Antworten
Ergebnis 121 bis 130 von 473
-
23.02.2015, 14:32Inaktiver User
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
-
23.02.2015, 14:33
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
Wenn's denn nur 20 Minuten wären...
ich hab mich mehr oder weniger während meiner ganzen Schulzeit gelangweilt, und das von acht Uhr morgens bis vier Uhr nachmittags, wenn aus war. Wenn ich allein hätte meine Dinge machen dürfen, ich hätte deutlich mehr gelernt, und nicht bloss die Fähigkeit perfektioniert. aus dem unendlich zähen Strom von blabla die ein, zwei wichtigen Infos pro Stunde rauszufiltern, und ansonsten mit offenen Augen zu schlafen und eine Aufmerksamkeit vorzutäuschen, die weder vorhanden noch nötig war. War das jetzt eine sinnvolle Vorbereitung aufs Leben? eindeutig nicht.
Ich frag gelgentlich "warum ist es wichtig, dies oder das vom Schulstoff zu lernen?" - Antworten darauf krieg ich von Kindern so gut wie nie. ausser "öhhh" und "weiss nicht". Und oft muss ich ihnen recht geben: das, was sie lernen müssen, und die Art, wie sie es lernen müssen, ist hanebüchen. In der Erwachsenenbildung, wo Leute freiwillig hingehen und was lernen, und wo Leute auch NICHT mehr hingehen, wenn es ihnen nicht zusagt, würde man mit solchen Dingen nicht durchkommen.
gruss, barbara
-
23.02.2015, 14:35Inaktiver User
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
Naja, als Kind weiß ich nicht, dass ich ohne Gleichungen und Ungleichungen keinen Studiengang mit Statsitiken belegen kann.
Da verlangst du aber viel von Kindern. Dieses Wissen haben nicht mal viele Erwachsene.
-
23.02.2015, 14:37
-
23.02.2015, 14:44
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
Es geht doch gar nicht um Dressur, sondern darum, dass Kinder auch auf den Weg gebracht werden müssen, eigene Entscheidungen zu treffen und -was noch wichtiger ist- erkennen zu können, welche Entscheidung für sie persönlich die optimale ist. Es funktioniert nicht alles nach Montessori.
Wie soll ein Kind erkennen können, ob ein Unterrichtsstoff relevant ist oder nicht? Dazu muss es ihn erst einmal kennenlernen und das geht eben nur, wenn es damit konfrontiert wird. Besteht die Möglichkeit, sich bei einem Angebot nach Lust und Laune auszuklinken, kann es auch nicht wissen, ob seine Entscheidung nun konstruktiv war oder ob es etwas verpasst hat. Woher soll dann die von dir idealisierte intrinsische Motivation kommen?
Warum sollte man Kinder zu bequemen Dünnbrettbohrern erziehen? Und die von dir aufgezählten Pflichten wie Zähneputzen, Hausordnung etc. sind Alltagsbanalitäten und in keinster Weise mit den intellektuellen Anforderungen zu vergleichen, denen sie sich jetzt und in ihrem späteren Leben als Erwachsene stellen müssen.
Trotzdem sollten sie gelernt haben, mit diesen Dingen umzugehen, die sie eigentlich nicht tun möchten, weil eben dieser "Chicken Exit" nicht immer bei Bedarf zur Verfügung steht.Die Leute, die Dinge nur tun, wenn sie äusserlich Druck fühlen, sind dann eben jene Politikverdrossenen, die Gelangweilten, halt eben jene, die nichts aus eigenem Antrieb tun... weil sie nie gelernt haben, wie das ist, etwas aus eigenem Antrieb zu tun.Manches ist durchsichtiger als es scheint.
Gewaltig ist der Unterschied zwischen x und u!
Ein Piratenboot ist kein Kirchenschiff.
Seize the Day, Heaven Can Wait
If you could read my mind, love, what a tale my thoughts could tell....(Gordon Lightfood)
Allegro con brio
-
23.02.2015, 14:46
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
Ich unterhalte mich gelegentlich darüber, was man aus welchem Grund lernen muss oder soll. Das fängt an bei "das ist eine nützliche Fähigkeit, die man IMMER brauchen kann, ganz egal welchen Beruf du wählst" bis hin zu "jetzt machen wir das so und so, dann ist deine Lehrerin glücklich und du kriegst eine halbe Note mehr bei der nächsten Prüfung, wenn du das so machst. Aber sonst, vergiss es. " Halt je nachdem, was es ist.
Und manchmal frag ich auch "was willst du machen, wenn du erwachsen bist?", und dann sagt das Kind etwas - einen Beruf, eine Weltreise, was auch immer - und dann erkläre ich die Schritte, die alle gemacht werden müssen, um dieses genannte Ziel zu erreichen, und auch, wo die Schwierigkeiten liegen. Wozu fast immer auch gehört, dass man irgend einen Blödsinn abliefern muss bei einer Autorität, der mit dem eigentlichen Ziel nichts zu tun hat, aber nötig ist, um ein bestimmtes Diplom zu kriegen, oder um Geld zu kriegen, oder sonst etwas, das man braucht, um überhaupt dorthin zu kommen.
