Ich habe versucht den Artikel zu verstehen und herauszufiltern, was der Autor meint.
Der Artikel wirkt sehr wirr auf mich.
Speziell dieser Part:
Wäre er ein rechter Politiker, eine Le Pen oder ein Wilders – die Herren von Brüssel würde er nie dermassen aus der Fassung bringen. Die Reihen schliessen sich jeweils ohne Anstrengung, wenn es darum geht, den Protest der «Rechtspopulisten» abzuwehren. Aber diese linken, nein linksextremen Träumer in Athen sprechen eine Sprache, die in Brüssel selber weit verbreitet ist. Wer glaubt in Brüssel denn wirklich, dass anhaltende Austerität hilft? Wer ist nicht der Auffassung, man müsste einfach mehr Geld ins Land pumpen, um es wieder auf Touren zu bringen? Die Wirtschaftspolitik der EU war jahrelang so konzipiert. Die vielen Infrastrukturmuseen, die im Süden Europas stehen, ohne dass sie je viel Wohlstand bewirkt hätten, zeugen davon.
Hü oder Hott? Was denn nun? Brüssel glaubt angeblich nicht an Austerität, macht allerdings seit 5 Jahren die Politik? Die extrem Linken sprechen die Sprache Brüssels...aber wären sie rechtsextreme ....
---> Wie bitte? Was will der Mann?
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25.07.2015, 12:32Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
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25.07.2015, 18:29
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Das wär jetzt wieder eine Gelegenheit, diese Idee in allen EU-Ländern durch Volksabstimmungen legitimieren zu lassen.
Wird aber nicht gemacht werden - im Wissen darum, dass diverse Länder in solchen Abstimmungen wohl nein sagen würden, das ist zumindest zu vermuten. Aber macht nichts, Brüssel wird weitermachen mit einer Politik, von der sie annehmen müssen, dass die keine demokratische Mehrheiten finden würde, dass sie nicht im Sinne ihrer Bürgerinnen und Bürger ist.
Schade ist das keine griechische Tragödie, die wär immerhin nach fünf Akten fertig und wird nicht endlos weitergezogen...
gruss, barbara
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26.07.2015, 13:21
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Doch, Europa hätte das getan, allein die griechische Regierung hat die Volksabstimmung ignoriert. Wenn das Volk nein sagt zu den Reformen und die Geldgeber nein sagen zu Geldüberweisungen ohne Reformen, dann ist die Konsequenz, dass die griechische Regierung auf die Geldzahlungen zu verzichten hat, wenn sie das Volk ernst nimmt. Dumm nur, dass die griechische Regierung pleite ist, sie kann es sich nicht leisten, auf das Volk zu hören.
Es steht der griechischen Regierung im Prinzip frei, Griechenland so zu regieren, wie sie es will. Aber Geld leihen kann man sich halt nur zu den Bedingungen der Geldverleiher, nicht zu seinen eigenen.
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26.07.2015, 14:20Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Dafür werden die Geldgeber, bzw. ihr Sprecher dann diffamiert.
Ich stelle mir gerade vor, in irgend einem Euroland gäbe es solche Bilder und Graffitis von Tsipras und seinem Finanzminister . Das Geheul wäre enorm.
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27.07.2015, 08:16Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Nun beginnt die Zeit der Verschwörungstheorien.
Eine griechische Zeitung berichtet, Syriza habe vorgehabt, den Grexit herbeizuführen. Dazu soll Varoufakis ein geheimes Team aufgebaut haben. Ein von ihm beauftragter Hacker sollte in staatliche Computersysteme eindringen.
Varoufakis dementiert noch nicht mal...
FAZ
SPON
Ausserdem berichtet der Focus, wie Hollande Merkel austrickste, um die Griechen um jeden Preis im Euro zu halten.
Das Thema ist noch lange nicht ausgestanden. Und es sieht so aus, als ob Deutschland und die von ihm vertretene Gruppe von kleineren Staaten den Kürzeren ziehen würden.
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27.07.2015, 09:05
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Dass irgendwer das Szenario "Grexit" mal durchspielt, ist ja wohl selbstverständlich. Alles andere wäre unseriös. Und dass die mit allen Wassern gewaschene Merkel sich "austricksen" lässt, halte ich für eine nicht ganz sinnvolle Intepretation der Geschehnisse.
die Financial Times berichtet, die linke Hälfte der Syriza hätte einen Staatsstreich in Betracht gezogen - Besetzen der Nationalbank, Zugriff auf die griechischen Euroreserven:
http://www.ft.com/intl/cms/s/0/2a0a1...#axzz3h17v3FFW
Ohne Varoufakis, aber mit Panayotis Lafazanis, dem ehemaligen Minister für Energie.
