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    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Irgendwie spürt man, die Griechen wollen raus aus dem Euro, zumindest eine Parallelwährung einführen. Alles andere macht auch keinen Sinn mehr.
    Wenn man bedenkt, dass alle Diktatoren und Politiker immer dann vom Volk aus dem Amt gejagt wurden, wenn die sozialen Schmerzen eine Grenze überschritten, dann bleibt auch einigen anderen Spießgesellen in der EU nicht mehr viel Zeit.
    Euro drucken und verteilen lindert nur kurz den Schmerz, die Abwertung wird dann noch schmerzhafter, eine Parallelwährung hingegen, die Abwerten kann, mit der Option einer parallelen internationalen Währung als Möglichkeit, hat einen gewissen Charme.

  2. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von frank60 Beitrag anzeigen
    [...]
    Euro drucken und verteilen lindert nur kurz den Schmerz, die Abwertung wird dann noch schmerzhafter, eine Parallelwährung hingegen, die Abwerten kann, mit der Option einer parallelen internationalen Währung als Möglichkeit, hat einen gewissen Charme.
    Der Charme existiert jedoch nur, wenn die bisherigen Kredite erlassen werden, oder Griechenland offiziell zahlungsunfähig wird. Solange Griechenland diese Kredite noch bedienen will, solange nützt auch eine Alternativwährung wenig.

    Die EU wird auf die eine oder andere Art vor die Frage gestellt, ob es sie eine Transferunion werden will. Ich bin mir hingegen nicht sicher, ob die Antwort so klar ausfallen wird.

  3. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Selbst wenn Griechenland seine Schulden nicht zurückzahlen müsste (was ohnehin sehr wahrscheinlich ist), würde eine Rückführung zur Drachme z.B. bedeuten, dass es all die Waren, die es derzeit aus dem Ausland bezieht, zum Eurokurs bezahlen müsste, und es handelt sich dabei nicht allein um die Tomaten, die so viel billiger aus den USA importiert werden, als sie griechische Bauern anbieten könnten, sondern unter anderem um den riesigen Energiesektor, der vollkommen von ausländischen Zulieferern abhängt.
    Dass ein kluger Mensch, wie Hans-Werner Sinn, in "Hart aber fair" tatsächlich vorschlägt, Griechenland möge aus dem Euro ausscheiden, und wenn es sich in 10 Jahren erholt hat, wieder eintreten, ist mehr als merkwürdig.
    Sagt er nun, was er wirklich glaubt (ich kann es kaum glauben) oder spricht er seinen Interessen und den Interessen seiner Freunde das Wort, was ich eher annehme.
    Unwidersprochen zu äußern, würde Griechenland zur Drachme zurückkehren, würde das bedeuten, dass die griechischen Bauern wieder das Gemüse selbst pflanzten und vermarkteten, anstatt dass Letzteres importiert würde, und das brächte die Wirtschaft auf die Beine, ist zynisch und disqualifziert vor allem seine Gesprächspartner (in dem Fall Jorgo Chatzimarkakis, Katja Kipping und Thomas Oppermann), die nicht zu entgegnen wussten, dass erstens so schnell nicht wieder gepflanzt werden kann, was Jahre hindurch importiert wurde und zweitens Griechenland noch ganz andere Importprobleme hat, und dass drittens Griechenlands Misere auch aber nicht nur von der Überzahl an BeamtInnen verursacht wurde.
    Gäbe es nur mehr Leute, die so klug sind und gleichzeitig versuchen, objektiv zu urteilen, wie der Luxemburgische Jean Asselborn, dann würden einige Fragen ohne so viel Eigeninteresse, wie Sinn offensichtlich ins Spiel bringt, geklärt.

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    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gäbe es nur mehr Leute, die so klug sind und gleichzeitig versuchen, objektiv zu urteilen, wie der Luxemburgische Jean Asselborn, dann würden einige Fragen ohne so viel Eigeninteresse, wie Sinn offensichtlich ins Spiel bringt, geklärt.
    Was hat denn Jean Asselborn gesagt?

