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  1. Moderation

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    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der Artikel ist in Gänze lesenswert; danke für den Link.
    Ist er, und bitte. Ich bezog mich auf die (deine?) Behauptung, der Schuldenschnitt oder Teilerlass sei nie im EU-System gewesen. Ganz offen vielleicht nicht; aber das Szenario war in irgendeinem Plan C oder D durchaus mit dabei. Erst seit sich hier und in den anderen Staaten die politische Stimmung gegen weitere Zugeständnisse verhärtet hat, wird wieder lautstark Abstand genommen. Wer die Debatte verfolgt hat, weiß das.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,
    ich bin zwar spät dran, aber darf ich noch bei euch mit diskutieren?
    Ich bin nicht lange vor dir eingestiegen, visual. Gibt doch keine Verpflichtung, dass jemand von Anfang an dabeigewesen sein muss.^^

    Ich dachte bisher, das wäre Show, aber nach dem Referendum in Griechenland frage ich mich ernsthaft, wie es mit der politischen Bildung der Menschen dort aussieht.
    Ja, das Referendum war eindeutig gestaltet. Aber ich glaube nicht, dass die Griechen politisch ungebildeter sind als andere Nationen. Nur leichter zu polarisieren: Durch den so lange noch nicht zurückliegenden Bürgerkrieg, wo ja sicher noch alte Wunden und Rechnungen offen sind und dadurch, dass es vielen Leuten im Land wirklich dreckig geht.
    Die "Dummheit", wenn es denn eine ist, besteht darin, dass ihre Lage allein auf die Troika/EU geschoben wird. Was fast 40 Prozent Ja-Stimmende wohl anders sehen. Sollte auch nicht vergessen werden, dass es die gab.

    Allerdings ist es nicht spezifisch für Griechenland, den bequemsten Weg zu gehen und abwegige Sündenböcke zu finden.

    Die Stimmung im Land ist katastrophal. Und polemisch. War's bei einem ARD-Bericht, wo ein griechischer TV-Journalist in Athen vor der Kamera zu weinen anfing? Weil er nicht mehr offen sagen dürfe, dass er für Ja stimmen werde, ohne übelst angefeindet und bedroht zu werden. Das zeigte viel.

    Syriza will nichts weniger als Europa umkrempeln. Und zwar sofort und ohne Rücksicht darauf, dass auch die anderen Eurostaaten demokratisch gewählte Regierungen haben.
    Dass Tsipras ideologische Märchenkulissen aufbaut, verstehe ich noch - mit Mühe. Aber bei Varoufakis, der ja ökonomisch wirklich nicht unbeleckt ist, kapiere ich das überhaupt nicht. Er wusste/weiß, wie die EU tickt, und die eigenen Leute in diese Anti-Stimmung reinzuhetzen, war das Fieseste, was ich lange an "politischer Führung" erlebt habe.
    *
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  2. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Ist er, und bitte. Ich bezog mich auf die (deine?) Behauptung, der Schuldenschnitt oder Teilerlass sei nie im EU-System gewesen.
    Meine Aussage war, dass von Griechenland der Schuldenschnitt angestrebt wird; das war von anderen Usern bestritten worden.

    Die Stimmung im Land ist katastrophal. Und polemisch. War's bei einem ARD-Bericht, wo ein griechischer TV-Journalist in Athen vor der Kamera zu weinen anfing? Weil er nicht mehr offen sagen dürfe, dass er für Ja stimmen werde, ohne übelst angefeindet und bedroht zu werden. Das zeigte viel.
    Was denn? Dass Griechenland sowohl die Tragödie als auch die Komödie erfunden hat, wussten wir doch schon vorher.


    Dass Tsipras ideologische Märchenkulissen aufbaut, verstehe ich noch - mit Mühe. Aber bei Varoufakis, der ja ökonomisch wirklich nicht unbeleckt ist, kapiere ich das überhaupt nicht. Er wusste/weiß, wie die EU tickt, und die eigenen Leute in diese Anti-Stimmung reinzuhetzen, war das Fieseste, was ich lange an "politischer Führung" erlebt habe.
    Varoufakis hat selbst gesagt, dass er eigentlich kein Politiker ist. Er kam, sagte sein Ding und stieg wieder auf sein Motorrad.
    Geändert von Inaktiver User (07.07.2015 um 15:29 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich selbst erachte die Krise für wesentlich grundsätzlicher. Die EU hat es in seit der letzten Wirtschaftskrise nicht geschafft, nationale Interessen in einer föderalen Struktur angemessen Raum zu geben, weder in Griechenland noch in den Geberländern.