Einfach halt so ein bisschen die Realitäten des Erwachsenenlebens erklären, von denen sind Kinder ja grösstenteils abgeschirmt in der Schule. Die Fähigkeiten, die jemand zu einem erfolgreichen Schüler mit guten Noten machen, sind ganz andere Fähigkeiten als jene, die zB einen guten Arbeiter machen.
gruss, barbara
-
23.02.2015, 14:48Inaktiver User
-
23.02.2015, 14:49
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
Manches ist durchsichtiger als es scheint.
Gewaltig ist der Unterschied zwischen x und u!
Ein Piratenboot ist kein Kirchenschiff.
Seize the Day, Heaven Can Wait
If you could read my mind, love, what a tale my thoughts could tell....(Gordon Lightfood)
Allegro con brio
-
23.02.2015, 14:57
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
Entscheidungen treffen lernt man durch Entscheidungen treffen. Und mögliche Fallen und Probleme in diesem Prozess lernt man am besten dadurch, indem man gelegentlich Entscheidungen trifft, die man im Nachhinein als Fehler erachtet, und daraus lernt.
Damit Kinder das lernen können, müssen sie aber Raum und Gelegenheit haben, um Entscheidungen zu treffen. Und zwar solche, die echte Folgen, Verpflichtungen und Einschränkungen mit sich bringen.
Wer in der Schulküche für eine grössere Gruppe kocht und am Mittag nicht fertig ist, wird den Unmut der Hungrigen über sich ergehen lassen müssen, und das wird garantiert dafür sorgen, dass dem Zeitmanagement das nächste Mal mehr Beachtung geschenkt wird.
Von den Eltern oder Lehrern hin- und hergescheucht zu werden, hat diesen Effekt nicht.
indem man mit ihm darüber rede? über seine Ziele, über seine Wünsche, über das, was es lernen will?Wie soll ein Kind erkennen können, ob ein Unterrichtsstoff relevant ist oder nicht?
Dem Kind den Stoff einfach vorzusetzen, weil der im Lehrplan so steht, wird auf alle Fälle auch nicht dem Kind helfen zu entscheiden, ob es relevant ist oder nicht, was es da grade tut.
Wie ich sagte: von standardisierten nationalen oder internationalen Prüfungen und deren Stoffkataogen, die im Detail vorschreiben, was beherrscht werden muss, um die Prüfung zu bestehen.Besteht die Möglichkeit, sich bei einem Angebot nach Lust und Laune auszuklinken, kann es auch nicht wissen, ob seine Entscheidung nun konstruktiv war oder ob es etwas verpasst hat. Woher soll dann die von dir idealisierte intrinsische Motivation kommen?
ja, warum sollte man? Und warum wird das im heutigen Schulsystem so oft getan? - frag ich mich auch immer wieder mal.Warum sollte man Kinder zu bequemen Dünnbrettbohrern erziehen?
Das Leben der meisten Leute bringt reichlich wenig intellektuelle Anforderungen. Das hör ich auch immer wieder von Uniabgängern, die an ihren Arbeitsstellen dann banales Zeug erledigen müssen, das in keiner Weise ihrem so lang und mühsam geschulten Intellekt entspricht.Und die von dir aufgezählten Pflichten wie Zähneputzen, Hausordnung etc. sind Alltagsbanalitäten und in keinster Weise mit den intellektuellen Anforderungen zu vergleichen, denen sie sich jetzt und in ihrem späteren Leben als Erwachsene stellen müssen.
Wer die Grundrechenarten beherrscht, Dreisatz und Prozentrechnung, wer lesen und schreiben kann, hat eigentlich schon alle intellektuelle Aussstattung, die es für ein gewöhnliches Leben braucht.
Man muss natürlich teils noch berufsspezifische Dinge lernen, aber die haben sehr oft wenig mit Intellekt zu tun, und viel mit gewusst-wie, und auch viel mit sozialer Kompetenz, mit Entscheidungsfähigkeit, mit Flexibilität und Improvisationstalent wenn's mal schief läuft, mit dem Auswendig wissen und können von Verfahren und Regeln.... aber intellektuell müssen nur wenige sein, theoretische Physiker, zum Beispiel.
Wie ich sagte: in einem ganz gewöhnlichen Kinderleben werden Kinder sowieso mit so vielen Dingen konfrontiert, die sie eigentlich nicht tun möchten, aber dennoch tun müssen, da muss man echt nicht noch eine Ladung zusätzlich drauf packen. Es gibt keinen Grund dafür.Trotzdem sollten sie gelernt haben, mit diesen Dingen umzugehen, die sie eigentlich nicht tun möchten, weil eben dieser "Chicken Exit" nicht immer bei Bedarf zur Verfügung steht.
gruss, barbara
-
23.02.2015, 15:00
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
Ich bin jetzt schon seit längerem aus dem Alter für obligatorische Schule raus, der Spielfaktor ist in meinem eigenen Lernen noch längst nicht ausgereizt, ganz im Gegenteil. Der Vorrat an Spiel scheint mir unendlich gross zu sein, unendlich vielfältig, immer neu, immer anregend, und bringt mich immer wieder mal zu unerwarteten Ufern.

gruss, barbara



Zitieren