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    AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?

    Eins der großen Probleme ist tatsächlich die Wahrnehmung. Seit Gorbatschow hat sich Russland mehrmals dramatisch verändert, sowohl der Staat, als auch die Gesellschaft. Außerdem ist das Land sowieso sehr heterogen. Diese stetigen Veränderungen, die zum Teil sehr radikal sind, wie auch die kulturelle Vielfalt, werden im "Westen" kaum wahrgenommen. Den Wirtschafstboon der letzten Jahre hat die Öffentlichkeit hier tatsächlich total verpennt. Viele denken nachwievor, es handelt sich bei Russen grundsätzlich um verarmte strickt religiöse "Babuschkas", die für jede vermeintliche Wohltat des Westens unendlichen dankbar sein müssen.
    Vielleicht auch deswegen reduziert man hier das heutige Russland auf die Person Putins, um die Komplexität des Phänomens zu reduzieren und so begreifbar zu machen.
    Aber die zu starke Vereinfachung und zu langsame Verarbeitung von Informationen rächt sich momentan.

  2. Inaktiver User

    AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?

    Soeben gefunden:

    "We have to twist arms when countries don't do what we need them to"


    P.S.:
    Vergleiche hierzu den US-Vizepräsident Biden und seine Äußerung, dass Europa gezwungen werden musste gegen Russland Sanktionen zu verhängen.
    Da musste wohl dem einen oder anderen EU-Land der Arm verdreht werden.
    Geändert von Inaktiver User (27.02.2015 um 20:29 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?

    Zitat Zitat von yell Beitrag anzeigen
    Eins der großen Probleme ist tatsächlich die Wahrnehmung. Seit Gorbatschow hat sich Russland mehrmals dramatisch verändert, sowohl der Staat, als auch die Gesellschaft. Außerdem ist das Land sowieso sehr heterogen. Diese stetigen Veränderungen, die zum Teil sehr radikal sind, wie auch die kulturelle Vielfalt, werden im "Westen" kaum wahrgenommen. Den Wirtschafstboon der letzten Jahre hat die Öffentlichkeit hier tatsächlich total verpennt. Viele denken nachwievor, es handelt sich bei Russen grundsätzlich um verarmte strickt religiöse "Babuschkas", die für jede vermeintliche Wohltat des Westens unendlichen dankbar sein müssen.
    Vielleicht auch deswegen reduziert man hier das heutige Russland auf die Person Putins, um die Komplexität des Phänomens zu reduzieren und so begreifbar zu machen.
    Aber die zu starke Vereinfachung und zu langsame Verarbeitung von Informationen rächt sich momentan.
    Natürlich hat sich Russland in den letzten 20 Jahren verändert. Das trifft auf die meisten Staaten zu.
    Ich denke, kaum jemand hält RussInnen allgemein für religiöse Babuschkas, die für irgendwelche Wohltaten dankbar sein sollten.
    Aber Wirtschaftsboom?
    Wo machst du den aus?

    Lt. Fischer Weltalmanach 2015:
    Jahresteuerungsrate 2011 + 8.4%
    Jahresteuerungsrate 2012 + 5,1%
    Jahresteuerungsrate 2013 + 6,8%
    Die Nominallohnsteigerungen blieben deutlich unter den Teuerungsraten, was wiederum dämpfend auf den privaten Konsum wirkte.
    Obwohl die Staatsverschuldung gering (10% des BIP) ist, die Devisenreserven etwa 500 Milliarden US-$ betragen, wird kaum investiert, weder von staatlicher Seite (21 % des BIP, im Vergleich dazu: China 50,8%), noch von privater (-0,1%).
    Dringende Modernisierungs-Investitionen unter anderem im veraltet und ineffizient arbeitenden Energiesektor wurden und werden nicht angegangen.
    Projekte mit hohen Investitionssummen, wie z.B. Sotschi, sind ausgelaufen.
    Das gesamte wirtschaftliche Umfeld ist zu sehr vom Erlös aus dem Außenhandel mit Ergas- und öl abhängig.
    Der angekündigte Strukturwandel aus Privatisierung und Diversifizierung, mit dessen Hilfe die einseitige Abhängigkeit vom Export von Energierohstoffen abgebaut werden soll, kommt nur zögerlich voran.....usw., usf.

    Damit, dass Russland sehr stark auf die Person Putins reduziert wird, hast du recht, zumindest, was die Medien anlangt.
    Das jedoch scheint mir eher an Putin selbst und seiner PR-Maschinerie als an den Medien zu liegen.

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    AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da Lukulla in einem Strang, in dem es um Völkerrechtsverletzungen geht, ihre Sympathien für USA geäußert hat,
    Das ist so nicht korrekt Koi und ich möchte Dich dringend ersuchen, mir nicht Äuserungen anzuhängen, die ich so nicht getätigt habe.

    Was ich sagte, war, dass die USA, die momentan mit den Säbeln rasseln vor den Grenzen Russlands mir sympathischer sind als Russland, was in der Ukraine Bürger ermorden lässt.

