Um es vorneweg zu sagen: Ich habe als höchstes der Gefühle ein TGK. In andere Dinge habe ich nie investiert.
(Und Verständnis für Leute, die sich blauäugig oder mit noch schlimmeren Merkmalen in Risiken wagen und sich nachher beklagen, habe ich wenig. Für solche, die vom Bankberater bewußt hereingelegt werden sollen, schon eher.)
Nun ist es aber so (gewesen), daß einem von vorne die fast nur immer weiter steigenden Steuern abgezogen werden, von hinten die stetig steigenden Mieten oder Immobilienpreise abgenommen werden, zwischendrin der Draghi einem mit dem Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB Inflation bescheren möchte, und außerdem noch die Löhne stagnier(t)en.
Das hängt zwar nicht alles von der nationalen Politik ab, aber wie ein Rautenmensch zu argumentieren und zu postulieren: Deutschland geht es gut, naja, da braucht man Nerven.
Mir geht es nicht darum, Rendite erwirtschaften, sondern wenigstens den Status quo auf dem Konto einigermaßen zu halten. Das ist nicht mehr möglich, ohne in riskantere Anlagen zu gehen.
Woran liegt das? Wer klaut mein Geld? Wo landet es im Endeffekt?
Ich kenne mich nicht aus. Es gibt auch noch die crowd-Finanzierung, aber was steht einem als Start-up denn im Weg, bei einer tragfähigen Geschäftsidee über das einfache Kreditwesen die Anschubfinanzierung zu machen?
Man macht entweder ein Gemeinschaftskonto auf oder die Gründer jeder ein eigenes mit gleichem Einsatz. Wozu braucht man Hebel, oder 1 Mio Mindesteinstiegssumme wie bei Hedgefonds?
Dann nehm ich halt noch "Zertifikate", und was es sonst noch an Spielzeug gibt, dazu.
Ich hatte einen Punkt auf der einen Seite zwischen Aktien, auf der anderen Seite Derivate, Hebel gesetzt.
Bei Aktien sehe ich den Nachteil, daß Dividende ausgeschüttet wird. Reicht denn der Kursanstieg und die Aussicht auf ein gutes Produkt nicht allein aus, zu kaufen?
Ist nur eine Frage.
Ein komplettes System umzukrempeln gehört zu den zeitnah nicht machbaren Dingen.
Aber kann man nirgendwo eine Grenze ziehen, welche Mittel reguliert/verboten werden sollten?
(Auf der anderen Seite muß man dabei in Betracht ziehen, daß der regulierte Standort nicht einen gravierenden Nachteil gegenüber anderen Standorten erleidet, was schwierig sein könnte.)
Was kann der Sinn dahinter sein, daß Goldmann-Sachs das 2-fache des Haushalts von Frankreich in die Waagschale werfen kann?
Was gibt es Wichtiges, das nicht über einfaches Kreditwesen finanziert werden kann?
Wozu muß man auf fallende Kurse Wetten abschließen können?
Was ist der Vorteil, wenn virtuelles Geld anscheinend vollkommen von Werten der Realwirtschaft abgekoppelt ist?
Vielleicht kann einer von den Befürwortern das beantworten, vielleicht hat das ja doch irgendeinen Sinn.
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Zu sagen, hätte man sich halt mal hingesetzt, dann wüßte man, wie's geht, richtig gut Rendite abzuzapfen, ist mir angesichts des Themas zu billig.
Wie kann man unter der einführenden Feststellung (1% vs. 99%) SO argumentieren...
Und wenn man nach den üblichen Überstunden im produzierenden Gewerbe (in dem man ECHTE Werte schafft) nach Hause kommt, zieht man meist kein halbes Zweitstudium in BWL oder VWL mehr durch.
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26.01.2015, 23:11Inaktiver User
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Geändert von Inaktiver User (26.01.2015 um 23:37 Uhr)
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27.01.2015, 01:57
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Beklagen dürfen sie sich, wenn sie niemand herein gelegt hat, aber sie müssen dabei zu dem stehen, was sie gemacht haben: In der Marktwirtschaft gehören Chance und Risiko zusammen. Wer das Risiko will, muss es auch tragen.
