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  1. User Info Menu

    AW: Biermann und die Linken

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Etwas off topic möchte ich in Bezug auf Gauck aber noch einmal bleiben
    Na, gut, dann ich auch nochmal.

    Ja, guter Kommentar. Die Aufgeregtheit der Reaktionen auf die Fragen von Gauck war absurd und unverhältnismässig. Jetzt ist mir durch den Artikel besonders die von Stegner in Erinnerung, die ist wirklich dümmlich.

    Ich sage ja auch, dass ich es gut finde, wenn der BP politisch ist und Position bezieht.

    Aber wie macht er das? Da darf er gerne noch feilen.

    Inhaltlich, etwas ontopic. Dieser Satz springt mir geradezu ins Auge.

    Denn ein klarer Schnitt mit der DDR-Vergangenheit, gar eine Entschuldigung bei den Opfern des Stasi-Staates gehört noch lange nicht zum selbstverständlichen Repertoire jedes Linken-Politikers. Zu viele Alt-Genossen stützen die Partei noch mit ihren Wählerstimmen. Wäre es sonst nötig, dass die rot-rot-grünen Koalitionäre in Thüringen schriftlich vereinbaren müssen, dass niemand, der im DDR-Sicherheitsapparat beschäftigt war, der künftigen Landesregierung angehören darf?

    Das finde ich unlogisch.
    1. Wenn Verbrecher in der Partei sind, gehören sie ausgeschlossen. Da hilft auch keine Entschuldigung.
    2. Warum solle sich linke Politiker für etwas entschuldigen, was sie nicht begangen haben?
    3. Für die Wähler kann eine Partei nur bedingt etwas.
    4. Wenn alle Regierungen solche Erklärungen abgeben hätten müssen, insbesondere die CDU mit ihren Ex-Nazis, wäre das in Ordnung.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

  2. Inaktiver User

    AW: Biermann und die Linken

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Etwas off topic möchte ich in Bezug auf Gauck aber noch einmal bleiben
    Gauck bekam ja ebenfalls viel Schelte, weil er sich ebenfalls gegen eher links und klar links auch als BP positionierte und das angestrebte Regierungsbündnis in Thüringen stark kritisierte.
    Der Freiheitsgedanke ist anscheinend relativ, wenn man Gauck's erste Äußerungen zu NSA-Affäre hört, als er Snowdon "puren Verrat" unterstellte. Ähnlich wie bei Biermann ist das Gauck'sche Themenspektrum etwas einseitig.

  3. Inaktiver User

    AW: Biermann und die Linken

    Soweit ich informiert bin, wird in Thüringen über jedes linke Stadtrats, Kreistags- und Landtagsmitglied, die Prozedur des Gauckens verhängt, jede Wahlperiode neu. Ob die Abgeordneten zum ersten oder zum wiederholten Male antreten. Wenn da jetzt noch einer dabei sein sollte, sorry dann .
    Es hat 25 Jahre Zeit gehabt sich damit auseinanderzusetzen, sollte da noch eine(r) dabei sein, dann war's das. Ich habe lange für ein Medium gearbeitet bei dem es gang und gebe war, sowie einer mit DDR-Biografie in die vordere Reihe wollte, da wurde bis zur Jugendweihe gegauckt und wehe, derjenige hat als junger Sportler oder Auslandsstudent bei der Stasi was unterschrieben.
    Und deswegen glaube ich nicht, das es von Gregor Gysi irgendwo eine Unterschrift gibt.
    Und bei Bodo Ramelow dürfte es auch keine IM-Tätigkeit vorgelegen haben.

    Noch kurz zu Biermann, ich gestehe ihm seine Wut und seinen Hass zu und das er eine öffentliche Bühne braucht, wissen wir, jeder darstellende Künstler braucht das. Ich weiß nicht was ihn noch treibt, aber er hat die Gelegenheit genutzt noch mal so richtig schön abzuro...
    Es ändert nix am Wahlergebnis.

  4. Inaktiver User

    AW: Biermann und die Linken

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Soweit ich weiss, war er als junger Mensch von den Ideen des Kommunismus durchaus angetan und hat sich insofern auch bewusst für den Osten entschieden, war mal in einem Interview zu lesen.
    Mit zunehmender Zeit wurde er aber vom dortigen Regime (weniger vom Kommunismus an sich) mehr und mehr enttäuscht nach seiner eigenen Aussage.
    Konvertiten sind bei jeder Religion die eifrigsten.

    Dass er mit einigen Exponenten der Linken noch so einige Rechnungen offen hat, ist aufgrund seiner Biographie für mich mehr als nachvollziehbar und er war auch nie einer, der auf seinem Mund sitzen geblieben ist. (...) Dass diese Herrschaften auf beiden Seiten sehr empfindlich reagieren, wenn man ihnen zu nahe rückt, ist wohl auch jedem klar.
    Welche Rechnung könnte dieser Mensch mit der Parteivorsitzenden Katja Kippel offen haben, die zum Zeitpunkt des Mauerfalls 11 Jahre alt war? Welche Rechnung hat er mit dem Parteivorsitzenden Bernd Riexinger offen, einem schwäbischem Gewerkschafter, der mit der DDR überhaupt nichts zu tun hatte?
    Das ist doch dummes Zeug, das mit der Abrechnung.
    Die Linkspartei soll als Projektionsfläche herhalten, und dabei ist es gewissen Ewiggestrigen völlig gleichgültig, wer in der Partei das Sagen hat und welche Positionen die Partei politisch vertritt.

