Ein super Beitrag, Sasapi !Mir als Opfer hätte es keinesfalls geholfen, wenn ich quasi "dauerhaft" in dieser Opferrolle verharrt hätte- oder mich Begleiter quasi aufgrund ihrer eigener Einstellung darin gehalten hätten. "Opfer" hat nämlich etwas von wehrlos sein, hlflos ein, ausgeliefert sein....
Mir ist der Mensch, der mich so aus der Bahn warf, heute herzlich wurscht. Er tut mir ein Stück weit sogar leid....ich weiß nicht, was ihn dazu gemacht hat, so zu sein, wie er ist, zu handeln, wie er gehandelt hat, aber ein ...Mensch, der in jedweder Hinsicht psychisch und körperlich gesund ist, begeht keine Gewalttaten.
Ich konnte damit abschließen- und das wäre nie gegangen, wenn ich mich noch über Jahre, vielleicht Jahrzehnte, an diesem Menschen abgearbeitet hätte. Und an der Tat.
Er hätte dann soviel Macht über mich und mein Leben bekommen- das wäre er niemals wert gewesen.
Ich bin - zum Glück!- ohne dauerhafte köprerliche Schäden davon gekommen, die seelischen Schäden sind verheilt, ich bin mit mir und meiner Umwelt im Reinen, lebe ein Leben, was ich niemals eintauschen möchte ( auch, wenns Dinge gibt, die noch besser sein könnten)....und dahin wäre ich niemals bekommen, wenn ich ständig "das Opfer" geblieben
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07.04.2015, 05:42Inaktiver User
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07.04.2015, 05:46Inaktiver User
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07.04.2015, 06:42
AW: Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Was wird uns da eigentlich verheimlicht?
Wenn man nun aber der Meinung ist, dass dieser Mann nach seiner ersten schweren Depression kein Pilot mehr hätte werden sollen, muss man sich auch nicht gleich als Rassist etc. (siehe Vergleiche im Blogbeitrag) beschimpfen lassen.
Und wenn man Depressive oder Menschen mit einer anderen psychischen Erkrankung von Jobs mit einer derart hohen Verantwortung ausschließt, diskriminiert man damit auch nicht alle psychisch Kranken.
Genauso wenig wie man Brillenträger diskriminiert, die vielleicht ebenso als ungeeignet eingestuft werden.
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07.04.2015, 07:19Inaktiver User
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07.04.2015, 07:20
AW: Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Was wird uns da eigentlich verheimlicht?
Wenn wir voraussetzen, dass die AU des Co-Piloten aufgrund psychischer Störungen ausgestellt wurden ( was ich zumindest nicht als Tatsache der Berichterstattung entnommen habe), wäre er zumindest zu diesem Zeitpunkt ungeeignet gewesen.
Immer vorausgesetzt, die AU wären aufgrund psychischer Gründe erfolgt- bei entsprechender Krankheitseinsicht hätte er die AU abgegeben und wäre zu Hause geblieben.
Hier ist nicht die Depression "schuld" ( wenns denn eine war! Was wir alle nicht wissen!) sondern der Mensch, der sie quasi "ignorierte".
Gerade der Bereich Depression hat eine extreme Bandbreite- die These "Menschen mit einer depressiven Episode in der Vergangenheit dürfen bestimmte Berufe nicht ergreifen" zu Ende gedacht würde bedeuten, dass man in letzter Konsequenz niemanden mehr fliegen lässt, also entweder die Fliegerei abschafft oder "alleinfliegende Flugzeuge" baut.
Jeder Mensch kann ein eine solche Errkrankung bekommen, mehr oder minder schwer und mehr oder minder "hartnäckig". Denn- persönliche Krisen treffen jeden. Ob man dann eine Depression, in welcher Ausprägung auch immer, entwickelt, weiß man nicht.
Also müsste man quasi sagen- jemand mit Liebeskummer kommt nicht ins Cockpit, jemand, der gerade einen Angehörigen verloren hat, ebenfalls nicht, wer finanzielle Sorgen hat nicht....alles Dinge, die bei einer Person eine Depression auslösen kann und bei der nächsten nicht.