Wer vom Bankberater abgezockt wurde, dem ist mein Mitleid nicht ganz so sicher. Die Grundregel der Kapitalanlage lautet, dass man nur in das investieren soll, das man auch versteht. Und genau dagegen verstoßen diese Menschen meistens. Nichtsdestotrotz ist Abzocken illegal, so dass natürlich ein Anspruch entsteht, das ist kein Frage.
Steigende Immobilienpreise und Mieten sind von der Politik gemacht. Die Grünen sind für die Umwelt und schreiben deshalb kein Bauland aus, die CDU und die FDP sind selber Immobilienbesitzer und damit an steigenden Preisen interessiert, bei der SPD sitzen dafür die Politiker in den Aufsichtsräten der Dämmstoffindustrie, die Posten sind so gut dotiert, dass man gern die Anforderungen an die Dämmung von Immobilien immer weiter hoch schraubt. Alles zusammen führt zu immer weiter steigenden Preisen. Kurz: Die Politiker fast aller Parteien agieren gegen das Volk, aus unterschiedlichsten Gründen.
Die SPD in Form von Mütterrente und Frühverrentung.
Rabäh, ich mag keine Aktien, oder was ist das jetzt? Wieso darf ein Unternehmensgründer denn keine Firmenanteile an Investoren verkaufen? Zudem: Du brauchst für einen Kredit Sicherheiten, die muss man erst mal haben.
Klar, das Geld muss man aber auch erstmal haben.
Wie bringst Du denn das jetzt zusammen?
Zertifikate halte ich auch für bedenklich, weil es hier das Emittentenrisiko gibt, aber das hat man je nach Konstruktion auch im klassischen Terminmarkt. Nichstdestotrotz sind Derivate per se nichts schlechtes, sogar etwas sehr nützliches. Stell Dir mal den Ölmarkt vor. Eine Fluglinie verkauft heute die Tickets, aber erst in drei Monaten das für den Flug benötigte Öl. Um sich gegen steigende Ölpreise abzusichern, können sie auf dem Terminmarkt Ölterminkontrakte kaufen: Sie bekommen dann in drei Monaten das Öl zu diesem heutigen Terminmarktpreis, respektive genaugenommen die Preisdifferenz ausgeglichen. Dagegen kann der Ölproduzent den aktuellen Ölpreis für einen Teil seiner Ölproduktion in drei Monaten sichern, indem er diese Kontrakte verkauft. Dabei verkauft der Ölproduzent übrigens die Kontrakte leer, das wird ja auch immer als so ultraböse hingestellt. Beide Seiten profitieren von einer Sicherheit bei den Ölpreisen, sie können also besser kalkulieren und damit besser wirtschaften.
Wenn Du nun den Meinung bist, dass der Ölpreis fallen dürfte, dann kannst Du gegen Hinterlegung geeigneter Sicherheiten ebenfalls Terminkontrakte auf Öl leerverkaufen. Solange Du das mit Deinem Geld machst und Du bereit bist, das zur Chance gehörende Risiko anzunehmen, ist das doch ok. Es ist Dein Geld, mit dem kannst Du machen, was Du willst.
Man merkt, dass Du Dich noch nie mit dem Thema auseinandergesetzt hast. Mit der Aktie hast Du ja einen Anteil an der Firma erworben, Du bist Eigentümer. Wenn die Firma nun Gewinn macht, dann wollen i. d. R. die Eigentümer etwas von dem Gewinn sehen. Die Firma schüttet dann einen Teil der Gewinne an die Eigentümer aus, das ist die Dividende. Das entspricht bei Deinem Tagesgeldkonto den Zinsen. Daneben bewegt sich der Kurs der Aktie je nach Angebot und Nachfrage, was prinzipiell etwas mit der Gewinn-Entwicklung zu tun hat, grob gesagt: Steigende Gewinne führen zu steigenden Kursen. Der „Markt“ bezieht aber noch weitere Faktoren in die Kurspreisbildung mit ein.
