schaun mer doch mal, was in dieser netten Liste steht:
HaushaltsSteuerung.de :: Staatsverschuldung und Staatsdefizit von Griechenland
Staatsausgaben 2008: 122 Mia €
Staatsausgaben 2014: 88 Mia. €
Die haben also die Staatsausgaben um fast 30% gekürzt in den letzten Jahren, und das soll "alle geforderten Reformen verweigern" sein?
Die Probleme mit Korruption und Misswirtschaft existieren schon seit Menschengedenken in Griechenland, schon seit immer, nicht erst seit Tsipras - also gibt es nicht den geringsten Grund, anzunehmen, dass das BIP sinken würde aufgrund von Korruption und Misswirtschaft, weil ja alles gleich bliebe, wie es schon immer war.Angesichts der Schwere der Probleme und dem Maß an Reformverweigerung wäre es ein Wunder gewesen, wenn das BIP nicht zurückgegangen wäre!
nein, natürlich nicht, aber dies ist der Wille der EU.Aber die Antwort darauf kann doch nicht sein, weiter, wie in den letzten 10 oder auch 30 Jahren Geld in dieses Fass ohne Boden zu werfen und bezüglich der Reformnotwendigkeit zu resignieren.
Du würdest dich wirklich lieber dafür einsetzen, als gewöhnliche Bürgerin mehr Rechte in der EU zu erhalten und so die Politik beeinflussen zu können, statt noch auf jene einzuschlagen, an denen grad ein Exempel statuiert wird, mit Methoden, von denen wir alle wissen, dass sie nicht funktionieren können.
gruss, barbara
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24.07.2015, 13:00
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
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24.07.2015, 13:00Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Was hilft das den Griechen, die nichts produzieren, also durch deutsche Lohnerhöhungen auch nicht konkurrenzfähiger werden können?
Da sind viele User deiner Meinung: sie möchten, dass GR endlich die Konsequenzen aus seinem Unvermögen zieht und selbständig wird - mit einer weichen Drachme und von innen heraus betriebenen Reformen, die schon deshalb unumgänglich sind, weil diesem Land keiner mehr Geld leihen würde - außer gegen happige Zinsen und mit entsprechenden GarantienGrundsätzlich neige ich zu einem "lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende"-Lösungen
Also ist es eine tatsachenwidrige Polemik zu behaupten, dass die Deutschen den Griechen einen übergroßen Rüstungsetat aufzwingen.Meines Wissens schlug die Troika 400 Mio. Kürzung vor, die griechische Regierung 200 Mio. Kürzung
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24.07.2015, 13:04Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Und sie beruht auf Geschichten, die weitgehend erfunden sind, die aber viele Schweizer heute noch für bare Münze halten: Wilhelm Tell, der Rütlischwur etc.
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24.07.2015, 13:08
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Woher willst du das wissen, das mehr direkte Demokratie die Probleme der EU nicht löst? Es wurde noch nie versucht.
Zumindest kann man plausiblerweise annehmen, dass mehr direkte Demokratie von Anfang an die EU gar nicht in die Sackgasse geführt hätte, in der sie jetzt drin steckt. Dass weniger Länder aufgenommen worden wären, weniger schnell, dass der Euro vermutlich noch nicht gekommen wäre, zumindest nicht in dem Umfang wie heute, etc.
Exportieren und gute Haushaltsführung sind nichts Schlechtes - in normalen Zeiten.Es ist mir außerdem wurscht und im übrigen völlig off-topic, welche Kompetenzen beim Bund oder bei den Kantonen liegen. Mir geht es darum, dass du Deutschland vorwirfst zu viel zu exportieren und zu sehr auf Austerität bedacht zu sein. - Beides ist in mindestens genauso großem Ausmaß in der Schweiz auch der Fall.
Aber Deutschland hat vom schwachen Euro profitiert, sodass das Geld aus ganz Europa nach Deutschland floss (weil sie so viel exportieren), aber was quer zur Idee von der gemeinsamen Währung steht, die auch sowas wie einen Finanzausgleich erfordern würde. Was es nicht gab, weil nicht gewünscht.
Jetzt haben nwir aber nicht normale Zeiten, sondern Krisenzeiten, und das ist genau der schlechteste Moment, um nationale Vorteile (zB eine gut aufgestellte Wirtschaft) mit Vorteilen aus der EU (Euroraum, relativ schwache Währung) zu kombinieren, und dann noch empört tun, wenn andere dieses selektive Picken von Vorteilen nicht mögen und auf die generelle schwache europäische Struktur hinweisen.