    Nicht mehr und nicht weniger. Ich bezog mich meiner Aussage nur auf diesen einen Punkt und bezog weder Menschenrechts- noch Völkerrechtsverletzungen beider Staaten im Allgemeinen damit ein.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
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    Kari Bremnes

  5. Inaktiver User

    AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Natürlich hat sich Russland in den letzten 20 Jahren verändert. (...)
    Aber Wirtschaftsboom?
    Wo machst du den aus?
    Da muss man nicht weit schauen. Diejenigen, die des Öfteren Wirtschaftsmeldungen lesen, wissen ohnehin, dass Russland zu den sogenannten BRICS-Staaten gehört, deren Kennzeichen ein besonders dynamisches Wirtschaftswachstum ist - auch wenn das Wirtschaftswachstum von Russland mit dem nur mühsam auf 8% gedrückten (!) Wirtschaftswachstum des "kommunistischen" China nicht mithalten kann.

    Auch ein Blick auf Wikipedia ist aufschlussreich.

    Ansonsten gibt es da zum Beispiel de.statistica: mit Zahlen zum Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts

    Der Fischer-Almanach gibt folgende Zahlen an:

    Bruttosozialprodukt je Einwohner in US-Dollar:

    2002: 2.250
    2004: 1.750
    2006: 2.610
    2008: 4.460
    2010: 7.530
    2012: 9.340
    2014: 12.700


    Also ich weiß ja nicht, wie du solche Zahlen nennen willst ...

    Beim Focus findet man folgendes:

    Zunächst ein Blick zurück: Seit der Krise im Jahr 1998, die in der Zahlungsunfähigkeit des russischen Staates gipfelte, verzeichnete die russische Wirtschaft eine lang andauernde Phase sehr dynamischen Wachstums. In den vergangenen 15 Jahren wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr, dabei ist der massive Einbruch um annähernd acht Prozent im Jahr 2009 bereits berücksichtigt.

    Dieses kräftige Wachstum spiegelt sich auch in der inzwischen erreichten Größe der russischen Volkswirtschaft wider: 2013 lag das nominale BIP bei annähernd 2100 Milliarden Dollar. Damit hat es sich seit 1999 verzehnfacht. Garanten dieser Entwicklung waren steigende Ölpreise, eine zunehmende Auslastung der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital sowie eine erfolgreiche makroökonomische Stabilisierung. So beliefen sich die Devisenreserven Ende 2013 auf knapp 470 Milliarden Dollar, was einer komfortablen Importdeckung von mehr als zehn Monaten entspricht.

    Auch die Staatsverschuldung gibt insgesamt wenig Anlass zur Sorge. In Relation zum BIP liegt die Verschuldung des gesamten öffentlichen Sektors gerade einmal bei elf Prozent.

    Quelle

    Dass sich die Dinge mittlerweile geändert haben, liegt nicht ausschließlich an den Sanktionen oder am Ölpreiskrieg. Der in Russland beklagte Reformmangel ist allerdings z.B. auch in Frankreich evident.

    Dass die wirtschaftliche Situation Russlands um Welten besser ist als es die der Ukraine war - geschweige denn seit dem Bürgerkrieg ist, das sei nur am Rande vermerkt - falls sich jemand für das Thema Ukraine interessieren sollte.

    *end of off-Topic*
    Geändert von Inaktiver User (27.02.2015 um 20:33 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Das ist so nicht korrekt Koi und ich möchte Dich dringend ersuchen, mir nicht Äuserungen anzuhängen, die ich so nicht getätigt habe.
    Dieses Ersuchen ist gänzlich unnötig, da deine und meine Postings relativ aktuell und im Forum leicht zu finden sind.
    Du hast übrigens nicht belegt, wo wie was "Putin" in der Ukraine angeblich ermorden hatte lassen - im Gegenteil. Trotzdem verzichte ich darauf dich "dringend zu ersuchen" derartige Räuberpistolen zu belegen.
    Geändert von Inaktiver User (27.02.2015 um 20:13 Uhr)

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    AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?

    Das sagte ich:

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Die USA müssen sogar mit den Säbeln rasseln, um ernst genommen zu werden. Würden sie sich jetzt verkriechen und gar nicht mehr präsent sein, wäre das fatal.

    [...]

    Jedenfalls ist mir da die USA wesentlich sympathischer als Putin, der hinten rum, ukrainische Bürger morden lässt.
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  8. Inaktiver User

    AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?

    Nachtrag zum vorherigen Posting:
    Es fällt auf, dass du von Postings immer nur einzelne Sätze herausgreifst - nämlich diejenigen, die du noch am ehesten widerlegen zu können glaubst.
    Gut für einen Diskussionsverlauf ist es, wenn man die Gesamtaussage zu erfassen versucht.
    Und die steht.

  9. Inaktiver User

    AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dass sich die Dinge mittlerweile geändert haben, liegt übrigens nicht ausschließlich an den Sanktionen oder am Ölpreiskrieg. Allerdings ist der in Russland beklagte Reformmangel zum Beispiel auch in Frankreich evident.

