Aber gerade in unserer heutigen "ich will Spaß"- Gesellschaft ist es doch auch wichtig, rechtzeitig zu lernen, sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die einem gerade mal keinen Spaß machen. Das erfolgreich zu bewältigen und seinen inneren "hab' keine Lust"- Schweinehund bekämpfen zu können, ist doch auch ein Zeichen für Reife und Lebenstüchtigkeit.
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23.02.2015, 11:51
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
Manches ist durchsichtiger als es scheint.
Gewaltig ist der Unterschied zwischen x und u!
Ein Piratenboot ist kein Kirchenschiff.
Seize the Day, Heaven Can Wait
If you could read my mind, love, what a tale my thoughts could tell....(Gordon Lightfood)
Allegro con brio
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23.02.2015, 11:55
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23.02.2015, 12:02
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
das ist nicht so. In der Lesezeit in der Grundschule dürfen Kinder sich ihren Lesestoff selbst aussuchen und auch von zuhause mitbringen, da sind dann von Büchern über Astronomie und Pferdegeschichten bis hin zu Greg's Tagebuch alles dabei.
Es gibt bestimmte Regeln im Umgang mit anderen Menschen, wie z. B. auch im Straßenverkehr. Da diskutiere ich doch auch nicht aus, wer gerade Vorfahrt hat, sondern halte mich an die Regeln.
Zwischen Kadavergehorsam und dem was ich meinte liegen Welten.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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23.02.2015, 12:04Inaktiver User
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
Jeder strengt sich an, wenn er weiß warum und wozu er sich anstrengt.
Einfach nur sinnlos anstrengen, um des Anstrengenswillens halte ich für sinnlos.
Das einfachste Beispiel ist Sport: man will gewinnen, oder man hat Spaß an dem Sport, das ist der Zweck (oder z.B. Abnehmen).
Kompliziertes persönliches Beispiel für Bildung ohne Grund:
Meine Mutter hat mich früher immer am Wochenende um 8 Uhr aufgeweckt. Weil sie sagte, früh aufstehen ist eine Tugend. Wenn ich gefragt habe, warum ich aufstehen soll und warum ich nicht schlafen darf? Keine Antwort. Ich habe mich völlig sinnlos herum gelangweilt in den Morgenstunden (meistens heimlich versucht Fernsehen zu schauen
)
Ich halte früh aufstehen oder irgendeine andere Sache ohne Zweck immer noch für sinnbefreit und habe keine Ahnung warum mich meine Mutter da gequält hat. Wenn es einen Grund gibt, warum ich früh austehen soll, mach ich das. Wenn nicht, dann schlaf ich halt.
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23.02.2015, 12:07
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
Eben. Doch das kann man schon zuhause lernen, z. B. beim Aufräumen oder Zähne putzen.
Gerade in der Grundschule sind diese "Pflichteinheiten" noch recht kurz. Hier wird in Unterrichtsblöcken gearbeitet, so dass in 90 Minuten nicht nur Zeit ist, den Kindern individuell zu erklären (den Nachzüglern) oder Zusatzaufgaben zu verteilen (den Schnellen) sondern es ist auch Zeit für ein Bewegungsspiel oder die Frühstückspause .
Da kann man dann schon mal aushalten, dass für 20 Minuten was gemacht wird, was man nicht mag.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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23.02.2015, 12:07
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
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23.02.2015, 12:07Inaktiver User
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23.02.2015, 12:10
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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23.02.2015, 12:13
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
Das fällt bei mir nicht unter Detailwissen, sondern unter geschichtliche Grundzüge.
Detailwissen sind all die kleinen Einzelteile, die ein komplexes Mosaik ergeben, die man sich aber selten in dieser Fülle auf Dauer merkt.
Ich bin mir unsicher, wie wichtig es ist.
Was aber ganz sicher ganz wichtig ist: Quellenbewusstsein und Quellenkritik.
Und Erarbeitung von Themen unter Verwendung verschiedener Quellen.that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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23.02.2015, 13:24Inaktiver User
AW: Was sollen SchülerInnen in unseren Schulen lernen?
Ich denke wirklich, Bae meint eine Zeit, in der die Kinder - die meisten - noch anders waren.
Da hätte tatsächlich ein Konzept, wie sie es gut fände, noch weitestgehend funktioniert. Heute ist das schwieriger geworden.
Hat meiner Meinung nach auch den Hintergrund, dass Kinder früher selbständiger sein durften. Selbständig was mit der Freundin oder dem Freund ausmachen - ohne die Eltern vorher zu fragen, das machte man kurz vor dem Besuch - zu dem man zu Fuß ging, nicht gefahren wurde.
