Ich hörte gerade in der Sendung Monitor auf ARD, dass ein deutsches Staatsunternehmen griechische Flughäfen aufkaufen will, im Sinne der "Privatisierung", natürlich nur die rentablen, mit denen die Griechen selber gutes Geld verdienen könnten, um ihre Wirtschaft zu sanieren.
Die Deutschen sind wirklich die Schlausten.
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23.07.2015, 22:38
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
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23.07.2015, 22:52
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
14 Flughäfen sollen es sein.
Jetzt möchte ich nur noch wissen, wer die Forderung nach Privatisierung des griechischen Staatsvermögens als erstes aussprach und verwirklicht haben wollte.
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24.07.2015, 07:07Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
vielleicht solltest du mal einfach dein schwarz-weiß denken zu gunsten sinnhaftigkeit aufgeben.
die griechen hatten alle zeit der welt diese flughäfen effizient zu betreiben ,ist anscheinend nicht passiert. wenn die deutschen die nun kaufen ,dann sichern sie zumindestens arbeitsplätze und verhelfen vielleicht auch zu logistischem potential. das sie dabei auch etwas verdienen wollen ,liegt in der natur von geschäften.
aber die deutschen waren nicht dran schuld ,dass griechenland in dieser situation ist sondern das waren die griechen selbst.
würden jetzt die italiener ,franzosen oder sonstwer diese flughäfen kaufen ,hättest du das gleiche gedacht und wenn nicht , warum nicht?
übrigens du würdest dich wundern ,wem hier in deutschland vieles gehört?geschäfte sind inzwischen global...
bei mir um die ecke ganze mietshäuser in griechischer hand ..und nun?
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24.07.2015, 08:34Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Das sehe ich auch so. Die Deutschen machen ohnehin nur einen kleinen Teil der Käufer aus. Führend sind die Chinesen (sie haben den Hafen in Piräus gepachtet und wollen auch die Eisenbahn) und die Kanadier (Gold- und Kupferminen).
Beim Thema "Ausverkauf" stellt sich heraus, dass es oft nicht um Verkäufe, sondern um Verpachtungen geht (Hafen Piräus)
Dass die Chinesen Arbeitsplätze schaffen und effektiver arbeiten, gibt auch ein ehemaliger Hafenarbeiter zu. Er erzählt, wie das früher gemacht wurde: Die Reparaturen an den Schiffen wurden nach den Tagen abgerechnet, die das Schiff im Hafen lag - also arbeiteten die Arbeiter möglichst langsam. Wehrten sich die Schiffseigner, wurde gestreikt.
Der Bürgermeister einer Insel, die verpachtet werden soll, erzählt, dass dort die Gemeinde eine Freizeitanlage betrieb, die bei Einheimischen und Touristen sehr beliebt war. Nun verfällt alles, weil die Leute keine Steuern bezahlen - der Rückstand beträgt 2 Mio. Euro. Die Gemeinde kann sich den Betrieb der Anlage nicht mehr leisten und sucht dringend einen Investor.
Die ehemalige Sommerresidenz der Könige soll verkauft werden. Sie ist in einem total desolaten Zustand, obwohl die EU für seine Renovierung Geld überwiesen hat - dieses Geld ist nie für den vereinbarten Zweck verwendet worden.
So geht es durch die Bank. Griechenland erhielt ab seinem Beitritt zur EWG in den Achtziger Jahren Subventionen, seit 2000 ist es im Euroraum und kommt an billige Kredite. All diese Möglichkeiten wurden nur dazu genutzt, um Geld für den Konsum zu erhalten - es wurde nichts investiert.
Die Verpachtungen können auch eine Chance sein - denn dass es nicht damit getan ist, laufend weitere Millarden nach GR zu schicken, ist inzwischen völlig klar. Der größte Teil des Geldes, das GR seit seinem Beitritt zur EU erhielt, ist im Konsum versickert und wurde nicht zum Aufbau des Landes genutzt.Geändert von Inaktiver User (24.07.2015 um 10:01 Uhr)
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24.07.2015, 09:07
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
@ roshy
Ich denke nicht schwarz-weiß, sondern will einfach nur andere Seiten aufzeigen, als hier die Mehrheit vertritt. Für mich ist auch Griechenland weder schwarz noch weiß sondern eher grau, aber dasselbe gilt auch für Deutschland.
Außerdem kauft hier ja nicht ein Privater sondern der deutsche Staat, was hat das mit Privatisierung zu tun?
Auch scheinen diese Flughäfen ja gar nicht unrentabel gewirtschaftet zu haben, also könnte sie Griechenlands Wirtschaft selbst gut gebrauchen. Oder meinst du, dass in deutscher Hand alles sofort viel besser funktioniert?
Was Häuser betrifft, so gibt es hier ganze Dörfer, die fest in deutscher Hand sind.
Ich habe in meiner Jugend lange Zeit in Griechenland verbracht und ich schätze die Menschen dort sehr.
Mir ist es wichtig, dass die Griechen wieder auf die Beine kommen, aber ich bezweifle sehr, ob die diktierten Maßnahmen dazu beitragen.
Versuch dich doch einmal in eine andere Lage hineinzuversetzen. Ist es wirklich so einfach mit so einem mächtigen, exportorientierten, technologisch hoch entwickelten Land wie Deutschland, das die Unternehmerseite so stark fördert und die liberale Marktwirtschaft mehr und mehr vorgibt, Schritt zu halten?
Was mich dabei total stört, ist das deutsche Gejammer, in ein Fass ohne Boden zu zahlen und die ganzen Gewinne, die eingesteckt werden, auszuklammern.
