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  1. Inaktiver User

    AW: Welche Legitimation hat Wulff eigentlich für Saudi-Arabien?

    Zitat Zitat von DerHeld Beitrag anzeigen
    Er gründete 2011 das König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog, das 2012 in Wien eröffnet wurde.
    Ich bin gerührt.

    Der als streng dogmatisch geltende salafistische Islam ist vor allem im Königreich verbreitet, Saudi-Arabien gilt als dessen Heimat. Diese Strömung des Islam breitet sich durch finanzielle Hilfe Saudi-Arabiens und des Königs bei der Errichtung von Moscheen und Koranschulen in aller Welt weiter aus.

    Saudi-Arabien finanziert die Salafisten, und ich soll ihnen dankbar sein, weil sie in Wien ein niedliches Feigenblatt aufgebaut haben? Wohl kaum.

    Nachtrag:
    Ich lese gerade, dass in Österreich darüber diskutiert wird hier auszusteigen, da dieses Zentrum für Toleranz stehen soll und andererseits in Saudi-Arabien eine Auspeitschung mit 1000 Peitschenhieben an einem Andersdenkenden exekutiert wird.

    ... Na, dann diskutiert mal schön.
    Geändert von Inaktiver User (29.01.2015 um 09:54 Uhr)

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    AW: Welche Legitimation hat Wulff eigentlich für Saudi-Arabien?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Aus Wikipedia:
    Saudi-Arabien ist gemäß den Artikeln 1 und 5 seiner Grundordnung eine absolute Monarchie. (...)
    Saudi-Arabien versteht sich als Gottesstaat und hat die Scharia in der Verfassung verankert.

    Diese sieht keine Gewaltenteilung vor(...) Basierend auf Artikel 12 und 50 kann er in die Legislative, Judikative und Exekutive eingreifen, die ansonsten geltende Unabhängigkeit der Gerichte nach Artikel 46 ist in diesem Falle nicht mehr gesetzlich geschützt, da der König über den Gesetzen steht.

    Der Monarch (Malik) ist sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef und zugleich Kustos der beiden heiligen Städte. Er ist „legibus solutus“ (lateinisch für „von den Gesetzen losgelöst“), das bedeutet, dass er den Gesetzen, die er selbst erlässt, nicht untersteht.

    Gemäß den Artikeln 60 und 61 der Grundordnung ist der König oberstes sicherheitspolitisches Gremium und der oberste Befehlshaber der Streitkräfte. Er besitzt damit die alleinige und uneingeschränkte (absolute) Vollmacht über die Polizei, die Mutawwa, den Geheimdienst (al-Muchabarat al-'Amma) und das saudische Militär.


    Es gibt in diesem Staat keine legalen politischen Parteien. Parteien, Opposition, Streiks und Gewerkschaften sind vom König offiziell verboten.

    Damit dürfte wohl die Frage beantwortet sein, wer für die Zustände in Saudi-Arabien die Verantwortung trägt.
    Wer, wenn nicht der Alleinherrscher?

    Was es sonst noch zu den saudischen Verhältnissen zu sagen gibt:

    Auch für Gastarbeiter und Diplomaten ist es bei Strafe verboten, einen Gottesdienst zu feiern, eine Taufe oder eine Krankensalbung zu empfangen. Kirchen, Synagogen oder andere nichtislamische Gebetshäuser gibt es nicht, und die Errichtung solcher ist verboten. Falls die Regeln gebrochen werden, kann dies mit Verhaftung, Auspeitschung und Folter geahndet warden

    Der als streng dogmatisch geltende salafistische Islam ist vor allem im Königreich verbreitet, Saudi-Arabien gilt als dessen Heimat. Diese Strömung des Islam breitet sich durch finanzielle Hilfe Saudi-Arabiens und des Königs bei der Errichtung von Moscheen und Koranschulen in aller Welt weiter aus.
    Du kannst mir sicher erklären, was das mit dem verstorbenen König und seinem Engagement für friedlich(er)e Lösungen zu tun hat? Nur weil er König war und trotz des absolutistisch ausgerichtetem Staatswesen bedeutet das noch lange nicht, dass er die alleinige und unbestrittene Macht hat(te).

    Ich finde es enorm zielführend, aus einem Zentrum für Toleranz auszusteigen, das macht immer einen ungemein dialogbereiten und deeskalierenden Eindruck.

    Auch wenn die Menschenrechtsverletzungen absolut zu verurteilen sind und nicht zu entschuldigen: mit ausschließlich westlichen Maßstäben messen zu wollen empfinde ich als nicht weiter als von der Wand bis zur Tapete gedacht.

    Es handelt sich NICHT um einen Staatsbesuch.
    Das Idol unserer Kindheit war ein arbeitsloser Aussteiger mit hohem Bildungsgrad, der abseits gesellschaftlicher Normen im Bauwagen lebte.

