und du kaufst auch nur Produkte, die ausschliesslihh in Europa hergestellt wurden, wo es gute Sozial- und Umweltvorschriften gibt? Du hast kein Elektronikgadget made in Taiwan oder ein T-Shirt made in Bangladesh?
"unsere", sprich die weltweiten Vorschriften zum Thema Arbeitssicherheit und soziale Standards, sind eben oft sehr niedrig, und auch nur darum gibt es hier billige Preise für Konsum.
Die Tatsache, dass wir reichen Westler eher zuviel als zuwenig Güter haben (guck mal in die Minimalismus und "ich kauf keine .... mehr"-Stränge hier im Forum). Und die Tatsache, dass die Erde begrenzt ist, und damit die zugänglichen Ressourcen. Man kann nun mal nicht auf Basis von begrenzten Ressourcen unbegrenzt wachsen, nur weil der Zinseszins, eine rein mathematische und nicht an die materielle Realität gebundene Grösse, es so fordert. Das heisst, man kann schon - es wird schliesslich getan - dann kriegt man einfach regelmässig Blasen, und platzende Blasen, mit allem Elend und aller Not, die das mit sich bringt.Und was hast Du denn gegen Wachstum? Wachstum bedeutet doch ein Ansteigen der in einer bestimmten Zeitspanne erarbeiteten Güter (sehr allgemein gefasst), ja, was spricht denn dagegen?
Es wäre sinnvoll, den Fokus auf sparsames Haushalten zu legen, und lieber weniger Waren und Güter herzustellen, das Wenige aber in bestmöglicher Qualität. Da können wir noch ein paar Dinge vom Mittelalter abschauen, dort wurden Strukturen gebaut, die zu den dauerhaftesten und schönsten gehören, die Menschen je herstellten.
nein, unsere Vorfahren haben das eben nicht gemacht. Besonders Jäger- und Sammlerkulturen achten sehr darauf, nie mehr Zeug zu haben, als sie transportieren können - was nicht sehr viel ist, das Wenige aber gut durchdacht und zweckmässig und oft auch reich geschmückt.Wie kann man das denn ablehnen? Hätten das unsere Vorfahren gemacht, dann würden wir noch auf den Bäumen leben.
Der einzige Bereich, der massives Wachstum vertragen könnte, wäre der von Schlaf und freier Zeit. In der Hinsicht kann man gern optimieren.
Schliesslich sind viele Erfindungen ein Kind der Faulheit, weil jemand einen Weg findet, um etwas Anstrengendes auf weniger anstrengende Weise erledigen zu können.
gruss, barbara
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28.01.2015, 08:00
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
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28.01.2015, 08:50
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Dein Post lass ich jetzt einfach mal unkommentiert, weil das ja auch schon etwas unsachlich ist.

Du findest alles Bestens, alles gerecht verteilt, auch weltweit etc.. Ich habe da so meine Zweifel.
Wir müssen uns aber nicht gegenseitig zu überzeugen versuchen.
P.S.: Diese Kleinigkeit noch zur Sache: ich meinte nicht Arbeitsschutz, sondern mittlerweile finde ich die psychische Komponente im Arbeitsprozess belastender. Offensichtlich verkraften viele Menschen den zunehmenden psychischen Druck immer weniger.Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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28.01.2015, 09:03Inaktiver User
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Allein die Auskunft über Produktionsland sagt nicht viel aus, auch nicht über den Preis. In Italien gibt es z. B. chinesische Parallelwelten, die auf Billigstniveau á la Bangladesh Kleidung herstellen. In Osteuropa und der Türkei (das Jeansproduktionsland) dito.
Für alle, die sich dafür interessieren: Clean Cloth Campaign.
Apple. Samsung etc. produzieren überwiegend in China, was man am Preis aber nicht merkt. Eher an den gigantischen Marketingbudgets.