    Nun mag es ja Leute geben, die so furchtbare Dinge erlebt haben, dass sie das der DDR nie verzeihen können und ein Problem mit allen haben, die auch nur entfernt mit diesem Regime in Verbindung gebracht werden.
    Aber das gilt nicht für Biermann, der seine Bekanntheit und seine Karriere zu einem großen Teil genau der Ausbürgerung verdankt.
    Angesichts dessen, dass dieser Staat "ihm den Weg in den goldenen Westen eröffnet hat", ist mir schleierhaft, welche Rechnung er offen haben könnte. Trauert er der Zeit in der ach so schrecklichen DDR so sehr hinterher, dass er es nie verwunden hat, NICHT mehr dazugehören zu dürfen?

    Dass sich in jener Partei wohl mehr Wendehälse befinden, als sie es offen zugeben würden, wird wohl so wahr sein wie es erst jetzt langsam durchsickert, dass in derf BRD die wichtigen Stellen mehrheitlich auch von den gleichen wie vorher besetzt waren.
    Das ist ein gänzlich unlogischer Vorwurf. Wer sich einst mit der DDR gut arrangiert hat und nach dem Mauerfall in die dann herrschenden Parteien eintrat - der ist ein Wendehals. Aber doch nicht jemand, der einen glaubwürdigen Weg weg von den Fehlern der DDR hin zu einem demokratischen Sozialismus sucht.
    Geändert von Inaktiver User (14.11.2014 um 19:03 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Biermann und die Linken

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Wäre es sonst nötig, dass die rot-rot-grünen Koalitionäre in Thüringen schriftlich vereinbaren müssen, dass niemand, der im DDR-Sicherheitsapparat beschäftigt war, der künftigen Landesregierung angehören darf?
    Hm, so spontan würde ich doch sagen, das ist doch gut, wenn darauf geachtet wird. Es heißt ja immer, bei den Altnazis hat da niemand drauf geachtet (ich weiß allerdings nicht, wer damit gemeint ist konkret).
    Ich finde es jedenfalls unverständlich, warum daran gekrittelt wird, daß auf sowas geachtet wird.

  6. Inaktiver User

    AW: Biermann und die Linken

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Soweit ich informiert bin, wird in Thüringen über jedes linke Stadtrats, Kreistags- und Landtagsmitglied, die Prozedur des Gauckens verhängt, jede Wahlperiode neu. Ob die Abgeordneten zum ersten oder zum wiederholten Male antreten. Wenn da jetzt noch einer dabei sein sollte, sorry dann .
    Es hat 25 Jahre Zeit gehabt sich damit auseinanderzusetzen, sollte da noch eine(r) dabei sein, dann war's das. Ich habe lange für ein Medium gearbeitet bei dem es gang und gebe war, sowie einer mit DDR-Biografie in die vordere Reihe wollte, da wurde bis zur Jugendweihe gegauckt und wehe, derjenige hat als junger Sportler oder Auslandsstudent bei der Stasi was unterschrieben.
    Und deswegen glaube ich nicht, das es von Gregor Gysi irgendwo eine Unterschrift gibt.
    Und bei Bodo Ramelow dürfte es auch keine IM-Tätigkeit vorgelegen haben.
    Einverstanden.
    Aber, Gysi hat in der DDR Jura studiert und will seit der Wende nun mit der ganzen SED und ihren Derivaten nichts zu tun gehabt haben.
    Das mutet doch seltsam an, wenn man weiss, dass das Jurastudium in der DDR nicht so ganz jedem offen gestanden hat.

  7. Inaktiver User

    AW: Biermann und die Linken

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Soweit ich informiert bin, wird in Thüringen über jedes linke Stadtrats, Kreistags- und Landtagsmitglied, die Prozedur des Gauckens verhängt, jede Wahlperiode neu. Ob die Abgeordneten zum ersten oder zum wiederholten Male antreten. Wenn da jetzt noch einer dabei sein sollte, sorry dann
    Zustimmung!

    Und deswegen glaube ich nicht, das es von Gregor Gysi irgendwo eine Unterschrift gibt.
    Und bei Bodo Ramelow dürfte es auch keine IM-Tätigkeit vorgelegen haben.
    Diese Dinge, auch und gerade um Gysi, sind von vorn nach hinten, von hinten nach vorn und seitwärts in alle Richtungen geprüft und nochmal geprüft worden.
    Einmal muss man in einem Rechtsstaat auch mal an den Punkt kommen die Resultate und Entscheidungen von Gerichten zu akzeptieren.
    Wenn die Gerichte sorgfältig geprüft haben - und davon gehe ich aus, dann setzen sich gewisse Leute mit ihrem jahrzehntelangen, durch kein Gerichtsurteil beirrbaren Stalking selbst ins Unrecht.