Als bei A.L. eine "abgeklungene depressive Episode" festgestellt wurde, war er sehr jung. In jungen Jahren liegt die "Rate", ein so einer Sache zu erkranken, deutlich höher, je nach Untersuchung bei 25%.
Wollen wir diese Menschen alle lebenslang aus bestimmten Berufsgruppen ausschließen? Und welche Berufsgruppen sollen das sein? Nur Piloten? Was ist mit Busfahrern, Berufskraftfahrern?
Zudem gibt es - auch das wurde von diversen interviewten Fachleuten wie Ärzten und Psychologen mehrfach festgestelllt- keine wirklich verlässlichen Tests, die erkennen lassen, ob jemand derzeit offensichtlich depressiv ist - und schon gar nicht, ob er in nächster Zeit depressiv werden wird. Auf alle psychologischen Tests kann man sich genauso vorbereiten wie auf andere Testungen, man weiß , welchen Antworten man geben muß- gerade Menschen mit höherer Intelligenz sind dazu relativ schnell in der Lage.
Man kann höchstens an das Verantworungsbewusstsein eines Menschen appellieren, um solche Taten zukünftig zu verhindern.
Antidepressiva können per Blutuntersuchung nachgewiesen werden (zumindest verändern sich dann bestimmte Blutwerte, die einen Hinweis auf die Einnahme solcher Präparate geben), damit könnte man erkennen, ob jemand wegen Depressionen behandelt wird.
Vermutlich führt eine Behandlung mit AD ohnehin zu einer zeitweisen Flugunfähigkeit.
Allerdings- jemand, der AD nimmt und darauf gut eingestellt ist, käme vermutlich gar nicht auf die Idee, ein vollbesetztes Flugzeug für seinen Suizid zu nehmen.
Also auch keine Lösung.
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07.04.2015, 09:03Inaktiver User
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07.04.2015, 10:05
AW: Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Was wird uns da eigentlich verheimlicht?
@ auchda und Sandra71
ich habe Euch zu Euren merkwürdigen Posts #2773 und #2778 eine PN gesendet.
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07.04.2015, 11:12
AW: Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Was wird uns da eigentlich verheimlicht?
Ja von ganz allgemeinem Ausgrenzen, während hier teilweise von einem Ausschlusskriterium für einen Beruf gesprochen wurde, für den ohnehin ganz viel gesiebt wird.
Ich bin auch der Meinung, dass man so ein Unglück nie ganz wird verhindern können.
Aber ich finde es trotzdem legitim, Überlegungen anzustrengen, ob es eine Fehlentscheidung gewesen sein KÖNNTE, den Mann seine Ausbildung fortsetzen zu lassen.
Und zwar ohne dass ich dafür derart angegriffen werde, wie es der Blogartikel tut.
Sasapi, mir ist das alles schon klar bzw. ich weiß, was Depressionen sind, ich weiß, dass sehr viele Menschen schon mal eine hatten (mich eingeschlossen) usw.
Es handelte sich in diesem Fall aber offenbar um eine SCHWERE Depression mit suizidalen Absichten.
Das ist doch nochmal eine andere Hausnummer.
Und wenn du fragst, ob man Depressive auch von anderen Berufen ausschließen soll, könnte ich genauso zurückfragen, auf wievielen anderen Kriterien fußt denn die Auswahl bzw. Ablehnung eines Pilotenanwärters?
Warum sollen psychische Erkrankungen nicht auch dazugehören?
Warum wird das gleich als Stigma empfunden?
Ich bewerte das erst mal nicht und ich habe auch keine abschließend Meinung dazu, aber wie das teilweise auf emotionalste Weise abgelehnt und mit Diskrimierung jeglicher Coleur gleichgesetzt wird, versetzt mich doch sehr in Erstaunen.
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07.04.2015, 12:05
AW: Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Was wird uns da eigentlich verheimlicht?
