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  1. Inaktiver User

    AW: Heimat - was ist das für Euch?

    Das ging mir früher auch so, dass ich mit dem Wort "Heimat" Bayern verband.

    Mittlerweile habe ich meine eigene Definition und seitdem passt es für mich.
    Es ist dort, wo ich eine Geschichte - eine Vergangenheit - habe, wo ich mich wohlfühle - Gegenwart - und mitgestalten kann - Zukunft.

    Ja.. und ich denke, dazu gehört auch, dass Menschen um mich leben, die ich mehr oder weniger verstehen kann. Alles muss ich nicht verstehen, aber ich möchte schon gemeinsam leben können.

    Und .. das macht es garnicht so leicht... dieses Heimatgefühl.

  2. Inaktiver User

    AW: Heimat - was ist das für Euch?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich betrachte diese "Dirndlheimat" als komplett fremdbestimmt, schlimmstenfalls aufoktroyiert, bestenfalls peinlich.
    Kommt drauf an.
    Echte Brauchtumspflege finde ich was sehr schönes - der Heimatverein in dem der Ursprungsdialekt gepflegt wird, der Ortschronist, der aufschreibt was die Alten 'von früher' erzählen, Sagen aus der Region die aufgeschrieben werden ... Das finde ich toll.
    Es gibt auch Volkstanzgruppen, Volksmusik mit ursprünglichen Instrumenten, 'Naturjodeln' (das ist wohl ziemlich 'abgefahren'), Renaturierung von natürlichen Bachverlaeuen und viel mehr.
    Das kann ganz großartig sein.

    Nicht jede Tradition ist was 'für mich', z.B. Schützen- oder Karnevalsvereine sind bestimmt nichts für jedermann, aber wenn es von den Leuten mit Leben gefüllt wird, warum nicht?

    Das Problem ist nicht das Dirndl, das Problem ist der oberflächliche Kommerz.

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    AW: Heimat - was ist das für Euch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ist Heimat für dich etwas aus der Vergangenheit?

    Für mich ist das auch mein Leben im Hier und jetzt.
    Das ist es für mich auch.

    Du hast es ja auf das gesamte Land bezogen. So gesehen, verbinde ich es mit "meiner Kultur".

    Heimat an sich ist für mich der Ort, an dem ich wirklich lebe, also das Bundesland. Und das hat sich auch beim mir geändert. Ich arbeite seit dem (18 Jahre) daran, diesen Ort als meine Heimat anerkennen zu können. Ich baue mir hier Freundschaften auf - die Familie ist weit weg - und nehme an dem hier typischen gesellschaftlichen Leben teil und erforsche die Natur hier (also Land und Leute ) und lerne es lieben.
    Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.

  4. Inaktiver User

    AW: Heimat - was ist das für Euch?

    Dass du da lange dran arbeitetst, verstehe ich voll und ganz.
    Ich bin in einer Großstadt aufgewachen, deren Dialekt ich nicht sprach - nie. Bei uns wurde hochdeutsch gesprochen.
    Vorteil: Ich musste nie den Sazu "Ich darf in der Schule keinen Dialekt sprechen." 50 mal in Schünschrift schreiben.
    Nachteil: Ich gehörte nie dazu - sprachlich betrachtet.

    Und dann zog ich in eine andere Großstadt zum Studium.
    Ich weiß noch, wie ich in der U-Bahn die Treppe hoch lief und die Leute sprachen alle so wie ich. Ich eckte nciht mehr an..
    Toll war das!

    Das hat mir viel geholfen beim Eingewöhnen.

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    AW: Heimat - was ist das für Euch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vorteil: Ich musste nie den Sazu "Ich darf in der Schule keinen Dialekt sprechen." 50 mal in Schünschrift schreiben.
    Nachteil: Ich gehörte nie dazu - sprachlich betrachtet.
    Wie bitte? Wo war das denn? Wieso durfte man keinen Dialekt in der Schule sprechen und noch dazu nicht den eigenen?
    Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.

  6. Inaktiver User

    AW: Heimat - was ist das für Euch?

    70er Jahre in Baden-Württemberg

    Der Grund... Es heißt DIE Butter, für Schwaben ist es DER Bodder.

    Die Rechtschreibung ist für dialektgeprägte Kinder schwierig.

  7. Moderation

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    AW: Heimat - was ist das für Euch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das Problem ist nicht das Dirndl, das Problem ist der oberflächliche Kommerz.
    Das Problem ist weder die Forderung, das (karikierte) Brauchtum eines Ortes, wo man nie war und der einen nicht interessiert, als einen Bestandteil von Heimat anzuerkennen, noch, seine Heimat (so man findet, man hat eine), von Politikern und Medienfritzen von Gottweißwo vereinnahmen zu lassen?

    Ich finde diese Vereinnahmung ist zentral in der Problematik des Heimatbegriffes.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  8. Inaktiver User

    AW: Heimat - was ist das für Euch?

    Vielleicht fasse ich ihn deshalb so auf mein Leben bezogen...

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    AW: Heimat - was ist das für Euch?

    Oh je. Meine Schwester ist in die Stuttgarter Gegend gezogen. Was hat die gelitten!!!

    Nun wohnt sie auch fast 20 Jahre dort und lebt sich langsam ein.

    Wir haben auch Dialekt, sprechen den auch (bis heute) obwohl unsere Eltern den nicht sprechen, weil diese Vertriebenen sind aus Pommern und Schlesien.

    Anfangs störte es mich, dass ich hier in meiner neuen "Heimat" immer wieder darauf angesprochen wurde, auch laut in der Öffentlichkeit. Das war mir manchmal peinlich. Heute habe ich einen anderen Standpunkt dazu eingenommen.

    Dialekte sind wertvoll. In meiner alten Heimat sprechen die Kinder den kaum noch, weil es ein verpönter Dialekt ist. Dabei finde ich heute, nach so vielen Jahren, dass er doch schön klingt. Er hat einen schlechten Ruf bekommen - eigentlich unbegründet. Wenn er dann irgendwann ausgestorben sein wird, dann wird er in den VHS wohl wieder angeboten werden, um das Kulturerbe zu schützen... So ist das immer und in allen Ländern. Es werden immer die gleichen Fehler begangen.
    Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.

  10. Inaktiver User

    AW: Heimat - was ist das für Euch?

    Ich habe als ganz kleines Kind Dialekt gesprochen, Mutter verstand mich nicht --> Deshalb hieß es zuhause wird Hochdeutsch gesprochen.
    Ich denke vor 30, 40 Jahren war das viel schlimmer als heute, dass man, weil nicht aus der Gegend abgewertet wurden.
    Zum Glück!

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