Und in Beitrag 2 wird von bedeutungslosen Hinterbänklern geredet, die sich zu dem Folterbericht äusserten.
Abgesehen davon, dass ich diesen Begriff abwertende finde für eine Person, die nicht im ständigen Rampenlicht der medialen Bundestagsaufmerksamkeit steht, stellt sich die Frage, was denn nun wichtig ist.
Kaum in den Medien, muss schon eine perfekte Äusserungsmaschinerie angelaufen sein, mit Betroffenheitslyrik und gängigen Pressestatements. Und dann ist gut, oder?
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Thema: Folterargumente
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11.12.2014, 15:06
AW: Folterargumente
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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11.12.2014, 15:20Inaktiver User
AW: Folterargumente
"Moralisch hochstehender" als andere folternde Staaten können die USA ja nur dann sein, wenn sie Konsequenzen ziehen, aber doch nicht, wenn sie à la CIA-Chef Brennan argumentieren, "Fehler" habe es am Anfang nach 9/11 gegeben, weil die Leute da noch nicht ausreichend ausgebildet waren .... (!)
Moralische Überlegenheit setzt voraus, dass Verbrechen nicht nur teil-aufgeklärt, sondern auch bestraft, dass Gefangene freigelassen und entschädigt werden und dass die gesetzlich erklärte Immunität von Banden wie den Blackwater-Söldnern annuliert wird.
So wenig wie der Spruch "Ich bin stolz ein Schwein zu sein" moralische Überlegenheit vermittelt, so wenig vermittelt es moralische Überlegenheit, wenn zwar einige der Verbrechen offengelegt, die Täter und Drahtzieher vor juristischer Aufarbeitung, sprich: Gerichtsprozess und Gefängnis, aber verschont werden und den Folterern sogar öffentlich ihre Anerkennung aussprechen.Geändert von Inaktiver User (11.12.2014 um 15:56 Uhr)
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11.12.2014, 15:25Inaktiver User
AW: Folterargumente
Dass der Bericht zur Veröffentlichung anstand, ist seit einiger Zeit bekannt. Man kann sich darauf einstellen. Normalerweise werden dann ein paar Vorbereitungen getroffen.
Am Morgen nach einer Wahl liegen z.B. prompt die entsprechenden Artikel vor. Da braucht man nicht erst Tage, um sich vom Schock einer Bundestagswahl zu erholen und zu überlegen, wie die Wahlergebnisse denn nun aussähen und wie sie zu interpretieren seien.
Wenn in Zeiten von Echtzeit-Journalismus und Brennpunkt-Sendungen die Verantwortlichen in den Leitmedien in dieser Angelegenheit erst eine Weile auf ihren Nägeln herumkauen, bevor sie sich entscheiden das Unvermeidliche hinter sich zu bringen, dann kann man das aufmerksam zur Kenntnis nehmen und es mit einiger Berechtigung auch kritisieren.
Im übrigen frage ich mich auch, worum es eigentlich dir geht. Was du kritisierst, ist jedenfalls von vergleichsweise geringer Bedeutung ("Hinterbänkler"), wenn man denn überhaupt diesen Vorwurf gelten lassen will.
(Ich lasse ihn nicht gelten. Für mich spielt es eine sehr große Rolle, ob einflussreiche Politiker - Regierungsmitglieder, Parteivorsitzende, Fraktionsvorsitzende, Parteisprecher - ihre Stimme erheben oder Leute ohne Einfluss und Führungsverantwortung.)Geändert von Inaktiver User (11.12.2014 um 15:55 Uhr)
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11.12.2014, 16:50Inaktiver User
AW: Folterargumente
Mir sind keine solchen "Überlegungen" bekannt, auch oder gerade nicht zum Fall Gäfgen. Es gibt zwar "immer wieder" ein paar Vollhonks, die das befürworten, wie es auch welche gibt, die die Todesstrafe befürworten oder die Sex mit Kindern legalisieren wollen. Aber keine dieser (von irgendwem geführten "Debatten" - das Wort paßt da ja eigentlich nicht) hat es auch nur geschafft, eine politische Debatte zu werden, die den Namen auch nur annähernd verdiente.
Welche Parlamentsdebatte gab es, wo auch nur ein einziger Politiker eine Berechtigung von Folter vertrat, und wer war das (und wenn es ihn gegeben haben sollte, gibt's den noch als Politiker, der in seiner Partei irgendwas zu sagen hätte? ) Welchen Aufschrei im Volk gab es, daß man das unbedingt wollen würde, daß Menschen gefoltert werden dürfen sollen?
Das gab es alles nicht. Es gab nie "Überlegungen", Folter zu legalisieren.
Leider gibt es allerdings tatsächlich Politiker, die irgendwann mal Sex mit Kindern befürworteten. Allerdings auch nicht in einer Parlamentsdebatte (sonst wären sie wohl ebenfalls nicht mehr tragbar).
Diese drei Dinge, Folter, Pädophilie, Todesstrafe, sind solche No-Gos in unserer Gesellschaft, dafür wird man nicht mal für den Beginn einer Debatte darüber Unterstützung finden. Und wenn man mich fragt: Das bleibt bitte so.
Akute Wutäußerungen Einzelner anhand eines konkreten Falles, auf der Straße aufgefangen sozusagen, sind jedenfalls keine "Überlegungen" im Land.Geändert von Inaktiver User (11.12.2014 um 21:47 Uhr)
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12.12.2014, 06:18
AW: Folterargumente
Wenn der Bericht nur einen Bruchteil darstellt ist es völlig unglaubwürdig, dass bis jetzt nur ein Toter aufgrund von Folter zugegeben wird. Es dürften weit mehr Tote aufgrund dieser Folter zu beklagen sein und dann sprechen wir von Folter und Mord.