Sie dürfte und müsste, wenn sie in der EU und dem Euro wäre - ist sie aber beides nicht. Und das eindeutig und nur dank der Volksabstimmung, denn das Parlament wollte damals unbedingt in die EU, mit grosser Mehrheit.Richtig. Zum Beispiel dürfte die Schweiz eine schöne Stange Geld aus den bösen Exporterlösen für die griechische Bananenrepublik löhnen, und spätestens dann würde sich zeigen, ob du in der Schweiz zu den Habenichtsen gehörst, denen es egal ist, weil man ihnen sowieso nichts mehr wegnehmen kann, oder ob du den Griechen genauso den Vogel zeigst wie wir es mehrheitlich tun.
gruss, barbara
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24.07.2015, 13:11
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Dass sie historisch zumindest in den Details fragwürdig sind, ist bekannt. Mythen existieren aber nicht wegen der historischen Korrektheit, sondern sie sind Symbol für das Selbstverständnis und die Identität einer Gruppe oder Gemeinschaft, und als solche sind sie wichtig.
Und gewisse Dokumente, wie der Bundesbrief, sind real.
gruss, barbara
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24.07.2015, 13:14
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Wenn die Preise für deutsche Produkte sich erhöhen aufgrund der Lohnkosten, erhöht das die Chance, dass auch mögliche griechische Produkte, die heute unrentabel sind, rentabel werden können. So werden Marktlücken geschaffen.
hätte jetzt nicht gedacht, dass du das abc von Volkswirtschaft erklärt brauchst.
Es ist nach wie vor Tatsache, dass deutsche Unternehmen, zB Siemens, kräftig schmierten und keineswegs etwas gegen die Korruption hatten, sondern sie noch tatkräftig für ihre eigenen Zwecke nutzen.Also ist es eine tatsachenwidrige Polemik zu behaupten, dass die Deutschen den Griechen einen übergroßen Rüstungsetat aufzwingen.
gruss, barbara
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24.07.2015, 13:18Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Das eine schließt das andere nicht aus: ich kann mich sehr wohl dafür einsetzen als gewöhnliche Bürgerin mehr demokratische Recht in der EU zu erhalten und wünschen, dass an Griechenland ein Exempel statuiert wird.
Denn Demokratie funktioniert ein bisschen anders, als du dir das für die Griechen vorstellst: die Griechen könnten nämlich keineswegs "demokratisch" legitimiert fordern, dass wir sie weiter finanzieren sollen, so wie du in der Schweiz nicht demokratisch über die Politik in Schweden abstimmen kannst. Du kannst nur über deine Belange demokratisch abstimmen, nicht über die Belange der anderen.
Du ignorierst beharrlich, dass es bei der Sache zwei Seiten gibt - die der Geldgeber und die der Geldnehmer, und dass diese zwei Seiten naturgemäß unterschiedliche Interessen haben.
Dass die Geldnehmer weiter Geld nehmen wollen - dafür brauchen wir keine Referenden; das wissen wir auch so.
Genauso wie wir aus Umfragen in Ländern wie Finnland, Baltikum, etc. wissen (und uns ansonsten an drei Fingern ausrechnen können), dass dort wenig Bereitschaft vorhanden ist diese Bananenrepublik weiter zu finanzieren.
Ich sag's nochmal: dein Lieblingsthema der direkten Demokratie ist hier off-Topic, denn es löst keines der Probleme, die im Zusammenhang mit der GR-Krise stehen.
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24.07.2015, 13:33
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Es ist in erster Linie ein europäisches Problem und nicht ein griechisches Problem - denn vorher haben es die Griechen ja auch immer irgendwie auf die Reihe gekriegt, diese ganze EU-Sache wirkte bloss wie ein Mikroskop, das die Mücke zu einem Elefanten aufbläst - und doch, mehr direkte Demorkratie hätte der EU von Anfang an SEHR gut getan und würde ihr auch heute gut tun. Sowohl auf nationaler wie europäischer Ebene. Ich will die Argumente nicht wiederholen.
Da könnten die Deutschen zB beschliessen, wenn sie es wollten, zur DM zurückzukehren, oder gleich ganz aus der EU rauszugehen.
Man kann sagen, es ist ein Problem rund ums Geld - da wäre es wohl sinnvoller, mal das aktuelle Geldsystem zu hinterfragen, statt Streitigkeiten zwischen Nationalitäten anzuheizen.
gruss, barbara
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24.07.2015, 14:14Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Zumal in Griechenland permanent eine Art von archaischer "direkter Demokratie" praktiziert wird: Die Bürger umgehen die Gesetze und der Staat toleriert das.
Ja, sie haben es auf die Reihe gekriegt - auf dem Niveau von Rumänien und Bulgarien. Sobald sie durch den Beitritt zur EWG und zum Euroraum an Geld kamen, machten sie Schulden ohne Ende.Geändert von Inaktiver User (24.07.2015 um 16:02 Uhr)
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24.07.2015, 14:40Inaktiver User



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