere Besteuerung der Person stattfinden, die das Geld verdiente, sondern beim Empfänger. Und das ist durchaus nachvollziehbar.

    Wer drei Millionen erbt, ist mit 200 000 Euro Erbschaftssteuer nicht gestraft, finde ich.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    D
    Aber gerade bei den großen Unternehmen in Familienbesitz kribbelt es mich schon manchmal in der roten Socke, sozusagen. Da arbeiten oft Tausende Menschen dafür, dass einige wenige, die schon in zweiter oder dritter Generation hauptberuflich Erben sind, alljährlich quasi eine Apanage bekommen. Da solche Unternehmen aber nicht selten die besten, zuverlässigsten Arbeitgeber sind, weiß ich auch keinen besseren Weg. Außer eben strenge Kontollen der Erbvorgänge (zb bei Stiftungen) und die Besteuerung der Kapitalerträge.
    Das ist genau der Punkt. Das sind unsere Oligarchen. Doch wie du beschreibst, auch der Motor unseres 'allgemeinen' Wohlstandes. Wäre er denn allgemein. Wie wäre es nun wirklich mit einem bedingungslosen Grundeinkommen?


    Warum sollten nur zufällige Erben die Möglichkeit bekommen, sich das Leben wirklich so gestalten zu können, wie sie es möchten. Und nicht auch Menschen, die gar nicht viel Geld zum 'Glück' benötigen?

    Die Welt ist eben nicht gerecht. Tröstlich der Gedanke, dass das Lebensglück nicht vom Einkommen abhängt, wenn der Grundbedarf erstmal gedeckt ist.
    Na ja, das ist auch so ein Totschlagargument. Ich möchte mal die hören, denen der dicke BMW oder die ererbte ETW weggenommen wird und dabei gesagt, dass zum Glück nichts wirklich nötig sei, außer Gesundheit und der Grundbedarf. Es kann doch nicht sein, dass wir uns damit abfinden. Andererseits können _wir_ uns möglicherweise wirklich damit abfinden - denn es das Thema der nächsten Generation hier Lösungen zu finden.

    Grundsätzlich aber klafft die Schere durch diese Haltung und diese Politik weiter auseinander. Und das ist kein beruhigender Gedanke.

  2. User Info Menu

    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Julifrau, mit dem Argument ("Warum sollten nur zufällige Erben die Möglichkeit bekommen, sich das Leben wirklich so gestalten zu können, wie sie es möchten?") könntest Du aber auch Dinge wie Lotterie spielen....Quizshows, in denen man Millionen gewinnen kann.....quasi als "ungerecht" verurteilen.

    Warum soll jemand plötzlich Millionär sein, weil er sich einen Lottoschein für ein paar Euro gekauft hat? Was ist mit den Lottospielern, die jahrzehntelang spielen und nichts gewinnen?

    Oder Millionär werden, weil er zufällig genau die Fragen beantworten konnte, die ihm gestellt wurden??? Wo ist denn da die "Leistung"?

    Ein Onkel meines Mannes hatte mitten in der Hamburger Innenstadt einen Tante Emma Laden. Nach dem Krieg fürn Appel und Ei das Haus gekauft - bzw. die Trümmer..., den kleinen Laden aufgebaut und geführt...nach dem Tod beider Eltern erbte der Sohn das Gebäude, eigentlich das einzig "Wertvolle" am ganze Erbe....und war von jetzt auf gleich ziemlich wohlhabend, er konnte das Grundstück nämlich sehr gut verkaufen, Hamburger Innenstadt halt....

    Der hatte einfach Glück, dass das Milch- und Eiergeschäft stand, wo es eben stand, und nicht in Hinterposemuckel achtern Diek......

    Durchaus vergleichbar mit einem Lotteriegewinn.....und Glück ist nicht...einklagbar. Und schon gar nicht gerecht verteilt.....

  3. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    @Sasapi

    hast Du Kinder?

    Es ist sicher richtig, wenn Du die Beispiele der Nachkriegsgeneration aufführst. Dann müßtest Du aber auch verstehen, dass Eltern das sich erarbeitete gerne an ihre Kinder weitergeben möchten. Ja und da ist durchaus auch zu berücksichtigen, dass die Kinder in ihrer Kinderzeit nicht übermäßig gepampert wurden und somit auch ihren Teil beigetragen haben.

    Aber ich spreche jetzt von Omas Häuschen. Und ich denke DAS ist nicht das Problem. Wobei schon auch, wenn es dann zur Bezahlung des Pflegheims verkauft werden muß.....

  4. Inaktiver User

    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Julifrau, das mit dem Glück war kein Argument contra Erbschaftssteuer. Ich halte es tatsächlich für einen Trost, ganz rational. Der Lottogewinn ist auch so ein Beispiel: die Freude darüber ist nachweislich kurz, und die meisten Gewinner sind fünf Jahre später wieder pleite. Darum spiele ich nicht Lotto und beneide keine reicheren Leute.