“Members of this government planned a trip to hell for Greeks,” said Stavros Theodorakis,
Den haben sie ja sowieso, den Trip in die Hölle, auf die eine oder die andere Weise. Jetzt haben sie einfach das langsame Köcheln. Ob das wirklich so viel besser ist...
Und noch ein Kommentar von Max Uthoff zum Juli 2015:
https://www.youtube.com/watch?v=ZtiISDH4kG4
gruss, barbara
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27.07.2015, 09:10Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Schäuble wird dafür geprügelt, dass er das öffentlich tat.
Dann sollen sie den Grexit doch endlich durchziehen und die Drachme einführen.
Dumm nur, dass Hollande ihnen das nicht erlauben wird und dafür Deutschland, Finnland, die Niederlande, die baltischen Staaten und andere unter Druck setzt. Sie alle wären für einen Grexit.
Vielleicht sollten sich die, die stets behaupten, die Griechenlandrettung diene nur den deutschen Banken, einmal umsehen, ob es nicht viel eher um französische Banken geht.Geändert von Inaktiver User (27.07.2015 um 09:17 Uhr)
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27.07.2015, 09:30
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Doch, er dementiert - in dem von dir verlinkten SPON-Artikel:
Über Twitter schrieb Varoufakis außerdem: "Also ich hatte vor, die Steuerdaten der griechischen Bürger zu hacken? Ich bin beeindruckt von der Fantasie meiner Verleumder."
und noch einer dementiert:
Ein Dementi kam von Vize-Finanzminister Dimitris Mardas. Er sagte dem Sender Skai television: "Ich habe wiederholt gesagt, dass es solche Diskussionen innerhalb der Regierung nie gegeben hat."
Das ist doch alles wieder grösstenteils Schaumschlägerei von Journalisten. Als nächstes werden sie noch berichten, dass Varoufakis einen Bocksfuss hat und dass er kleine Kinder zum Frühstück isst. also bitte.
Vielleicht wäre es wieder mal eine Idee, das Gemeinsame zu suchen und die viel beschworenen Werte?Das Thema ist noch lange nicht ausgestanden. Und es sieht so aus, als ob Deutschland und die von ihm vertretene Gruppe von kleineren Staaten den Kürzeren ziehen würden.
gucken wir doch mal, was im Vertrag von Maastricht steht:
http://europa.eu/eu-law/decision-mak...n_union_de.pdf
IHRE MAJESTAT (hier werden alle Staatschefs und Könige aufgezählt)
ENTSCHLOSSEN, den mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaften eingeleiteten Prozeß der europäischen Integration auf eine neue Stufe zu heben,
EINGEDENK der historischen Bedeutung der Überwindung der Teilung des europäischen Kontinents und der Notwendigkeit, feste Grundlagen für die Gestalt des zukünftigen Europas zu schaffen,
IN BESTATIGUNG ihres Bekenntnisses zu den Grundsätzen der Freiheit, der Demokratie und der Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten und der Rechtsstaatlichkeit,
IN DEM WUNSCH, die Solidarität zwischen ihren Völkern unter Achtung ihrer Geschichte, ihrer Kultur und ihrer Traditionen zu stärken,
IN DEM WUNSCH, Demokratie und Effizienz in der Arbeit der Organe weiter zu stärken, damit diese in die Lage versetzt werden, die ihnen übertragenen Aufgaben in einem einheitlichen institutionellen Rahmen besser wahrzunehmen,
ENTSCHLOSSEN, die Stärkung und die Konvergenz ihrer Volkswirtschaften herbeizuführen und eine Wirtschafts- und Währungsunion zu errichten, die im Einklang mit diesem vertrag eine einheitliche, stabile währung einschließt, Vertrag über die Europäische Union
IN DEM FESTEN WILLEN, im Rahmen der Verwirklichung des Binnenmarkts sowie der Stärkung des Zusammenhalts und des Umweltschutzes den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt ihrer Völker zu fördern und Politiken za verfolgen, die gewährleisten, daß Fortschritte bei der wirtschaftlichen Integration mit parallelenFortschritten auf anderen Gebieten einhergehen,
ENTSCHLOSSEN, eine gemeinsame Unionsbürgerschaft für die Staatsangehörigen ihrer Länder einzuführen,
ENTSCHLOSSEN, eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik zu verfolgen, wozu auf längere Sicht auch die Festlegung einer gemeinsamen Verteidigungspolitik gehört, die zu gegebener Zeit zu einer gemeinsamen
Verteidigung führen könnte, und so die Identität und Unabhängigkeit Europas zu stärken, um Frieden, Sicherheit und Fortschritt in Europa und in der Welt zu fördern,
IN BEKRAFTIGUNG ihres Ziels, die Freizügigkeit unter gleichzeitiger Gewährleistung der Sicherheit ihrer Bürger durch die Einfügung von Bestimmungen über Justiz und Inneres in diesen Vertrag zu fördern,
ENTSCHLOSSEN, den Prozeß der Schaffung einer immer engeren Union der Völker Europas, in der die Entscheidungen entsprechend dem Subsidiaritätsprinzip möglichst bürgernah getroffen werden, weiterzuführen,
IM HINBLICK auf weitere Schritte, die getan werden müssen, um die europäische Integration voranzutreiben,
HABEN BESCHLOSSEN, eine Europäische Union zu gründen
Demokratie? Menschenrechte? Stabilität? Subsidiarität? Achtung von Geschichte, Kultur und Traditionen? Solidarität? Unabhängigkeit - wär doch auch wieder mal was ganz Schönes! Und zwar in alle Richtungen.
