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  1. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja nö. Ich denke mal so hat er es nicht gemeint. Ich lese da keine Apologetik des Griechischen Politiksalats.
    Über seine Intention kann ich nur mutmassen. Jedoch gibt er eine Antwort, die keine ist. Mit Hilfen an Griechenland stossen sich ausländische Firmen und der Staat gesund, da Griechenland sehr viel importiert. Woher soll denn das Geld kommen, was eine Abkehr von der Sparpolitik möglich macht?

    Kurz- und mittelfristig führt eine europäische Fiskal- und Wirtschaftspolitik nicht zur Lösung des griechischen Problems.

  2. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Über seine Intention kann ich nur mutmassen. Jedoch gibt er eine Antwort, die keine ist. Mit Hilfen an Griechenland stossen sich ausländische Firmen und der Staat gesund, da Griechenland sehr viel importiert. Woher soll denn das Geld kommen, was eine Abkehr von der Sparpolitik möglich macht?
    Von (einigermaßen) ehrlichen griechischen Steuerzahlern

    ... ich weiß, es ist langweilig, das immer wieder zu lesen ...
    Es ist aber auch langweilig, auf dieses Grundproblem immer wieder hinweisen zu müssen.
    Wenn das Land seine wuchernde Bürokratie, Korruption und Steuerhinterziehung nicht in den Griff kriegt, wird es immer auf other people's money angewiesen sein.

  3. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    In ZON fand ich gerade einen interessanten Artikel, in dem die EU einmal anders gedacht wird.
    Nicht mehr krampfhaft zusammen zwingen, was nicht zusammen passt, sondern statt über immer mehr Integration auch über Desintegration nachdenken, wenn es gar zu sehr hakt.

    Die Aufgabe wäre also, neue Kooperationsformen zu finden. Die wären nicht zwingend legitimer und effizienter als der jetzige Koloss EU, könnten ihn aber ergänzen, entlasten und in Teilen ablösen. Zielonka schwebt eine Zusammenarbeit je nach Themen vor, nicht nur zwischen Staaten, sondern auch zwischen Städten, NGOs, Unternehmen. Er plädiert für eine europäische "Polyphonie", für ein Nebeneinander vieler Kooperationsformen, die alle von unten wachsen und nicht von oben gezüchtet werden: "Weg vom Brüsseler Zentralismus."

    Ich fände das sehr vernünftig, denn die Idee der totalen Integration zu einer Fiskal- und Schuldengemeinschaft hat sich hoffentlich nach den Erfahrungen mit GR zerschlagen. Je mehr versucht wird, Länder, die zu unterschiedlich sind, unter einen Hut zu zwingen, desto größer wird der Widerstand - und zwar von allen Seiten.

    Wichtiger als GR ist ohnehin, dass GB in Europa bleibt - und den Briten wäre eine weniger eng gefasste und weniger zentralistische EU sehr willkommen.

  4. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wichtiger als GR ist ohnehin, dass GB in Europa bleibt - und den Briten wäre eine weniger eng gefasste und weniger zentralistische EU sehr willkommen.
    Das glaube ich gerne. Die Briten möchten alle Vorteile einer Gemeinschaft genießen, jedoch nicht die Einschränkungen - z.B. nicht mehr als Finanzplatz für unversteuerte Vermögen dienen.

    Nun, da die Probleme virulent sind, tauchen die Ideen auf, die es schon vor der Aufnahme von Staaten, die einfach ökonomisch nicht reif waren, gegeben hat.
    Milliarden von Förderungen gingen an diese Länder (und ich spreche nicht allein von Griechenland), die Fördungen nützten vor allem Unternehmen und Banken aus den wohlhabenden Staaten, die unbedingt expandieren und auslagern wollten. Die Kosten dafür bleiben an den durchschnittlichen SteuerzahlerInnen hängen, da aber sich nun auch in dieser Abteilung Protest regt und das Geld nicht mehr nur so einfach zu Verfügung steht, werden alte Einfälle als neue verkauft.