    Was mich tatsächlich grübeln lässt, ist die wachsende Ungerechtigkeit. Diese wächst absurderweise deswegen, weil es hierzulande seit so langer Zeit stabile Verhältnisse gibt. Kriege und Revolutionen haben zu allen Zeiten Reichtum und Chancen neu verteilt. Das heißt nicht, dass sie wünschenswert sind! Aber die Frage ist tatsächlich, wohin es führt.

    Für mich ist das eine gesellschaftliche Frage, keine persönliche. Mein persönliches Lebensziel ist es, glücklich zu sein, nicht reich zu sein. Und fürs Glück bin ich reich genug.

    @Bae: Sorry, typischer Germanozentrismus in einem deutschsprachigen Forum. Mit dem Steuerrecht in der Schweiz kenn ich mich nicht aus. Hier in D zahlt man Steuern immer von dem, was man hat, nie von dem, was man nicht hat. Der komplette Spruch lautet: Vom Steuern zahlen ist noch keiner arm geworden, vom Steuern sparen (gemeint sind alle möglichen obskuren Steuersparinvestitionen) schon.

  5. User Info Menu

    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Interessante Diskussion.


    Es ist einfach so, dass innerhalb der letzten 50 Jahre im Westen viel erwirtschaftet wurde. Ich sehe die Gefahr einer Potenzierung. Wer viel hat, der wird das vermehren und das steigt in ungeahnte Höhen (hier kam ja schon das Beispiel dass eine "normales" Haus in MUC 1 Million kostet)..

    Ich komme aus dem Osten, da starteten dann viele mit Null, wo andere schon 50 Jahre Vorsprung haben. Ja, da kommt teilweise schon Neid auf.

    Wobei ich mich in einer Situation befinde, wo ich innerhalb des Freundeskreises evtl. auch Neid hervorrufe. Das kommt jetzt mit Mitte 30 so langsam zum Vorschein. Wir konnten uns mit Hilfe von Elterndarlehen ein Haus kaufen. Damit sind wir die einzigen im Freundeskreis. Ich überlege derzeit, eine Eigentumswohnung zu kaufen und ja, evtl. würde ich das dann im Freundeskreis verschweigen, weil dort eher über steigende Mieten geklagt wird.

    Ich vereine also beides in mir: zum Teil Neid auf andere (auch wenn es Quatsch ist, auch wenn es mir nicht schlecht geht, auch wenn Neid ein hässliches Gefühl ist - aber ich finde, Neid ist auch ein Antriebsmotor). Zum Teil werde ich beneidet.

  6. Inaktiver User

    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @Bae: Sorry, typischer Germanozentrismus in einem deutschsprachigen Forum. Mit dem Steuerrecht in der Schweiz kenn ich mich nicht aus. Hier in D zahlt man Steuern immer von dem, was man hat, nie von dem, was man nicht hat. Der komplette Spruch lautet: Vom Steuern zahlen ist noch keiner arm geworden, vom Steuern sparen (gemeint sind alle möglichen obskuren Steuersparinvestitionen) schon.
    Ich haben den Vorteil beides zu kennen: das deutsche und das schweizerische Steuerrecht, und kann daher deinen Eindruck nicht bestätigen.
    Weder ist es so, dass man in DE Steuern "immer von dem zahlt, was man hat", noch ist es so, dass man in CH fiktive Vermögenswerte als Basis für die Steuerberechnung verwendet.
    Geldwertes Eigentum bzw. zu versteuerndes Vermögen wird in CH einfach anders definiert als in DE.

    Abgesehen davon erinnere ich daran, dass es ganze Bibliotheken füllt, wie man sich im ultrakomplizierten deutschen Steuerrecht kunstvoll arm rechnet, um keine Steuern zahlen zu müssen ...

    In der Schweiz wird - anders als in Deutschland - der Immobilienbesitz immer als Vermögenswert betrachtet - und zwar unabhängig davon, ob man Miete kassiert oder sich durch Selbstnutzung anderweitige Mietzahlung spart. Ebenso gelten Autos, Boote und andere große/teure Vermögenswerte als Vermögen.
    Damit ist in der Schweiz klar, simpel und übersichtlich:
    "Vermögen ist das, was man besitzt und was einen gewissen - den normalen Hausrat übersteigenden - Wert hat."

    Du beziehst dich wahrscheinlich darauf, dass in der Schweiz der Kurswert von Wertpapieren steuerlich relevant ist, und nicht nur der Veräußerungsgewinn.
    Das liegt daran, dass die Schweizer das Vermögen besteuern. Sowie daran, dass die Schweiz für Privatpersonen dabei die gleiche Logik verwendet wie (übrigens auch in Deutschland!) für Unternehmen: in der Bilanz wird hier wie dort prinzipiell der Zeitwert von Wertpapieren = Kurswert in Ansatz gebracht.


