Hier mal noch ein paar Grundlagen zu Erbkrankheiten bei Inzucht:
Inzucht beim Menschen
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25.09.2014, 23:22
AW: Inzestverbot - Novellierung des Paragraphen 173?
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26.09.2014, 00:11
AW: Inzestverbot - Novellierung des Paragraphen 173?
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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26.09.2014, 01:19
AW: Inzestverbot - Novellierung des Paragraphen 173?
Das mit den Erbkranken Kindern ist doch so ein Stellvertreterargument.
Ein durchschnittliches Geschwisterpaar hätte, wenn ich den Link richtig lese, eine Chance von 25% ein erbkrankes Kind zu bekommen (wobei da noch lange nicht klar ist, um welche Erbkrankheit es überhaupt geht und wie schlimm die ist, da gibt es ja ganz viel).
Bei durchschnittlichen Nichtverwandten liegt die Wahrscheinlichkeit bei etwa 3%.
So.
Bei einer bluterkranken Frau (z.B. Alternativ jede Krankheit die auf dem X liegt) liegt die Wahrscheinlichkeit schon bei 50% (nämlich GARANTIERT, wenn es ein Junge wird), selbst bei einem Mädchen vererbt sie die Anlage weiter.
Wieviele von denen, denen hier die Kinder so leid tun, wäre auch dafür, einer bluterkranken Frau das Kinderkriegen zu verbieten?
Grundsätzlich finde ich die Diskussion hier interessant weil sie so gegensätzlich verläuft zu dem was ich so kenne.
Ich unterhalte mich ja normalerweise eher mit Leuten zwischen 20 und 30 darüber (ich vermute hier sind die meisten älter?) und die quasi einstimmige Meinung ist:
"Naja, Inzestverbot, ist halt noch so was übrig Gebliebenes, gibt keinen logischen Grund dafür, bürgerliche Moral halt und ein paar arme Paare müssen drunter leiden."
Sehe ich tatsächlich ähnlich.
Meines Erachtens hat sich der Staat bitte schön aus allem rauszuhalten, was zwischen zustimmenden und zustimmungsfähigen Erwachsenen stattfindet.
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26.09.2014, 01:25
AW: Inzestverbot - Novellierung des Paragraphen 173?
[QUOTE=Lukulla;25944390]
Zum Thema Schutz: wer kümmert sich denn um diese Kinder? In aller Regel staatliche Einrichtungen, Pflegestellen, oder andere soziale Gemeinschaften. Ist das schön für die Kinder?
Die wären vielleicht nicht nötig wenn man die Eltern dieser Kinder nicht ins Gefängnis stecken würde.
Dann musst Du aber im Prinzip jeden zur Kinderlosigkeit verdonnern, der selbst irgendeine Erbkrankheit hat.Die Kinder interessiert niemand, kaum jemand. Alles dreht sich immer nur um die Freiheit von 2 Menschen, die Sex miteinander haben wollen. Wenn sie das haben, ohne Verantwortung zu tragen, siehe der Satz oben, haben sie das Recht darauf verwirkt.
Willst Du das?
Lies Dich mal hier durchs Trennungsforum.Dann zu der sogenannten Freiheit von Sex zwischen Geschwistern: wer weiss denn schon, wieviel Gewalt und Druck und Abhängigkeit hinter einen solchen Beziehung steckt? Wieviel Freiwilligkeit und wirkliche "Liebe" ist denn da, wenn Bruder und Schwester Sex haben?
Fehlende Verwandtschaft ist kein Garant für Freiwilligkeit in Beziehungen.
Für wirkliche LIebe auch nicht.
Warum sollte das bei Geschwistern eher problematisch werden als bei Nichtverwandten?
Zumal das ganze eh sehr schwammig ist - bei getrennt aufgewachsenen Geschwistern soll plötzlich viel mehr Druck herrschen als bei, z.B., Sandkastenfreunden die immer Nachbarn waren?
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26.09.2014, 01:25
AW: Inzestverbot - Novellierung des Paragraphen 173?
Gar nicht mal so wenig in diesem Thread liest sich für mich wie:
"Ja also vom Gefühl her will ich dass das Verbot bleibt, nun suche ich mal nach Argumenten dafür."
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26.09.2014, 02:16Inaktiver User
AW: Inzestverbot - Novellierung des Paragraphen 173?
