Der Mensch hat schlicht die Laffer-Kurve verstanden, und dass sie ebenso von der jeweiligen Gesellschaft abhängt.
Er spricht aus, dass der Staat nicht mehr in einer Form funktionsfähig ist, wie man es sich vielleicht In Brüssel vorstellt. In diesem Sinne stimme ich ihm zu. Steuererhöhungen würden derzeit wahrscheinlich nur den Schwarzmarkt ausweiten.
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01.07.2015, 16:34Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
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01.07.2015, 16:37
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Ich habe mir das Original durchgelesen und es sind ein Haufen Hausaufgaben, aber es ist ein Konzept in die richtige Richtung. Viel, aber nur deshalb so viel, weil es sich in 5 Jahren mächtig aufgestaut hat. Beim aktuellen Erfüllungswillen der Griechen wäre es schon ein Ding, wenn sie 40% davon gut umgesetzt bekämen. Aber Sie wollen den Weg ja einfach nicht beschreiten.
Sagt die Trojka 3% Primärüberschuss, handelt der Grieche so:
G: Nein. 1%
T: 2%?
G: Nein. 1%
T(knirsch): Gut.Ok. 1%!
G (oder besser V.): 0.93%

Ja wo sind wir denn? Auf dem Ramsch-Basar???
1.) Ein Referendum, wenn die Regierung nicht dahinter steht, ist quatsch. Da wird der Herr Tsipras seiner politischen Verantwortung nicht gerecht. 2.) Ein Referendum zu dem Zeitpunkt ist Augenwischerei und möglicherweise nur aus einer weiteren Zeit (=Geld)-Schindetaktik motiviert. 3.) Die Buben schaffen sich selbst in eine Zwickmühle, wenn sie dagegen sind, das Referendum anleiern und nachher entweder das Ja nicht ausführen (hat Tsipras schon angekündigt) oder mit dem Nein das Angebot gar nicht annehmen können. Völlig sinnlos. Außer dass Tsipras keine Verantwortung übernehmen muss und nach diesem ganzen aussenpolitischen Scheitern trotzdem innenpolitisch einfach dran bleiben will. Mit der Volksmeinung, die da draussen sind die Bösen und dran schuld, wie scheiße uns jetzt geht (Zukunftsvision).
Die sind entweder saugerissen für den innepolitischen Machterhalt oder aussenpolitische Dilettanten.
Wir werden es sehen.----------------------------------------------------------------------
Eine gute Demokratie erbt man nicht. Die erarbeitet man sich mit Bildung.
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01.07.2015, 16:38Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
@buckeye
stimmt da lohnt es sich ja ohnehin bald gar nicht mehr zu arbeiten ,wer weiß ,ob man da überhaupt noch den lohn bekommt?
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01.07.2015, 16:41
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Willst Du mir damit sagen, dass er das akademisch versteht und deshalb gar nicht ändern will?
Es geht eben nicht mehr um den Hörsaal, sondern um die realitätsstiftende Aussenpolitik. Mag ja sein, dass er ein Ass ist in allerhand theoretisch möglichen Zusammenhängen. Aber in der Praxis gut agieren, das kann er nicht. Das braucht es aber. Dazu müsste er aber da ansetzen, wie die Kurve im Wechselspiel mit der Gesellschaft VERÄNDERBAR ist.
Ein Klavier hat ja auch viele Tasten, aber die Kunst entsteht erst, wenn man sie angemessen zu nutzen weiß.
Einer, der sagt, die Gesellschaft ist so, deshalb bleibt die Kurve so, gehört bei solchen Problemen nicht in Amt und Würden. Aber genau deshalb haben die Griechen wahrscheinlich so gewählt. Sie haben denen versprochen, dass ihre gesellschaftlichen Vorstellungen so weitergelebt warden. Der V. und der T. erklären das dem Rest von Europa, dass die auf dem Holzweg sind. Sooo geht das nicht mit Athen. Auf die Idee, dass Athen so nicht mit Europa sind sie nicht gekommen. Oder haben zu sehr auf die strategische Lage gebaut. Zocker eben.Geändert von Maria_H (01.07.2015 um 16:52 Uhr)
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Eine gute Demokratie erbt man nicht. Die erarbeitet man sich mit Bildung.