Interessant allerdings: eine gemeinsame Unionsbürgerschaft wird da erwähnt - und auch eine gemeinsame Verteidigungspolitik. (das alles wär in jeweiligen nationalen Volksabstimmungen NIE durchgekommen! oder gibt es hier jemanden, der eine EU-Staatsbürgerschaft und eine EU-Armee will?)
Und interessant auch, wie viele Schreibfehler ein so wichtiger Vertrag hat. Konnten sich die nicht ein bisschen mehr Mühe geben, oder haben die sich ständig vor Lachen verschluckt, als die den Text tippten, da sie das alles schon damals als grosse Verarsche sahen?
gruss, barbara
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27.07.2015, 09:34
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Tsipras würde auch geprügelt werden, wenn er den Deutschen Tips gäbe, wie sie gefälligst ihr Land führen sollten. Nationale Souveränität, und so...?
na, und da haben wir die Wiedergeburt der klassischen deutsch-französischen Erbfeindschaft. Wenn das nur gut geht...Dumm nur, dass Hollande ihnen das nicht erlauben wird und dafür Deutschland, Finnland, die Niederlande, die baltischen Staaten und andere unter Druck setzt. Sie alle wären für einen Grexit.
oh, auch die französischen Banken gleichermassen. Banken haben sowieso nur genau eine Loyalität, und die gilt dem Profit, sonst nichts. Und mit ihrer geballten Finanzkraft beeinflussen sie die Politik in genau diese Richtung; schliesslich müssen Boni bezahlt werden!Vielleicht sollten sich die, die stets behaupten, die Griechenlandrettung diene nur den deutschen Banken, einmal umsehen, ob es nicht viel eher um französische Banken geht.
gruss, barbara
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27.07.2015, 09:54Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
"Verschwörungstheorie" und "Gutmensch" sind Wörter mit vergleichbar unsachlicher und inakzeptabel diffamierender Konnotation. Ich kann diese beiden Totschlag-Wörter nicht ausstehen.
Was die Aussage betrifft, dass Varoufakis und Tsipras einen Plan B durchgespielt hatten: was bitte ist der Nachrichtenwert der Aussage, dass in einer außergewöhnlichen Situationen außergewöhnliche Lösungen durchgespielt werden?
Ich bin nicht bereit dieser Meldung irgendwelchen Aufregungscharakter zu verleihen.
Dass neben den deutschen Banken auch die französischen Banken Geld im Feuer haben, ist auch nicht wirklich neu. Beide Länder sind von der GR-Krise unmittelbar stark betroffen.
Frankreich hat übrigens eine völlig andere Auffassung zur Geldpolitik als Deutschland - das war schon vor Gründung der EZB klar: Frankreich ist der Auffassung, dass die Notenbank ein wichtiger Politikfaktor sei und sein müsse, Deutschland wollte das Erfolgsrezept einer von der Politik unabhängigen Notenbank von der Deutschen Bundesbank auf die Europäische Zentralbank übertragen und hat auch nur unter dieser Bedingung dem Euro zugestimmt. (Wie wahrscheinlich man es fand, dass die deutsche Politik sich dauerhaft durchsetzen würde, kann dahingestellt sein; hierzu wären wir auf Spekulationen angewiesen.)
Frankreich soll bei den Zwei+Vier-Gesprächen übrigens darauf bestanden hatte, dass Deutschland den Euro übernimmt. Frankreich hatte im Zusammenhang mit der deutschen Wiedervereinigung Angst vor dem Machtzuwachs eines Landes, das in den vergangenen 100 Jahren den Deutsch-Französischen Krieg gewonnen (1870/71) sowie 2 Weltkriege begonnen hatte. Man wollte DE fest in die europäische Struktur einbinden.
Und letzter Punkt: es bedarf keines "Austricksens", wie die Bravo-für-Erwachsene schreibt, sondern Frankreich ist - ebenso wie das gleichfalls über deutsche Grexit-Vorstöße empörte und besorgte Italien - de facto Veto-Macht bei den Verhandlungen.
Wieso sollte es ausgestanden sein?Das Thema ist noch lange nicht ausgestanden.


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