Diese ganze Griechenland-Rettung wird zuallerletzt aus Solidarität unternommen, da sind handfeste Interessen dahinter, nicht zuletzt Interessen der deutschen Unternehmer.
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24.07.2015, 09:19
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Länder wie Polen, Irland, Estland, Litauen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Slowakei, Portugal usw. schaffen das ja auch. Warum also nicht GR?
Der Trick: wenn man weniger effizient und wettbewerbsfähig ist, muss man mit niedrigeren Löhnen, Renten, Preisen, etc. zurecht kommen.
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24.07.2015, 09:37
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
@ Gaya,
auch ich bin ein Griechenlandfan. Jeder einzelne Grieche, den ich kenne gelernt habe, war ein liebenswerter, ehrbarer und fleißiger Mensch. Ich bedaure ebenfalls, dass sehr viele von ihnen den Job los sind und damit Zukunftsängste haben. Es ist auch nicht einem einzelnen Griechen vorzuhalten, dass die Eliten des Landes in wenigen Jahrzehnten das Land ausgeplündert haben, das Geld außer Landes geschafft haben, einen kompletten Ruin des Landes geschafft haben.
Es waren nicht die Bauern, nicht die kleinen Händler und nicht die Hafenarbeiter, die für absolutes Nichtstun Staatsgehälter erhalten haben.
Ich kenne nicht alle Sparbeschlüsse der neuen Regierung, aber, wenn ich lese, dass jetzt Sparkonten über 100.000 € besteuert werden sollen, kriege ich einen Lachanfall. Weil die wirklich großen Vermögen in Millionen- und Milliardenhöhe längst außer Landes geschafft wurden. Und niemand fühlt sich berufen, dem nachzugehen. Es gibt so ein paar Hundert Familien, die ernsthaft davon überzeugt sind,dass sie die unangreifbaren olympischen Götter seien. Und werden sehr ausfallend, wenn das jemand anzweifelt.
Den oberen Zehntausend ist auch in Griechenland kaum beizukommen. Also wird das verscherbelt, was eigentlich Volksvermögen ist. Dieses geschah übrigens auch bei uns vor 25 Jahren, zumindest in einem Teil der Republik.
Respekt haben die großen Familien nur vor dem Militär. Dort haben sie schließlich auch ihre Söhne herausragend platziert. Und Militär braucht immer neues Spielzeug, und das griechische Militär ist da sehr verwöhnt. Mir ist aus der Geschichte des neuen Griechenlands kein einziger Sieg oder sonst eine militärische Heldentat bekannt. Wenn sind es die Erfolge, die die griechische Mythologie zu berichten weiß.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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24.07.2015, 09:46Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Warum wollten GR dann unbedingt in die EU und die Eurozone aufgenommen werden?
Das erste Aufnahmegesuch wurde rundheraus abgelehnt, weil allen klar war, dass GR nicht die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür hatte. Beim zweiten Mal setzte GR den Hebel über Frankreich an: Giscard d´Estaing, ebenso wie Mitterrand übten Druck aus, GR aufzunehmen. Deutschland ließ sich überreden, um das Verhältnis zu Frankreich nicht zu gefährden.
Theo Waigel lachte als Finanzminister seinen griechischen Kollegen aus, als der darauf bestand, auf die Euroscheinen auch griechische Buchstaben zu drucken. Waigel konnte sich überhaupt nicht vorstellen, dass GR aufgenomen würde, weil es keine der Voraussetzungen erfüllte. Aber die Griechen schafften auch das - über Lobbyarbeit bei anderen Euroländern.
Inzwischen ist auch klar, warum GR unbedingt in den Euro wollte: Weil das Land dadurch die Möglichkeit hatte, an Kredite zu kommen, die es auf dem freien Markt nie erhalten hätte. Im Verbund mit den starken Euroländern konnten GR hemmungslos Schulden machen - die anderen bürgten dafür (auch wenn damals den anderen Euroländern eingeredet wurde, es gäbe keinen Bail-out für andere Staaten).
Die EU wusste anscheinend schon seit über 10 Jahren, dass GR laufend trickste und täuschte. Aber man ließ sie gewähren.
Diese Behauptungen werden auch nicht richtiger, wenn man sie dauernd wiederholt. Die Exporte nach GR machen nicht einmal ein Prozent (!) des deutschen Außenhandels aus.
Ich vermute mittlerweile, dass die ganze Griechenlandrettung vor allem dazu dient, das Versagen der Verantwortlichen in Brüssel zu kaschieren. Käme raus, dass sie von den Betrügereien wussten, sie aber deckten, wäre das ein Sprengsatz für die EU.Geändert von Inaktiver User (24.07.2015 um 10:02 Uhr)
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24.07.2015, 09:49
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
in Deutschland nicht aufrufbar.Schau dir diese Sendung an, sie ist höchst aufschlussreich (und nicht von einem deutschen Sender)Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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24.07.2015, 09:56
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Das ist eben die Frage, ob sie das schaffen, oder ob sie schlicht aktuell nicht beachtet werden, da ja Griechenland das grosse Thema ist.
Das griechische BIP ist ja erst um 25% zurückgegangen, wir schaffen es sicher noch, es mindestens zu halbieren! ganz bestimmt! Alles nur zum Wohl der Griechen, wir meinen's ja so gut!Der Trick: wenn man weniger effizient und wettbewerbsfähig ist, muss man mit niedrigeren Löhnen, Renten, Preisen, etc. zurecht kommen.
gruss, barbara


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