Wieso sollte man ein bestens funktionierendes System, auf dem zudem unsere Wirtschaft fußt, denn umkrempeln? So mal abgesehen von Rabäh?
Was willst Du denn regulieren? Dabei ist zu beachten, dass der Aktienmarkt und die Aktiengesellschaften ja weitreichend reguliert sind, und zwar in Punkten, über die durchaus allgemeiner Konsens herrscht.
Sinnvolle Regulierung beschädigen den Markt nicht. Politiker verkaufen aber gern ihre unstillbare Geldgier als Regulierung, sowas wie die sogenannte Finanztransaktionssteuer. Das ist keine Regulierung, das ist eine Steuererhöhung.
Die Engländer haben schon lange eine solche Finanztransaktionssteuer auf Aktien. Die Banken sind dann auf die Idee gekommen, unbesteuerte Differenzkontrakte (Contract for Difference, kurz CFD) als Ersatz für Aktien einzuführen. Hierbei handelst Du Deine CFDs allein gegen den Anbieter, die Bank. Der gemeinsame Markt über die Börse ist dabei zerstört, die Regulierung des Aktienmarktes ausgehebelt. Es kommt nicht selten vor, dass erfolgreiche Kunden rausgeschmissen werden, denn die Gewinne werden ja gegen die Bank eingefahren. Die schlechten Kunden behält man, denn deren Verluste sind die Gewinne der Bank.
Und sieh an, der Vorschlag zur Gestaltung der Finanztransaktionssteuer sieht eine zehnmal kleiner Steuer für Derivategeschäfte wie für Aktiengeschäfte vor. Ich frag mich ernsthaft, ob der Schäuble von den Banken im ganz großen Stil geschmiert ist, die mit der Einführung der Steuer das ganz große Geschäft im Bereich der Differenzkontrakte kommen sehen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Vielleicht, weil die Politik mal wieder ihren Aufgaben nicht nachkommt? Banken zocken auf Kredit, und ganz viele haben nicht mal einen Kreditgeber dafür. Sie hinterlegen Spekulationsgeschäfte nur zu einem Teil mit Eigenkapital, weil das ja theoretisch langt, wenn der Kurs ein bisschen gegen die Bank läuft. Hier wird das Risiko von der Chance abgetrennt. Spekulativer Handel ist ok, sofern er mit entsprechendem Eigenkapital betrieben wird. D. h. wenn es schief geht, dann verliert man sein Geld, aber nicht mehr.
So, und nun mal zu Deinem Tagesgeldkonto. Was glaubst Du eigentlich, woher die Zinsen kommen? Was macht die Bank mit Deinem Geld, damit sie Deine Zinsen erwirtschaftet? Richtig, sie spekuliert. Und wenn das richtig in die Hose geht, dann ist es Dein Geld, das weg ist, nicht ihres. Wenn Du also tatsächlich eine sinnvolle Änderung im Bereich der Kapitalanlage erreichen willst, dann solltest Du Tagesgeldkonten und Sparbücher verbieten, denn das ist tatsächlich das Übel, das an der Finanzkrise beteiligt ist. Aktien und klassische Derivate jedenfalls nicht.
Hab ich schon beschrieben. Es ist aber doch wieder eine Rabäh-Frage.
Ja, das ist sogar wirtschaftlich sinnvoll, weil es Kursausschläge i. d. R. verhindert. Korrekterweise sollte sich zu der Wertpapierleihe, die einem Leerverkauf immer vorausgehen sollte, der Erwerb einer Kaufoption auf das Geliehene gesellen, damit der Verlust automatisch begrenzt wird. Dass dies sinnvoll ist, sieht man an den Kapriolen um die VW-Aktie im Zusammenhang mit dem Übernahmeversuch durch Porsche. Da waren über den Terminmarkt mehr Aktien leerverkauft, als auf dem freien Markt noch zur Verfügung standen. Hier war also tatsächlich eine Situation, die eine neue Regulierung erforderte. Ich kenne niemanden, der das anders sah.
