Aus der hintersten Ecke meines Bücherregals hab ich einen Band hervorgegraben, der im Original 2001 erschienen ist, also schon eine ganze Weile zurück. Titel "der Fluch des neuen Jahrtausends", Autor: Peter Scholl-Latour. Es ist eine Sammlung von Aufsätzen zur Weltlage im Allgemeinen und Besonderen. durchaus lesenswert!
zum Beispiel:
"Die Nato expandiert, so hiess es triumphierend zum 50. Jahrestag der atlantischen Allianz. Tatsächlich wurden die Ukraine, die Republiken des Kaukasus und Zentralasiens in gewissen Werbefilmen als künftige Bündnsipartner vorgestellt. Noch weit bedenklicher als das Vordringen des westlichen Militärbereichs in Richtung Asien erscheint der deutliche Versuch der USA, die Europäer zu einer parallel laufenden politischen Ausweitung ihrer eigenen Union zu veranlassen. Kann die Brüsseler Gemeinschaft, die weder über strategische Mittel noch eigene diplomatische Konzepte verfügt, es sich leisten, das immer nohc mächtige Russland mit einem verblendeten *Drang nach Osten* zu provozieren?" (S. 53)
gruss, barbara
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27.02.2015, 21:53
AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?
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27.02.2015, 21:54Inaktiver User
AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?
Bis zu einem gewissen Grad teile ich diese Auffassung.
'Bis zu einem gewissen Grad' deshalb, weil man die Balance suchen muss zwischen Einsatz für Menschenrechte einerseits und das Recht jedes Staates auf Nichteinmischung in innere Angelegenheiten andererseits.
Vielleicht hilft es ja, sich zu überlegen oder zu recherchieren, ob die Bevölkerung eines Landes wirklich "gerettet" werden will, oder ob einzelne, teilweise vom Ausland gesteuerte Gruppen als Mehrheit ausgegeben werden, tatsächlich aber eher eine Mindermeinung repräsentieren.
Insbesondere dann, wenn die Einmischung dem eigenen Vorteil des selbsternannten ausländischen "Retters" dient, ist höchste Vorsicht geboten.
Wir hatten das schon unzählige Male: da wurde - völkerrechtswidrig, aber völlig ungeniert - ein sogenannter "RegimeChange" betrieben, im Klartext also die Regierung eines fremden Land gestürzt, und was kam? Chaos, Zerstörung und noch schlimmere Zustände als vorher. Schon mehrfach wurde das Land durch den inszenierten Bürgerkrieg zerrissen. - So zuletzt in Irak, Libyen und Ukraine.
Angesichts der verdeckten Agenda und angesichts der realen Folgen für die Betroffenen muss man also genau aufpassen, ob in der Flasche, auf der "Einsatz für Menschenrechte" steht, auch tatsächlich "Einsatz für Menschenrechte" drin ist.
Wenn ein Land den Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte nicht ratifiziert hat und sogar per Gesetz eigene Kriegsverbrecher vor Strafverfolgung ausdrücklich schützt, wenn es von "Demokratie" schwafelt und sich zugleich anmaßt über die Regierung eines fremden Landes zu bestimmen, dann ist es mitsamt seinem angeblichen Einsatz für Menschenrechte sicher nicht glaubhaft.Geändert von Inaktiver User (27.02.2015 um 23:30 Uhr)
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27.02.2015, 21:57Inaktiver User
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27.02.2015, 22:07Inaktiver User
AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?
Aber nein.
Wenn jemand behauptet, in Russland gäbe es einen Wirtschaftsboom und diese Behauptung wird in einer Entgegnung widerlegt, und es kommt dann als Entgegnung zur Entgegnung "aber dort oder dort oder dort" ist es auch schlimm, dann wird damit nicht Heuchelei oder Doppelmoral oder beides entlarvt, sondern es wird ein Vergleich hergestellt, der nichts daran ändert, dass es z.B. in Russland keinen Wirtschftsboom gab oder gibt.
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27.02.2015, 22:37
AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?
sorry fuer den einen Link in meinem letzten email, der dann von Libentia mit dem Spiegel Artikel "ersetzt" wurde (Danke dafuer).
Hier ein interessanter Link der ein paar Zahlen gibt ueber die Oel- und Gasabhaengigkeit der Russischen Wirtschaft bzw. wieviel Prozent das von der Gesamtwirtschaft ausmacht und im Vergleich z.B. Saudi-Arabien.
Laut dem Chodorowski ist Russland nicht so stark abhaengig vom Gas und Oel wie oftmals angenommen.
