Könnte das daran liegen, dass sie schon alle Hände voll damit zu tun hat, das Land einigermassen am Laufen zu halten und dafür zu sorgen, dass keine Gewalt ausbricht?
Illegale Transaktionen auseinanderfieseln braucht Zeit, Geduld und loyale, korrekte Mitarbeiter. Also alles Dinge, die im Moment nicht unbedingt zur Verfügung stehen in Griechenland. Die haben jetzt grad wirklich andere Probleme.
und bis vor einem halben Jahr war es eben diese alte Garde an Politikern, die die höchsten Ämter besetzen, klar tun die nichts in diese Richtung. und DAS hätte die Troika stören sollen!
gruss, barbara
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01.07.2015, 10:02
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
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01.07.2015, 10:06
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Du meinst, darüber hinaus, dass sie "vergessen", die verstorbene Oma bei der Rentenkasse abzumelden, weil das öffentliche Meldewesen nicht funktioniert und der Totenschein nicht sowieso dort ankommt und die Pensionsansprüche aufhören? So wie es zB in Italien auch ständig passiert, was aber hier keinen zu stören scheint, und in der EU/Troika ebenfalls nicht?
Was hat denn die griechische Bevölkerung anderes tun können, als alle paar Jahre aus der Liste den Korrupten ein paar Korrupte auszuwählen und ansonsten sich gemäss Lehrbuch als Homo Oeconomicus zu verhalten und aus den vorhandenen schlechten Rahmenbedingungen das zu machen, was eben ging?
Beleg das doch mal, bitte.
und klar, als starrsinnige Schweizerin (die zum Glück mit direkter Demokratie versorgt ist, wo es 1992 zum EWR-Betritt früh- und rechtzeitig "Nein" hiess) habe ich Sympathien für die starrsinnigen Griechen. Aber klar doch.
gruss, barbara
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01.07.2015, 11:58Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Schulden zurück zahlen ist in unserem Finanzsystem doch gar nicht vorgesehen. D macht das trotz Steuermehreinnahmen auch nicht. Griechenland kann im Moment die Zinsen nicht bedienen, nachdem die Schulden sozialiert wurden.
Welche Refomen würden Griechenland den wirklich weiter bringen? Aderlass war schon im Mittelalter sehr beliebt, dem Patienten ging es danach selten besser. Die Sozialsysteme sind am Ende.
Aufbauhilfe ist dabei bei den Reformen aber nie plant gewesen. Griechenland bekäme nur die "normalen" EU-Hilfen, die jedes Land bekommt. Dazu sind allerdings 15%Eigenmittelzuschuss notwendig, die Griechenland nicht hat, weshalb dann auch kein Geld für Investitionen da ist.
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01.07.2015, 12:08Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
liebe bae ,
so wie du das schreibst ,klingt es so ,als ob die griechen alle ganz brav sind und ihre steuern zahlen wollen und nur nicht wissen wie sie das ändern könnten.dem ist glaube ich allerdings auch nicht so ,denn so ein system ,was solange existiert bringt auch die restlichen menschen dazu ,nicht anders zu agieren.jeder in seine tasche und jeder ist sich der nächste und das gern bitte weiter so.
änderung wollen nur die richtig armen ,die gar nicht profitieren können.
der sozialgedanke geht syriza ja schon ab ,wenn sie an andere europäische staaten denken sollten, nämlich ,die ,die fast schlechter gestellt, mitfinanzieren müssen.
grundsätzlich finde ich das ganze, was syriza macht ,nur noch dummdreistes chaos.
und das halte ich auch für deren problem . ich bin mir nicht mehr sicher ,ob den beiden herren ihr spielchen den euro raum auseinandernehmen zu wollen nicht schon fast wichtiger ist als griechenland selbst,das würde auch dieses hin und hergeschlittere erklären,aber so blöd sind nun auch alle nicht .
wenn ich da was zu sagen hätte ,würde ich erst wieder mit der nächsten regierung reden wollen.was sicher auch nicht einfacher wird ,aber dieser kindergarten geht mir allein schon nachtenmässig an die nerven,wie furchtbar mit solchen menschen überhaupt verhandeln zu müssen.