    Ich denke, wenn Tsipras oder Varoufakis eingestehen würden, dass sie den Karren alleine nicht aus dem Dreck kriegen (sprich, einen funktionierenden Staat aufbauen können), dann sähe die Situation ganz anders aus.

    Im Grunde ist man jetzt in der Lage, Griechenland zu Reformen zu zwingen. Wenn man sie aus dem Euro aussteigen und sich selbst überlässt, dann kommen sie mangels Wirtschaftskraft zum einen nicht auf die Beine und haben zum anderen immer noch keine funktionierenden Staat.

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    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Das ist ja der Effekt, die Griechen würden eigenen Waren konsumieren, der Grenzverkehr würde wegen des Preisgefälles in Schwung kommen usw. Die vielen Arbeitslosen würde eine Aufgabe bekommen, sie hätten Arbeit, Die Abgaben, Strom, Wasser usw. würden in Drachme gezahlt.
    Die Trotzigkeit und Alterssturheit der Politiker wird uns teuer zu stehen kommen. Es ist doch Wurscht, ob zuerst die Schengengrenzen dicht machen und dann der Euro über die Wupper geht oder umgekehrt.
    Das Ende des Euro ist eine reine Rechenaufgabe.
    Ehemaliger EZB-Direktor: Euro wurde auf Druck von Obama gerettet | DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN
    Putin lacht sich schlapp.

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    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Historia02 Beitrag anzeigen
    Was hat denn Jean Asselborn gesagt?

    Ich denke, wenn Tsipras oder Varoufakis eingestehen würden, dass sie den Karren alleine nicht aus dem Dreck kriegen (sprich, einen funktionierenden Staat aufbauen können), dann sähe die Situation ganz anders aus.

    Im Grunde ist man jetzt in der Lage, Griechenland zu Reformen zu zwingen. Wenn man sie aus dem Euro aussteigen und sich selbst überlässt, dann kommen sie mangels Wirtschaftskraft zum einen nicht auf die Beine und haben zum anderen immer noch keine funktionierenden Staat.
    Was geht das die EU oder die anderen EU Bürger an? Die wirtschaften schon seit Ewigkeiten vor sich hin, wer es mag!

  7. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Historia02 Beitrag anzeigen
    Ich kann verstehen, dass man Griechenland nicht vom Haken lassen will. Ich glaube tatsächlich, nur unter europäischer Kontrolle können belastbare Strukturen aufgebaut werden.

    Wenn man Griechenland mit einem Drogen-Junkie vergleicht, dann steht man doch im Grunde nur vor der Wahl: Zur Therapie zwingen oder seinem Schicksal überlassen. Ich fände es gut, wenn man sich für den Therapie-Weg entscheidet. Aber das geht halt nur mit Mitwirkung des Patienten.
    Man führt uns ganz gewaltig an der Nase herum.
    Am Aufschlussreichsten in der Jauch-Sendung war Ulrike Herrmann. Sie pflegt die Dinge sehr einfach und strukturiert zu erklären (schade, dass sie nicht noch mehr zu Wort gekommen ist):

    1. Offenbar ist der griechische Staatshaushalt inzwischen ausgeglichen, d.h. es werden keine neuen Schulden mehr gemacht - womit dein Junkie-Vergleich hinfällig ist.

    2. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Griechenland derartig hohe Schuldenberge hat, dass es diese nicht abtragen kann. Geht nicht. - Auch hier passt kein Junkie-Vergleich, sondern eher ein Hinweis auf das Privatinsolvenzrecht, wonach - unter strengen Auflagen! - Schulden erlassen werden, bei denen sowieso nicht die geringste Aussicht besteht sie jemals zurückzahlen zu können.