Ich hab in einem anderen Artikel gelesen dass die Devisenreserven von Russland derzeit um die 450 Milliarden betragen und jeden Monat ca. 40 Milliarden US Staatsanleihen verkauft werden (auch zum Zwecke den USDollar langfristig zu schwaechen bzw. den Rubel wieder zu erstarken zu lassen etc., jedenfalls soll das derzeitige Devisenpolster noch fuer ca. 3 Jahre ausreichen, sollten die jetzigen Oel-/Gaspreis wohl noch fuer ca. 3 Jahre auf dem derzeitigen Niveau bleiben.
Ich glaube Venezuela, Lybien, Syrien und andere Nationen sind vielleicht schon jetzt oder weit frueher in finanzieller Not. Von Iraq kam heute in DLF Radio ein Bericht heute dass die bereits heute finanzielle Hilfe benoetigen um gegen die ISIS im Osten des Landes aufzuruesten und das trotz der Oelfoerderung von ca. 3Mio. Barrel pro Tag und damit deutlich mehr als noch zu Saddam Huessein's Zeiten gefoerdert wurde.
Heute kam die Meldung dass eine Gruppe Staatsbedienste in Russland mit heutigem Beschluss mit 10% Gehaltseinbusse rechnen muessen, die haben derzeit ein mittleres Einkommen von EUR 3300.- oder so monatlich (soll wohl heissen dass diese Gruppe Gehaltsbezieher das wohl verkraften koennen sollten...) und es wurde in dem Bericht auch erwaehnt dass mehr und mehr Teile der Bevoelkerung mit zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten leben muessen, hier schlaegt also der niedrige Oel-/Gaspreis und die wirtschaftlichen Sanktionen bereits durch.
Aber kein Vergleich zu Ukraine, Soros hat heute vermeldet dass der Westen 50Milliarden oder so an Ukraine als Soforthilfe spenden soll um die groebsten Finanzschwierigkeiten zu bewaeltigen.
Hier der Link zu Chodorowski's Interview zu Russland und seiner Kernaussage dass Russland von Gas und Oel weniger abhaengig ist als weithin angenommen:Chodorkowski....
Und dass Chodorowski wenn er in der auslaendischer (westlichen?, die Bri wird's wohl nicht sein, obwohl da ja auch einige meinen dass es nie einen nenneswerten Wirtschaftsboom gab in Russland... ???) Presse ueber Russland dass er sein Land nicht wiedererkennt in solchen Berichten...
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27.02.2015, 23:01Inaktiver User
AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?
Deine Quelle umfasst Zahlen von gerade mal 1-3 Jahren.
Wenn du meine durch Zitate und mehrere Quellen belegte Aussage über die letzten 1-2 Jahrzehnte widerlegen willst, dann musst du schon ein bisschen mehr Mühe investieren.
Das ist ein wirres Durcheinander ohne Hand und Fuß.es kommt dann als Entgegnung zur Entgegnung "aber dort oder dort oder dort" ist es auch schlimm, dann wird damit nicht Heuchelei oder Doppelmoral oder beides entlarvt, sondern es wird ein Vergleich hergestellt, der nichts daran ändert, dass es z.B. in Russland keinen Wirtschftsboom gab oder gibt.
Sortier doch bitte erst einmal deine Gedanken.Geändert von Inaktiver User (27.02.2015 um 23:14 Uhr)
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27.02.2015, 23:08
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27.02.2015, 23:20Inaktiver User
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28.02.2015, 00:26Inaktiver User
AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?
Martin Schulz formulierte es bei Maybritt Illner etwas vereinfacht ungefähr so:
Janukowitsch vor ca. einem Jahr: "Liebe Leute, die Ukraine ist pleite, ich brauche 14 Milliarden, der Winter steht vor der Tür..."
Poroschenko, etwa ein Jahr später: "Liebe Leute, die Ukraine ist pleite, ich brauche 14 Milliarden, wir sind mitten im Winter..."
Hier, ungefähr ab Min. 30:40
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanal...vom-26-Februar
Der Unterschied ist: Janukowitsch hat die 14 Milliarden nicht bekommen. Poroschenko bekommt 17 Milliarden vom IWF (und noch eine von Deutschland und möglicherweise noch sonstwoher was, keine Ahnung).
Vielleicht sollte man in der Ukraine jetzt mal was G'scheites damit anfangen. Nur so eine Idee.
Was Schulz übrigens auch sagte, daß Poroschenko unter einem enormen innenpolitischen Druck steht. Und das vereinfacht die Sache halt nicht.Geändert von Inaktiver User (28.02.2015 um 12:14 Uhr)
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28.02.2015, 12:56
AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?
Der heutige Attentat auf den oppositionellen Politiker Nemcov im Zentrum von Moskau lässt meine Hoffnung auf die Beruhigung der Situation schwinden. Ich fürchte, die Medien hierzulande werden den Sachverhalt so darstellen, als hätte Putin den Menschen höchst persönlich vor Zeugen erschossen.
Der heißer Krieg in Europa wird mMn leider von Tag zu Tag wahrscheinlicher.


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