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01.07.2015, 12:49
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Nein, die wollen nicht unbedingt.
Aber ich habe Sympathien für alle Bürger, die wissen, dass ihr Staatswesen korrupt ist, und die sich entsprechend dagegen wehren, und in dem Fall halt dafür sorgen, dass ihre Familie einigermassen durchkommt. Es ist ja nicht so, dass Griechenland im letzten Jahrhundert sowas wie ein Schlaraffenland gewesen wäre, ganz im Gegenteil.
Wenn der Fisch beim Kopf stinkt, muss der Kopf zuerst gewaschen werden - und ein korrektes staatliches System auf die Beine gestellt werden. Und da hat sich die Troika mit ihren Forderungen, den Pensionären noch das Wenigste wegzunehmen, aber dafür die Bestellungen von deutschen und französischen Waffen aufrecht zu erhalten, keineswegs mit Ruhm bekleckert, sondern sie reiht sich ein in die lange Reihe missbräuchlicher Regierungen, die Griechenland seit schon viel zu langem hat.
Und wenn die Regierung sich endlich mal korrekt aufgestellt hat, ein Steuersystem hat, das diesen Namen auch verdient, inklusive Inkasso, ein Katasteramt (und Landvermessungen, das dauert! Das macht man nicht eben mal so an einem freien Wochenende!) und auch sonst Behörden, die eines Rechtstaats würdig sind... DANN kann man auf jene losgehen, die das System grob umgehen versuchen.
Doch wenn die Bürger und Bürgerinnen wissen - oder zumindest plausibel ahnen - dass die oberen Zehntausend im Millionenbereich bescheissen, woher könnte ein Staat denn seine Legitimation haben, um von den normalen Bürgern und Bürgerinnen zu fordern, sich korrekt zu verhalten, wenwn es um ein paar Hunderter oder Tausender geht? Oder um einen sicheren Arbeitsplatz für den Neffen?
Ach. Es soll dafür sozial sein, die Ärmsten hungern und sterben zu lassen, und das vorhandene magere Budget für Waffenkäufe vorzusehen, wie es die Troika will?der sozialgedanke geht syriza ja schon ab
Nein, da nehm ich noch hundert Mal lieber die Syriza.
Andere Staaten haben auch Regierungen mit dem Auftrag, die Interessen ihrer Bürger und Bürgerinnen zu vertreten. Sollen die eben auch auf die Hinterbeine stehen und nicht nur Ja und Amen zu allem sagen, was aus Brüssel kommt. Die Regierung Tispras ist die GRIECHISCHE Regierung und vertritt somit die Interessen GRIECHENLANDS. Die Interessen Tschechiens oder Portugals sind nicht ihr Bier.,wenn sie an andere europäische staaten denken sollten, nämlich ,die ,die fast schlechter gestellt, mitfinanzieren müssen.
nein, das dummdreiste Chaos wurde in den Jahren vorher vor den EU-hörigen Regierungen und Brüssel veranstaltet, im Namen des Neoliberalismus. "Alles privatisieren" ist nun mal kein Rezept, um einem Staat auf die Beine zu helfen, ganz im Gegenteil - das ist ein Rezept, um einen Staat auszuschlachten und das Chaos zu fördern. She zB auch USA/Golfkrieg/Irak als Anschauungsmaterial.grundsätzlich finde ich das ganze, was syriza macht ,nur noch dummdreistes chaos.
Dass die Griechen keine irakischen Verhältnisse wollen, kann ich nur begrüssen. Es ist meist immer noch besser, einen schlechten Staat zu haben, als gar keinen Staat. Aber das heisst dann auch:
a) man muss vernünftige (!) Massnahmen treffen - sowas wie Marshall mit Europa tat, zum Beispiel
b) man muss genug Zeit geben, denn schrittweise Massnahmen gehen halt nur schrittweise.
Inwiefern schlittern sie denn?ich bin mir nicht mehr sicher ,ob den beiden herren ihr spielchen den euro raum auseinandernehmen zu wollen nicht schon fast wichtiger ist als griechenland selbst,das würde auch dieses hin und hergeschlittere erklären,aber so blöd sind nun auch alle nicht .
