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  1. Inaktiver User

    AW: Der Terror der ISIS im Irak. Was muss Europa und USA tun?

    Nach dem Statement des ägyptischen Großmuftis von letzter Woche endlich eine zweite einflussreiche Stimme aus der islamischen Welt:
    Der saudi-arabische Großmufti Scheich Abdul Aziz al-Sheikh verurteilte laut Abendnachrichten auf 3sat die IS/ISIS scharf.
    Er beschrieb sie als Feind Nr. 1 des Islam. Er sagte, Extremismus, Terrorismus und Radikalismus hätten nichts mit dem Islam zu tun.
    Die arabischen Staatenlenker scheinen endlich einzusehen, dass ihre Probleme nicht von Europa und den USA allein gelöst werden können. Speziell aus Saudi-Arabien sollen viele IS bzw. ISIS-Kämpfer stammen.

  2. Inaktiver User

    AW: Der Terror der ISIS im Irak. Was muss Europa und USA tun?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Speziell aus Saudi-Arabien sollen viele IS bzw. ISIS-Kämpfer stammen.
    Saudi-Arabien ist ein enger Verbündeter der USA und war von Anfang an intensiv in die Destabilisierung Syriens involviert.
    Geändert von Inaktiver User (21.08.2014 um 08:12 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Der Terror der ISIS im Irak. Was muss Europa und USA tun?

    Bezüglich der Rolle des Nato-Landes Türkei:

    „Wir wissen schon länger“, sagt Kerem Caliskan, Chefredakteur der Zeitung Yurt, „dass der Istanbuler Stadtteil (...) Rekrutierungsgebiete für den Dschihad in Syrien sind“. (...)
    Auf Fragen, warum die Regierung offenbare Rekrutierungsorganisationen von Isis duldet, schweigen Ministerpräsident Erdogan und seine Männer. Doch manchmal reagieren sie wie ertappte Sünder. (...)
    Die Versorgung von Isis-Kämpfern in türkischen Krankenhäusern und ein derzeit in Adana laufender Prozess gegen Gendarmen, die versehentlich einen Lkw stoppten, der für den türkischen Geheimdienst auf dem Weg nach Syrien war, sind allerdings weitere Indizien dafür, dass die Regierung zu mindestens in der Vergangenheit Isis mit groß gemacht hat.


    "Isis-Fahnen in Istanbul", TAZ


    Die Türkei hat das Erstarken der Dschihadisten in Syrien lange gefördert, um das Assad-Regime zu schwächen. Jetzt jedoch wenden sich die Isis-Kämpfer, die den Irak destabilisieren, auch gegen Ankara.
    In Mossul war deutlich zu sehen, in welche bizarre Doppelrolle sich die Türkei im Irak manövriert hatte


    "Vorstoß der Islamisten. Ankaras gefährlicher Partner", Spiegel

  4. Inaktiver User

    AW: Der Terror der ISIS im Irak. Was muss Europa und USA tun?

    Gestern wurden in Österreich in zwei südlichen Bundesländern mehrere junge Männer tschetschenischer Herkunft (sie hatten in Österreich Asyl erhalten) verhaftet. Sie waren Ermittlungen des Verfassungsschutzes zufolge auf dem Weg in den Irak, um zu den Jihadisten zu stoßen.
    Was treibt solche Menschen an, sich einer radikalistischen, terroristischen , Menschenrechte ignorierenden Truppe anschließen zu wollen?
    Sie kommen als Flüchtlinge in ein westliches Land, empfinden sich als rechtlos und unterlegen, sehen für sich keine verlockende Zukunft in dieser Gesellschaft, und ihre Frustration trifft mit einer ihnen verpassten vordergründig religiös motivierten Gehirnwäsche zusammen: endlich werden sie darin bestätigt, dass der Westen morbide ist und die Frauen einzig dazu da sind, Männer in ihrer Machtposition zu bestätigen und sei es, indem Erstere vergewaltigt
    und/oder mitgeschleift werden.
    Westliche Journalisten, das formuliert der gestrige über Video verbreitete grausame Mord, sind nur ein Vorwurf in ihrer gegesätzlichen Lebensart, und gehören TV-konform ausgemerzt. Gleichzeitig zeigt dieses Verbrechen, dass der Mörder (vermutlich in GB aufgewachsen oder dort als Flüchtling aufgenommen) sich jedes Mitleides entledigt hat, und den Machtrausch, der in westlichen Staaten zivilisiert und kanalisiert wird, exzessiv plündernd, folternd und mordend ausleben wird und kann.
    Wie weit despotische Regierungen, frauenverachtende Männerregime zu solchen Entwicklungen beigetragen haben und noch immer beitragen, müssen sie selbst herausfinden und ihr Verhalten radikal ändern, Europa und die USA können zwar helfen, aber der Knackpunkt liegt im Nahen und Mittleren Osten.
    Tragisch, das möchte ich noch hinzufügen, ist, dass zur Zurückdrängung der IS/ISIS Mittel verwendet werden müssen, die mit der Hoffnung auf das Ende von Waffengängen gründlich aufräumen.