  5. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Milliarden von Förderungen gingen an diese Länder (und ich spreche nicht allein von Griechenland), die Fördungen nützten vor allem Unternehmen und Banken aus den wohlhabenden Staaten, die unbedingt expandieren und auslagern wollten. Die Kosten dafür bleiben an den durchschnittlichen SteuerzahlerInnen hängen, da aber sich nun auch in dieser Abteilung Protest regt und das Geld nicht mehr nur so einfach zu Verfügung steht, werden alte Einfälle als neue verkauft.
    Das passiert auch ganz ohne Förderungen - siehe unsere Banken, die völlig beduselt von der Goldgräberstimmung auf dem Balkan und in Russland eine Filiale nach der anderen eröffneten.

    Dazu noch der durchgeknallte Bärentaler, den alle gewähren ließen - die Folgen sind noch immer nicht ganz absehbar, aber da werden noch unsere Kinder und Kindeskinder daran abzahlen. Ich stelle mir gerade vor, wir würden versuchen, diese Kosten den anderen Euroländern aufzuhalsen

    Die Kärntner Landesbank ist übrigens ein schönes Beispiel dafür, wie leichtfertig Geld ausgegeben und vernichtet wird, wenn man weiss, dass man einen "Retter" im Hintergrund hat. Haider war klar, dass notfalls die Republik einspringen würde. Das war auch der Fall, denn man wollte Kärnten nicht pleite gehen lassen - die Geschichte wurde und wird zum teuersten Betrugsfall der zweiten Republik.

    Bei den Griechen akzeptieren manche die krude Begründung, dass es ja die letzte (ebenfalls demokratisch gewählte) Regierung gewesen sei, die alles falsch gemacht habe und Syriza nichts dafür könne. Folge ich dieser Argumentation, frage ich mich, warum hierzulande acht Bundesländer für ein Land gerade stehen sollen, dessen Regierung sie nicht einmal wählen konnten.

    Überall, wo Leute die Möglichkeit haben, fremdes Geld auszugeben, machen sie das mit vollen Händen und ohne schlechtes Gewissen. Das ist einer der Hauptgründe, warum eine Schuldenunion der Untergang Europas wäre.
    Geändert von Inaktiver User (08.07.2015 um 18:40 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das passiert auch ganz ohne Förderungen - siehe unsere Banken, die völlig beduselt von der Goldgräberstimmung auf dem Balkan und in Russland eine Filiale nach der anderen eröffneten.

    Dazu noch der durchgeknallte Bärentaler, den alle gewähren ließen - die Folgen sind noch immer nicht ganz absehbar, aber da werden noch unsere Kinder und Kindeskinder daran abzahlen. Ich stelle mir gerade vor, wir würden versuchen, diese Kosten den anderen Euroländern aufzuhalsen
    Auf die eine oder andere Weise wird das geschehen.
    Aber jetzt, wo du davon schreibst, scheinen mir neue Ideen - selbst wenn sie gut und anspruchsvoll sind - Papiertiger, einfach, weil sie von Menschen verwirklicht werden müssen, und darunter gibt es leider viele, die dann, wenn es nicht um ihr Geld geht, sehr wenig Initiative zeigen, eben wie bei der Hypo, die geprüft und geprüft und geprüft wurde, vermutlich nur, um den PrüferInnen eine Beschäftigung zu verschaffen.
    Auch die EU könnte funktionieren, würden alle, die dafür abgestellt sind, ihre Arbeit machen.
    So aber scheint es, als sollten die BürgerInnen mit Schlagworten ("Friedensprojekt" z.B.) eingeschläfert und zur Kasse gebeten werden.
    Griechenland ist nach meiner Auffassung nur die Ablenkung von jeder Menge Baustellen.

  7. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Genau das sagt er doch, soweit ich ihn verstanden habe betitelt er das sogar als das Hauptproblem, weshalb die Sparpolitik nicht angemessen, sondern die falsche Wahl war, denn sie hat zur Schrumpfung beigetragen.
    Ja, nur gegen dieses Hauptproblem hätte GR schon längst angehen müssen.
    Es nützt doch nichts zu säen, wenn der Boden nichts taugt.
    Ein Konjukturprogramm ist völlig sinnlos wenn es gar nichts gibt, in das man investieren kann und die Mittel überall versickern. Buckeye hat recht, das Kernproblem sind nicht die Schulden (da hat Deutschland deutlich mehr), sondern die Tatsache das es kein funktionierendes Fundament gibt, auf dem man ein aufbauen könnte, um Gewinne und Steuern zu generieren, die das Land tragen.

