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  1. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Ich halte das Land durchaus für regierbar. Es braucht nur eine Regierungsmannschaft mit Zielvorgaben, die realistisch sind und nicht mit merkwürdigen Ideen wie, dass Touristen SteuersünderInnen überführen sollen, oder Ausfällen, wie dem letzten des Verteidigungsministers.
    Das, was zu Beginn der Regierung Tsipras außergewöhnlich und frisch wirkte, wird nun übertrieben und in eine Art Dauerkabarett verwandelt. Mag für einige GriechInnen unterhaltsam sein, schafft aber weder Vertrauen noch Respekt. Und beides benötigt eine Regierung, um auch schmerzliche Entscheidungen durchsetzen zu können.
    Mir scheint, dass die zuständigen Minister nicht einmal die wirklichen Zahlen kennen, die sie ja eigentlich nach Brüssel liefern sollten.
    Vielleicht mauert die BeamtInnenschaft, kann sein, aber dann sollte Tsipras und auch Varoufakis mit den Leuten in Brüssel Klartext reden und sich beraten und nicht ständig martialisch auftreten, wenn es dafür absolut keinen Grund mehr gibt.

  2. gesperrt

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    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Wieso sollte es keinen Grund mehr geben, in Brüssel martialisch aufzutreten? Die EU beharrt ja auf ihrer Position und sucht den Konflikt.

    gruss, barbara

  3. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Wieso sollte es keinen Grund mehr geben, in Brüssel martialisch aufzutreten? Die EU beharrt ja auf ihrer Position und sucht den Konflikt.

    gruss, barbara
    Weil es absolut kontraproduktiv ist.
    Warum sollte es die EU gnädiger stimmen, wenn sie sich benehmen wie die Axt im Wald?
    Sie können kurzfristig vielleicht bei ihren Wähler punkten, aber unter dem Strich erweisen sie denen einen Bärendienst.
    Ein immens wichtiger Punkt ist Vertrauen. Ich denke sie verspielen auch noch den letzten Rest davon.
    Man traut ihnen nicht und man mag sie nicht.
    Heute hü, morgen hot. Was interessiert mich mein Geschwärz von gestern.
    Verträge und Abmachungen werden gekündigt oder sollen neu verhandelt werden.
    Wie weit kommt man wohl mit Drohungen und Beileidigungen?

  4. gesperrt

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    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Weil es absolut kontraproduktiv ist.
    Warum sollte es die EU gnädiger stimmen, wenn sie sich benehmen wie die Axt im Wald?
    Weil sich die EU in den letzten Jahren benommen hatte wie die Axt im Wald und keinerlei Gnade hatte mit den Leuten in Griechenland, sondern immer weiter presste, presste presste...?

    Was sollte denn noch mehr vom selben bringen?

    Sie können kurzfristig vielleicht bei ihren Wähler punkten, aber unter dem Strich erweisen sie denen einen Bärendienst.
    Wieso? weil alles Heil nur in der Kirche, pardon, der EU zu finden sein kann?

    Island hat auch die Bürger und Bürgerinnen als erste Priorität genommen, und nicht die Schulden bei ausländischen Banken - so schlecht geht's den Isländern offenbar nicht.


    Ein immens wichtiger Punkt ist Vertrauen. Ich denke sie verspielen auch noch den letzten Rest davon.
    Bei mir nicht, da haben sie eine Menge gewonnen. Besonders Varoufakis. Nicht unbedingt der säbelrasselnde Verteidigungsminister


    Man traut ihnen nicht und man mag sie nicht.
    ich gehöre eindeutig nicht zu diesen "man"



    Heute hü, morgen hot. Was interessiert mich mein Geschwärz von gestern.
    Was heute hü und morgen hott? Sie ziehen ihre Linie durch, dem griechischen Volk verpflichtet, und tun, was sie eben können. Dass sie nicht mehr nur noch Ja und Amen sagen zu den Diktaten aus Brüssel, ist richtig und gemäss dem, was im Wahlkampf angekündigt wurde, und weswegen sie gewählt wurden.