    3. wurde keineswegs den Griechen geholfen; vielmehr wurden die Hilfsgelder aus Deutschland und Europa dazu benutzt, die deutschen und französischen Banken aufzufangen, die in Griechenland investiert bzw. Griechenland Kredite gegeben haben.
    Es wurden also unsere eigenen Banken gerettet, eine europäische Bankenkrise abgewendet.
    Damit sind Behauptungen à la Bildzeitung, die Griechen seien unverschämt, weil es ihnen "nicht reicht", was man "ihnen" an Hilfsgeldern gegeben hat, eine glatte Lüge: Griechenland selbst hat fast gar nichts an Hilfen erhalten; stattdessen hat man den Gläubigern das Geld in den Rachen gestopft.

    4. Griechenland - zumindest die neue Regierung - hat längst erkannt, dass Reformen notwendig sind. Aber Reformen, die ein Land vollends ruinieren, statt ihm auf die Beine zu helfen, sind keine Reformen. So ist die Forderung der Troika griechisches Vermögen zu verschleudern und in- und ausländischen Milliardären für'n Appel und ein Ei zu überlassen, eine inakzeptable Zumutung - da hat der griechische Finanzminister in vollem Umfang Recht.

    Für Griechenland muss ein Schuldenerlass her. Nur mit Schuldenerlass - flankiert durch echte (!) Reformen - kommt Griechenland wieder auf die Beine. Alles andere sind "hidden agendas" anderer Akteure und Profiteure, die sich zuerst an den Griechen bereichert haben, und dann an der Griechenland-Krise.
    Geändert von Inaktiver User (17.03.2015 um 22:57 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Historia02 Beitrag anzeigen
    Was hat denn Jean Asselborn gesagt?
    Hier: Anne Will

    Jean Asselborn: Minute 9, 25, 35, 47, 49 und 1.02.

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    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Und wenn Schäuble, Merkel und Konsorten das Geld höchstpersönlich mit der Schubkarre nach Athen schaffen, es wird alle getan um die praktische Erkenntnis einer Doppelwährung in einem Euro – Land zu verhindern.

    Athen pokert mit Sanktionen: Tsipras reist zu Putin nach Moskau | DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN

    Im Übrigen nennt das in 1. von Koi Nobori „Primärüberschuss“. Wenn nach Abzug der Fremdkapitalzinsen und Tilgung des Fremdkapitals die Einnahmen eines Landes die Ausgaben übersteigen. An diesem Punkt haben schon viele Staaten ihre Altschulden inklusive Währung über Bord geworfen und neu angefangen.

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    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    1. Offenbar ist der griechische Staatshaushalt inzwischen ausgeglichen, d.h. es werden keine neuen Schulden mehr gemacht - womit dein Junkie-Vergleich hinfällig ist.
    Gibt es dafür Belege? Es gibt doch gar keine objektive Kontrolle, da können ja alle möglichen Zahlen gemeldet werden.
    Hier hat Herr Varoufakis neulich noch erzählt, dass 2013 interessante Bilanzmanipulationen mit staatlichen Pensionsfonds gemacht wurden, die sogenannten "weißen Löcher":
    "Frau Merkel, Herr Schäuble, stecken Sie mit den Griechen unter einer Decke?" | DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    2. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Griechenland derartig hohe Schuldenberge hat, dass es diese nicht abtragen kann. Geht nicht. - Auch hier passt kein Junkie-Vergleich, sondern eher ein Hinweis auf das Privatinsolvenzrecht, wonach - unter strengen Auflagen! - Schulden erlassen werden, bei denen sowieso nicht die geringste Aussicht besteht sie jemals zurückzahlen zu können.
    Warum passt der Junkie-Vergleich nicht? Ich denke mal, ein Junkie macht alles zu Geld, was er irgendwie zu Geld machen kann. Und ist sicherlich irgendwann überschuldet und landet dann in der Privatinsolvenz.

