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21.04.2015, 11:53Inaktiver User
AW: Flüchtlingskatastrophe auf dem Mittelmeer: Wie kann die Situation verbessert werd
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21.04.2015, 11:56
AW: Flüchtlingskatastrophe auf dem Mittelmeer: Wie kann die Situation verbessert werd
Wenn du mir jetzt noch erklären würdest, auf welche Wundersame Weise der Kriegsflüchtling hier her gelangen soll? Europa ist dicht. Es gibt kaum andere Wege als über das Mittelmeer und wer sich als Kriegsflüchtling auf die Resettlement-Programme der Industrienationen verlassen muss, der kann eigentlich auch gleich aufgeben. Alleine von den Syrischen Flüchtlingen (Insgesamt ca. 3,8 Mio außerhalb Syriens) sind vom UNHCR 380 000 als dringend Resettlement bedürftig eingestuft. Aufgenommen wurden knapp 80.000 (von allen Industrienationen).
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21.04.2015, 12:03
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21.04.2015, 12:13Inaktiver User
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21.04.2015, 12:24Inaktiver User
AW: Flüchtlingskatastrophe auf dem Mittelmeer: Wie kann die Situation verbessert werd
Stimmt, Europa wurde aber auch nicht ohne Grund dicht gemacht.
Wir können nicht alle Probleme weltweit hier lösen.
Wenn von vorn heran klar wäre, dass Wirtschaftsflüchtlinge kein Bleiberecht bekämen, würde sich der Strom der Flüchtenden sicherlich verkleinern.
Es gäbe aber vermutlich immer wieder solche Dramen, solange man nicht vor Ort gegen die Schlepper vorgeht. Krieg und Elend lässt sich keider kaum verhindern, Leute in schwimmende Särge zu pferchen schon weitestgehend.
Stimmt, grade aus diesem Grunde wäre es sinnvoller man würde versuchen die Situation vor Ort zu verbessern und nicht alle nach Europa holen.
Hab ich auch nicht behauptet.Kriegsflüchtlinge sind oft nicht minder intelligent.
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21.04.2015, 12:29
AW: Flüchtlingskatastrophe auf dem Mittelmeer: Wie kann die Situation verbessert werd
Darauf kann ich Dir nicht antworten. Das wäre auch Sache der Politik.
Wie schlimm es ist in einem Kriegsgebiet zu leben, Folter aushalten zu müssen, alles zurück zu lassen und als fast noch Jugendlicher mittels Schleuser nach D zu kommen, davon könnte Dir jedoch ein Familienmitglied (nicht aus Afrika) von mir berichten.
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21.04.2015, 12:41Inaktiver User
AW: Flüchtlingskatastrophe auf dem Mittelmeer: Wie kann die Situation verbessert werd
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21.04.2015, 12:56
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21.04.2015, 13:08
AW: Flüchtlingskatastrophe auf dem Mittelmeer: Wie kann die Situation verbessert werd
Stimmt, das Beispiel Australiens ist ein deutlich schlechtes. Die Flüchtlinge werden nicht in ihre Länder zurückgeschickt, sondern in Indonesien, Papua Neuguinea, auf Nauru und demnächst in Kambodscha interniert und das unter zum Teil extrem menschenunwürdigen Bedingungen.
Man berichtet von Vergewaltigungen, Kindesmissbrauch und anderen Körperverletzungen. Auf PNG trauen sich die Menschen nicht in die Orte, sobald sie das mit Fluechtlingsstatus dürften, da ihnen von Einheimischen angedroht wurde, dass sie dann getötet wuerden.
Australien zahlt Kambodscha 40 Millionen Dollar, damit sie Flüchtlinge aufnehmen. Mit der Summe haette man locker all die 20.000 Anträge bearbeiten können (Australiens Fluechtlingskontingent) und die Leute unterbringen. Es gibt auch hier Jobs, die kein Australier machen will..
Abbot geht es nicht, wie er immer gerne sagt, darum, das Leben der Flüchtlinge retten, indem er ihnen versagt, die lebensgefährliche Tour übers Wasser zu machen. Ihm geht es einzig und allein um die Propaganda. Xenophobie zu schüren, darin waren die Regierungschefs hier schon immer gut und ich bin - so gern ich sonst hier lebe - darüber entsetzt. Ich finde es grausam, wenn Menschen, nachdem sie ihr Leben riskiert haben, um in Sicherheit zu kommen, keinen anderen Weg sehen, als sich dann in den Internierungslagern umzubringen.
Ich wette, dass diese 20.000 Leute hier easy im Land untergebracht werden koennen. Pro Jahr überziehen hier 50.000 Traveller ihr Visum, sind zum Teil illegal hier und finden für eine Zeit Arbeit. Aber die sind ja auch weiss.
Hier noch ein guter Kommentar zum Thema, wie ich finde:
If Europe listens to Tony Abbott, the future for refugees will be cruel | Richard Ackland | Comment is free | The Guardian
Stop the boats ist keine Lösung, wenn sie so abläuft wie hier.Geändert von frangipani (21.04.2015 um 13:13 Uhr) Grund: typos
"I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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21.04.2015, 13:10Inaktiver User
AW: Flüchtlingskatastrophe auf dem Mittelmeer: Wie kann die Situation verbessert werd
Sehr traurig und resignativ. Aber dabei möchte ich nicht stehen bleiben:
weshalb lassen sich auf unserer so reichen Erde Krieg und Elend nicht verhindern, weshalb Leute "in schwimmende Särge zu pferchen" schon?
Darüber nachzudenken lohnt sich.
Vielleicht, weil an Ersterem zu viele GewinnerInnen beteiligt sind, also die Wege dahin zu verflochten, die Interessen auch nicht leicht von der Auslösung bis zum Ergebnis verfolgt werden können. Es mag Landraub beteiligt sein, internationaler Waffenhandel, der neue Absatzmärkte sucht, Leute, die an der Entwicklungshilfe verdienen, Eliten vor Ort, wackelnde Diktaturen, alles verzweigt sich.
Schlepper hingegen haben vielleicht (soweit das Schlepperwesen nicht schon weltweit organisiert wird) einen oder zwei Auftraggeber und Menschen in Not, die sich in an alles klammern, was nur Erlösung verspricht.
Bei Letzterem lässt demnach, wenn nicht leicht, so doch leichter einhaken.
Trotzdem, ich glaube, dass sich Kriege und ihre Folgen verhindern lassen. Es ist kompliziert, Despoten wie die saudischen dazu zu bringen, keine Terroristen zu finanzieren, es ist kompliziert, ArbeitnehmerInnen von Waffenproduzenten dazu zu überreden, sich einen anderen Arbeitsplatz zu suchen, es ist kompliziert, Menschen, die auf Lebensmittel spekulieren beim Namen zu nennen, all das ist in erster Linie kompliziert, weil wir zwar von "der Politik" und "den PolitikerInnen" sprechen, aber weder das eine noch das andere eine homogene Gruppe ist, sondern wiederum zersplittert in mangelndes Durchsetzungsvermögen, Bequemlichkeit, Furcht vor Zurückweisung, fehlende Hausmacht, usw.
Dem zu begegnen scheint mir aber möglich, und zwar indem durch öffentliche Stimmen honoriert wird, wenn ein Politiker/eine Politikerin/der Papst sich bemüht, sich durchbeißt, sich einsetzt, in Summe: wirklich gut arbeitet.
Meine Meinung.



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