Das ist es nur dort, wo Geld verliehen wird, ohne es zu besitzen. Das gehört dann doch verboten.
Ich bin auf viele Deiner Fragen und Kommentare eingegangen.
Das ist doch wie überall. Wer sich hinsetzt und was lernt, der kann damit was anfangen. Wer das nicht machen mag, der soll sich dann aber auch nicht beschweren.
Eine zu starke Ungleichverteilung zu glätten ist eine Aufgabe der Politik, nicht des Aktienmarktes.
Für den Aktienmarkt brauchst Du manches, aber sicher kein Studium in BWL oder gar VWL. Es braucht nur etwas Interesse an der Materie.Geändert von Quirin (27.01.2015 um 02:05 Uhr)
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27.01.2015, 06:29Inaktiver User
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Hä ?
Die SPD in Form der Mütterrente? Das war die CSU.
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27.01.2015, 06:59Inaktiver User
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Quirin, es geht eher darum, hoffentlich im Sinne des Threadtitels (1% vs. 99%-Verteilung)
a) herauszufinden, welche Instrumente für den "Markt" überhaupt zwingend notwendig sind, um diesen sinnvoll zu regulieren
b) zu prüfen, welche Instrumente, die darüber hinaus verfügbar sind, geeignet sind, Ungleichgewichte zu schaffen oder zumindest zu erhalten, oder eher zurückzubilden
c) zu erahnen, welche Handhabe die Politik hat, um einzugreifen. So ist im Grundgesetz der BRD das Demokratieprinzip in der Ewigkeitsklausel enthalten, während als Wirtschaftsform die "soziale Marktwirtschaft" zwar im Grundgesetz steht, aber nicht innerhalb der Ewigkeitsklausel.
Man könnte doch mit Hilfe von Experten, die Einblick haben, vielleicht ein bißchen mehr Verständnis über die Hintergründe bekommen.
Und warum etwas so ist, wie es ist; oder so ist, aber nicht so sein sollte oder müsste.
Das ist ja zum Teil bei Dir schon angeklungen.
Danke für Deine Erklärung zu den Derivaten, und zu anderen Finanz-"produkten" oder -zusammenhängen.
Die Rabäh-Antworten lasse ich einfach weg, weil es mir nicht um persönliche Dinge (s. o.) geht.
Die politischen Aussagen kann man natürlich immer von mehreren Seiten sehen
Das unbedingt notwendige Vorhandensein von Wetten auf fallende Gewinne/Kurse leuchtet mir trotzdem nicht ein.
Warum arbeiten die Leute nicht einfach selbst besser oder meinetwegen auch schlechter, anstatt auf das Arbeitsergebnis anderer Leute zu wetten? Ham die sonst nix zu tun?
Zu Beginn habe ich erwähnt, daß ich nicht an einer Profitmaximierungsdiskussion interessiert bin.
Derlei Diskussion ist vor nichtnationalem Hintergrund (innerhalb einer Welt 1% vs. 99%) auch uninteressant.
Sondern: Was kann man tun, um die Ungleichheit zu verringern. Oder wie könnte man methodisch vorgehen, um vielleicht die Zuständigkeit in Teilen eher bei der Finanz oder eher bei der Politik zu sehen.
Oder kann man sich das ganze an den Hut stecken und jeder soll einfach schauen, wo er bleibt? (Wozu braucht man dann noch Politiker und Grundgesetze, der wilde Westen tut's auch).
Deshalb sind auch Einwände, daß man allein die Welt nicht retten kann, oder daß man selber schuld ist, wenn man nicht auf diesen Zug aufspringen will, billig. Oder besser ausgedrückt: Man kann sie sich hier schenken.
System:
Das war nur eine Antwort auf einen vorherigen Post von Dir, bezüglich System.