Sehr lesenswerter Kommentar, der sowohl den Strangverlauf als auch den hier vielfach kritisierten Journalismus thematisiert:
Medien: Extremismus der Erregung | ZEIT ONLINE
Zitat:
"Und noch weiß man nicht genau, wie man von Andreas L. sprechen soll – vielleicht verharmlosend von einem Kranken, vielleicht von einem Massenmörder, wie andere meinen, vielleicht von einem depressiven Menschen, der eben, weil er die Therapie verweigerte und im Suizid gänzlich Unbeteiligte absichtlich in den Tod riss, auf entsetzliche Weise schuldig geworden ist."
Zitat:
"Die Mediengesellschaft der digitalen Moderne braucht, paradox genug, Regeln zur Sicherung der Besonnenheit in besinnungslosen Zeiten. Sie muss dem emotionalen Extrem – sei es eine Flugzeugkatastrophe, ein Amoklauf, ein Enthauptungsvideo, ein Attentat – auf eine Weise begegnen, die nicht selbst in einem Extremismus der Erregung versinkt und sich in eine Art mentale Geiselhaft des Schreckens begibt."
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07.04.2015, 14:12
AW: Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Was wird uns da eigentlich verheimlicht?
Danke für den Link!
Das Verhalten der Medinelandschaft ist ja bereits durch den Pressekodex geregelt. Vielleicht waere es sinnvoll, diesen Kodex auf die Mediengesellschaft auszuweiten?
Pressekodex: Presserat
Auch interessant ist, dass bereits am 01.04.2015 400 Beschwerden über die Berichterstattung vorlagen:
Aktuelles: Presserat
Der Sprecher des Presserats ist Tilmann Kruse, Leiter des Bereichs "Recht" bei Gruner + Jahr.
Plenum und Trägerverein: Presserat
Da die Brigitte Community durch die G+J Women New Media GmbH betrieben wird, welche zur Verlagsruppe Gruner + Jahr gehört, würde es mich sehr wundern, wenn der Pressekodex für die Brigitte Community nicht gilt.
Im Zusammenhang mit diesem Strang liegt der Fokus nicht nur auf Richtlinie 13.
"Ziffer 13 Unschuldsvermutung
Die Berichterstattung über Ermittlungsverfahren, Strafverfahren und sonstige förmliche Verfahren muss frei von Vorurteilen erfolgen. Der Grundsatz der Unschuldsvermutung gilt auch für die Presse.
Richtlinie 13.1 – Vorverurteilung
Die Berichterstattung über Ermittlungs- und Gerichtsverfahren dient der sorgfältigen Unterrichtung der Öffentlichkeit über Straftaten und andere Rechtsverletzungen, deren Verfolgung und richterliche Bewertung. Sie darf dabei nicht vorverurteilen. Die Presse darf eine Person als Täter bezeichnen, wenn sie ein Geständnis abgelegt hat und zudem Beweise gegen sie vorliegen oder wenn sie die Tat unter den Augen der Öffentlichkeit begangen hat. In der Sprache der Berichterstattung ist die Presse nicht an juristische Begrifflichkeiten gebunden, die für den Leser unerheblich sind.
Ziel der Berichterstattung darf in einem Rechtsstaat nicht eine soziale Zusatzbestrafung Verurteilter mit Hilfe eines "Medien-Prangers" sein. Zwischen Verdacht und erwiesener Schuld ist in der Sprache der Berichterstattung deutlich zu unterscheiden."
Pressekodex: Presserat
"Ziffer 2 – Sorgfalt
Richtlinie 2.7 – Nutzerbeiträge (User-Generated Content)
Die Presse trägt Verantwortung für ihre Angebote, auch für die von Nutzern beigesteuerten Inhalte (User-Generated Content). Von Nutzern zugelieferte Beiträge müssen als solche klar erkennbar sein.
Die Redaktion stellt die Einhaltung der publizistischen Grundsätze sicher, wenn sie Verstöße durch Nutzerbeiträge selbst erkennt oder darauf hingewiesen wird. Sofern die Redaktion einzelne Nutzerbeiträge auswählt oder sie bearbeitet, ist die Einhaltung der publizistischen Grundsätze von vornherein sicherzustellen."
Pressekodex: Presserat
Falls ich mich irren sollte, bitte ich um Rückmeldung!



)....und dahin wäre ich niemals bekommen, wenn ich ständig "das Opfer" geblieben
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