    Dass die wirtschaftliche Situation Russlands um Welten besser ist als es die der Ukraine war - geschweige denn seit dem Bürgerkrieg ist, das sei nur am Rande vermerkt - falls sich jemand für das Thema Ukraine interessieren sollte.
    Ein User/eine Userin schrieb von Wirtschaftsboom in Russland, dieser Behauptung habe ich meinen Beitrag gewidmet.
    Was hat Frankreich damit zu tun? Aber, wenn es schon erwähnt wird, so lässt es sich bestimmt in Frankreich besser leben, als in Russland. Ausgenommen natürlich, man/frau ist mit Putin befreundet.

    Ein Land wie die Ukraine, das durch Einfluss von außen - und ich meine explizit weder die USA, noch die EU, noch sonstwen, ich meine Russland - in einen Krieg hineinmanövriert wurde, kann nicht besser dastehen, als ein vergleichbares, das sich nicht im Kriegszustand befindet.
    Kaum versucht frau, Russland oder die russische Regierung realistisch darzustellen und diese Darstellung mit Zahlen zu untermauern, kommt reflexiv: aber in dem oder jenem Land ist genauso oder noch schlimmer, der oder die haben
    gleich viele oder noch mehr Menschenrechtsverletzungen begangen.
    Ja klar, es gibt gleich Schlimmes, es gibt Schlimmeres. Aber das relativiert nicht, noch rechtfertigt es Misswirtschaft, Korruption und anderes.
    Außerdem ist es nach meiner Auffassung interessanter und einer Diskussion zuträglicher, sich mit den Möglichkeiten eines Staates und seinen Fehlern oder denen seiner Regierung auseinanderzusetzen, als andauernd etwas herbeizuloben, das so nicht existiert.
    Geändert von Inaktiver User (27.02.2015 um 20:40 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Bleibt der aktuelle Krieg in Europa nur auf Ostukraine beschränkt?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein User/eine Userin schrieb von Wirtschaftsboom in Russland, dieser Behauptung habe ich meinen Beitrag gewidmet.
    Da das kein Dialog, sondern ein offenes Forum ist, war ich so frei darauf zu antworten.

    Was hat Frankreich damit zu tun?
    Was stört dich an dessen Erwähnung? Manchmal helfen Vergleiche bei der Einordnung. Das gilt bei Fehlentwicklungen im wirtschaftlichen Bereich - genauso wie beim Vergleich bezüglich der anzuprangernden Völkerrechtsverletzungen.
    Im übrigen war das wohl kaum die Kernaussage meines Postings. (Auch hier fällt auf, wie einzelne Sätze, ja manchmal sogar auch nur Wörter, herausgegriffen werden und der klägliche Rest von über 90% des Inhalts geflissentlich überlesen wird.)

    Aber, wenn es schon erwähnt wird, so lässt es sich bestimmt in Frankreich besser leben, als in Russland. Ausgenommen natürlich, man/frau ist mit Putin befreundet.
    Da wird dir sicher niemand hier widersprechen.
    Bezüglich deines zweiten Satzes: Gleiches ließe sich analog auch von Frankreich sagen. Auch dort spielt es eine nicht ganz unwichtige Rolle, ob man zur unterprivilegierten Schicht der Einwanderer, oder zur Oberschicht gehört.

    Ein Land wie die Ukraine, das durch Einfluss von außen - und ich meine explizit weder die USA, noch die EU, noch sonstwen, ich meine Russland - in einen Krieg hineinmanövriert wurde, kann nicht besser dastehen, als ein vergleichbares, das sich nicht im Kriegszustand befindet.
    Die Ukraine - und ich meine explizit die Ukraine, als sie sich noch nicht in einem Bürgerkrieg zu ruinieren begann - war schon vor dem Putsch in einer ungleich schlechteren wirtschaftlichen Situation als Russland.
    Im Zusammenhang mit der Krim-Abstimmung wurde deutlich, dass Gehälter und Sozialleistungen (z.B. Renten) in Russland ungleich besser sind.

    Kaum versucht frau, Russland oder die russische Regierung realistisch darzustellen und diese Darstellung mit Zahlen zu untermauern, kommt reflexiv:
    ... kommt reflexhaft:
    seltsam, ich finde ganz andere Zahlen, und sicher nicht weniger realistische.

    aber in dem oder jenen Land ist genauso oder noch schlimmer, der oder die haben
    gleich viele oder noch mehr Menschenrechtsverletzungen begangen.
    Ja klar, es gibt gleich Schlimmes, es gibt Schlimmeres. Aber das relativiert nicht, noch rechtfertigt es Misswirtschaft, Korruption und anderes.
    "Es gibt Schlimmes, es gibt Schlimmeres." - Das sage ich schon die ganze Zeit - zum Missfallen gewisser User. Der Grund liegt auf der Hand: Vergleiche und Gegenüberstellungen entlarven Heuchelei und Doppelmoral.
    Geändert von Inaktiver User (27.02.2015 um 22:04 Uhr)

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