    Verträge und Abmachungen werden gekündigt oder sollen neu verhandelt werden.
    Wie weit kommt man wohl mit Drohungen und Beileidigungen?
    Wenn man die üblichen Vorgehensweisen der EU betrachtet: sehr weit. Vor allem, wenn alle andern in vorauseilendem Gehorsam schön brav einknicken. Gut, ist das vorbei!

    gruss, barbara

  5. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Weil sich die EU in den letzten Jahren benommen hatte wie die Axt im Wald und keinerlei Gnade hatte mit den Leuten in Griechenland, sondern immer weiter presste, presste presste...?
    Ja, die Massnahmen haben die Situation nicht grade verbessert, stimmt.
    Sie werden aber sicher auch nicht besser wenn man die EU gegen sich aufbringt.
    Es sind ja in erster Linie gar nicht mal die Deutschen, sondern auch diverse andere Länder, die mittlerweile ziemlich angepisst sind.
    In den Deutschen haben sie aber jetzt ein schönes Feindbild gefunden, um von der jahrzehntelangen eigenen Unfähigkeit abzulenken.

    Bei mir nicht, da haben sie eine Menge gewonnen. Besonders Varoufakis. Nicht unbedingt der säbelrasselnde Verteidigungsminister
    ich gehöre eindeutig nicht zu diesen "man"
    Das mag sein, spielt aber leider keine Rolle, weil du nicht zu den Entscheidungsträgern gehörst

    Was heute hü und morgen hott? Sie ziehen ihre Linie durch, dem griechischen Volk verpflichtet, und tun, was sie eben können. Dass sie nicht mehr nur noch Ja und Amen sagen zu den Diktaten aus Brüssel, ist richtig und gemäss dem, was im Wahlkampf angekündigt wurde, und weswegen sie gewählt wurden.
    Es ist eben keine Linie,das ist ja der Punkt.
    Heute sagen sie etwas zu, morgen wird es revidiert. Ihre Aussagen sind schwammig und lassen jede Menge Interpretationsspielraum. Jeden Tag kommen sie mit einer neuen Idee, Drohung oder Provokation.

    Wenn man die üblichen Vorgehensweisen der EU betrachtet: sehr weit. Vor allem, wenn alle andern in vorauseilendem Gehorsam schön brav einknicken. Gut, ist das vorbei!

    gruss, barbara
    Nein, das sie um jeden Bereich feilschen ist ok und verständlich.
    Aber das ist diplomatisches Terrain und nicht der Eselbazar in Kalkutta.
    Ein wirkliches Druckmittel haben sie nicht.
    Es gibt zwar keinen Grund alles zu akzeptieren, aber dieses arrogante Rambogehabe ist lächerlich.
    Sie sind nunmal diejeigen, die etwas von der EU wollen, nicht umgekehrt.
    Die Hand, die einen füttert beisst man nicht.

    Ich finde es eigentlich traurig.
    Da sind die korrupten alteingesessenen Eliten endlich weg (zumindest aus der Regierung) und dann kommen da ein paar Kerle an die Macht, die leider überhaupt keine Ahnung davon haben wie Politik funktioniert.
    Ich hatte gehofft das es wirklich eine Wende geben könnte, sehe aber keine wirkliche Verbesserung.

  6. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich hatte gehofft das es wirklich eine Wende geben könnte, sehe aber keine wirkliche Verbesserung.
    Es mag vielleicht oder hoffentlich noch zu früh sein für ein derartig resignatives Urteil, aber ich wundere mich auch über das unkoordinierte und vor allem unkluge Vorgehen der griechischen Politiker.
    Für mich ähneln sie immer mehr dem Rumpelstilzchen, das sich furchtbar aufregt, aber nichts für sich damit erreicht.
    Schade. Sie waren ein Hoffnungsschimmer am Horizont dieses verkrusteten Systems der Vetternwirtschaft. Aber nur dagegen sein, ist zu wenig, man muss wissen, wie sinnvoll vorzugehen ist.
    Jedoch ist noch nicht aller Tage Abend.

