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  1. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der Euro war der Preis, den Frankreich für seine Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung verlangte. Mitterand befürchtete, ein wiedervereinigtes Deutschland mit der DM würde Frankreich ökonomisch abhängen. Im gemeinsamen Euroraum kann man sich gegenseitig besser kontrollieren (oder auch behindern).
    Wäre die Wiedervereinigung wegen des Vetos einer der ehemaligen Besatzungsmächte nicht zustande gekommen, hätte Europa mit der DDR sofort einen Pleitestaat mitten im Kontinent gehabt.
    Diese Geschichte aufzurollen, würde vermutlich zu weit greifen, jedenfalls war es nicht zwingend, alle, die nun drinnen sind, in den Euroraum aufzunehmen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Syriza hat bisher noch keinen ernsthaften Versuch gemacht, die Vetternwirtschaft zu beenden. In drei Monaten wäre zumindest ein Anfang möglich gewesen. Griechenland hätte auch sofort Fachleute zur Sanierung der maroden Verwaltung aus den EU-Ländern bekommen können - solche "Ansinnen" werden aber seit Jahren abgelehnt. Sie seien unter der Würde der Griechen.
    Na ja, ohne nun Schwachstellen der Syriza verteidigen zu wollen, was erstens die Troika zumindest teilweise falsch gemacht hat, lässt sich gut nachlesen, und wie eine Beamtenschaft, die sich hauptsächlich aus Anhängern alter Parteien rekrutiert, dazu gebracht werden kann, eine Trendumkehr in der Gleichbehandlung aller BürgerInnen einzuleiten, diese Frage stellt sich, glaube ich, den meisten griechischen Politikern, die versuchen, etwas zum Besseren zu wenden.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eben. Ich denke, in Mitteleuropa kann sich das einfach keiner vorstellen, während es in manchen Ländern eine Selbstverständlichkeit ist. Das "schwarze" Geld wird von den Leuten schon eingepreist, deswegen empfinden sie jeden Vorschlag, der dieses System verändern will, als Zumutung. Es bleibt ihnen dann weniger Geld.
    Dass der Staat so nicht funktionieren kann - nun ja, darum sollen sich andere kümmern...
    Doch, ich kann mir so manches vorstellen. Auch hier wurde häufig gefragt: "Brauchen Sie eine Rechnung?" Und das bestimmt nicht allein wegen des Papieraufwandes.

  2. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nein, andersherum wird ein Schuh daraus: wer Geld hat, konsumiert, und wer konsumieren kann, soll (Mehrwert)steuer bezahlen. Ohnehin gelten für Lebensmittel ermäßigte Steuersätze.
    Ja genau das steht in dem von dir zitierten Post von mir.
    Das Problem ist: Jobs schaffen.

    Meinetwegen kannst du ja das berühmte Beispiel der Putzfrauen im Finanzministerium heranziehen. Troika sagte: Feuern.
    Machte man, nur damit private Firmen putzen gingen, bei denen die meisten Putzfrauen illegal waren. Ausgaben blieben, Angestellte sanken, Steuern weniger. Sinnlos.

  3. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    [...]
    Auch Zustimmung, hast du einen Vorschlag wie man das macht, wenn du den Vorschlag Jobs zu schaffen für naiv hälst?

    Wer soll die Steuern zahlen?
    Ist leider ein Grundproblem des "Nation Building". Ist der Staat korrupt oder kaum existent, so versickern Hilfen, oder werden an die Bevölkerung verteilt, ohne einen selbsttragenden Staat aufzubauen.

    Meine Antwort wäre, seitens der EU nur noch humanitäre Hilfen an Griechenland zu gewähren, und zu hoffen, dass der Nationalstolz der Griechen auch positive Dinge im Land bewirken kann.

  4. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sinnlos.
    Gut möglich, dass auch dieser Versuch scheitert.

    Der nächste Schritt wäre dann:
    Drachmen drucken.
    Das schafft Jobs in Druckereien.