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01.07.2015, 16:51
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
... aber ob die alle notwendig und sinnvoll waren?
Leider ist ja die Möglichkeit zu vergleichen winzig klein: ausser der Schweiz gibt es kaum Demokratien, die diesen Namen wirklich verdienen, die allermeisten werden massiv top-down geführt. Oder es handelt sich um kleine indigene Gemeinwesen, deren Prinzipen man nicht eins zu eins auf Nationen mit Millionen Menschen anwenden kann.
WEnn ich an die Schweiz denke: bei einer ganzen Menge von Veränderungen, die nicht gewollt wurden vom Volk, war es auch ganz vernünftig, sie nicht umzusetzen. Nur weil etwas neu ist, ist es noch längst nicht gut.Nein, das Volk will die Veranderung nicht, selbst wenn es dazu die Möglichkeit hat. Wenn ich z.B. an Kalifornien denke, wurden Volksabstimmungen dazu genutzt, Dinge zu belassen wie sie sind. Ist auch irgendwie natürlich: Der Mensch begegnet der Veränderung erst einmal mit Angst.
Und in Griechenland, wie auch in der ganzen EU, wurden die allermeisten Entscheidungen top down getroffen, kaum je vom Volk. Warum also jetzt das Volk die Rechnung zahlen soll, ohne je sein Wort dazu gesagt zu haben, leuchtet mir nicht ein, unabhängig davon, als wie sinnvoll oder notwendig eine Massnahme angsehen werden kann und mit welchen Begründungen.
Die Privatisierungen, die die Troika verlangte, waren ja in der Tat hart - aber sinnvoll? oder notwendig?
nur weil etwas weh tut, ist es auch nicht notwendigerweise sinnvoll.
gruss, barbara
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01.07.2015, 16:53Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Er gesteht vielmehr ein, dass er es in unmittelbarer Zukunft nicht ändern kann.
In einem funktionierenden Staat führen erhöhte Steuersätze zumindest kurzfristig zu höheren Steuereinnahmen. In Griechenland kann es dazu führen, dass die Schattenwirtschaft weiter aufblüht. Das hat man in Brüssel nicht verstanden.
Dazu sind die Möglichkeiten derzeit nicht mehr gegeben. Oder um deinen musikalischen Vergleich zu bemühen: Brüssel bestellt ein anderes Lied, aber das Klavier ist kaputt.Es geht eben nicht mehr um den Hörsaal, sondern um die realitätsstiftende Aussenpolitik. Mag ja sein, dass er ein Ass ist in allerhand theoretisch möglichen Zusammenhängen. Aber in der Praxis gut agieren, das kann er nicht. Das braucht es aber. Dazu müsste er aber da ansetzen, wie die Kurve im Wechselspiel mit der Gesellschaft VERÄNDERBAR ist.
Ein Klavier hat ja auch viele Tasten, aber die Kunst entsteht erst, wenn man sie angemessen zu nutzen weiß.
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01.07.2015, 17:03
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Dass er Finanzminister eines bankrotten Staats wird, hat er ja schon vor Amtsantritt gesagt.
Aber stimmt schon: was hat es für einen Wert, neue Gesetze zu schreiben, wenn die bisherhigen noch nicht mal umgesetzt werden? - gar keinen!
Hat er jaWäre er der Kerl, den er gerne gibt, hätte er schon vor der Wahl ein ordentliches Konzept erarbeitet, das er schon längst auf den Tisch hätte legen können.
MODEST PROPOSAL | Yanis Varoufakis
Dass er das getan hat, war ja der Grund, warum er überhaupt von Tsipras als Finanzminister berufen wurde.
Als Aussenstehender hatte er natürlich keinen Zugang zu den detaillierten internen Daten der Ministerien, und er hat im Augenblick ja, auch wenn das gewisse nicht glauben wollen, in der Tat mehr als genug zu tun, um die akuten Krisen zu löschen.
warum wird eigentlich erwartet, dass die aktuelle Regierung in einem halben Jahr hinkriegt, was alle andern bisher während Jahren nicht schafften?