Zitat von Quirin
Also nehmen wir der Einfachheit halber Kapitalismus
Kredit:
Na, ich meinte natürlich, daß der Kredit auf dieses Konto bezogen ist. Daß Banken Geschäftsideen bewerten und ggf. Kredit gewähren, ist gängige Praxis.
Zitat von Quirin
Wie geht man mit dem Zins um? Beim Geben 1%, beim Nehmen 14%?
Aktien:
Also mir wäre das wurscht, den Gewinn habe ich ja schon allein durch den Kursanstieg (abzüglich Transaktionskosten, klar, aber man entscheidet sich doch eher langfristig, dachte ich).
Zitat von Quirin
Warum muß eine Eigentumsübertragung auf Aktienkäufer und dem von Dir erwähnten Rattenschwanz stattfinden? Man kann doch auch sagen: Ich finanziere Dein Unternehmen mit, und wenn Du Erfolg hast und der Gewinn/Kurs steigt, möchte ich natürlich teilhaben.
Bei manchen Gesellschafterverträgen ist das so; mit einer Deckelung nach unten, die der anfangs gezahlten Kapitaleinlage entspricht, so daß man nicht ruiniert wird.
Boni:
Es gibt bewandertere Leute, die sich fragen, warum es z.B. bei den Bonusausschüttungen für Mitarbeiter nur einen Bonus, aber keinen Malus gibt,
ein Malus aber an die Kunden weitergegeben wird.
Über die Commerzbank wurde berichtet, daß sie in 2013 oder 2014(?) Bonuszahlungen vornnahm, die 3 mal so hoch waren wie ihr Gewinn.
Hedgefonds:
Welche zerstörerischen Kräfte können Hedgefonds entfalten, wenn man ab einer Million € Einsatz, 1000 Teilnehmern und einem Hebel von 10 gegen Staaten spekulieren kann?
Es können "kleine Leute", die nichtmal eben 1 Million € Kleingeld haben, gar nicht erst einsteigen. Was ist die Konsequenz?
Wem nutzt es, wenn es klappt; wem schadet die oft erforderliche Bankenrettung bei Pleiten?
Welche anderen Prozesse, die zu Blasen z.B. bei Immobilien dienen, könnte man wie sinnvoll regulieren, damit es erst gar nicht dazu kommt?
Spekulations-"Produkte":
? Beispiel
Inflation:
Die gewünschte Inflation hat den Zweck, Löhne im Lauf der Zeit zu reduzieren und damit die Kauflust zu steigern. Ist das richtig oder gibt es noch andere Argumente?
Ist das sinnvoll, oder begibt man sich zusammen mit dem Zinseszinssystem nicht viel eher in einen Wachstumszwang?
Was sind die langfristig ökologischen Folgen?
Zinseszins:
Angenommen, man könnte sich darauf verständigen, daß der Zinseszins Umverteilung von unten nach oben begünstigt und ausserdem den Lebensdauerzyklus einer Währung oder eines Währungssystems begrenzt.
Und weiterhin angenommen, man könnte sich angewöhnen, daß Zins der Preis für die Gewährung eines Kredits ist (andernfalls schläfert man Fortschritt und/oder Entwicklung ein).
Was spricht dagegen, den Zins nur auf den erworbenen Betrag zu erheben? Also für 1000 € z.B. 10 € als Preis, daß man die 1000 € überhaupt bekommt, pro Jahr bezahlt.
Natürlich schafft man sich dadurch auch Giralgeld, aber bei weitem nicht so schnell wie im Zinseszins-System.
Freihandelsverträge:
Inwieweit werden durch Regelungen mächtiger Wirtschaftsblöcke die Interessen kleinerer Staaten/Blöcke unterdrückt und bewußt so ausgestaltet?
Muß das zwecks Wohlstand sein; wenn ja, wie geht man sinnvoll mit Zuwanderung um?