    Alle reden von Reformen in Griechenland, aber die derzeitige Form der EU ist m.E. das grössere Problem.
    Mein Eindruck ist, dass die EU-Verantwortlichen in den letzten Jahrzehnten unglaublich naiv waren. Man folgte blind ökonomischen Prinzipien, erweiterte die Mitgliederzahl auf Deibel komm raus (unter Einflüsterung strategischer Interessen der USA)und dachte, wenn erst alle Mitgliedsländer einen gewissen Wohlstand erreicht hätten, würde alles problemlos klappen.

    Die Finanzkrise machte einen dicken Strich durch diese Pläne. Die meisten Länder besinnen sich in der Krise wieder auf nationale Interessen - Griechenland versucht als einziges Land, der EU eine marxistische Linie aufzuzwingen.

  4. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    das der euro dem usd gleich gemacht werden soll begann allerdings damit massiv.
    https://meta.tagesschau.de/id/94465/...illiarden-euro

    das ist ein erklärtes ziel von dragi um die eurozone insgesamt wirtschaftlicher und schneller aus der krise zu bringen...

  5. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Die Stimmung im Land ist katastrophal. Und polemisch. War's bei einem ARD-Bericht, wo ein griechischer TV-Journalist in Athen vor der Kamera zu weinen anfing? Weil er nicht mehr offen sagen dürfe, dass er für Ja stimmen werde, ohne übelst angefeindet und bedroht zu werden. Das zeigte viel.
    Ich lese zwar deutsche online Angebote, wohne aber nicht in der EU, für mich scheint die Stimmung in beiden Ländern - Deutschland & Griechenland - sehr aufgeheizt. Die einen überzogen Lehrerhaft, die anderen pöbelhaft. Ein perfektes Pärchen. Viele Zeitungen freut das, ist ja perfektes Kino und sie heizen es an.

    Für mich zählt ebenfalls zu Polemik den anderen jetzt mal "was beibringen" zu wollen.
    Beide Seiten haben in den letzten vier Jahren viel falsch gemacht.

    Viele - ich mag das Wort nicht - "Experten" hielten den Sparkurs von vorneherein für falsch, ebenso überhaupt Kredite zu vergeben.

    Die Frage ist und bleibt: wie findet man aus dem gemeinsamen Schlamassel wieder raus?
    Einfach nur auf den anderen zu zeigen ist auf beiden Seiten falsch. Beide Seite machen es leider.

  6. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich fand diesen Aufsatz des Schriftstellers Petros Markaris, der das Denken in GR beschreibt, sehr aufschlussreich.
    Wirklich interessant und sehr lesenswert.
    Danke für den Link!

  7. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Griechenland versucht als einziges Land, der EU eine marxistische Linie aufzuzwingen.
    Jetzt musste ich lachen. Also komm ernsthaft jetzt, wir sind nicht im kalten Krieg.
    Ich sehe da eher Keynes vs. Schäuble. Kompromisse muss es am Ende eh geben.

  8. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Ich bin nicht lange vor dir eingestiegen, visual. Gibt doch keine Verpflichtung, dass jemand von Anfang an dabeigewesen sein muss.^^


    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Ja, das Referendum war eindeutig gestaltet. Aber ich glaube nicht, dass die Griechen politisch ungebildeter sind als andere Nationen. Nur leichter zu polarisieren:
    Sie weigern sich schlicht, die Grundrechenarten anzuwenden. Auch Varoufakis. Er hat gleich zu Beginn einen Vorschlag eingebracht, der logisch klang, dessen Finanzierung aber völlig in der Luft hing.


    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Die "Dummheit", wenn es denn eine ist, besteht darin, dass ihre Lage allein auf die Troika/EU geschoben wird.
    Das erstaunt mich auch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Mitteleuropa hingenommen würde, dass Wohlhabende einerseits massiv Steuern hinterziehen und andere ihre Medikamente nicht mehr bekommen. Ich bin sicher, dass unsere Medien lautstark auf diesen Mißstand hinweisen und die Bürger eine Änderung verlangen würden.
    In GR scheinen alle dermaßen eingebunden zu sein in dieses Korruptions- und Klientelsystem, dass sie es entweder nicht mehr in Frage stellen oder Angst haben, eine Aufgabe dieses Systems könnte ihnen persönlich Nachteile bringen.

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Die Stimmung im Land ist katastrophal. Und polemisch.
    Das ist noch ein Euphemismus. In Athen hing ein Plakat mit dem Konterfei von Schäuble, darunter stand: Fünf Jahre hat er euer Blut getrunken.....nun könnt ihr das ändern (oder sowas).
    Kann sich jemand so etwas in Deutschland vorstellen?