    Natürlich können die Schuldenberge nicht abgetragen werden. Das sehe ich ein. Aber wo ist die Einsicht? Wo ist die Therapie? Das Geld wurde doch den Griechen nicht aufgedrängt. Durch die günstigen Zinsen war es sehr einfach, immer neue Kredite aufzunehmen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    3. wurde keineswegs den Griechen geholfen; vielmehr wurden die Hilfsgelder aus Deutschland und Europa dazu benutzt, die deutschen und französischen Banken aufzufangen, die in Griechenland investiert bzw. Griechenland Kredite gegeben haben.
    Es wurden also unsere eigenen Banken gerettet, eine europäische Bankenkrise abgewendet.
    Damit sind Behauptungen à la Bildzeitung, die Griechen seien unverschämt, weil es ihnen "nicht reicht", was man "ihnen" an Hilfsgeldern gegeben hat, eine glatte Lüge: Griechenland selbst hat fast gar nichts an Hilfen erhalten; stattdessen hat man den Gläubigern das Geld in den Rachen gestopft.
    An diesem Punkt stimme ich mit dir überein. Aber am Anfang standen halt die Kredite, die tatsächlich nach Griechenland geflossen sind.

    Außerdem sind "die deutschen Banken" in meinen Augen keine abstrakten Gebilde, sondern das ist das Geld von Leuten, die es z. B. für ihre Altersvorsorge angelegt haben. Letztendlich wurde durch das "Retten der Banken" das Geld von denjenigen (teilweise) gerettet, die überhaupt Geld übrig haben, um es zu sparen.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    4. Griechenland - zumindest die neue Regierung - hat längst erkannt, dass Reformen notwendig sind. Aber Reformen, die ein Land vollends ruinieren, statt ihm auf die Beine zu helfen, sind keine Reformen. So ist die Forderung der Troika griechisches Vermögen zu verschleudern und in- und ausländischen Milliardären für'n Appel und ein Ei zu überlassen, eine inakzeptable Zumutung - da hat der griechische Finanzminister in vollem Umfang Recht.
    Ja, das ist aber auch der einzige Punkt. Die staatliche Lotterie zu verkaufen ist sicherlich keine gute Idee, wenn das eins der wenigen Unternehmen ist, das läuft. Irgendwelche Goldminen oder sonstigen Bodenschätze an Privatinvestoren zu überlassen, die dann dort die Umwelt zerstören, ist sicher auch keine gute Idee.

    Aber was ist mit den anderen Punkten? Steuerverwaltung? Kataster? Wirksame Maßnahmen gegen Benzinschmuggel? Besteuerung der Kirche? Besteuerung der Reeder? Da wurden bis jetzt keine Gesetze beschlossen, soweit ich gelesen habe.

    Bis jetzt haben schöne Worte und dreiseitige Zettel gereicht, um neues Geld zu bekommen. Nun sind Taten gefragt und da passiert - nichts. Dass die griechische Bevölkerung Not leidet, glaube ich sofort. Ich denke, ein bisschen kann man die Situation schon mit der Zeit nach der Wiedervereinigung vergleichen. Firmen wurden geschlossen, Leute waren plötzlich arbeitslos, die Strukturen waren verrottet, alles, was nicht niet- und nagelfest war, wurde von der Treuhand verschleudert, funktionierende Firmen wurden für eine symbolische Mark verkauft, etc.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für Griechenland muss ein Schuldenerlass her. Nur mit Schuldenerlass - flankiert durch echte (!) Reformen - kommt Griechenland wieder auf die Beine. Alles andere sind "hidden agendas" anderer Akteure und Profiteure, die sich zuerst an den Griechen bereichert haben, und dann an der Griechenland-Krise.
    Richtig, ich bin völlig deiner Meinung. Aber wer ist am Zug, die echten Reformen durchzuführen? Schaffen das die Griechen aus eigener Kraft? Steht ihnen ihr Stolz im Weg, um andere um Hilfe zu bitten? Ich glaube, niemand würde den Griechen Hilfe abschlagen, wenn man merkt, dass es ernst gemeint ist.

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