  7. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber nur dagegen sein, ist zu wenig, man muss wissen, wie sinnvoll vorzugehen ist.
    Das finde ich auch sehr, sehr schwer...

    Mir ist schon bewusst, dass die jetzige Regierung in Griechenland (zu)viel versprochen hat, dennoch muss sie auch ihren Leuten reinen Wein einschenken.

  8. gesperrt

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    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, die Massnahmen haben die Situation nicht grade verbessert, stimmt.
    Sie werden aber sicher auch nicht besser wenn man die EU gegen sich aufbringt.
    Wenn man die EU NICHT gegen sich aufbringt, wird's aber immer schlimmer.

    Bei Ehen sagt man ja: wenn es nicht passt, sollen sich die Partner halt trennen und jeder eigene Wege gehen. Warum sollte das bei Griechenland und der EU nicht auch klappen? Manchmal muss man eben einen Strich machen.


    Es sind ja in erster Linie gar nicht mal die Deutschen, sondern auch diverse andere Länder, die mittlerweile ziemlich angepisst sind.
    Spanien, Portugal, Irland? Denen geht's ja ähnlich wie Griechenland.


    In den Deutschen haben sie aber jetzt ein schönes Feindbild gefunden, um von der jahrzehntelangen eigenen Unfähigkeit abzulenken.
    naja, die Deutschen benehmen sich aber auch so, man muss nur mal lesen, was in deutschen Kommentarspalten so alles über die Griechen geschrieben wird. Wenn Leute sowas über mich schrieben, wären die auch sehr bald mein Feindbild.

    Vergessen geht in der Diskussion viel zu oft, dass es Probleme der EU sind, dass diese Probleme hausgemacht sind, und dass schon vor dem Eintritt Griechenlands diverse Leute genaua vor den Problemen warnten, die hier und heute da stehen. War das nicht ein gewisser Herr Kohl, ein Deutscher, der Griechenland unbedingt in der EU drin haben wollte - wider besseres Wissen, da er ja offensichtlich ein intelligenter Mensch ist? (Doofies werden nicht Kanzler)


    Das mag sein, spielt aber leider keine Rolle, weil du nicht zu den Entscheidungsträgern gehörst
    hier diskutieren wir alle, und niemand gehört zu den Entscheidungsträgern. Leider. Du etwa schon?(soviel zum Thema "EU und Demokratie", wieder mal. Ein endloses Trauerspiel!)


    Es ist eben keine Linie,das ist ja der Punkt.
    Heute sagen sie etwas zu, morgen wird es revidiert. Ihre Aussagen sind schwammig und lassen jede Menge Interpretationsspielraum. Jeden Tag kommen sie mit einer neuen Idee, Drohung oder Provokation.
    Sie reagieren halt auf die Umstände, nennt sich unter wohlwollenderen Umständen "Flexibilität" und "Improvisationstalent". Aber sie bleiben ihrem Auftrag treu, die Interessen Griechenlands zu vertreten - und nicht etwa griechische Chefbeamte der EU zu sein.


    Aber das ist diplomatisches Terrain und nicht der Eselbazar in Kalkutta.
    Ach, es ist die Form, die dich stört? Sprich, es wär in Ordnung, wenn sie etwas weniger direktenKlartext sprächen und den Leuten etwas eleganter und im Hinterzimmer ans Schienbein träten? - das ist jetzt aber keine echte Kritik. Wirklich nicht.



    Ein wirkliches Druckmittel haben sie nicht.
    Doch, den Austritt - aus der Euro, aus der EU - da Juncker öffentlich gesagt hat, das käme nicht in Frage, hat er den Griechen genau dieses Druckmittel gegeben, bzw die Möglichkeit, damit Druck zu machen, verschärft. Die EU ist ein Bund, nicht ein Gefängnis, daraus kann man sehr wohl austreten.