Vielleicht, weil gespürt wird, daß Inzest in der Regel aus einem unguten Umfeld (d.h., einem von Gewalt, Sexualisierung der Kinder, sexuellem Mißbrauch der Kinder und solche unschönen Sachen geprägten Umfeld) entsteht. Und nur in der Weise emotional irritierte Kinder/Jugendliche, dann den Halt und die Liebe, und auch sexuell, beieinander suchen. In einem "normalen", d.h. nicht in dieser Weise und emotional verunsichernden Umfeld, existiert die Hemmschwelle zwischen den GEschwistern, es herrscht große Vertrautheit, aber nicht Abhängigkeit, da ist dann keine übergroße Sehnsucht nach Liebe von Geschwistern, (weil sie sowieso selbstverständlich da ist, auch die der Eltern), die Kinder entwickeln sichere, stabile Persönlichkeiten, soziale und später auch sexuelle Kontakte werden deshalb außerhalb der Familie gesucht und gelebt, zu leben gewagt.
So würde ich jedenfalls vermuten.
Der GeschwisterInzest tritt meist in einer der folgenden drei Formen auf:
1. sexueller Übergriff:
von sehr jungen Kindern im vorpubertären Alter auf gleichaltrige oder jüngere Geschwister.
2. fürsorglich liebevoller Inzest:
oft einvernehmlich und geprägt von gegenseitiger Loyalität und von körperlicher Neugier und Lust. In einer emotional defizitären familiären Umwelt wird diese Form des Inzests von den Geschwistern oft als Insel liebevoller Zuwendung erlebt. Allzuoft wandelt sich diese InzestForm aber mit der Zeit zu einer eindeutigen sexuellen Ausbeutung!
3. Macht orientierter Inzest:
mit sadistischen und ausbeuterischen Zügen. Dabei handelt es sich um eine Form von sexueller Gewalt. Diese besondere Form des sexuellen Übergriffs ist ausschließlich bei GeschwisterPaaren anzutreffen, bei denen der Bruder im PubertätsAlter und zugleich älter ist, als die Schwester.
Alle drei Formen sexueller Übergriffe sind an Macht orientiert.
Geschwisterinzest ist sexueller Missbrauch
Übersexualisiertes Umfeld, marode Familienstrukturen, unklare Rollenverteilung: Das sind alles Faktoren, die Inzest unter Geschwistern begünstigen können. Ein Gespräch mit dem Psychiater Peer Briken über sexuelle Grenzüberschreitungen.(...)
Bei Inzest zwischen Geschwistern, also Kindern, herrscht nur sehr selten ein Gleichgewicht. Es gibt Altersunterschiede und damit unter Umständen auch ein Machtgefälle.
Psychiater über Inzest unter Geschwistern - "Ähnliche psychische Folgen wie durch Missbrauch" - Leben - Süddeutsche.de
Der Inzest als romantische Liebe kommt nur selten vor. Missbrauchsbeziehungen zwischen Bruder und Schwester sind jedoch wahrscheinlich viel häufiger als angenommen
(...)
Es gibt auch einvernehmliche Inzestbeziehungen zwischen Geschwistern – doch sie sind sehr selten. Viel häufiger missbraucht der ältere Bruder die kleine Schwester. Der amerikanische Experte David Finkelhor schätzt, dass Geschwisterinzest die häufigste Missbrauchsform noch vor dem Missbrauch der Tochter durch den Vater ist. Im amerikanischen Raum sind Finkelhors Einschätzungen durch quantitative Untersuchungen belegt. In Deutschland weiß man wenig über die Fakten.
Missbrauch: Sex unter Geschwistern | ZEIT ONLINE
Eine Verharmlosung bzw. Enttabuisierung könnte dazu führen, daß ein solcher Inzest, wenn er in Wahrheit nichts anderes als sexueller Mißbrauch durch ein Geschwister ist (siehe oben Links) verschleiert wird. Und ich vermute, daher die innere Abwehr, Geschwisterinzest "völlig normal" zu finden, weil gespürt wird, daß es das eben - in der Regel - nicht ist.
Und ein Aufheben des Verbotes wiederum könnte ja zu dieser Verharmlosung und Enttabuisierung beitragen.
Eine Romantisierung wie hier, was die Zeugung von Kindern aus Geschwisterinzest angeht:
ist m.E. jedenfalls sicher nicht angebracht. Warum sollte das so sein, wie oben im Zitat behauptet? Häufiger mit mehr Abhängigkeit trifft es vermutlich eher.sie wurden vielleicht mit mehr Liebe gezeugt als viele aus "normalen" Beziehungen.