Ich kriege nur mit, dass sie ihre Wahlversprechen einhalten, die da wären: keine Kürzungen von Renten und Pensionen mehr, keine neuen Steuererhöhungen - und dass sie ansonsten bereit sind zu verhandeln.
Wie furchbar, mit Leuten zu redne, die nicht Halleljah und Amen zu allem sagen, was aus Brüssel kommt, sondern die eigene Positionen und Ideen haben, in der Tat...^^wie furchtbar mit solchen menschen überhaupt verhandeln zu müssen.
gruss, barbara
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01.07.2015, 12:50Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Von alten Strukturen sind nicht nur die Griechen betroffen, sondern auch die EU. Die "Beamten" da möhren da schon über ein Jahrzehnt an ihren neoliberalen Weisheiten herum. Heraus kommen dann so Dinge wie TTIP, Gurkenverordnung, Glühlampen. Wenn sie sich denn überhaupt mal auf einer Sitzung zeigen.
Und traumhafte Gehälter bekommen die! Wer kann sich noch an die 500000€ erinnern, die 4 Leute kassiert haben. Für 4 Monate Stellvertretung in fremden Ressorts. Ist das schon Korruption oder nennt man das Vetternwirtschaft?
Was die Griechen alles falsch machen, ist natürlich interessant. Aber bitte nicht den Ammenmärchen von dem einschlägig bekannten Volksverhetzer-Blatt glauben. Die EU-Gelder aus den Rettungsmaßnahmen sind nach 2-3 Tagen wieder zurück geflossen, teils zur EZB, teils zu den Gläubigerbanken in D und F etc..
Allerdings haben die Griechen tatsächlich profitiert und auch viel Geld aus ganz normalen Krediten erhalten - in den Jahren des Konsums, also vor einiger Zeit.
Am besten wir halten ein Referendum ab
Ich bin für einen geordneten Grexit.
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01.07.2015, 12:54Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Falls Du das geplante Referendum in Griechenland meinst, so ist das ein ziemlich schlechter Witz.
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01.07.2015, 12:56Inaktiver User
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01.07.2015, 13:02
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
nein, warum ein schlechter Witz?
Die Griechen leiden ja nun shcon lang genug unter der Situation, um sich seit langem eine sachgerechte, differenzierte Meinung des Schlamassels gebildet zu haben.
Wenn es "Nein" heisst, macht die Regierung Tsipras weiter und das mit expliziter Legitimation des Volks, was ihre Verhandlungsposition stärkt.
Wenn es "Ja" heisst, tritt die Regierung Tsipras zurück, und jene, die einen eu-nahen Kurs wollen, können diesen dann führen, und auch diese mit expliziter Legitimation des Volks, was ihre Verhandlungsposition stärkt.
Referenden etwas langfristiger planen und ankündigen wäre natürlich schön, aber in akuten Krisensituationen braucht es halt auch manchmal akute Massnahmen.
Und immerhin ist es mal ein Anfang, die so oft beschworenen europäischen Werte wie zB das Selbstbestimmungsrecht der Völker, in die Tat umzusetzen, und sie nicht bloss in Kreuzstich gestickt in die gute Stube zu hängen und dort zu vergessen.
gruss, barbara
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01.07.2015, 13:04Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Nein, sie wollen keine Steuern zahlen und die neue griechische Regierung unternimmt nichts, aber auch gar nichts, das zu ändern. Als der Deutsch-Grieche Jorgo Chatzimarkakis (bis 2014 FDP) neulich gefragt wurde, warum das so ist, antwortete er: "Weil die neue Regierung auch Griechen sind."

Als einziges Land in Europa hat Griechenland immer noch kein Kataster. Der frühere griechische Außenminister Dimitris Droutsas (auch ein Deutsch-Grieche) hatte in einem Interview gesagt, dass es mindestens 30 Jahre dauern würde, ein Kataster aufzubauen. Und warum ist das so? Na, weil in Griechenland alle Griechen sind.



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