Ein m.E. richtiger und wichtiger Einwand.
Man sollte beim Steuerwettbewerb einen Unterschied machen zwischen Ländern, die tatsächlich Wertschöpfung generieren und mit ihrer Steuerpolitik ihre Wirtschaft fördern und Arbeitsplätze schaffen wollen (Irland, Osteuropa) und einer reinen Steuervermeidungsstrategie, die über Banken, Briefkastenfirmen und Anwaltskanzleien läuft (Luxemburg, Channel Islands, Niederlande).
Nichtsdestotrotz ist es ganz normal, wenn z.B. deutsche Schiffe mit philippinischer Besatzung unter panamaischer Flagge fahren. Auch das ist eine Steuervermeidungsstrategie, und zwar eine, die extrem üblich ist.
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Thema: Luxemburg Leaks: Steueroase
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16.11.2014, 14:47Inaktiver User
AW: Luxemburg Leaks: Steueroase
Geändert von Inaktiver User (16.11.2014 um 15:18 Uhr)
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16.11.2014, 16:42
AW: Luxemburg Leaks: Steueroase
äh nein.
Du berechnest den totalen Gewinn, weltweit, der Gruppe - und besteuerst direkt proportional zu den Arbeitsplätzen.
Also, wenn die Gruppe 100 Mio Gewinn macht, und 50 Angestellte sind in D, 49 in Rumänien und 1 in Luxemburg, müssen entsprechend 50, 49 und 1 Mio im entsprechenden Land deklariert und versteuert werden. Dann kann man nicht durch Buchhaltungstricks den ganzen Gewinn in Luxemburg anfallen lassen.
Wenn die ganze Gruppe Verlust macht, wird's logischerweise auch nicht besteuert. Das Steuerrecht an Arbeitsplätzen aufzuhängen finde ich sinnvoll, weil man Angestellte nicht so leicht in andere Länder umdeklarieren kann.
Eventuell wär's auch noch sinnvoll, die Steuer teilweise am Energieverbrauch vor Ort zu berechnen, oder den Energieverbrauch in die Kalkulation mit einzubeziehen. Das dürfte dafür sorgen, dass die Orte mit der grössten Umweltverschmutzung auch die grössten Steuereinkommen haben, um die Umwelt wieder zu flicken.
gruss, barbara
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16.11.2014, 18:26
AW: Luxemburg Leaks: Steueroase
Beim G20 in Australien wurde heute beschlossen, dass dort versteuert wird, wo die Einnahmen entstehen. Mal sehen, ob das auch eins zu eins umgesetzt wird.
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16.11.2014, 20:07
AW: Luxemburg Leaks: Steueroase
Und was hat diese Aussage mit diesem Thread zu tun??
In diesem Thread geht es darum, dass multinationale Konzerne die Gewinne, die sie in Deutschland gemacht haben, in Luxemburg versteuern - und um nichts anderes.
Wie gesagt: E-ON, Fresenius, Deutsche Bank und co, sind die größten Schmarotzer Europas. Deutschland sind durch diese Steuerflucht im letzten Jahr so ca 13-14 Milliarden Euro an Einnahmen flöten gegangen. Mit diesen Geldern hätte man hier ein schönes Konjunkturpaket anschieben können, in dem man damit längst überfällige Sanierungen von Straßen, Landstraßen, Autobahnen, Brücken, Schulen usw hätte finanzieren können. Zudem hätte das tausende von Arbeitsplätzen geschaffen/gesichert!
Und man hätte für den gemeinen Steuerzahler, dessen Steuern direkt vom Lohnzettel abgezogen werden, sukzessive ne Steuerleichterung schaffen können. Oder z.B. mal die völlig überhöhte Mehrwertsteuer senken können.
"Dank" der Schmarotzer muss der Staat aber an allen notwendigen Investitionen in die Infrastruktur rumknapsen. Oberstes Gebot ist halt der "Shareholder Value" - die breite Masse ist nur der Depp im Spiel der Umverteilung.....
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16.11.2014, 20:28
AW: Luxemburg Leaks: Steueroase
Nicht zuletzt wegen solchen Praktiken fordern die Behörden Massnahmen, um zu mehr Geld zu kommen - und bequemerweise fängt man damit beim kleinen Normalbürger an, der ein bescheidenes finanzielles Polster im Ausland für Notfälle angelegt hat.
nein, die halten sich einfach ans vielfach beworbene Prinzip "Geiz ist geil" - und Schmarotzer sind sie auch nur deswegen, weil die Gesetze dies auch zuliessen in den letzten Jahren. Weil die Wirtschaft globalisierte, die Politik aber im nationalen Gärtchen sitzen blieb.Wie gesagt: E-ON, Fresenius, Deutsche Bank und co, sind die größten Schmarotzer Europas.
Der deutsche Bundeshaushalt 2014 beträgt 320 Milliarden Euro, diese 13-14 Milliarden machen also ca 3-4% davon aus. Allerdings, wer mit 320 Milliarden es nicht schafft, die Strassen zu unterhalten, wird das wohl auch mit 334 Milliarden nicht schaffen.Deutschland sind durch diese Steuerflucht im letzten Jahr so ca 13-14 Milliarden Euro an Einnahmen flöten gegangen. Mit diesen Geldern hätte man hier ein schönes Konjunkturpaket anschieben können, in dem man damit längst überfällige Sanierungen von Straßen, Landstraßen, Autobahnen, Brücken, Schulen usw hätte finanzieren können. Zudem hätte das tausende von Arbeitsplätzen geschaffen/gesichert!
http://www.bundesfinanzministerium.d...cationFile&v=4
gruss, barbara
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17.11.2014, 22:22
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17.11.2014, 22:53
AW: Luxemburg Leaks: Steueroase
Prozente von etwas sind nie gut, um zu beurteilen, ob etwas gut oder schlecht oder passend oder machbar ist.
Nur 1,2% aller Nachbarn in ihrem Umkreis in ihrem Stadtviertel sind Serienmörder.
Beruhigt das?
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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17.11.2014, 22:59Inaktiver User
AW: Luxemburg Leaks: Steueroase
Der Straßensanierer als Serienmörder.
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18.11.2014, 08:08Inaktiver User
AW: Luxemburg Leaks: Steueroase
Als Vergleich ist das schief, als Sachaussage aber nicht minder:
Wenn in einer Kneipe von 20 anwesenden Personen 4 Mörder sind, würde ich mir durchaus Gedanken machen. Wenn in einer Bevölkerung von 20 Millionen Menschen 4 Mörder sind, wäre ich deutlich weniger besorgt.
Prozentuale Zahlen mögen nicht immer ausreichend aussagekräftig sein, die absoluten Zahlen sind aber oft noch weniger aussagekräftig.
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18.11.2014, 11:38Inaktiver User



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