    Es gibt zwar keinen Grund alles zu akzeptieren, aber dieses arrogante Rambogehabe ist lächerlich.
    Sie sind nunmal diejeigen, die etwas von der EU wollen, nicht umgekehrt.
    Stimmt nicht, auch die EU will eine ganze Menge. Beziehungsweise die mit der EU verbandelte Finanz will die Geldpipeline EBZ - Griechenland - Banken nicht unterbrechen. Kann ich ja verstehen, ist durchaus menschlich. Ich kann aber noch viel besser verstehen, dass Leute nicht hungern wollen, um ein paar Bankern ihren nächsten Porsche zu finanzieren.


    Die Hand, die einen füttert beisst man nicht.
    ja mei, dann erarbeitet man sich sein Essen eben wieder selbst. Griechenland hat schliesslich Übung im Staatsbankrott und inzwischen eine sehr grosse Schattenwirtschaft, die werden auch ohne EU überleben.



    Da sind die korrupten alteingesessenen Eliten endlich weg (zumindest aus der Regierung) und dann kommen da ein paar Kerle an die Macht, die leider überhaupt keine Ahnung davon haben wie Politik funktioniert.
    Das war aber bekannt, da ja die alten eingsessenen Eliten die Einzigen waren, die in den letzten Jahrzehnten Politik betrieben, müssen nun notwendigerweise welche kommen, die überhaupt keine Ahnung haben, wie Politik funktioniert. Das heisst, ein bisschen Ahnung haben sie schon - immerhin haben sie eine Wahl gewonnen, das muss man auch erstmal schaffen. Aber dass sie in Beziehungen mit EU keine Ahnung haben, liess sich nun mal nicht vermeiden - sonst hätten die Griechen wieder die alte korrupte Elite wählen müssen.

    Man kann halt nicht den Fünfer und das Weggli haben.


    Ich hatte gehofft das es wirklich eine Wende geben könnte, sehe aber keine wirkliche Verbesserung.
    klar sieht man nach so kurzer Zeit keine Verbesserung. Was habt ihr euch eigentlich vorgestellt? Dass die neue Regierung kurz mit dem Zauberstab winkt, und alles ist super und wundervoll? Hallo, Realität an Leute in Outer Space! So funktionieren Dinge nicht!

    Die Griechen haben eine Regierung gewählt, die die Probleme auf den Tisch bringen soll, udn nun liegen die Probleme auf dem Tisch. Genau gemäss Wahlversprechen. Dass es da erst mal aussieht, als ob alles schlimmer würde, klar. Logo. Muss so sein. Geht nicht anders.

    gruss, barbara

  9. gesperrt

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    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber nur dagegen sein, ist zu wenig, man muss wissen, wie sinnvoll vorzugehen ist.
    Wie würde denn ein sinnvolles Vorgehen aussehen, deiner Meinung nach?

    gruss, barbara

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    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Wie würde denn ein sinnvolles Vorgehen aussehen, deiner Meinung nach?

    gruss, barbara
    Griechenland hat kein Kataster, also sind weder Bodenbesitzverhältnisse klar, noch Investitionen möglich, weil alle möglichen Leute geschmiert werden müssen. Um neues Bauland zu erschließen muss man weiterhin nur Wälder abfackeln, niemand ermittelt die Täter und abgebranntes Land wird nicht wieder aufgeforstet sondern steht als billiges Bauland zur Verfügung. Zugriff haben häufig nur die Brandstifter.

    Das Steuersystem ist desolat, die Oligarchen tragen nichts zu einem funktionierenden Staatswesen bei.

    Selbst wenn die Bundesrepublik die Kriegsentschädigungen in gewünschter Höhe zahlen würde, wären diese Milliarden binnen Jahres einfach weg. Die Infrastruktur käme keinen Meter voran.

    In der griechischen Mythologie herrschte vor den olympischen Göttern das Chaos. Die olympischen Götter sind weg. Chaos ist eine ziemlich griechischer Erfindung.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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