Unbestritten richtig, nur was sagst du all den Menschen auf der Welt, die über Jahrzehnte/-hunderte kolonalisiert und ausgebeutet wurden, und die jetzt die Globalisierung als Chance sehen, ein wenig ihren Lebensstandard zu heben? Verweigerst du denen die Konsum- und Produktionsmöglichkeit? Vieles wird hier in unserer westlichen Hemnisphäre ja selten erwähnt. Es gibt afrikanische Staaten, die haben seit Jahren ein solides Wachstum über 5%, ausgehend von einem geringen Niveau. Sagst du denen jetzt als saturierter Europäer: "Also Leutchen, bestellt mal lieber eure Äcker, das reicht"?Es wäre sinnvoll, den Fokus auf sparsames Haushalten zu legen, und lieber weniger Waren und Güter herzustellen, das Wenige aber in bestmöglicher Qualität. Da können wir noch ein paar Dinge vom Mittelalter abschauen, dort wurden Strukturen gebaut, die zu den dauerhaftesten und schönsten gehören, die Menschen je herstellten.
Wenn wir alle in solchen Prima-Stammeskulturen unseren Ursprung haben, frage ich mich immer, wieso das einigen nicht gereicht hat und die Sammler- und Jägerkulturen in Gesellschaften gebündelt haben. Ich behaupte mal das Gegenteil. Hätten die Typen Kalaschnikows zur Verfügung gehabt, hätten sie die Wälder schon vor uns niedergemäht.nein, unsere Vorfahren haben das eben nicht gemacht. Besonders Jäger- und Sammlerkulturen achten sehr darauf, nie mehr Zeug zu haben, als sie transportieren können - was nicht sehr viel ist, das Wenige aber gut durchdacht und zweckmässig und oft auch reich geschmückt.
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28.01.2015, 09:15
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Ich hab ja so meine Zweifel daran, dass jene, die von ihrem angestammten Land und der angestammten Lebensweise vertrieben werden, diese Vorgänge alse "Erhöhung des Lebensstandards" wahrnehmen.
Ich sage nicht, wir sollen auf Technik verzichten. Ich sage, wir sollten darauf achten, Gebrauchsgegenstände stabil, robust, leicht reparierbar, zweckmässig und schön herzustellen. Nicht Masse sondern Klasse. Ganz egal, wo sich jemand auf der Welt befindet.
Mit Wachstum meinst du wohl das Wachstum des BIP? - bitte, kein Problem damit.Vieles wird hier in unserer westlichen Hemnisphäre ja selten erwähnt. Es gibt afrikanische Staaten, die haben seit Jahren ein solides Wachstum über 5%, ausgehend von einem geringen Niveau. Sagst du denen jetzt als saturierter Europäer: "Also Leutchen, bestellt mal lieber eure Äcker, das reicht"?
Aber ich habe ein Problem damit, wenn Handies grundsätzlich für eine Lebensdauer von ein bis zwei Jahren geplant und entsprechend gebaut werden, und von Druckern will ich schon gar nicht anfangen zu reden, sonst krieg ich einen Herzinfarkt.
Wir sind halt neugierige Wesen und probieren gern immer wieder mal was Neues aus.Wenn wir alle in solchen Prima-Stammeskulturen unseren Ursprung haben, frage ich mich immer, wieso das einigen nicht gereicht hat und die Sammler- und Jägerkulturen in Gesellschaften gebündelt haben.
und merken dann, dass das Neue nicht nur neue Vorteile hat (die sofort offensichtlich sind), sondern auch neue Nachteile (die oft erst später offensichtlich werden)
gruss, barbara
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28.01.2015, 11:31Inaktiver User
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Das stimmt. Aber diese Qualität muss auch gekauft werden. Es geht nicht immer nur um die Leistbarkeit, sondern der Trend, ständig Neues zu erwerben, wirkt ebenfalls mit.
Das BIP sagt leider nichts über die Verteilungsgerechtigkeit aus.
Mir fällt da grade Nigeria ein, das zwar mit Europa kaum vergleichbar ist, trotzdem, das Land ist nicht arm, es gibt enorme Einnahmen aus Öl und Gas. Bei der Bevölkerung kommt nichts davon an. Alles versickert in irgendwelchen Kanälen regierungsnaher Eliten.Geändert von Inaktiver User (28.01.2015 um 11:39 Uhr)
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28.01.2015, 13:24Inaktiver User
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Das wirst Du doch auch

Stell es Dir einfach vor wie Aktien, nur ohne Dividenden. Wenn Du sie verkaufst, bekommst Du doch den aktuellen Kurswert.