    P.S.: Auf die Logik des Schweizer Steuerrechts lasse ich nichts kommen.
    Es mag vielleicht auch Schwächen haben, aber meiner Meinung nach ist es dem deutschen Steuerrecht an Logik und Übersichtlichkeit in jedem Fall um ein Vielfaches überlegen.
    Geändert von Inaktiver User (19.05.2015 um 10:20 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In der Schweiz wird - anders als in Deutschland - der Immobilienbesitz immer als Vermögenswert betrachtet - und zwar unabhängig davon, ob man Miete kassiert oder sich durch Selbstnutzung anderweitige Mietzahlung spart. Ebenso gelten Autos, Boote und andere große/teure Vermögenswerte als Vermögen.
    Damit ist in der Schweiz klar, simpel und übersichtlich:
    "Vermögen ist das, was man besitzt und was einen gewissen - den normalen Haushalt übersteigenden - Wert hat."
    Zahlt der Schweizer Bürger dann jährlich seine Steuern auf den aktuellen Zeitwert seines Vermögen? Bsp. Auto oder Haus: Während beim ersten der Zeitwert sinkt, kann er beim letzten ja steigen. Wird so etwas berücksichtigt? Wie wird dann Erbschaft in der Schweiz geregelt?

  8. User Info Menu

    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Weil du im Betrieb arbeiten musst - auch ein gut laufender Betrieb muss immer neu aufgestellt werden, daran ist genauso viel Verantwortung wie Vergnügen - während Immobilienbesitz mit relativ wenig Arbeit im Vergleich zum Ertrag verbunden ist, und Geldbesitz mit noch weniger.

    gruss, barbara
    Schon klar - aber ich könnte auch einen Geschäftsführer einstellen.
    Und so mancher Nachfolger fährt das Unternehmen gegen die Wand - und für Betrieb und Belegschaft wäre besser gewesen, die Firma hätte verkauft werden müssen.

    Wiegesagt - die Argumente, warum Betriebsvermögen anders behandelt werden soll als anderes Vermögen, verstehe ich schon.
    Aber es ist sehr die Frage, ob das unter Gerechtigkeitsgesichtspunkten zu rechtfertigen ist (deshalb ja auch die verfassungsrechtlichen Einschränkungen - die Besserstellung von Immobilien gegenüber Geldvermögen ist deshalb ja auch schon lange abgeschafft).
    Denn gerade das Erben eines gut laufenden Betriebes verteilt Chancen sehr ungleich.

  9. User Info Menu

    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Zitat Zitat von FriendOfAlwin Beitrag anzeigen
    ........
    Die Frage ist beispielsweise: Warum wird Arbeit höher besteuert als Erben?

    Das hat absolut nichts mit Neid zu tun sondern mit Politik.
    Hmm das Erbe war mal Einkommen und ist doch schon versteuert, sicher zu einem anderen Satz als heute.

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    .....

    Und ein wichtiges Argument dabei ist, dass das Einkommen, aus dem das Vermögen geschaffen wurde, bereits besteuert wurde. Eine Vermögens- oder Erbschaftssteuer stellt immer eine Mehrfachbesteuerung dar.
    ...
    jo

  10. Inaktiver User

    AW: Erben: Reich ohne zu arbeiten

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Für mich ist das tatsächlich eine Art "Neiddebatte", überwiegend geführt von einer Generation, die von Geburt an gepampert und betütelt würde und anscheinend unterbewusst der Meinung ist, es habe nun immer so weiter zu gehen und ständig mit einem diffusen Gefühl der Ungerechigkeit im Bauch herumläuft.

    Fakt ist, dass vererbtes Vermögen bis zu seinem Tode erstmal dem Erblasser gehört, was der damit anstellt, bleibt ihm selbst überlassen.
    Ich finde sowohl die Einstellung erwachsener Kinder, man habe sowas wie ein Anrecht auf Erbschaft, die damit anheimgeht, dass von den Eltern erwartet wird, sie mögen ihren Groschen schön zusammenhalten, widerlich als auch die Erwartung, ein Erbe möge sich mit einem Teil bescheiden und den Rest bitte sehr der Allgemeinheit geben.
    Ja.
    Auch immer wieder nachzulesen, wenn es um Pflegefälle geht und die auch hier häufig gestellte Frage, wie man denn möglichst lange das eigene Vermögen schonen könne ... Was ich ziemlich dreist finde, denn "Rücklagen" werden ja schließlich "für das Alter" gebildet, sprich, Häuschen, Sparstrumpf oder Immobilienfonds werden doch für genau solche Fälle angespart.
    Aber etwaige Erben sehen das oft ganz anders ..

Antworten
Seite 11 von 25 ErsteErste ... 91011121321 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •