Ich halte das Land durchaus für regierbar. Es braucht nur eine Regierungsmannschaft mit Zielvorgaben, die realistisch sind und nicht mit merkwürdigen Ideen wie, dass Touristen SteuersünderInnen überführen sollen, oder Ausfällen, wie dem letzten des Verteidigungsministers.
Das, was zu Beginn der Regierung Tsipras außergewöhnlich und frisch wirkte, wird nun übertrieben und in eine Art Dauerkabarett verwandelt. Mag für einige GriechInnen unterhaltsam sein, schafft aber weder Vertrauen noch Respekt. Und beides benötigt eine Regierung, um auch schmerzliche Entscheidungen durchsetzen zu können.
Mir scheint, dass die zuständigen Minister nicht einmal die wirklichen Zahlen kennen, die sie ja eigentlich nach Brüssel liefern sollten.
Vielleicht mauert die BeamtInnenschaft, kann sein, aber dann sollte Tsipras und auch Varoufakis mit den Leuten in Brüssel Klartext reden und sich beraten und nicht ständig martialisch auftreten, wenn es dafür absolut keinen Grund mehr gibt.
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11.03.2015, 17:42Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
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11.03.2015, 20:36
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Wieso sollte es keinen Grund mehr geben, in Brüssel martialisch aufzutreten? Die EU beharrt ja auf ihrer Position und sucht den Konflikt.
gruss, barbara
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11.03.2015, 21:30Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Weil es absolut kontraproduktiv ist.
Warum sollte es die EU gnädiger stimmen, wenn sie sich benehmen wie die Axt im Wald?
Sie können kurzfristig vielleicht bei ihren Wähler punkten, aber unter dem Strich erweisen sie denen einen Bärendienst.
Ein immens wichtiger Punkt ist Vertrauen. Ich denke sie verspielen auch noch den letzten Rest davon.
Man traut ihnen nicht und man mag sie nicht.
Heute hü, morgen hot. Was interessiert mich mein Geschwärz von gestern.
Verträge und Abmachungen werden gekündigt oder sollen neu verhandelt werden.
Wie weit kommt man wohl mit Drohungen und Beileidigungen?
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11.03.2015, 21:50
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Weil sich die EU in den letzten Jahren benommen hatte wie die Axt im Wald und keinerlei Gnade hatte mit den Leuten in Griechenland, sondern immer weiter presste, presste presste...?
Was sollte denn noch mehr vom selben bringen?
Wieso? weil alles Heil nur in der Kirche, pardon, der EU zu finden sein kann?Sie können kurzfristig vielleicht bei ihren Wähler punkten, aber unter dem Strich erweisen sie denen einen Bärendienst.
Island hat auch die Bürger und Bürgerinnen als erste Priorität genommen, und nicht die Schulden bei ausländischen Banken - so schlecht geht's den Isländern offenbar nicht.
Bei mir nicht, da haben sie eine Menge gewonnen. Besonders Varoufakis. Nicht unbedingt der säbelrasselnde VerteidigungsministerEin immens wichtiger Punkt ist Vertrauen. Ich denke sie verspielen auch noch den letzten Rest davon.
ich gehöre eindeutig nicht zu diesen "man"Man traut ihnen nicht und man mag sie nicht.
Was heute hü und morgen hott? Sie ziehen ihre Linie durch, dem griechischen Volk verpflichtet, und tun, was sie eben können. Dass sie nicht mehr nur noch Ja und Amen sagen zu den Diktaten aus Brüssel, ist richtig und gemäss dem, was im Wahlkampf angekündigt wurde, und weswegen sie gewählt wurden.Heute hü, morgen hot. Was interessiert mich mein Geschwärz von gestern.
Wenn man die üblichen Vorgehensweisen der EU betrachtet: sehr weit. Vor allem, wenn alle andern in vorauseilendem Gehorsam schön brav einknicken. Gut, ist das vorbei!Verträge und Abmachungen werden gekündigt oder sollen neu verhandelt werden.
Wie weit kommt man wohl mit Drohungen und Beileidigungen?
gruss, barbara
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11.03.2015, 22:23Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Ja, die Massnahmen haben die Situation nicht grade verbessert, stimmt.
Sie werden aber sicher auch nicht besser wenn man die EU gegen sich aufbringt.
Es sind ja in erster Linie gar nicht mal die Deutschen, sondern auch diverse andere Länder, die mittlerweile ziemlich angepisst sind.
In den Deutschen haben sie aber jetzt ein schönes Feindbild gefunden, um von der jahrzehntelangen eigenen Unfähigkeit abzulenken.