Was bleibt denn anderes übrig, wenn die Einführung ins Amt sabotiert wird, Unterlagen und Computer verschwinden, Passwörter nicht rausgerückt werden...Ich habe eher das Gefühl, die Jungs haben sich gedacht: Komm, wir versuchen mal an die Macht zu kommen. Und dann hat der Wahlsieg sie doch überrascht und sie hatten keinen Zentimeter weiter darüber hinaus gedacht. Nur so ist dieses völlige Unvorbereitetsein und somit auf Dauer Versagen zu erklären.
Da wuppst Du nichts frei Schnauze.
Sowieso sind Krisen wie die heutige so selten, und jede ist anders, da gibt's nun mal kein Handbuch dazu.
Haben denn die bisherigen Regierungen und die Troika weiter gedacht, deiner Meinung nach? Falls ja, inwiefern?
Es gibt schlechtere Methoden. zB irgendwelchen Theorien anzuhängen, die nur in akademischen Elfenbeintürmen funktionieren, aber nicht in der realen Welt. zB die neoliberalen Theorien courtesy of Goldman Sachs und Anhängseln. (zB Mario Draghi, EZB-Chef, war vorher bei Goldman Sachs)Und jetzt? Learning by doing.
gruss, barbara
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01.07.2015, 17:07
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Die Frage war nicht an mich, aber ich würde gerne antworten.
Ich war wie gesagt vor wenigen Wochen auf Kreta und kam nach Hause in der festen Annahme, die Griechen hätten keine Helmpflicht. Ich fahre selbst Motorrad und schätze, etwa 50% tragen, 50% nicht. Zufällig habe ich lessen müssen, das in Griechenland SEIT 2002 Helmpflicht besteht
Sowas offensichtliches bekommen die nicht in den Griff. Ähnliches die Nummer mit den nichtfertiggestellten Wohnhäusern. Da last man oben Armierung rausschauen, behauptet, das Gebäude ist noch nicht fertig und *schwupps* muss man keine Steuern zahlen.
Ich würde so ansetzen: Mach beim Volk Werbung für Steuern zahlen. Zeig, dass der ein Dreckshund ist, der nicht zahlt, weil wegen dem die Jugend ohne Zukunft ist und ins Ausland gehen muss! Schämen soll man sich, wenn man nicht zahlt. Weil man die Gemeinschaft (der Griechen und EU) schädigt!
Dann würde ich für die Häuser Steuern EINTREIBEN. Und jeder, der zahlt, bekommt die Armierung abgeflechst! Dann wird es sichtbar. Und gleichzeitig wird gelobt, dass die Menschen stolz drauf sein können, dass sie für die Zukunft ihrer Kinder etwas beitragen. Für die Helmpflicht Strassenkontrollen. Wer nicht trägt, bekommt ein Bussgeld. Es muss ins Volk gebracht warden, dass Regeln einzuhalten sind. Auch wenn der Cousin bei der Polizei ist.
Das ist im Grundsatz an zwei Beispielen die Vorgehensweise gezeigt, die ich als Touristin in Nullkommanix entwickeln kann. Ich bin sicher, da geht allerhand. Wenn man will.
Wenn man allerdings hauptsächlich darauf Wert legt ohne Bodyguard im Athener Nachtleben im Heer der "Freunde" zu baden, dann kriegt man das nicht umgesetzt.----------------------------------------------------------------------
Eine gute Demokratie erbt man nicht. Die erarbeitet man sich mit Bildung.
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01.07.2015, 17:12
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Mit der Einstellung braucht man eigentlich gar keine Regierung.
Ich dachte, dazu war er angetreten?
Es wird erwartet, dass er die Probleme angeht. Und das heißt nicht: Schauen, wie wir das Geld für uns weiter flüssig halten, ohne was zu ändern.
Über den Rest sage ich nichts mehr. Die Lage ist klar.----------------------------------------------------------------------
Eine gute Demokratie erbt man nicht. Die erarbeitet man sich mit Bildung.
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01.07.2015, 17:13



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