Marktzugang:
Ärmere Schichten haben kein oder nur ein sehr langsames Internet. Ist es gerecht, wenn diese am Markt nicht teilhaben können?
Gesellschaft:
Last but not least: Wie wirken sich die derzeitigen Regelungen bzw. deren Fehlen auf die Gesellschaft und ihre Gesundheit aus?
Es geht nicht darum, daß man den großen Marktüberblick hat, und es ist mir auch wirklich wurscht, ob man 1/2 oder 1/64 BWL können muß, aber:
Die Grundregel der Kapitalanlage lautet, dass man nur in das investieren soll, das man auch versteht, nicht
Mit welchem Recht führt sich die Finanzindustrie so auf, als müsse man als harmloser Bürger zwingend einen Marktüberblick haben, um sein mühsam Erspartes wenigstens einigermassen zu erhalten?
Verlange ich etwa von anderen, daß sie die Keplerschen Gesetze parat haben müssen, und sage selbstgefällig ätsch, wenn ihnen die Asteroiden auf den Kopf fallen?
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27.01.2015, 07:00
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Bestens funktionierend? - vielleicht für die 1% (oder die 0.001%). Nicht für die Tiere in den grossen Mastställen, nicht für jene Länder, die unsern ganzen Plastikschrott übernehmen, nicht für jene Leute aus alten nicht-schriftlichen Kulturen, die von ihrem angestammten Land vertrieben werden, auch nicht für jene, die trotz 100%-Stelle noch vom Staat zusätzliche Hilfen brauchen. "bestens funktionieren" stell ich mir anders vor.
ja bitte, sollen die bezahlen, die Geld haben, das ist schon richtig so.Sinnvolle Regulierung beschädigen den Markt nicht. Politiker verkaufen aber gern ihre unstillbare Geldgier als Regulierung, sowas wie die sogenannte Finanztransaktionssteuer. Das ist keine Regulierung, das ist eine Steuererhöhung.
Das ist in der Tat seltsam, das wär besser umgekehrt.Und sieh an, der Vorschlag zur Gestaltung der Finanztransaktionssteuer sieht eine zehnmal kleiner Steuer für Derivategeschäfte wie für Aktiengeschäfte vor. Ich frag mich ernsthaft, ob der Schäuble von den Banken im ganz großen Stil geschmiert ist,
Ach, diese paar mikrigen Kröten, auf die würde ich gern verzichten, wenn das Geld meins wäre - meins! - und ich halt einfach eine Gebühr zahle für die ganzen Zahlungsverkehrsdienstleistungen, die ich benötige. Die Gebühr zahl ich ja sowieso schon.So, und nun mal zu Deinem Tagesgeldkonto. Was glaubst Du eigentlich, woher die Zinsen kommen? Was macht die Bank mit Deinem Geld, damit sie Deine Zinsen erwirtschaftet? Richtig, sie spekuliert. Und wenn das richtig in die Hose geht, dann ist es Dein Geld, das weg ist, nicht ihres.
in der Tat. Leider ist das Geldsystem so gebaut, dass es eine Neigung zu Extremen gibt, zu wenig Reichen und vielen Armen. Nur schon das Zinseszinsprinzip führt dazu (was ja auch absurd ist; in keiner andern Branche werden nicht bezahlte Leihgebühren zum Originalwert dazu gerechnet)Eine zu starke Ungleichverteilung zu glätten ist eine Aufgabe der Politik, nicht des Aktienmarktes.
gruss, barbara
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27.01.2015, 09:12
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Also du magst das System als "ein bestens funktionierendes" empfinden und ich gebe dir dahingehend Recht, dass es eben das gerade einzig funktionierende ist. Aber absolut gesehen finde ich eben nicht, dass es bestens funktioniert, das würde ja bedeuten, dass alles paletti wäre. So blauäugig kann man aber nicht sein und auch nicht so kritikunfähig.
Zitat von Quirin
Ich sehe ein System, das auf Kosten der menschlichen und Umweltresourcen gezwungen ist, ständiges Wachstum zu generieren, unabhängig davon, ob das benötigt wird oder nicht.