    Und noch was:
    Biermanns Glück ist es, dass er über keinerlei Macht verfügt und dadurch auch nicht viel Schaden anrichten konnte.
    Aber gerade einer, der in Sachen Irakkrieg das Maul so weit aufmachte und so dermaßen falsche Dinge vertrat, sollte die Möglichkeit ins Auge fassen, dass er nicht der einzige Mensch auf der Welt ist, der sich irrt oder zu Zeiten höchst fragwürdige Ansichten vertritt.

  8. Inaktiver User

    AW: Biermann und die Linken

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nun mag es ja Leute geben, die so furchtbare Dinge erlebt haben, dass sie das der DDR nie verzeihen können und ein Problem mit allen haben, die auch nur entfernt mit diesem Regime in Verbindung gebracht werden.
    Aber das gilt nicht für Biermann, der seine Bekanntheit und seine Karriere zu einem großen Teil genau der Ausbürgerung verdankt.
    Angesichts dessen, dass dieser Staat "ihm den Weg in den goldenen Westen eröffnet hat", ist mir schleierhaft, welche Rechnung er offen haben könnte. Trauert er der Zeit in der ach so schrecklichen DDR so sehr hinterher, dass er es nie verwunden hat, NICHT mehr dazugehören zu dürfen?
    Soweit ich weiss, wollte er gar nicht mal so sehr in den Westen, er war eher frustriert von der realexistierenden DDR und empfand seine Ausreise eher als Rausschmiss als als Segen.

  9. Inaktiver User

    AW: Biermann und die Linken

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und noch was:
    Biermanns Glück ist es, dass er über keinerlei Macht verfügt und dadurch auch nicht viel Schaden anrichten konnte.
    Aber gerade einer, der in Sachen Irakkrieg das Maul so weit aufmachte und so dermaßen falsche Dinge vertrat, sollte die Möglichkeit ins Auge fassen, dass er nicht der einzige Mensch auf der Welt ist, der sich irrt oder zu Zeiten höchst fragwürdige Ansichten vertritt.
    Noch schlimmer finde ich, dass er niemanden eine Einsicht oder Entwicklung einräumt. Mag vielleicht für ihn als Künstler gelten, der seinem eigenen Klischee nach seine eigene Sonne ist.

  10. User Info Menu

    AW: Biermann und die Linken

    Zitat Zitat von DerJunge82 Beitrag anzeigen
    Naja, für alle Nicht-NPD-Wähler ist die Aussage ja nun sicher nichts neues.
    Doch, in gewisser Weise schon.
    Ich sprach ja davon, dass die Verwendung der Vokabel 'Spinner' seitens des Bundespräsidenten bzgl. der NPD ja auch eine Art von Botschaft für die Nicht-NPD-Wähler sein könnte.
    Der Inhalt der 'Botschaft' ist dann folgender:
    Man muss der NPD (und deren Wähler) nicht immer nur in ernsthafter rationaler Armumentation begegnen, sondern es kann auch durchaus sinnvoll sein, sie auch mal schlicht und einfach als das abzutun, was sie eben auch sind: nämlich Spinner.
    Da jeder ernsthaft denkende Mensch davon ausgehen kann, dass der Bundespräsident selbstverständlich auch fundiertere Kritik gegenüber der NPD anbringen kann, trifft der Vorwurf der Verharmlosung der NPD selbstverständlich ins Leere.

    Letztlich ist die Verwendung der Vokabel 'Spinner' gegenüber der NPD seitens des Bundespräsidenten aus meiner Sicht eben auch ein Versuch, auf eine eher 'populäre' Art und Weise der NPD zu begegnen - und genau das scheint mir durchaus eben auch angebracht.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und deswegen glaube ich nicht, das es von Gregor Gysi irgendwo eine Unterschrift gibt.
    Schwer zu sagen ...
    Gleichwohl muss man ja wissen, dass Gysi als (zugeteilter) Anwalt für Robert Havemann tätig war.
    Biermann wiederum war ein enger Freund von Havemann und hat mglw. Informationen über Gysi, die wir alle nicht haben.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Noch schlimmer finde ich, dass er niemanden eine Einsicht oder Entwicklung einräumt.
    Da möchte ich mal einhaken und (partiell) widersprechen.

    Wer sich den Auftritt im Bundestag genau anhörte, hat bemerkt, dass Biermann sehr wohl unterscheidet zwischen der individuellen Lebensbiographie und sozusagen der Linkspartei 'als solche'.
    Dem einzelnen Menschen mit seiner Biographie (= Mitglied der Linkspartei) gestand er auf jeden Fall zu, dass dies immer hochkomplex sei und er gewissermaßen darüber nicht 'richtet' - doch die Linkspartei als "Gruppe" ist für ihn halt "der elende Rest" von dem, was längst überwunden sei.

    VanDyck
    Geändert von VanDyck (16.11.2014 um 19:48 Uhr)
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
    Daniel Kahneman

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