  3. Inaktiver User

    AW: Welche Legitimation hat Wulff eigentlich für Saudi-Arabien?

    Zitat Zitat von DerHeld Beitrag anzeigen
    Du kannst mir sicher erklären, was das mit dem verstorbenen König und seinem Engagement für friedlich(er)e Lösungen zu tun hat?
    Nein, das kann ich nicht. Es ist mir selber ein Rätsel.
    Der angeblich so friedfertige König hat sich in der Palästinafrage engagiert, Palästinenser finanziert und Israel kritisiert. Das ist löblich.
    Er hat aber auch Israel sowie die USA aufgefordert Syrien zu bombardieren.

    Er versucht seit geraumer Zeit das "gottlose" Syrien zu islamisieren. Saudi-Arabien finanzierte und finanziert den IS (Islamischer Staat), der vom Westen zum Ausbund allen Bösen erklärt wurde - während die Vertreter der westlichen Regierungen sich bei der Beerdigung des saudischen Potentaten, eines wichtigen Unterstützers des IS, wie Hofschranzen aufführen.

    Falls diesem Verhalten eine Logik innewohnen sollte, hat diese Logik unter Garantie nichts mit "westlichen Werten" zu tun.

    Nur weil er König war und trotz des absolutistisch ausgerichtetem Staatswesen bedeutet das noch lange nicht, dass er die alleinige und unbestrittene Macht hat(te).
    Ähm. Doch. Das ist sozusagen die Definition dieses Begriffs.
    Kann natürlich sein, dass auch die diversen Halbbrüder und Neffen dieser weitverzweigten und mit vielen Ehefrauen und zahlreichen männlichen Nachkommen gesegneten Dynastie da und dort ein Wörtlein mitreden. Aber das ändert nichts daran, dass in einer absolutistischen Diktatur der Machthaber in einem noch viel größeren Maße die Verantwortung für das trägt, was in seinem Machtbereich geschieht, als in einem demokratischen Staat.

    Ich finde es enorm zielführend, aus einem Zentrum für Toleranz auszusteigen, das macht immer einen ungemein dialogbereiten und deeskalierenden Eindruck.
    Ich hingegen finde, dass es dann und wann nötig ist, ein klitzekleines Bisschen Glaubwürdigkeit zu zeigen. Ein klitzekleines Zeichen, dass man sich nur bedingt verarschen lässt.

    Worauf bezieht sich die von den Saudis unterstützte "Toleranz"? Auf unsere Toleranz gegenüber Salafisten, oder auf die Toleranz der Saudis gegenüber Christen?
    Welchen Dialogbedarf gibt es mit Salafisten und deren Auftraggeber bzw. Geldgeber?
    Und warum bauten die Saudis das "Toleranz-Zentrum" in Wien, und nicht in Riad?
    .
    Geändert von Inaktiver User (30.01.2015 um 06:10 Uhr)

  4. User Info Menu

    AW: Welche Legitimation hat Wulff eigentlich für Saudi-Arabien?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    aber das ändert nichts daran, dass in einer absolutistischen Diktatur der Diktator die (Haupt-)Verantwortung für das trägt, was in seinem Machtbereich geschieht.
    Es handelt sich um eine Monarchie, mal davon ab.
    Dass das Staatsoberhaupt die Verantwortung zu tragen hat, steht völlig ausser Frage. Darum geht es aber nicht.
    Es geht um die Trauerfeier und die Würdigung eines an Dialog zwischen Ost und West und den Religionen und friedlichem Ausgleich interessierten Monarchen. Nicht mehr.

    Das kann auch ein freigesprochener ehemaliger Bundespräsident übernehmen.
    Das Idol unserer Kindheit war ein arbeitsloser Aussteiger mit hohem Bildungsgrad, der abseits gesellschaftlicher Normen im Bauwagen lebte.

  5. Inaktiver User

    AW: Welche Legitimation hat Wulff eigentlich für Saudi-Arabien?

    Zitat Zitat von DerHeld Beitrag anzeigen
    Es handelt sich um eine Monarchie, mal davon ab.
    Es ist eine absolutistische Monarchie. Eine Diktatur mit Erbfolge also. Ich habe die Merkmale des saudischen Regimes doch zitiert, und du hast mein Zitat zitiert. Hast du es nicht gelesen?
    Außerdem ist es ein islamistischer Gottesstaat, in dem die Scharia uneingeschränkte Gültigkeit hat.