  5. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Halte ich für etwas naiv. Bis vor 7 Jahren hatten die Griechen Jobs. Sie zahlten jedoch nur sehr begrenzt Steuern.
    Es funktionierte, weil der Staat nur so viel Geld ausgeben konnte, wie erwirtschaftet wurde. Seit 1981 kamen die EU-Subventionen dazu, gerade Bauern profitierten stark davon.
    Der wirkliche Sündenfall fand mit dem Beitritt zum Euroraum statt, denn ab diesem Zeitpunkt kam Griechenland an große Kredite heran, die es vorher nie erhalten hätte. Das führte dazu, dass die Verwaltung aufgeblasen wurde und weit mehr Geld ausgegeben wurde, als der Staat einnahm.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wer sollte in dieses Fass ohne Boden denn noch weiteres Geld werfen? Wer will in einem Land investieren, wo man Beamten Fakelaki übergeben muss, damit man Betriebsgenehmigungen bekommt? Und von dem überhaupt nicht klar ist, wann sie sich endgültig ruiniert haben und den Euro verlassen müssen?
    Niemand. Deshalb bekam GR vor dem Eurobeitritt auch kaum Kredite.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Diese Geschichte aufzurollen, würde vermutlich zu weit greifen, jedenfalls war es nicht zwingend, alle, die nun drinnen sind, in den Euroraum aufzunehmen.
    Ich halte diese Geschichte aber für den Kern allen Übels. Die Einführung des Euro musste schnell gehen, zu schnell. GR wurde überigens erst 2001 aufgenommen, und Finanzminister Waigel war dagegen, hatte aber keine Chance gegen die Stimmen der anderen Länder.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Na ja, ohne nun Schwachstellen der Syriza verteidigen zu wollen, was erstens die Troika zumindest teilweise falsch gemacht hat, lässt sich gut nachlesen,
    Natürlich hat die Troika Vieles falsch gemacht, aber sie wäre auch lernfähig gewesen. Man braucht sich nur an die ersten Besuche von Tsipras in Brüssel zu erinnern, an das Wohlwollen, das ihm Juncker entgegen brachte. Wären Tsipras und Varoufakis konzilianter auftetreten, wäre das Ganze niemals so eskaliert. Aber sie provozierten und brüskierten ihre Partner permanent und ohne Not. Der "Terroristen"-Sager von Varoufakis war nur der letzte Höhepunkt.

    Jemand, der tatsächlich eine Einigung mit seinen Gläubigern erzielen will, wählt normalerweise eine andere Taktik. Auch deswegen glaube ich mittlerweile, dass ihre Strategie darauf zielte, den Euroraum gezielt zu spalten. Sie wollten die Länder des Südens auf ihre Seite bringen und mit deren Hilfe die EU umkrempeln.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meine Antwort wäre, seitens der EU nur noch humanitäre Hilfen an Griechenland zu gewähren, und zu hoffen, dass der Nationalstolz der Griechen auch positive Dinge im Land bewirken kann.
    Das sehe ich auch so.

  6. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Laut einer Internet-Umfrage des FIGARO wurde auf die Frage

    "soll noch mit Griechenland verhandelt werden ?"

    23 % mit ja
    77 % mit nein

    (69.646 Stimmen)
    geantwortet
    Soweit die Franzosen.
    Eindeutiger geht es wohl kaum.

  7. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    In Brüssel tagen derzeit die EU-Finanzminister, die Staats- und Regierungschefs treffen sich abends zu einem Sondergipfel.

    Griechenland hat kein neues Angebot vorgelegt, Tspiras tut so, als ob ihn das alles nichts anginge.

  8. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Ich habe einen Artikel über die politische Haltung der Spanischen Regierung gefunden:

    While Greece was forced to accept a series of bailouts amounting to €240bn, Spain drew on €41bn-worth of EU funds to rescue its banking sector and exited from the programme last year. The Spanish economy has seen seven quarters of economic growth, but inequality is rampant and the country’s unemployment rate remains stubbornly high, at 23.8%, the highest in the EU after Greece.

    Spain’s finance minister, Luis de Guindos, said that although the no vote made the situation more complex, Spain was “absolutely not contemplating a Greek exit from the euro”.

    Greece’s creditors had not handled the crisis perfectly, he said, but the onus was now on Greece to enact reforms. “I think there were mistakes on the part of the troika, but it is inevitable that Greece implements reforms because there have been nations that have done them and they are emerging from the crisis.”

    The Spanish government is open to negotiations for a third rescue package, he said. “Given the circumstances, from the point of view of the markets, it is absolutely necessary.”



    Spain's politicians distance themselves from euro crisis: 'This isn't Greece' | World news | The Guardian

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    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Soweit die Franzosen.
    Eindeutiger geht es wohl kaum.
    Viele Dinge waren noch eindeutiger, was hat es genutzt? Nichts, die Politiker scheren sich einen Dreck um des Volkes Wille.

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    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In Brüssel tagen derzeit die EU-Finanzminister, die Staats- und Regierungschefs treffen sich abends zu einem Sondergipfel.

    Griechenland hat kein neues Angebot vorgelegt, Tspiras tut so, als ob ihn das alles nichts anginge.
    Auch wenn es uns nicht passt, der sitzt in der komfortableren Position.
    Sollte der Euro weltweit ins Rutschen kommen wird es eng, wenn es den USA nicht gelingt diese Lawine aufzuhalten, der Dollar rutscht dann nämlich gleich noch mit.

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