Ich sehe einen Teil der Menschen sich bis zum Umfallen abschuften, während das Sytem einen anderen Teil als "überflüssig" ausspuckt und zurücklässt und ich beziehe mich eben nicht nur auf Deutschland, wo das alles ja (noch) relativ zivilisiert vor sich geht.Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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27.01.2015, 10:56Inaktiver User
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Der Kursanstieg ist über Jahre hinweg alles andere als garantiert. Wer langfristiger denkt, schaut eher auf die Dividende.
Du kannst übrigens auch ethisch korrekt dein Geld anlegen oder dich an Kooperativen beteiligen, die nach der Ernte und Produktverkauf (z. B. Wein, Olivenöl) Zinsen auf deine Anlage auszahlen. Diese Kooperativen finanzieren so auf dem privaten Kapitalmarkt ihre neue Jahresproduktion, ohne sich im Bankensystem Kredite zu verschaffen. Du siehst, es liegt nicht am System an sich, dass die Gierlappen auf Kosten anderer leben. "Das System" ist biegsam, sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.
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27.01.2015, 18:31Inaktiver User
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Schon klar. Es war eher in dem Sinne gemeint: Man beteiligt sich mit z.B. 10000€, mehr will man nicht verlieren. Brutaler Kapitalismus also

Dividenden generieren möglicherweise wieder etwas mehr Ungerechtigkeit und Wachstumszwang. Sie werden ja dem Investionsvolumen und dem Produktionsprozess entzogen.
Ich muß mich da erstmal daran gewöhnen, an Kooperativen und Alternativen. Das ist nicht so ganz einfach, wenn man sich ein genaues Bild machen will. Braucht Zeit, aber danke
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28.01.2015, 04:13
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Ungerechtigkeit? Wenn ich einen Anteil an einer Firma erwerbe, dann will ich doch am Gewinn der Firma beteiligt werden.
Ehrlich, ich finde Deine Ansichten vollkommen abstrus. Mir scheint, in Dir steckt ein sozialistisches Weltbild. Aber schau doch mal an, was der Sozialismus den Menschen gebracht hat? Unfreiheit, Hunger (nicht in der DDR), lächerliche Gegenleistung für die geleistete Arbeit, gigantische Verschwendung von Volksvermögen.
Es gibt nen schönen Spruch, mit dem man bei vielen aneckt, aber der in seinem Kern sehr viel wahres trägt: Wer mit zwanzig kein Sozialist ist, der hat kein Herz. Wer mit dreißig noch Sozialist ist, der hat keinen Verstand. Ich wünsche Dir, dass Du in Deinen Zwanzigern bist.
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28.01.2015, 04:18
AW: 1% der Weltbevölkerung besitzt mehr, als die restlichen 99%
Auf Kosten der menschlichen Ressourcen und der Umweltressourcen: Holla, in Sachen Umwelt sind wir doch auf einem sehr guten Weg. Und was die Menschen anbelangt: Unsere Arbeitsschutzvorschriften sind doch vorbildlich.
Und was hast Du denn gegen Wachstum? Wachstum bedeutet doch ein Ansteigen der in einer bestimmten Zeitspanne erarbeiteten Güter (sehr allgemein gefasst), ja, was spricht denn dagegen? Wie kann man das denn ablehnen? Hätten das unsere Vorfahren gemacht, dann würden wir noch auf den Bäumen leben.
Wie, auf den Bäumen reicht Dir? Dann zähl bitte mal Deine Kinder durch. Jedes vierte ist noch am Leben. Du hast nur drei? Dann hast Du halt keine Kinder. Und keinen Mann, denn der ist auch schon tot. Das ist das Leben auf den Bäumen. Dazu garantiert Hunger im Winter, Parasiten ohne Ende, die Dich von innen auffressen, und Fressfeinde, die Dich von außen auffressen.Geändert von Quirin (28.01.2015 um 04:23 Uhr)



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