Da wurde auch nicht so viel bespielt, sondern sie selbst entdecken lassen, anstatt zu zeigen wie es geht. Niemals hätte ich Lust gehabt, mit meinen Eltern Playmobil zu spielen - die wussten doch gar nicht wie das geht. Erwachsenenfantasie ist doch langweilig...
Und es gab auch keine durchgestylten Kindergeburtstage. Kinder haben sich selber ausgesucht, was sie spielen wollten ohne (!
) Anleitung.
Meine Güte, jetzt drifte ich in etwas ab, was ich gar nicht wollte: dieses früher war alles besser...
Das meinte ich jetzt auch gar nicht. Aber es war eben nicht rund um die Uhr ein Erwachsener da, der Vorgaben machte. In diesem Raum haben Kinder Selbständigkeit und Kreativität erlernt. Und das Wissen, dass sie etwas können, etwas selbst herausfinden können, ihrer Neugier freien Lauf lassen.
Und das ist eben ganz wichtig beim Thema Freiarbeit. Die im übrigen tatsächlich in den Regelschulen praktiziert wird. So gut es eben geht. Aber es ist schwierig.
Gewieftere Kinder leiten Kinder, die mit etwas nicht so gut zurechtkommen, durchaus an in diesem Rahmen.
Allerdings sieht das dann häufig so aus, dass diese Kinder, die nicht so können oder wollen, sich dann faul zurücklehnen und die anderen Kinder das machen lassen.
Zum Lesen: es ist üblich, dass in einer Klasse ein Text laut gelesen wird. Das hat nicht für den Leser einen Lerneffekt, sondern auch für die anderen Kinder. Gerade zu Beginn sehr wichtig. Und wer ein kleines Kind schon einmal lesen gehört hat, weiß das. In einem Leseraum für Erst- und Zweitklässler gäbe es dann ein ganz schönes Stimmengewirr.
Und mal angenommen, Max, Sven, Tamara und Saskia haben keine Lust auf Rechnen und es würde ihnen angeboten, stattdessen in den Leseraum zu gehen, wo es keine Aufsicht gibt, dann würde sich Max vielleicht ein Buch schnappen und interessiert darin lesen, die anderen drei würden einfach nur Quatsch machen, sich unterhalten und Max beim Lesen stören.
Kinder sind halt so - ist die Katz aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf den Tischen.
Und das sind meistens die gleichen. Die machen nichts von sich aus. Und wenn es nach manchen Kindern ginge, dann könnten die in der 4.Klasse noch nicht lesen.
Bae schrieb, die Kinder hätten ja keine Alternative. Doch, haben sie. Sie holen das Buch nicht raus und tun es auch auf wiederholte Aufforderung nicht. Oder nur missmutig und dann liegt das Buch zwar auf dem Tisch, aber sie blödeln lieber mit den Nachbarn herum.
Und der Lehrer kann um Ruhe bitten, sie aber nicht verordnen. Er kann höchstens noch die Eltern zum Gespräch bitten, aber wenn die meinen, ihr Kind dürfe den Unterricht stören, kann der Lehrer nichts machen.
Ich find das ja rein von der Theorie sehr schön, dass das Lust- und Lernzentrum miteinander verbunden sind, jedoch gibt es auch ein - ich nenne es jetzt mal "Trägheitsgesetz". Nachdem der Mensch auch zum Faulenzen neigt. Das kenn ich, das kennst du und Kinder sehr wohl auch.
Ich glaube, früher musste man Kinder nicht 5x auffordern, etwas bestimmtes zu machen. Da rief auch kein Kind (ich nehme mal die Pubertierenden aus
) rein: "Ich hab aber keine Lust!".
Hängt einfach mit der Einstellung zusammen, die viele Eltern gegenüber ihren Kindern haben. Fragt das Kind nach Schoki (man setze im Bestfall noch voraus, dass es zum Süßigkeitenfach keinen freien Zugang hat) vor dem Mittagessen, sagt Mama 2x nein und beim dritten Mal: Okay, aber nur eine.
Und zupft das Kind beim Telefonat der Mutter mit der Freundin unentwegt an deren Ärmel oder Hosenbein, unterbricht Mama lieber für mehrere Minuten das Gespräch und wendet sich dem Kind zu, als klar zu sagen: Jetzt nicht! Ich telefoniere.
Kind weiß: ich muss nur lang genug dranbleiben, dann krieg ich was ich will und wenn Erwachsene nein sagen, meinen sie nicht nein. Schlichtergreifend nehmen sie die Ansage einer erwachsenen Person nicht mehr ernst. Und da meinen Eltern, das gäbe sich in der Schule von ganz allein. Tut es nicht.



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