Das mag sein, spielt aber leider keine Rolle, weil du nicht zu den Entscheidungsträgern gehörstBei mir nicht, da haben sie eine Menge gewonnen. Besonders Varoufakis. Nicht unbedingt der säbelrasselnde Verteidigungsminister
ich gehöre eindeutig nicht zu diesen "man"
Es ist eben keine Linie,das ist ja der Punkt.Was heute hü und morgen hott? Sie ziehen ihre Linie durch, dem griechischen Volk verpflichtet, und tun, was sie eben können. Dass sie nicht mehr nur noch Ja und Amen sagen zu den Diktaten aus Brüssel, ist richtig und gemäss dem, was im Wahlkampf angekündigt wurde, und weswegen sie gewählt wurden.
Heute sagen sie etwas zu, morgen wird es revidiert. Ihre Aussagen sind schwammig und lassen jede Menge Interpretationsspielraum. Jeden Tag kommen sie mit einer neuen Idee, Drohung oder Provokation.
Nein, das sie um jeden Bereich feilschen ist ok und verständlich.Wenn man die üblichen Vorgehensweisen der EU betrachtet: sehr weit. Vor allem, wenn alle andern in vorauseilendem Gehorsam schön brav einknicken. Gut, ist das vorbei!
gruss, barbara
Aber das ist diplomatisches Terrain und nicht der Eselbazar in Kalkutta.
Ein wirkliches Druckmittel haben sie nicht.
Es gibt zwar keinen Grund alles zu akzeptieren, aber dieses arrogante Rambogehabe ist lächerlich.
Sie sind nunmal diejeigen, die etwas von der EU wollen, nicht umgekehrt.
Die Hand, die einen füttert beisst man nicht.
Ich finde es eigentlich traurig.
Da sind die korrupten alteingesessenen Eliten endlich weg (zumindest aus der Regierung) und dann kommen da ein paar Kerle an die Macht, die leider überhaupt keine Ahnung davon haben wie Politik funktioniert.
Ich hatte gehofft das es wirklich eine Wende geben könnte, sehe aber keine wirkliche Verbesserung.
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11.03.2015, 22:41Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Es mag vielleicht oder hoffentlich noch zu früh sein für ein derartig resignatives Urteil, aber ich wundere mich auch über das unkoordinierte und vor allem unkluge Vorgehen der griechischen Politiker.
Für mich ähneln sie immer mehr dem Rumpelstilzchen, das sich furchtbar aufregt, aber nichts für sich damit erreicht.
Schade. Sie waren ein Hoffnungsschimmer am Horizont dieses verkrusteten Systems der Vetternwirtschaft. Aber nur dagegen sein, ist zu wenig, man muss wissen, wie sinnvoll vorzugehen ist.
Jedoch ist noch nicht aller Tage Abend.
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12.03.2015, 06:23Inaktiver User
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12.03.2015, 06:44
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Wenn man die EU NICHT gegen sich aufbringt, wird's aber immer schlimmer.
Bei Ehen sagt man ja: wenn es nicht passt, sollen sich die Partner halt trennen und jeder eigene Wege gehen. Warum sollte das bei Griechenland und der EU nicht auch klappen? Manchmal muss man eben einen Strich machen.
Spanien, Portugal, Irland? Denen geht's ja ähnlich wie Griechenland.Es sind ja in erster Linie gar nicht mal die Deutschen, sondern auch diverse andere Länder, die mittlerweile ziemlich angepisst sind.
naja, die Deutschen benehmen sich aber auch so, man muss nur mal lesen, was in deutschen Kommentarspalten so alles über die Griechen geschrieben wird. Wenn Leute sowas über mich schrieben, wären die auch sehr bald mein Feindbild.In den Deutschen haben sie aber jetzt ein schönes Feindbild gefunden, um von der jahrzehntelangen eigenen Unfähigkeit abzulenken.
Vergessen geht in der Diskussion viel zu oft, dass es Probleme der EU sind, dass diese Probleme hausgemacht sind, und dass schon vor dem Eintritt Griechenlands diverse Leute genaua vor den Problemen warnten, die hier und heute da stehen. War das nicht ein gewisser Herr Kohl, ein Deutscher, der Griechenland unbedingt in der EU drin haben wollte - wider besseres Wissen, da er ja offensichtlich ein intelligenter Mensch ist? (Doofies werden nicht Kanzler)
hier diskutieren wir alle, und niemand gehört zu den Entscheidungsträgern. Leider. Du etwa schon?(soviel zum Thema "EU und Demokratie", wieder mal. Ein endloses Trauerspiel!)Das mag sein, spielt aber leider keine Rolle, weil du nicht zu den Entscheidungsträgern gehörst
Sie reagieren halt auf die Umstände, nennt sich unter wohlwollenderen Umständen "Flexibilität" und "Improvisationstalent". Aber sie bleiben ihrem Auftrag treu, die Interessen Griechenlands zu vertreten - und nicht etwa griechische Chefbeamte der EU zu sein.Es ist eben keine Linie,das ist ja der Punkt.