    Dass das Staatsoberhaupt die Verantwortung zu tragen hat, steht völlig ausser Frage. Darum geht es aber nicht.
    Es geht um die Trauerfeier und die Würdigung eines an Dialog zwischen Ost und West und den Religionen und friedlichem Ausgleich interessierten Monarchen. Nicht mehr.
    Das saudische Regime ist mit Panzern gegen Demonstranten in Bahrein vorgegangen.
    Es lässt einen oppositionellen Blogger auf dem Marktplatz totschlagen.
    Es finanziert die Salafisten in Europa sowie den IS in Syrien.
    Es forderte USA und Israel auf Syrien zu bombardieren, um das "gottlose" Assad-Regime zu stürzen.

    Und du findest, man sei von saudischer Seite an "Dialog" und an "friedlichem Ausgleich" "interessiert".
    Du hast Humor.


    Das kann auch ein freigesprochener ehemaliger Bundespräsident übernehmen.
    Du, das finde ich jetzt echt großzügig von dir.
    Geändert von Inaktiver User (29.01.2015 um 23:16 Uhr)

  6. gesperrt

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    AW: Welche Legitimation hat Wulff eigentlich für Saudi-Arabien?

    Laut Spiegel online ist man im Auswärtigen Amt auch irritiert. Offensichtlich fürchtete man sich dort, dass der amtierende Bundespräsident sich wieder mal daneben benimmt.

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    AW: Welche Legitimation hat Wulff eigentlich für Saudi-Arabien?

    Zuende gelesen liest man jedoch, er wird 75.
    Liebe Leute, der Terminplan wird rappelvoll sein. Merkel kann schicken, wen sie will.

    Der Spiegel online-Dienst erinnert leider oft an Bunte-Journalismus. Erst wird, gerne per Schlagzeile, was behauptet und im letzten Satz des Artikels relativiert.
    Von Spiegel online-Dienst lese ich eigentlich nur noch gern "Eines Tages" und "Gutenberg". Der Rest unterscheidet sich nicht sehr von Focus-Online oder Bild online. Bei Bild ist die Sport-Abteilung gut.
    Moderatorin im Forum

    Trennung und Scheidung,
    Kredite, Schulden und Privatinsolvenz,
    Über das Kennenlernen
    Reine Familiensache

  8. Inaktiver User

    AW: Welche Legitimation hat Wulff eigentlich für Saudi-Arabien?

    Zitat Zitat von yell Beitrag anzeigen
    Laut Spiegel online ist man im Auswärtigen Amt auch irritiert. Offensichtlich fürchtete man sich dort, dass der amtierende Bundespräsident sich wieder mal daneben benimmt.
    Wenn dieser Mann, der in jedem zweiten Satz den Begriff der "Freiheit" beschwört, sich "daneben benimmt", indem er einer degoutanten und äußerst brutalen Diktatur die kalte Schulter zeigt, dann hat er sogar endlich mal sowas wie Haltung und Anstand bewiesen. - Glaube ich aber nicht.
    Geändert von Inaktiver User (31.01.2015 um 11:51 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Welche Legitimation hat Wulff eigentlich für Saudi-Arabien?

    Zitat Zitat von Margali62 Beitrag anzeigen

    Der Spiegel online-Dienst erinnert leider oft an Bunte-Journalismus. Erst wird, gerne per Schlagzeile, was behauptet und im letzten Satz des Artikels relativiert.
    Von Spiegel online-Dienst lese ich eigentlich nur noch gern "Eines Tages" und "Gutenberg".
    Deine Kritik trifft leider nicht nur auf Spiegel Online zu, sondern auch auf die Printausgabe. Darin finden sich nicht wenige Artikel, die auf mehreren Seiten einzig darstellen, dass es so sein kann (die Hälfte des Berichtes), aber auch anders (der Rest).

  10. Inaktiver User

    Unser guter Freund: Saudi-Arabien

    Eigentlich ist es gesetzlich verboten in Krisenregionen und an Kriegsparteien Waffen zu liefern, aber was scheren unsere Regierung die Gesetze?

    Trotz der umstrittenen Intervention im Jemen und dem Streit um die martialischen Strafen für den Blogger Raif Badawi genehmigt die Bundesregierung weiterhin millionenschwere Waffenlieferungen an Saudi-Arabien. Allein im April 2015 winkte Berlin Exporte von 100 Kleindrohnen, Funkzubehör und Ersatzteilen für gepanzerte Fahrzeuge im Wert von 12,8 Millionen Euro durch.
    In den beiden Monaten davor wurden sogar Rüstungsexporte für 16 Millionen Euro genehmigt, darunter Munition für Panzer und Pistolen im Wert von rund fünf Millionen Euro, Technik für Boden-Luft-Raketen und Panzer-Ersatzteile. Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung an die Linken-Fraktion hervor

    Quelle

    Hierzu ein passender Link, der die enge Beziehung zwischen Deutschland bzw. Dem Westen und den saudischen Freunden unwiderlegbar argumentiert. Ich bin ... total überzeugt.

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