Gut kann ich nachvollziehen.
Dazu kann ich Dir für meinen Bereich ein paar Erfahrungen sagen. Ich bin verantwortlich als Testleiter für die Sicherheit von Geräten zu sorgen. Und immer dann wenn ein Fehler gefunden wurde, entweder kurz vor Serieneinführung oder auch in der Serie gibt es eine Hysterie. Da werden ganz schnell erstmal Schuldige gesucht, meist gepaart mit der Frage, ja warum hat das keiner vorher entdeckt, ist doch wohl offensichtlich, dann werden Taskforces gegründet, mit täglich zwei Meetings in denen es meist darum geht dem Vorstand Entlastungsvorlagen zu liefern, eingegossen in schöne Powertpointfolien und es werden Schnellschüsse fabriziert, die zwar die Gemüter beruhigen aber vielfach andere Probleme erzeugen.Oder ganz praktisch, die Ableitung von Konsequenzen wie z.B. dass die 2 Personen Regel nun auch in Deutschland eingeführt wurde. Ich kann nicht verstehen, warum das hier mehrfach als blinder Aktionismus abgetan wurde.
Es ist eine weitere Hürde ... eine die niemandem weh (in dem Rechte eingeschränkt werden ...) tut.
Was will ich damit sagen. Wir sind alle so gestrickt, daß wir schnelle und einfach Lösungen bevorzugen, nochdazu wenn sie auch noch logisch und plausibel erscheinen. Das ist aber in einer so komplexen Welt wie wir mitlerweile leben und für die wir eigentlich gar nicht gebaut sind schier unmöglich. Es gilt multikausale Zusammenhänge zu berücksichtigen und die kann man schon gar nicht unter so einem Druck sinnvoll einführen und erproben.
Es rennt aber auch jeder gleich zum Arzt und will eine Instantlösung und die bekommt er meist in Form von ner Pille. Wer ist denn wirklich bereit sich mit sich auseinanderzusetzen?Ich finde, da liegen noch viel mehr Gefahren.
Ich bin auch erschrocken, wieviele Menschen ich mittlerweile kenne, die aufgrund einer Lebenskrise (durch z.B. Jobverlust, man findet keinen Partner ...) Medikamente verschrieben bekommen und dann da nicht mehr rauskommen oder aus der Depression eine Angststörung entwickeln.
Selbst Kindergärtnerinnen fühlen sich berufen Diagnosen wie ADHS auszurufen und den Eltern empfehlen mal zum Psychiater zu laufen. Also mich wundert das nicht wie sich das in Deutschland entwickelt, wir sind den USA ca. 15 Jahre hinterher, die haben den ganzen Mist schon durch.
Tja, da wird z. B. einleuchtend warum manche Amokläufer im Gerichtssaal keinerlei Emotionen zeigen.Wenn man sich die Beipackzettel von solchen Medikamenten ansieht, kann einem Angst und Bange werden angesichts der Nebenwirkungen, die nicht selten wiederum psychische Störungen beinhalten.
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31.03.2015, 13:52Inaktiver User
AW: Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Was wird uns da eigentlich verheimlicht?
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31.03.2015, 13:55
AW: Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Was wird uns da eigentlich verheimlicht?
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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31.03.2015, 13:56
AW: Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Was wird uns da eigentlich verheimlicht?
@ FriendOfAlwin
Dann hast Du Deine Fragen und Argumenten eben nicht geschrieben. Ist doch alles prima.
Ich belasse es dabei.
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31.03.2015, 13:59Inaktiver User
AW: Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Was wird uns da eigentlich verheimlicht?
Radar meine ich nicht. Offenbar gibt es dieses System der Telemetrie noch nicht an Bord der Flugzeuge, womit sich meine Frage beantwortet, schau mal hier:
„Außerdem entwickelt Airbus einen Flugschreiber auf Basis der Telemetrie, die die herkömmliche und schon etwas veraltete Blackbox ablösen soll. Dabei werden die Flugdaten nicht mehr hermetisch versiegelt in einer Stahlkiste gesammelt sondern kontinuierlich "live" per Funk über Satellit zu einer Bodenstation übertragen. Dieses Verfahren würde die Ermittlungen nach einem Absturz in Zukunft erheblich vereinfachen.“
Der ganze Artikel ist hier: Die Suche nach der Blackbox 2 | Wissen & Umwelt | DW.DE | 27.03.2015
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31.03.2015, 14:00Inaktiver User
AW: Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Was wird uns da eigentlich verheimlicht?
hm. Dort steht halt auch:
"Besonders interessant ist der Einfluss auf die Aggressivität - nach innen als Suizid, nach außen als Fremdaggression", sagt Prof. Andreas Meyer-Lindenberg vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim.
Psychopillen: Aggressiv durch Antidepressiva? - Fernsehen :: SWR Fernsehen :: SWR odysso :: Startseite | SWR.de
Aber wir wissen ja eh nicht, ob der Copilot Medikamente genommen hat. Nur falls wäre das ja überhaupt von Interesse.
