Heimat ist für mich dort, wo ich zuhause bin. Das ist der Ort, in dem ich (mit kurzen Unterbrechungen) fast mein ganzes Leben lang wohne. Wo ich die Menschen kenne, entweder persönlich, oder zumindest "vom sehen" - Kleinstadt eben. Wo mir die Mundart vertraut ist, auch wenn ich es oft energisch bestreite, daß "sowas" hier bei uns gesprochen wird :-) Wo ich mich verwurzelt fühle. Es gibt auch im Ausland Orte, an denen ich mich total wohl fühle und die ich geradezu liebe. Aber Heimat ist für mich hier in Deutschland. Wegen der Sprache, der Kultur, der Landschaft. Hier bin ich geboren, hier bin ich aufgewachsen, hier fühle ich mich "sicher", weil zugehörig. Überall sonst auf der Welt bin ich Ausländer, aber hier bin ich zuhause.
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02.02.2015, 14:55Inaktiver User
AW: Heimat - was ist das für Euch?
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02.02.2015, 18:23
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02.02.2015, 19:31
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02.02.2015, 20:12Inaktiver User
AW: Heimat - was ist das für Euch?
Das mit den Fahnen fand ich schwierig.. aber.. dann dachte ich, warum eigentlich nicht.
Aber.. es ärgert mich, dass Leute für mein Land starten und woanders Steuern zahlen...
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02.02.2015, 20:17Inaktiver User
AW: Heimat - was ist das für Euch?
Ich kann Deinem Beitrag nur zustimmen, cheshirekatz. Ich bin im Rheinland sozialisiert: Hier fühle ich mich geerdet und verwurzelt, insbesondere, was Familie, Freunde, Natur, Kultur, Sprache und das "soziale Miteinander" anbelangt. Ich liebe z.B. Bayern und Berlin - aber dort wohnen möchte ich auf Dauer nicht. Das wäre mir einfach zu weit weg von meinen Ursprüngen, Verwandten, Freunden und vom gewohnten Lebens-Duktus.
In nichtdeutschen Sprachregionen, auch wenn ich leidlich Englisch und Französisch spreche, fühle ich mich vielfach etwas entfemdet. Daher reise ich auch am liebsten in Regionen, in denen man Deutsch spricht.
Aber ich bin alles Andere als eine rechtslastige Deutsche: Gerade die Liberalität des Westens und die Entfaltungsmöglichkeiten, die man hier als (nicht unbedingt "normal-lebende") Frau hat, machen mich so heimatverbunden. Hier kann man eben kunterbunt und selbstbestimmt leben!
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02.02.2015, 20:21Inaktiver User
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02.02.2015, 20:54
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03.02.2015, 15:32Inaktiver User
AW: Heimat - was ist das für Euch?
Wenn ich das hier so lese, ist für viele Heimat, der Ort, in dem sie aufwuchsen.
Für mich ist Heimat eher ein gegenwartsbezogener Begriff - eben der Ort, an dem ich jetzt schon soo lange lebe.
Haben Eure Kinder, wenn ihr jetzt woanders lebt als früher, den gleichen Heimatbegriff?
Die Generation der 40 - 60 jährigen ist oft die 2. Generation der Flüchtlinge. Wie ist das für Eure Eltern?
Kann man eigentlich mehrere Heimaten haben? Im Plural gibt es das Wort nicht...
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03.02.2015, 16:18
AW: Heimat - was ist das für Euch?
Meine Eltern sind keine Flüchtlinge, kommen trotzdem nicht von hier, aber ebenfalls aus Schwaben. Ihre Heimat ist hier, nicht ihr Geburtsort, wie mir beide sagten.
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03.02.2015, 16:42
AW: Heimat - was ist das für Euch?
Meine Eltern haben sehr wenig berichtet über ihren Geburtsort, mein Vater eigentlich gar nichts. Sie sind Vertriebene und waren damals noch Kinder (Geburtsjahre 34 + 37).
Ich weiß, dass mein Opa seine Kinder beim Bauern unterbrachte, damit sie nicht hungern mussten. Aber arbeiten mussten sie dort. In der Schule wurde meine Mutter gehänselt, weil sie Vertriebene war. Vor ein paar Jahren bekam ich mit, wie sie sich darüber aufregte (oder es eher belächelte), dass ein Klassentreffen organisiert wurde und man ihr sagte: "Ach du liebes Irmchen, wir würden uns so freuen, wenn du dabei sein könntest..." Sie meinte, damals wurde sie sehr gemieden, ausgegrenzt.
Ihre Heimat fand sie also erst später, nach dem Studium. Ich finde, es ist eine pragmatische Generation. Sie machen aus allem das Beste, bis heute und jammern nicht lange. Mein Vater hat eigentlich nur eine Antwort auf meine verwunderten Fragen zu seinen Kindheits-und Jugenderlebnissen: "Das war eben damals einfach so..."Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.


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