  5. Inaktiver User

    AW: Der Terror der ISIS im Irak. Was muss Europa und USA tun?

    Zitat Zitat von Ahab Beitrag anzeigen
    Wenn ein Genozid befürchtet würde, wäre das übliche und auch einzig intellektuell redliche Vorgehen eigentlich das Fordern und Organisieren der Mehrheitsverhältnisse für eine UN-Mission schon vor Wochen gewesen.
    Es wurde im UN-Sicherheitsrat eine Resolution beantragt, wonach gegen 6 Hintermänner und Financiers Reiseverbote verhängt und deren Auslandskonten gesperrt werden sollten.

    Nachdem es den diversen US-Geheimdiensten trotz unermüdlicher Spionagetätigkeiten über Jahre hinweg nicht gelungen zu sein scheint die mehrere Tausend Mann starke, militärisch organisierte und ausgerüstete Gruppe der ISIS als Bedrohung zu identifizieren, wissen sie nun innerhalb kürzester Zeit sogar die Namen der Hintermänner. - Das ist erstaunlich.

    Weniger erstaunlich ist, dass sich der Sicherheitsrat auf eine nicht-militärische Maßnahme gegen die ISIS beschränkt. Diese Resolution erfolgte einstimmig.

    Man muss ein wenig zurückblicken, um die Zusammenhänge zu erkennen:

    Die USA hatten vor Jahren im UN-Sicherheitsrat eine Resolution zur Einrichtung einer Flugverbotszone in Syrien beantragt und waren damit gescheitert:
    Russland sah seine Interessen und die Regierung Syriens dadurch bedroht.
    China war nicht bereit sich nach dem Fall Libyen erneut von den USA über den Tisch ziehen zu lassen. Damals war die Überwachung einer Flugverbotszone dazu benutzt worden auch libysche Einrichtungen zu bombardieren.
    Sowohl Russland als auch China legten gegen diesen Antrag der USA bezüglich einer "Flugverbotszone in Syrien" also damals ihr Veto ein.

    Seither haben die USA und ihre türkischen und saudischen Verbündeten die "Oppositionellen" aller Couleur unterstützt und bewaffnet - auch die religiösen Extremisten. Es ging allen Beteiligten darum Assad zu stürzen - wenn auch aus den unterschiedlichsten Motiven.

    Man kann sich leicht vorstellen, warum der UN-Sicherheitsrat nach dieser Vorgeschichte ein Mandat zu einem militärischen Einsatz der USA gegen die ISIS nicht erteilt hat und hoffentlich auch nicht erteilen wird:

    Zu offensichtlich ist es, dass die Organisation der ISIS sich schon vor Jahren gebildet hatte und seither von den Gegnern des syrischen Präsidenten unterstützt worden war.

    Zu offensichtlich auch, dass bei einem militärischen Mandat "gegen ISIS" die Grenzen Syriens verletzt und die Souveränität Syriens bedrohen werden würde: die USA würden im Zuge des Kampfs gegen die ISIS auch syrische Regierungstruppen militärisch angreifen, so wie sie in Libyen die Sicherung der Flugverbotszone dazu benutzt hatten die libysche Regierung zu stürzen.
    Außerdem oder alternativ könnte man ISIS-Kämpfer aus Irak weg in Richtung Syrien vertreiben und das Assad-Regime auf diese Weise weiter destabilisieren.

    Weitere Gräueltaten der ISIS kommen der "Achse des Guten", zu der auch Saudi-Arabien(!) gehört, sehr gelegen. Deshalb glaube ich ungeachtet des Medien-Tamtams, dass der Kampf gegen diese Extremisten nur sehr halbherzig geführt werden wird.

    Der Druck wird wachsen, den USA ein militärisches Mandat zu erteilen, und zwar für die gesamte Region. Wer sich dieser Forderung entzöge, trüge die "Schuld daran, dass die ISIS nicht entschiedener bekämpft werden konnte" - bekämpft von denen, die sie zuvor jahrelang unterstützt hatten und zum Teil immer noch unterstützen.

    Gut ausgedacht vom Friedensnobelpreisträger aus Chicago und seinen feinen Freunden!

