Eine Reglementierung der Kultur wäre nun wirklich kontraproduktiv, aber wenn man eine europäische Identität, ein Zusammengehörigkeitsgefühl erreichen will, muss man sich auch darum bemühen.
Dazu gehören intensiver Jugendaustausch und Kulturveranstaltungen. Dazu gehört aber auch, dass jedes europäische Schulkind Robert Schuman und Jean Monnet kennen sollte, dass Struktur und Aufgaben der europäischen Institutionen mindestens genauso gründlich gelernt werden sollten wie die Schlachten Napoleons in Frankreich, Oliver Cromwell in Großbritannien oder das Dritte Reich in Deutschland.
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12.07.2015, 20:32Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
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12.07.2015, 20:57
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Also, das Dritte Reich wird auch in England ausreichend behandelt, gefühlt lernen sie in der Schule nichts anderes ...
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12.07.2015, 21:09
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Eben im Brennpunkt saß eine jammernde Griechin vor einem Apple Notebook.
Bin ich kleinlich, wenn ich denke, dass es ihr so schlecht dann nicht gehen kann?
Warum hinterfragt sowas kein Journalist? Oder ist das gewollt?
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12.07.2015, 21:47Inaktiver User
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12.07.2015, 21:49Inaktiver User
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12.07.2015, 22:27Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Macht es mehr als du denkst. Ohne die Kulturförderungen die sich die europäischen Länder sich gegenseitig zuschieben oder die Brüssel fördert würde einiges nicht gehen. Dazu gehören:
- Forschung (auch die Zusammenarbeit der Unis: unabdingbar heute Europa wäre längst abgehängt)
- Soziales
- Regionalförderung (Kulturstadt Europa die letzte dt. war denke ich das Ruhrgebiet, da liefen massiv Gelder rein)
- Jugendförderung
- Sprachförderung
- Kulturerhalt, Förderung von Ausstellungen und Museen
etc. pp.
Nicht zuletzt die Kulturförderung, die dadurch entsteht, dass man einfach irgendwo in Europa studieren und reisen kann. Innerhalb von 19 Ländern zu reisen, zu leben und hin- und hertingeln zu können ist eine unfassbare Bereicherung.
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12.07.2015, 22:37
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12.07.2015, 22:42Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Mal abgesehen davon, dass Quirin meinte, dass sich "Brüssel" nicht um Kultur kümmern würde, dem ich widersprach, du also völlig an dem Dialog vorbeiargumentierst.
"Geld haben" gehört für mich nicht zur Kultur, dein Vorschlag würde nämlich zur Vereinheitlichung des übrig gebliebenen Europas führen (geschweige dessen, dass ich denke, dass die reichen Länder davon einen Vorteil hätten und so reich blieben wie sie waren).
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12.07.2015, 22:47
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
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12.07.2015, 23:09Inaktiver User
AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland
Chapeau Herr Schmidt!
Schmidt: Natürlich hätten die Amerikaner oder Franzosen damals sagen können: Die Deutschen haben selber Schuld, lass sie doch verkommen in ihrem Elend! Das haben sie aber nicht getan. Stattdessen haben die Amerikaner den Marshall-Plan erfunden, die Franzosen haben uns 1950 mit ihrem Schuman-Plan die Hand entgegengestreckt. Im Verhältnis zur damaligen Lage Deutschlands und zur Hilfsbereitschaft dieser Länder, die wenige Jahre zuvor noch unsere Kriegsfeinde gewesen waren, ist das gegenwärtige griechische Problem ein minores – und der Teufel soll die europäischen Regierungschefs holen, wenn sie es nicht fertigbrächten, Griechenland zu retten!
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Immerhin hat Deutschland noch im Jahre 2010 die letzten Zahlungen aufgrund des Londoner Schuldenabkommens von 1952 geleistet. Und immerhin stammten die damaligen deutschen Schulden noch aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen!
Über Schulden und Risiko:
Im Jahr 2008 musste Lehman Brothers Insolvenz anmelden. Damals ging es überhaupt nicht um Staatsverschuldung, sondern um eine große Zahl von Finanzinstituten, die reihenweise von ihren Staaten gerettet werden mussten. Auf den sogenannten Finanzmärkten tummeln sich intelligente, aber einäugige Idioten. ... Sie haben kein Verantwortungsbewusstsein und gehören deshalb unter viel straffere Aufsicht.
strenge Regulierung löst das Problem der psychotischen Reaktionen auf den globalen Finanzmärkten, die aus zigtausend Devisen- und Wertpapierhändlern bestehen.
Man muss bei Schulden immer gucken, wer die Gläubiger sind. Im Falle Griechenlands gibt es viele ausländische Gläubiger. Société Générale, Hypo Real Estate in München, das sind wohl die größten unter den betroffenen Gläubigern. In Italien dagegen sind es im Wesentlichen nationale Banken, das ist eine ganz andere Kanne Bier. Deswegen kann man die italienische Verschuldung nicht mit der griechischen vergleichen.
Es muss Unternehmer geben, die das Risiko auf sich nehmen, in dem Land zu investieren. Das werden sie nur tun, wenn es in Griechenland eine verlässliche Wirtschaftspolitik gibt. Wenn ich einen europäischen Marshall-Plan für Griechenland fordere, meine ich nicht Geld, sondern konkrete Projekte.
Altkanzler Helmut Schmidt: "Ich halte eine Weltrezession für möglich, aber auch für abwendbar"Geändert von Lukulla (13.07.2015 um 18:32 Uhr) Grund: Link auf 1. Seite des Interviews geändert



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