  8. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Auch die EU könnte funktionieren, würden alle, die dafür abgestellt sind, ihre Arbeit machen.
    So aber scheint es, als sollten die BürgerInnen mit Schlagworten ("Friedensprojekt" z.B.) eingeschläfert und zur Kasse gebeten werden.
    Griechenland ist nach meiner Auffassung nur die Ablenkung von jeder Menge Baustellen.
    Das sehe ich auch so. Ich war immer ein Fan der EU - schon deswegen, weil ich in einer Gegend wohne, in der vier Nationalstaaten auf engstem Raum an einander grenzen und ich diese Kleinstaaterei anstrengend finde.

    Aber das, was im Moment in Europa läuft, ist wirklich abstoßend. Noch schlimmer als die mangelnde Einigkeit beim Thema Griechenland finde ich die bei der Einwanderungspolitik. Man lässt die Länder, die viele Flüchtlinge aufnehmen, einfach hängen. Keine Spur von europäischer Solidarität. Es wird nicht mehr lange dauern, dann gehen die Grenzen wieder zu. Schon aus Selbstschutz.

  9. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, nur gegen dieses Hauptproblem hätte GR schon längst angehen müssen.
    Es nützt doch nichts zu säen, wenn der Boden nichts taugt.
    Ein Konjukturprogramm ist völlig sinnlos wenn es gar nichts gibt, in das man investieren kann und die Mittel überall versickern. Buckeye hat recht, das Kernproblem sind nicht die Schulden (da hat Deutschland deutlich mehr), sondern die Tatsache das es kein funktionierendes Fundament gibt, auf dem man ein aufbauen könnte, um Gewinne und Steuern zu generieren, die das Land tragen.
    Zustimmung, soweit ich das allerdings verstanden habe - ist ewig her seitdem ich dazu einen Artikel gelesen habe - müsste Griechenland genügend Steuereinnahmen haben, würden sie denn bezahlt werden.

    Ein Teil hängt in der Schweiz fest, ein Teil in Gerichtsverfahren, der andere Teil in undurchsichtigen Gesetzen. Dazu habe ich nichts gelesen, dass die Troika da irgendwelche Forderungen gestellt hat. Mag sein, dass ich mich irre.

    Für mich als ehem. Steuerzahler Europas, wäre das die erste Forderung, dass man den Leuten beikommt, statt dass die Steuerzahler anderer Länder zahlen.

    Wie gesagt, ich mag mich irren, vielleicht gab es EU - Forderungen das zu ändern, oder das Abkommen mit der Schweiz zu beschleunigen. Ich weiß es nicht. Vielleicht musste die EU erstmal mit Luxemburg aufräumen, Deutschland mit seinen Steuersündern...keine Ahnung. Ab dem Punkt steig ich aus, denn mir scheint es bei weitem nicht so als sei die EU die nett und brav aufgerräumte Vorbildfigur oder als sei es auf irgendeine Art und Weise innereuropäisch geklärt mit Details und den geschönten Zahlen damals.

    Irgendwas stimmt da nicht. Soweit mein Bauchmurren.
    Geändert von Inaktiver User (08.07.2015 um 19:04 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Wahlsieg von Syriza in Griechenland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein Teil hängt in der Schweiz fest, ein Teil in Gerichtsverfahren, der andere Teil in undurchsichtigen Gesetzen.
    Dazu habe ich nichts gelesen, dass die Troika da irgendwelche Forderungen gestellt hat. Mag sein, dass ich mich irre.

    Für mich als ehem. Steuerzahler Europas, wäre das die erste Forderung, dass man den Leuten beikommt, statt dass die Steuerzahler anderer Länder zahlen.
    Ob es in dieser Frage Forderungen der Troika gab kann ich auch nicht sagen, aber mal ehrlich .... falls nicht, wäre es nicht eine Selbstverständlichkeit das Gr von sich aus zunächst alle Möglichkeiten ausschöpft, um Aussenstände bei eigenen Landsleuten einzutreiben?
    Es wäre doch wirklich armselig wenn sie da nicht als erstes drauf kommen.
    Im übrigen frage ich mich (wo sie doch die Solidarität der EU einfordern) wo denn die Solidarität ihrer eigenen Eliten, Oligarchen und Reeder ist?

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