    Im Zusammenhang mit dem Kampf gegen ISIS passt wieder einmal der Spruch:

    Wir sind die Medizin gegen eine Krankheit, die es ohne uns nicht gäbe.
    ('wir' und 'uns' bezieht sich hier auf USA und US-Verbündete aller Sorten und Richtungen)
    Geändert von Inaktiver User (21.08.2014 um 15:54 Uhr)

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    AW: Der Terror der ISIS im Irak. Was muss Europa und USA tun?

    Zitat Zitat von Mr_McTailor Beitrag anzeigen
    Zunächst mal heißt es mehr als als nur die, die es jetzt machen.
    Insofern macht es als sehr wohl Sinn, das Thema genereller anzugehen.
    Das wäre natürlich ein Vorteil, wenn auch die direkten Anlieger im Osten sich beteiligen würden. Ich glaube aber nicht daran, denn jedes Land, was sich beteiligt hat die IS als Gegner im Land oder als Bedrohung für seine auswärtige Bevölkerung.

    Viele sind sehr froh, dass die Kurden - aus Selbstschutz - kämpfen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Immerhin scheint es es hier erste Schritte zu geben überhaupt in UN einzubeziehen.
    Gut wäre es.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie weit despotische Regierungen, frauenverachtende Männerregime zu solchen Entwicklungen beigetragen haben und noch immer beitragen, müssen sie selbst herausfinden und ihr Verhalten radikal ändern, Europa und die USA können zwar helfen, aber der Knackpunkt liegt im Nahen und Mittleren Osten.
    Tragisch, das möchte ich noch hinzufügen, ist, dass zur Zurückdrängung der IS/ISIS Mittel verwendet werden müssen, die mit der Hoffnung auf das Ende von Waffengängen gründlich aufräumen.
    Volle Zustimmung.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

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    AW: Der Terror der ISIS im Irak. Was muss Europa und USA tun?

    Koi-Nobori, sehr interessant Deine Ausführungen zu USA und Syrien.

    Warum ist Deiner Meinung nach der USA soviel dran gelegen, Assad stürzen und Libyen schwächen?
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


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    Kari Bremnes

  8. Inaktiver User

    AW: Der Terror der ISIS im Irak. Was muss Europa und USA tun?

    Die Frage, warum die USA (sowie Saudi-Arabien, Türkei und Katar) Assad stürzen wollen, ist eigentlich Thema eines anderen Strangs. Wenn wir das hier aufgreifen wollten, würde das eigentliche Thema des Strangs in den Hintergrund gedrängt werden.
    Für unsere Zwecke genügt zu wissen, dass sie Assad stürzen wollen und welche Mittel sie anwenden, um derartige politischen Ziele zu erreichen.

    Die ISIS an sich wäre ein guter Grund für internationale Solidarität mit allen Menschen, die von der ISIS terrorisiert werden. Aber die ISIS ist nur Werkzeug, und wenn wir uns darauf einlassen in eine Krisenregion Waffen zu schicken und einzumischen, werden auch wir zum Werkzeug.

  9. gesperrt

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    AW: Der Terror der ISIS im Irak. Was muss Europa und USA tun?

    Lybien und Syrien Assad sind Russlands letzte halbewegs Verbündete im Mittelmeer…ich denke es ist eher: Russland ist was daran gelegen, die nicht auch noch zu verlieren, bzw. beide zu stürzen ist mit* ein Mittel Russland den Rest zu geben….

    Restzuckungen des kalten Krieges, genauso wie das ganze Desaster da unten….

    *nicht nur

  10. Inaktiver User

    AW: Der Terror der ISIS im Irak. Was muss Europa und USA tun?

    Das Thema ist jedenfalls weit unübersichtlicher und weitaus gefährlicher, als es auf den ersten Blick aussieht.

    Es geht beileibe nicht nur um humanitäre Aktionen zum Schutz von Jesiden. Vielmehr ist von Waffenlieferungen an Kurden die Rede.
    Die aber wiederum einen eigenen Staat haben wollen. Kurden leben in Türkei, Syrien und Irak. Es gibt vermutlich unzählige Spieler, die alle ihre eigenen Interessen in dieses Spiel einwerfen wollen.
    Welchen Sinn hat es diesen Konflikt mit unseren Waffen anzuheizen?
    Wollen wir eine weitere Afghanisierung, diesmal ein Stück näher an Europa?

    Waffenlieferungen in eine Krisenregion!
    Das ist aus ethischen Gründen in Deutschland gesetzlich verboten; jetzt will man es ausgerechnet aus ethischen Gründen rechtfertigen. Und das, obwohl man jahrelang zugesehen hat, wie ISIS-Kämpfer unterstützt wurden und immer noch unterstützt werden.

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