Ich fürchte, Du mußt noch weiter zurückblättern:
Subsistenzwirtschaft
Das ist der echte Feind der Marktwirtschaft, wird aber tatsächlich praktiziert
Falls Du mit dem Problem
noch nicht zu tun hattest, kann ich allerdings verstehen, daß man das alles beiseite schieben kann.
Ich persönlich hatte die Spielchen, Intrigen und Ellenbogen einfach satt. Empfindlicher Magen
Manche Bankmitarbeiter auch, die sind halt gesprungen.
Den Fragenkatalog kann man auch als Nichtsozialist anschauen. Nur beantworten wollen es (sich) die wenigsten. Ist auch schwierig, und lenkt von der immer weitergehenden Selbstoptimierung ab.
Wie oft muß man sich diesen Spruch eigentlich noch anhören
Nein, hat kaum etwas mit Sozialismus zu tun. Sondern mit Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Zukunftsaussichten, TTIP, Krieg, Wettbewerb, Miteinander, Ökologie.
Aber viele Brötchen verdient man damit nicht
Ansonsten kann man natürlich auch einfach weitermachen wie gehabt. Die Energiewende muß noch etwas beschleunigt werden, der Arbeitsschutz liest sich auf dem Papier auch ganz ordentlich, und wenn man sich an die marktkonforme Demokratie anpassen kann, ist das in BRD schon halbwegs erträglich.
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28.01.2015, 13:57
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Ach ja, dieser Spruch. Aber seien wir doch ehrlich, wir sind doch auch schon älter als dreißig, dementsprechend weiter sind wir eben
.
Ich habe mich nach der Wende gleich in die Selbständigkeit abgeseilt. Da kann ich einigermaßen selbstbestimmt arbeiten und für ein paar Aktien reicht´s auch, (für den großen Reichtum natürlich nicht). Zeit um in der Bri zu schreiben bleibt sowieso ...
und auch für Hobbys. Also kein Grund zu Klagen.
Trotzdem muss man doch nicht alle Kritikfähigkeit sausen lassen? Das ist etwas was ich wirklich nicht verstehe ...Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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28.01.2015, 15:09
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Ein Problem ist, dass man diese Qualität gar nicht kaufen kann - alles derselbe Schrott. Sowas wie einen stabilen, guten Drucker gibt's einfach nicht, zumindest nicht für den Hausgebrauch. Und eine Hochleistungmaschine, die x-tausend Seite pro Stunden rausspuckt, brauch ich nicht.
nein, leider nicht. Und auch nicht über die Lebenqualität.Das BIP sagt leider nichts über die Verteilungsgerechtigkeit aus.
Wenn Kinder, die bis anhin von der Nachbarin gehütet wurden, ab sofort gegen Geld in einer Krippe gehütet werden, so entsteht damit nicht mehr Lebensqualität, sondern lediglich eine Monetarisierung von Lebensbereichen, die bis anhin in einem geldfreien Wirtschaftssystem funktionierten. Was vor allem für grosse Institutionen von Vorteil ist, denn von der Krippe kann Papa Staat Steuern verlangen, und Regeln erlassen, was wieder Schulen und Prüfinsitutionen finanziert; während normale Nachbarschafthilfe eine Sache zwischen Nachbarn bleibt.
Komplizierte Gesetze und Regeln sind auch immer von Vorteil für Grosskonzerne, weil die können ganze Horden von Anwälten auf jedes beliebige Problem loslassen, was kleine Firmen oder Einzelpersonen nicht können.
Natürlicher Reichtum ist Gift für Demokratie, weil die Leute nicht aufeinander angewiesen sind, um überhaupt leben zu können.Mir fällt da grade Nigeria ein, das zwar mit Europa kaum vergleichbar ist, trotzdem, das Land ist nicht arm, es gibt enorme Einnahmen aus Öl und Gas. Bei der Bevölkerung kommt nichts davon an. Alles versickert in irgendwelchen Kanälen regierungsnaher Eliten.
gruss, barbara
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28.01.2015, 16:04Inaktiver User
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Beim Drucker gebe ich dir recht. Es gibt aber Kleidung in guter Qualität und nicht in Sweatshops gefertigt, es gibt eben solche Haushaltsgeräte, und es ist auch nicht nötig, prächtige Steinplatten für die Terrasse aus Indien zu importieren.