Es mag diese Fälle geben, in der sich Geschwister erst im Erwachsenenalter überhaupt kennenlernen, von ihrer Verwandtschaft nicht wissen, sich verlieben, wie bei Homo Faber (von Max Frisch) beispielsweise (auch wenn das Vater und Tochter waren). Das lag in dem Fall aber nicht vor (von dem hier gesprochen wurde). Die beiden wußten um ihre Verwandtschaft, haben sich, wenn ich richtig verstanden habe, wegen schlimmer äußerer Verhältnisse "zusammengeschmiedet" (und sie war auch noch nicht erwachsen, wenn auch kein Kind mehr) und eben dann auch im sexuellen Bereich, nicht nur in emotional stützender Weise. Auch hier könnte Dominanz und allzu große Abhängigkeit, also ein eher "ungesundes" Verhältnis vorliegen, die Gewalt in der Beziehung weist auch darauf hin, finde ich.
Sicher gibt's auch sonst manchmal solche "ungesunden" Beziehungen, also große emotionale Abhängigkeiten, Dominanz, Gewalt usw. Und die sind ja auch nicht verboten.
Ob man das Verbot aufheben sollte, also ob das "besser" ist? Besser für was? ist ja die erste Frage, was bringt das Verbot?, das müßte man klären (ein Ansatz wäre oben, die durch das Aufheben des Verbotes evtl. möglich gemachte Verharmlosung von sexuellem Mißbrauch durch Geschwister, aber das müßte man schon noch genauer unter die Lupe nehmen). Therapien der betroffenen Familien sind aber sicher sinnvoll, nehme ich mal an. Die kann man aber niemandem aufzwingen.
Das Tabuempfinden wird aber auch ein aufgehobenes Verbot nicht aufheben, glaube ich. Und das ist vielleicht auch ganz gut so.Geändert von Inaktiver User (26.09.2014 um 02:56 Uhr)
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26.09.2014, 06:31
AW: Inzestverbot - Novellierung des Paragraphen 173?
Eben! Ich halte das auch für vorgeschoben, denn die Konsequenz wäre, dass auch alle anderen Verbindungen verboten werden müssten, bei der die Gefahr besteht, dass ein Kind behindert sein wird. Und dann sind wir ganz schnell wieder im 3. Reich siehe Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses.
Tatsache ist, Inzest ist ein altes Tabu. Die Ablehnung ist wohl instinktiv und dann sucht man nach einem triftigen Argument, weil man das eigentlich nicht richtig erklären kann.
Interessant ist es, hier mal verschieden wissenschaftliche Erklärungsansätze nachzulesen: *klick*
@Libentia: Gegen sexuellen Missbrauch haben wir bereits Gesetze, da braucht man kein spezielles nur für Geschwister.Behindert ist man nicht, behindert wird man.
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26.09.2014, 08:33
AW: Inzestverbot - Novellierung des Paragraphen 173?
Nun wir haben Gesetze gegen sexuellen Missbrauch, aber die Beweislage - insbesondere im familiären Umfeld wird immer sehr schwierig sein.
Hier könnte das Inzestverbot ein zusätzlicher Schutz sein.
Und nicht jeder genetische Defekt ist eine schwerwiegende Behinderung.
Wenn ich aber lese, dass zwei der Kinder aus der Verbindung der genannten Geschwister mehrfach behindert sind, dann finde ich das für die Kinder nicht schön.
Wobei ich befürchte, dass es für diesen Bereich kaum wirklich belastbares statistisches Material gibt.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
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26.09.2014, 09:09
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26.09.2014, 09:17
AW: Inzestverbot - Novellierung des Paragraphen 173?
Das verstehe ich ja - aber wie man sieht kommen entsprechende Beziehungen mit Kindern auch trotz des Gesetzes vor, egal ob wissentlich oder unwissentlich. Meinst du denn, für die Kinder wäre es besser, wenn sie zu allem anderen auch noch ihre Eltern verlieren? Ich versuche mich grade mal in ein solches Kind reinzuversetzen - der Gedanke "Mama und Papa kommen ins Gefängnis, weil sie mich gemacht haben", der liegt ziemlich nahe. Stelle ich mir auch nicht grade prickelnd vor für die weitere Entwicklung eines Kindes.
*lost in the woods*


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