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31.03.2015, 14:04
AW: Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Was wird uns da eigentlich verheimlicht?
das gebietet der "gesunde Menschenverstand" zu verstehen dass alle Anschuldigungen (von Privatpersonen wie hier im Forum, von der gesamten Presse weltweit, Onlinemedien, Printmedien, TV Berichte) immer unter der Schuldannahme des Co-Piloten Andreas Lubitz gemacht wurden.
Niemand hat behauptet der Andreas Lubitz ist zu 100% ueberfuehrt.
Es ging stets um die Plausibilitaet des vorliegenden Falles.
Von daher ist die Rede von Anklagen vor Gericht hier alles hohle Luft und irrefuehrend und kein guter Stil hier in diesem Forum.
Was derzeit noch laeuft ist die forensische Untersuchung der sterblichen Ueberreseste des Andreas Lubitz nach moeglichen Spuren von Medikamenteneinnahmen, Herzinfarkt (Ausschuettung von Hormonen u.a.), anderes was noch zu weiterem Erkenntnisgewinn beitragen kann.
Weiters hat die Staatsanwaltschaft die Patientenakte des Duesseldorfer Klinikums beschlagnahmt und weiterer 5 Praxen wo Andreas Lubitz Patient ist und die Sichtung und Bewertung der Unterlagen laeuft derzeit:
Germanwings-Absturz: Co-Pilot vor Berufsantritt wegen Selbstmordgefahr in Behandlung - Welt - Tagesspiegel
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31.03.2015, 14:05
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31.03.2015, 14:07Inaktiver User
AW: Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Was wird uns da eigentlich verheimlicht?
2014 sind - allein in Deutschland! - insgesamt 3.380 Menschen im Straßenverkehr tödlich verunglückt - das sind 40 mehr als 2013 und zwanzigmal so viele wie in der Germanwings-Maschine gesessen hatten.
Der ADAC sieht weiterhin Verbesserungspotenzial bei der Verkehrssicherheit. Die Verkehrsteilnehmer müssten noch mehr für die Gefahren sensibilisiert werden. So war beispielsweise jeder fünfte tödlich verunglückte Autofahrer nicht ordnungsgemäß angeschnallt.
Vielleicht sollte man das Autofahren verbieten oder alle Autofahrer jährlich auf körperliche und geistige Fitness sowie auf etwaige Suizidneigung untersuchen - und zwar aus gegebenem Anlass unter Befreiung der Ärzte und Seelsorger von der Schweigepflicht. - Zu teuer? Da haben wir ja nochmal Glück gehabt.
Die Tragik des Alltags ...
Nach 2000 Postings einfach kurz durchatmen und sich folgender Weisheit vergegenwärtigen:
Das Leben ist lebensgefährlich und endet meist tödlich.
Das wird auch kein Sicherheitscheck jemals ändern.
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31.03.2015, 14:09Inaktiver User
AW: Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Was wird uns da eigentlich verheimlicht?
Ich habe NICHT geschrieben, gelesen zu haben, dass die Auswertung des Voice-Recorders lt. Staatsanwaltschaft „völlig übereilt“ geschehen ist. Ich schrieb das hier:
Zitat von Hope47
„Ich fand die Geschwindigkeit der Auswertung des Voice-Recorders und vor allem die Veröffentlichung mit der direkten Anschuldigung des Co-Piloten fragwürdig, weil völlig übereilt. Aber das gesteht die Staatsanwaltschaft ja nun auch selbst zu.“
Den Artikel dazu findest Du hier irgendwo auf den letzten Seiten seit gestern Abend mehrfach. Bitte schau selbst nach.
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31.03.2015, 14:11
AW: Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Was wird uns da eigentlich verheimlicht?
Ich verstehe schon, was du sagen willst.
Aber das spricht für mich immer noch nicht gegen die 2 Personen Regel.
Ich halte es einfach für niederschwelliger, jemanden aussperren und dann schalten und walten zu können wie man will, als eine Person gezielt ausschalten zu müssen.
Das bedeutet natürlich nicht, dass damit ein solcher Fall nicht mehr auftreten kann.
Letzteres ist aber wohl doch kein Gegenargument.
Ja das ist ein schwieriges Thema in unserer Gesellschaft ... auch die Frage nach den Ursachen.
Gab es früher weniger psychische Erkrankungen und wenn ja warum oder wurden sie nur nicht diagnostiziert?
Ich bin sehr froh, dass ich studiert habe.
Schon allein deshalb weil ich seit dem weiß, dass es Götter in Weiß nicht gibt ... sondern nur Menschen, die in dem was sie tun mehr oder minder gut bzw. fehlbar sind.
Das gilt ganz besonders auch für Psychologen und Psychater.
Und warum alle rennen ... tja ... gute Frage.



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