    In Österreich ist man durch die FPÖ schon an polemische und unanständige Plakate gewöhnt. Aber für das, was sich die Griechen an Ausfällen gegenüber deutschen Politikern leisteten, käme man woanders vor Gericht.


    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Aber bei Varoufakis, der ja ökonomisch wirklich nicht unbeleckt ist, kapiere ich das überhaupt nicht. Er wusste/weiß, wie die EU tickt, und die eigenen Leute in diese Anti-Stimmung reinzuhetzen, war das Fieseste, was ich lange an "politischer Führung" erlebt habe.
    Eben. Deswegen frage ich mich, ob dieses Aufhetzen nicht dazu dient, die EU unter Druck zu setzen. Das eigene Volk als Geisel. Ein Spieler.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich lese zwar deutsche online Angebote, wohne aber nicht in der EU, für mich scheint die Stimmung in beiden Ländern - Deutschland & Griechenland - sehr aufgeheizt.
    Das ist das Bild der Medien. In Wirklichkeit geht es nicht um ein Match Deutschland gegen Griechenland. Die wirklichen Hardliner sind andere: Finnland, die Niederlande, die Slowakei, Österreich. Nur verstecken sich diese kleinen Länder hinter den deutschen "Sprechern".

  9. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mein Eindruck ist, dass die EU-Verantwortlichen in den letzten Jahrzehnten unglaublich naiv waren. Man folgte blind ökonomischen Prinzipien, erweiterte die Mitgliederzahl auf Deibel komm raus (unter Einflüsterung strategischer Interessen der USA)und dachte, wenn erst alle Mitgliedsländer einen gewissen Wohlstand erreicht hätten, würde alles problemlos klappen. [...]
    Ja, man war in der Hinsicht naiv, und die EU scheint nicht aus ihrer ersten schweren Krise zu kommen. Was hat sich in den letzten fünf Jahren getan?
    Der Einfluss der USA ist doppeldeutig. Das Aussenministerium sorgt sich um die NATO, tut jedoch letztendlich nichts. Die US-Wirtschaft sorgt sich um den Reformstau in Südeuropa. Sie befürwortet einen Grexit ziemlich eindeutig.

    Die Finanzkrise machte einen dicken Strich durch diese Pläne. Die meisten Länder besinnen sich in der Krise wieder auf nationale Interessen - Griechenland versucht als einziges Land, der EU eine marxistische Linie aufzuzwingen.
    Das Problem ist, dass die EU keine Antworten auf die Folgen der Finanzkrise hat. Z.B. bleibt das Wirtschaftswachstum in Spanien schwach, und die Arbeitslosigkeit hoch. Das ohrenbetäubende Schweigen aus Brüssel hierzu macht letztendlich all diese Länder langfristig anfällig, und nicht der mögliche Grexit, wie oftmals behauptet wird.

  10. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich lese zwar deutsche online Angebote, wohne aber nicht in der EU, für mich scheint die Stimmung in beiden Ländern - Deutschland & Griechenland - sehr aufgeheizt. Die einen überzogen Lehrerhaft, die anderen pöbelhaft. Ein perfektes Pärchen. Viele Zeitungen freut das, ist ja perfektes Kino und sie heizen es an.

    Für mich zählt ebenfalls zu Polemik den anderen jetzt mal "was beibringen" zu wollen.
    Beide Seiten haben in den letzten vier Jahren viel falsch gemacht.

    Viele - ich mag das Wort nicht - "Experten" hielten den Sparkurs von vorneherein für falsch, ebenso überhaupt Kredite zu vergeben.

    Die Frage ist und bleibt: wie findet man aus dem gemeinsamen Schlamassel wieder raus?
    Einfach nur auf den anderen zu zeigen ist auf beiden Seiten falsch. Beide Seite machen es leider.
    hm,nehm ich so nicht wahr,ausser diese sätze wie "da müssen sie ihre hausaufgaben machen" ,was nichts anderes heißt sich mal an das halten ,was eigentlich mal die grundlage des kreditgebens war.
    deutschland ist da auch gar nicht allein sondern dazu gehört die eu.ich empfinde die deutschen politiker eher gerade am rande des noch ertragbaren und das ist auch ihr gutes recht nach all den spielchen ,in denen sie ins leere gelaufen sind.
    wenn ich dann heute lese ,dass tsipras bis auf minimale abweichungen eigentlich die gleichen reformpapiere eingereicht, die er neulich noch abgelehnt hat und gegen die das griechische volk eigentlich ja auch ist ,dann weiß man doch ganz genau wie das weitergeht.

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