Heute sagen sie etwas zu, morgen wird es revidiert. Ihre Aussagen sind schwammig und lassen jede Menge Interpretationsspielraum. Jeden Tag kommen sie mit einer neuen Idee, Drohung oder Provokation.
Ach, es ist die Form, die dich stört? Sprich, es wär in Ordnung, wenn sie etwas weniger direktenKlartext sprächen und den Leuten etwas eleganter und im Hinterzimmer ans Schienbein träten? - das ist jetzt aber keine echte Kritik. Wirklich nicht.Aber das ist diplomatisches Terrain und nicht der Eselbazar in Kalkutta.
Doch, den Austritt - aus der Euro, aus der EU - da Juncker öffentlich gesagt hat, das käme nicht in Frage, hat er den Griechen genau dieses Druckmittel gegeben, bzw die Möglichkeit, damit Druck zu machen, verschärft. Die EU ist ein Bund, nicht ein Gefängnis, daraus kann man sehr wohl austreten.Ein wirkliches Druckmittel haben sie nicht.
Stimmt nicht, auch die EU will eine ganze Menge. Beziehungsweise die mit der EU verbandelte Finanz will die Geldpipeline EBZ - Griechenland - Banken nicht unterbrechen. Kann ich ja verstehen, ist durchaus menschlich. Ich kann aber noch viel besser verstehen, dass Leute nicht hungern wollen, um ein paar Bankern ihren nächsten Porsche zu finanzieren.Es gibt zwar keinen Grund alles zu akzeptieren, aber dieses arrogante Rambogehabe ist lächerlich.
Sie sind nunmal diejeigen, die etwas von der EU wollen, nicht umgekehrt.
ja mei, dann erarbeitet man sich sein Essen eben wieder selbst. Griechenland hat schliesslich Übung im Staatsbankrott und inzwischen eine sehr grosse Schattenwirtschaft, die werden auch ohne EU überleben.Die Hand, die einen füttert beisst man nicht.
Das war aber bekannt, da ja die alten eingsessenen Eliten die Einzigen waren, die in den letzten Jahrzehnten Politik betrieben, müssen nun notwendigerweise welche kommen, die überhaupt keine Ahnung haben, wie Politik funktioniert. Das heisst, ein bisschen Ahnung haben sie schon - immerhin haben sie eine Wahl gewonnen, das muss man auch erstmal schaffen. Aber dass sie in Beziehungen mit EU keine Ahnung haben, liess sich nun mal nicht vermeiden - sonst hätten die Griechen wieder die alte korrupte Elite wählen müssen.Da sind die korrupten alteingesessenen Eliten endlich weg (zumindest aus der Regierung) und dann kommen da ein paar Kerle an die Macht, die leider überhaupt keine Ahnung davon haben wie Politik funktioniert.
Man kann halt nicht den Fünfer und das Weggli haben.
klar sieht man nach so kurzer Zeit keine Verbesserung. Was habt ihr euch eigentlich vorgestellt? Dass die neue Regierung kurz mit dem Zauberstab winkt, und alles ist super und wundervoll? Hallo, Realität an Leute in Outer Space! So funktionieren Dinge nicht!Ich hatte gehofft das es wirklich eine Wende geben könnte, sehe aber keine wirkliche Verbesserung.
Die Griechen haben eine Regierung gewählt, die die Probleme auf den Tisch bringen soll, udn nun liegen die Probleme auf dem Tisch. Genau gemäss Wahlversprechen. Dass es da erst mal aussieht, als ob alles schlimmer würde, klar. Logo. Muss so sein. Geht nicht anders.
gruss, barbara
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12.03.2015, 06:45
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12.03.2015, 09:30
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Griechenland hat kein Kataster, also sind weder Bodenbesitzverhältnisse klar, noch Investitionen möglich, weil alle möglichen Leute geschmiert werden müssen. Um neues Bauland zu erschließen muss man weiterhin nur Wälder abfackeln, niemand ermittelt die Täter und abgebranntes Land wird nicht wieder aufgeforstet sondern steht als billiges Bauland zur Verfügung. Zugriff haben häufig nur die Brandstifter.
Das Steuersystem ist desolat, die Oligarchen tragen nichts zu einem funktionierenden Staatswesen bei.
Selbst wenn die Bundesrepublik die Kriegsentschädigungen in gewünschter Höhe zahlen würde, wären diese Milliarden binnen Jahres einfach weg. Die Infrastruktur käme keinen Meter voran.
In der griechischen Mythologie herrschte vor den olympischen Göttern das Chaos. Die olympischen Götter sind weg. Chaos ist eine ziemlich griechischer Erfindung.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel


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