Diese Meinung teile ich nicht. Ich bin vielmehr der Auffassung, dass grade in der Kinderbetreuung der Staat in die Pflicht genommen werden muss. Nachbarschaftshilfe ist schön und gut, aber weit entfernt von Zuverlässigkeit und für viele Menschen gar nicht verfügbar.
In Kinderkrippen, so sie gut geführt sind, lernen Kinder bereits früh mit anderen zu kommunizieren, zu interagieren und sich auch durchzusetzen bzw. Rücksicht zu nehmen.
Finde ich nicht. Um beim Beispiel Nigeria zu bleiben: mit dem Reichtum, den der Staat erwirbt, könnte Infrastruktur ausgebaut werden, Schulen, Krankenhäuser, Wasserversorgung, Verkehrsmittel, etc.
Für gegenseitige Hilfestellung bleibt da noch immer Raum.
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28.01.2015, 16:17
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Bei Nahrung und Kleidung wird's langsam aber sicher besser, das stimmt. Allerdings alles aufgrund privater Initiative; die Staaten sind meist allzu schnell bereit, sich mit den grossen Konzernen zu verbünden.
Ob hier und heute (Europa 2015) es konkret besser ist, dass der Staat Krippen fördert (ich denke, ja) ist eine andere Frage, als die, was das BIP genau misst.Diese Meinung teile ich nicht. Ich bin vielmehr der Auffassung, dass grade in der Kinderbetreuung der Staat in die Pflicht genommen werden muss. Nachbarschaftshilfe ist schön und gut, aber weit entfernt von Zuverlässigkeit und für viele Menschen gar nicht verfügbar.
Allzu oft wird gesagt: wenn das BIP steigt, steigt der Wohlstand - was aber keineswegs der Fall sein muss. Bis hin zu Extremfällen, wo eine grosse Firma lokale Quellen anzapft, und das Wasser verkauft, dass die Leute vorher selbst aus der Quelle holten. Das BIP steigt, die Versorgung mit Wasser wird aber dadurch nicht besser, sondern eher schlechter.
Und wenn es heisst "die Leute in XYZ leben mit weniger als einem Dollar pro Tag" müsste man auch anschauen gehen, wie es denn dort mit geldfreien Wirtschaftssysteme aussieht, denn dort, wo solche verwurzelt sind, funktionieren sie sehr wohl zuverlässig und sicher. Aber sie sind halt informell und noch nicht auf dem Radar der Mainstream-Wirtschaftswissenschaft.
Also das, was sie früher mal mit Geschwistern in der Grossfamilie lernten, oder mit den Kindern der Nachbarschaft. Nur weil da eine diplomierte Person guckt statt eine Mutter, wird's nicht unbedingt besser.In Kinderkrippen, so sie gut geführt sind, lernen Kinder bereits früh mit anderen zu kommunizieren, zu interagieren und sich auch durchzusetzen bzw. Rücksicht zu nehmen.
Es wird eben nicht getan. Sobald ein Land reiche Bodenschätze hat, reisst sich das der König/Diktator unter den Nagel, womöglich mit dem Segen von Total oder Shell oder was weiss ich wem, gibt der Bevölkerung ein bisschen panem et circenses, um Aufstände zu verhindern wenn er intelligent ist, und kann so in Ruhe bis ans Ende seines Lebens herrschen. Siehe die Saudis.Finde ich nicht. Um beim Beispiel Nigeria zu bleiben: mit dem Reichtum, den der Staat erwirbt, könnte Infrastruktur ausgebaut werden, Schulen, Krankenhäuser, Wasserversorgung, Verkehrsmittel, etc.
Für gegenseitige Hilfestellung bleibt da noch immer Raum.
Dmokratie gibt es dort, wo das Land karg ist und die Leute zusammen arbeiten MÜSSEN, weil sonst würden sie gar nicht überleben.
gruss, barbara



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