Unsere Politiker äußern sich zu bedeutungsloseren Themen weit zeitintensiver, nur mit den Foltervorwürfen will sich keiner beschäftigen. Stattdessen wird am Rande mitgeteilt, dass gegen USA Bürger diesbezüglich ermittelt wird.
Vielleicht will man aber auch nur den Fehler vermeiden, den man bei der NSA Affäre gemacht hat, sich aufregen um dann als Beteiligter entlarvt zu werden. Wundern würde ich, angesichts der derzeitigen politischen Skrupellosigkeit unserer Politiker, nicht.
Vor dem UN Tribunal wurden in jüngster Vergangenheit gescheiterte Politiker für weniger Vorwürfe und mit weniger Beweisen abgeurteilt.
Die künftige Herausforderung wird sein, dieses Unrecht den Völkern so zu vermitteln, dass sie nicht auf die Straße gehen.
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12.12.2014, 06:48
AW: Folterargumente
Ich hoffe auf ein internationales Strafverfahren gegen alle an der Folter Beteiligten. Bis zu Ex-Praesident Bush und Vize Cheney. Die Studie sollte eigentlich nur eines: beweisen, dass Folter nichts bringt. Aber trotzdem verstossen die Vorgaenge gegen ein Gesetz, das von Ex-Praesident Reagan eingeleitet und 1994 bestaetigt wurde dass Folter in den USA verbietet. Tja, ueber Folter ausserhalb der Grenzen hat es wohl nichts gesagt.
Erst wenn mal ein Westliches Staatsoberhaupt zu einer Strafe in Den Hague verdonnert wird, bekommt dieser Gerichtshof Glaubwuerdigkeit. In dem Bericht stand auch, dass sich mehrere der CIA Folterer Sorgen machten, ob das legal waere, was sie da tun. Das ist es doch, Eigenverantwortung. Hat man das ihnen nicht in der Schule beigebracht?
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12.12.2014, 09:28Inaktiver User
AW: Folterargumente
Falls wirklich so ein Verfahren stattfinden sollte dann werden nur Bauernopfer angeklagt. Die Geschichte ist voll davon.
Die USA hätte ja auch gegen Genfer Konventionen verstoßen, aber da man einfach die Definition geändert hat von Soldat zu Terrorist hat die USA beschlossen, daß die Konventionen nicht zu gelten haben.Tja, ueber Folter ausserhalb der Grenzen hat es wohl nichts gesagt.
Du gehst hier mit moralischen Ansprüchen an diese Sache ran? Sie haben ihren Job gemacht und hatten Angst davor selber belangt zu werden. Sie haben aber niemals angezweifelt, daß die Verletzungen die sie anderen beibringen selbst nicht okay wären.In dem Bericht stand auch, dass sich mehrere der CIA Folterer Sorgen machten, ob das legal waere, was sie da tun. Das ist es doch, Eigenverantwortung. Hat man das ihnen nicht in der Schule beigebracht?
Und was hilft denn wenn das ganze immer erst nachher rauskommt, obwohl das ja bereits schon bekannt war?
Und was hilft es wenn sich dann ein Obama hinstellt und sagt, daß wären Fehler aber wir sind viel besser weil wir wenigstens unsere Fehler eingestehen?
Und was hilft es wenn genau die selben Leute ihre Politik der Spannung und Kriegstreibereien weitermachen?
Wie naiv muss man sein um zu glauben, daß die Folterungen der CIA aufhören würden?
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12.12.2014, 12:32Inaktiver User
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12.12.2014, 19:25
AW: Folterargumente
Ich bin vielleicht naiv und ja, es kann sein, dass dann nur ein "Baueropfer" (kannte ich nicht, den Begriff) dran kommt aber, das ist besser als nichts. Ich habe in Auszuegen gelesen, dass sich einige der Folterer erkundigt haben, ob ihre Vorgehensweise rechtlich geschuetzt ist, so dass sie spaeter keine Probleme damit bekomme. Also, das war ihnen wohl wichtig. Und es zeigt auch, dass sie wussten, dass ihr Vorgehen grenzwertig waren.
Ok, also wenn auch nur die Ausfuehrenden angeklagt werden - ist doch auch gut weil es den weiteren Folterknechten dann vielleicht Angst macht es weiter so zu machen. Ja, das ist gemein und ein Bauernopfer, aber wenn man damit auch nur ein paar Folterungen weniger macht, dann hat es ja schon geholfen.
Und Obama (mit seinem Gegner im ersten Wahlkampf, McCain, ein ehemaliges Folteropfer in Vietnam) koennte als zwei mal gewaehlter Praesident einiges erreichen. Ihr habt Recht, gefoltert wird immer und es wird sich auch nicht gross aendern. Aber, die Folterer sollen, wenn moeglich, angeklagt und bestraft werden. Nur so kann es zurueck gehen.
Ich fuehle mich ganz elend und es ist mir schlecht bei der ganzen Geschichte. Ich wohne in den USA und ich wuerde am liebsten Auswandern. Welches Land hat wohl am wenigsten verbrochen? Ich suche ein Land mit einer anstaendigen Geschichte, einer gut funktionierenden Demokratie und einem guten Sozialsystem. Schweden? Holland? Neuseeland?
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13.12.2014, 10:19
AW: Folterargumente
naiv. Die hören doch nicht auf.
Das Gefängnis in Guantanamo existiert nach wie vor.
Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base
Übrigens - habt ihr gewusst, dass sich Guantanamo auf KUBA befindet? ausgerechnet Kuba?
gruss, barbara


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